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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 60

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand UB Ffm
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 60 (sequence 68)
Language
German
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5. Außenhandel Leber die ausschlaggebende Rolle des neuseeländischen Außenhandels innerhalb der Gesamtwirtschaft ist schon oben das wichtigste gesagt worden; ebenso über das Vorherrschen einiger weniger Produkte innerhalb der neuseelandischen Ausfuhr. Betrachten wir jetzt die Zusammensetzung der Einfuhr, so ergibt sich, daß es sich hier ganz fiberwiegend um industrielle Fertigwaren handelt. In dem Wirtschaftsjahr vom 1. April 1938 bis 31. Mir* 1037 betrug die neuseelandische Einfuhr insgesamt 47.621.000 Pfund. Die folgende Tabelle zeigt die Hauptposten der neuseeländischen Einfuhr Textilwaren. Kraftfahrzeuge Brennstoffe, Schmieroi«, Autoreife! -teile Papier, Papierwaren und Bücher Eisen und Suhl Elektrische Waren Tee Zucker " Eisenkurzwaren und Stahlwaren Tabak und Zigaretten Düngemittel » Ton-, Porzellan- und Glaswaren Teppiche und Linoleum Stiefel und Schuhe Hob Landwirtschaftliche und Molkereima Whisky Radioapparate Sacke und Toten Strumpf-, Trikot- und Wirkwaren ' , Alle übrigen Posten £N.Z * 5 892 000 11,8 5034 000 10,6 . > und 2961000 M 1207 000 2.5 1441000 8,0 . 1986000 4* 687 000 Ö 728000 Ifi 863000 1.» •57 000 13 647 000 1.4 696000 780 000 1.« 595000 M 457 000 1,0 schinen 483000 1,0 413 000 0,» 506 000 1,1 340000 0,7 274 000 Ofi 26 687 000 56,0 20834000 .HO 47 621 000 100,0 Dem aufmerksamen Betrachter bietet dieses Bild der Einfuhr, mit den charakteristisch hohen Posten für solche Luxus-Artikel, wie Autos und Autoteile, Radio-Apparate, Whisky usw., zugleich einen Einblick in den erstaunlich hohen Lebensstandard des Landes, an dem fast alle Volksschichten teilhaben. ' \ , . ■ Die Richtung des neuseeländischen Außenhandels, insbesondere die' aberragende Stellung Englands als Abnehmer, aber auch als Lieferant für Neuseeland, geht aus folgenden Zahlen hervor: Abnehmer and Lieferanten Neu-Seelands 1936 Vereinigtes Königreich" (Kngland) Vereinigte Staaten Australien Canada Uebrige Lander . . , Der deutsche Anteil an der neuseeländischen Ausfuhr betrug nur 0,4 o/o, an der neuseeländischen Einfuhr jedoch 1,7 o0 im Jahre 1,936. Becnarkenewert ist auch die Stellung Japans, das mit 2,7 •» an dar neuseeländischen Ausfuhr, mit 3,0 f» an der aeniae landischen Einfuhr beteiligt war. - -—' Infolge der beherrschenden Stellung, die England im neuseeländischen Handel einnimmt, ist es für die Zukunft der neuseeländischen Wirtschaft von größter Bedeutung, ob England weiterhin gewillt ist, seinen Dominien eine bevorzugte Stellung als Lieferanten seiner Nahrungsmittel einzuräumen, oder, ob es den dringenden Vorstellungen anderer Lander, in denen ebenfalls große englische Wrrts#baftsinteressen anf dem Spiel stehen,' nachgibt und die Konkurrenz dieser Länder auf seinem Markte in stärkerem Maße zulaßt la dieser Hinsicht ist der Handelsvertrag, den Englaad im Deseaaber 1836 mit Argentinien — das besonders für Wolle and gefrorenes Fleisch ein großer Konkurrent Neu-See- , ist — abgeschlossen hat, von großem Interesse; er bringt erhebliche Vorteile, da er nicht uiwrhebli i Neuseetand bliche Zoll« auf die Einfuhr von Kühlfleisch and Gefrierfleisch aus Argentinien einführt und außerdem mengenmäßige Beschränkung«* vorsieht Infolgedessen kann Neu-SeeUnd, dessen Einfuhr ia' diesen Produkten weiterhin zollfrei bleibt erheblich mehr hiervon nach England exportieren. 9 6. Währung und Staats!ivanzen Bis zum Jahre 1080 stand die neuseeländische Wahrung in absoluter Parität zur englischen. Englische Münzen befanden' sich im Umlauf. 1929 wurde die neuseeländische Währung zum erstenmal gegenüber der englischen abgewertet; die zweite Abwertung folgte 193], Seitdem ist das neuseeländische Pfund stabilisiert ia) Verhältnis 125 £ N.Z. 100 £ Sterling. Unter Zugrundelegung eines Kurses von 12,34 RM. ffir 1 £ Sterling notiert also gegenwärtig 1 £ N. Z. *» 9,98, RM._ 1 £N.Z. wird eingeteilt ia 2fr Shilling (s oder ah), 1 Shilling in 12 pence (d). Bei Betrachtung der neuseeländischen Staats«'' finanzen fällt zunächst auf, daß die im Budget erscheinenden Posten durch außerordentlich hohe Summen repräsentiert werden. Diese Erscheinung erklärt sich daraus, daß die Betätigung des neuseeländischen Staates schon seit Jahrzehnten, ganz besonders aber seit der Herrschaft der Arbeiter-Regierung,, weit ausgedehnter ist als die der meisten anderen Staaten der Welt Einerseits erfordert das weit reichende wirtschaftliche Ueberwachungssystem einen großen Beamtenapparat andererseits bedarf es zur Erfüllung der umfassenden Auf» gaben selbst — mögen sie auf dem Gebiet der Arbeits*. Beschaffung liegen oder sozialer Natur sein — außerordentlich hoher Mittel. In dem Fiskaljahr 1935/36, dem letzten, für das abschließende Zahlen vorliegen, wurden insgesamt 25,89 Millionen—£ a u s ge g eTeSTHinzu kamen noch' Ausgaben für Arbeitsbeschaffung und Subventionen für die Landwirtschaft, die nicht im Budget aufgeführt werden. - Von der genannten Auagabensumme entfielen auf den Dienst der Öffentlichen Anleihen etwa 9 Millionen £. Für Pensionen wurden fast 4 Millionen £ gezahlt Diese letztgenannte Summe umfaßt u. a. Pensionszahlungen für Witwen und Kriegsteilnehmer, vor allem aber Alterapensionen. Jeder Neu-Seeländer über 65 und jade Neu-SeelInderin aber 60 Jahre (ia besonderen Fällen ist das Altar noch niedriger) erhält grundsätzlich eine Alterspension, die ffir das Jahr 1935 45 £ N.Z. 10 s im Höchstfälle betrug. Im letetea-Jahr_ sind die Pensionszahlungen noch beträchtlich erhöht worden. Ffir Erziehungszwecke wurden im genannten Budget fast 3 Millionen £ und ffir Gesundheitspflege etwa 1 Million £ aufgewendet Polizei und Heerwesen beanspruchten dagegen nur ift Millionen £. _ Im gleichen Zeitraum betrugen die Staatseinnahmen 26,17 Millionen £. Etwa ein Drittel dieses Betrages kam durch,. Zolle und Verbrauchssteuern auf; 4,6 Millionen £ brachte'die Einkommensteuer. Die Öffentliche Verschuldung belief sieh im Mir*' 1836 auf insgesamt 283 Millionen £, che zum größten Teil durch reproduktive Anlagen gedeckt waren. -',.:<< Im Etatsjahr 1936/37'— ffir das noch nicht alle Zahlen vorliegen — betrugen die Einnahmen 31147 000. £'. N. /.., die Ausgaben 30675 000 £ N?Z., so daß sich ein Ueber» schuß von Ober 472000 £ N.Z. ergab. Doch wurden <iie hohen Einnahmen nur durch eine sehr erhebliche Vergrößerung der schon vorher hohen Steuerlast erzielt; man schätzt diese pro Kopf zur Zeit auf 19 £ N. Z. 1 sh 6 d gegenüber einer Besteuerung »on 16 £ N. Z. 5 sh 9 d im Jahre 1936. Hiermit gehört Neu - Seeland zu den höchst besteuerten Ländfirn der Welt. ft* Ganz besonders stark wurden die Steuern auf Grundbesitz im letzten Jahr erhöht so daß die Einnahmen aus der „Landtax" auf mehr als das Doppelte (1048 000 gegen 450000 £ N /.) stiegen. Auch die Einkommensteuer wurde kräftig erhöht Die Ausgaben .zeigten im letzten Jahr eine Er-' höhung uni faat 5 Millionen £ N.Z, obwohl von den ursrarünglichen llegierungsvoranschlägen schon eine sehr erhebliche Summe abgestrichen worden war, und obwohl ferner die Erhöhung der Ausgaben erst im Laufe des Etatsjahres begonnen hatte, — so daß sieh die volle. Auswirkung dieser Maßnahmen erstem nächsten Etatsjahr

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