Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand UB Ffm
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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besonder^ ein GeseU von 1927," The Rural Intermediate Credit Act, von großer Bedeutung gewesen.) Doch wird von hervorragenden Kennern der neuseeländischen Wirtschaft (Sutch: .Jteoent Economic Changes in New Zealand") nachdrücklich darauf hingewiesen, daß Neu-Seeland unter einer U-eberwertung der landwirtschaftlichen Güter litte, und daß gerade infolge der vom endischen System stark abweichenden leichten Verkäufbchkeit und leichten Beleihbarkeit des Bodens die Güterpreise so hoch seien, daß die Erwerber der Farmen nur schwer ihr Auskommen fanden. Was die Regierung auch immer für die Farmer tos, — möge es sich um eine farmerfreundliche Hypomeken-Gesetzgebung handeln oder um eine Verbilligunaj der Frachten für Düngemittel, eine Herabsetzung der Produktionskosten oder irgendeinen anderen Fortschritt, — das Resultat bestehe unweigerlich darin, daß sofort die Güterpreise entsprechend stiegen, und der Neuerwerbef wiederum schlecht daran sei. Tatsachlich ist gute« Land für Milchwirtschaft (Dairying Land) in günstig gelegenen Gegenden keineswegs billig, sondern kostet 50—60 £ pro acre. Doch ist die Fruchtbarkeit des Bodens und seine F.ignung für Milchwirtschaft und Schafzucht auf Neu-Seeland so groß, daß tüchtige Farmer trotzdem vorwärtskommen können. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Landwirt die Arbeit allein mit seiner Familie bewältigen kann und nicht auf die Hilfe der sehr teuren fremden Arbeitskräfte angewiesen ist Wenn die Landwirtschaft Neu-Seelands auf dem Weltmarkt so außerordentlich konkurrenzfähig ist, so liegt dies nicht nur an der Fruchtbarkeit des Bodens und der Gunst des Klimas, sondern auch an der aus- Sezeichneten Organisation der nefuseelänischen Farmer. Eine große Reihe landwirtschaftlicher Spezialorganisationen befaßt sich mit der Ver- ' bessernng des Viehstandes, des Weidelandes, des Getreideertrages usw., private und staatliche Schulen ermöglichen eine Ausbildung in der allgemeinen Landwirtschaft, .wie in Spezi alz weigen, und auch auf der Universität wird .der Landwirfschaft besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In Neu-Seeland ist jede Regierung auf das Wohlwollen der Farmer angewiesen und fordert nach Kräften den technischen Fortschritt. , Welche Bedeutung in einer so rationalisierten. Landwirtschaft wie der Neu-Seelands technischen Erfindungen zukommt, zeigt besonders die Umwälzung, die in der Rinderzucht seit 1933 durch die Möglichkeit eingetreten ist, gekühltes Rindfleisch („c h i 11 e d beer*) in guter Qualität nach England sa exportieren; wahrend früher einseitig die Milchwirtschaft im Vordergrund stand, gewinnt jetzt die Fleischproduktion ganz andere Bedeutung. ■ Ebenso wie die Produktion wird auch der Absatz nach neuesten Methoden organisiert. Bezüglich der Molkereiprodukte besteht seit etwa einem Jahr, die staatliche A b s a t z r e g e 1 u n g; die Regierung übernimmt den gesamten Ertrag, zahlt, dem Farmer einen garantierten Preis und besorgt selbsT den Export. . Allerdings-zahlt dar Staat den garantierten Preis nicht an den Farmer direkt, .sondern an die jeweilige Genossenschaft, der der einzelne FaMaar sagasrhloeaen ist In eolcasa Genossenschaften sind nicht weniger als 80 <¥» der milchwirtschaftlichen Betriebe Neu-Seelands organisiert. Die Genossenschaften verfügen auch zur Verarbeitung dar Molkereiprodukte über / die modernsten Hilfsmittel und sind in technischer Beziehung meist mustergültig eingerichtet. Von etwa 500 Butter- oder Käsefabriken (oder aolchen, die beides erzeugen) arbeiten die meisten auf genossenschaftlicher Basis. Bezüglich der Fleischerzeugung ist es bis jetzt bei dar genossenschaftlichen Absatzregelung geblieben, die seit 1922 besteht. Auf Grand das Meat Export Control Act wurde eine Körperschaft eingesetzt, die von allen Schaf- und Viehzüchtern gewählt worden war; sie bestand aus I Mitgliedern, von dsaea o von den Viehzüchtern gewählt wurden, einer von den Viehhändlern, während 2 von der Regierung ernannt wurden. Diese Organisation hat für. die Sortierung des Fleisches, die Verpackung und Verladung, die Regelung der Verschiffung, die Festsetzung der Frachten usw. viel nützliche Arbeit geleistet. Die Körperschaft hat ihre eigene Vertretung in London In ähnlicher Weise sind auch die Obstprodusenten und andere Spezialzweige auf dem i Boden der Selbstverwaltung zusammengeschlossen. 8. Der Bergbau Nach der Viehzucht ist der Bergbau der ertragreichste Produktionszweig. Die Gebirge der Südinsel sind, reich an wertvollen Bodenschätzen; 'in größeren Mengen wardea|| zwar nur Gold und Kohle gewonnen, daneben sind aber auch Silber, Kupfer, Antimon, Zinn, Eisen, Platin, Tungsten, Quecksilber und Schwefel vorhanden. Von einer"*. gewissen Bedeutung ist auch die Gewinnung des Kauri- Haxzes. Unter den Bodenschätzen Neu-Seelands sind die reichen Kohlenfelder am wichtigsten; dar Gesamtvorrat an neuseeländischer Kohle wird auf 1,6 Millionen tons geschätzt, wahrend die schon genau bekannten Kohlenflöze nicht weniger als 663 Millionen tons bergen. Es handelt sich hierbei zum Teil um Fettkohle, zum Teil; um Braunkohle; Anthrazit ist nur wenig vorhanden. Zweifellos wird der Kohlenbergbau einen sehr erheblichen Aufschwung nehmen, wenn sich die neuseeländische Industrie, für deren Entwicklung er eine wichtige Voraussetzung bietet, starker ausdehnt^ Doch hat leider bisher die Erholung des Kohlenbergbaus, die entsprechend der verbesserten Konjunktur der neuseeländischen Gesamtwirtschaft in den Jahren 1934 und 1935 Platz gegriffenV» hat, fast nur die Braunkohlen-Bergwerke ergriffen, während besonders mehrere der Bergwerke an der Westküste der Südinsel, die Fettkohle produzieren, sich nach wie vor v in einer schwierigen Lage befinden. Die neuseeländische Regierung bemüht sich zur Zeit besonders um die Hebung der Lebensbedingungen für die Bergarbeiter und die Ausgestaltung der Staate in den Bergwerksbezirken Gold wird als Alluvial- und Riff-Gold gewonnen. Die bekanntesten Goldfelder sind auf der Nordinsek Hauraki, auf der Südinsel: Otago und das Feld an dar Westküste. . Infolge des rationellen Betriebes ist die Zahl der. Arbeiter verhältnismäßig gering, doch fällt die Produktion wertmäßig durchaus ins Gewicht Im Jahre 1935 betrug der Wert (in Sterling-£) 1.441.790. Es liegt auf der % Hand, daß die Entwertung der wichtigsten Währungen der Welt — und nicht zuletzt die Entwertung des neuseeländischen Pfundes — der Goldproduktion einen starken Auftrieb geben mußte; tatsächlich war auch der Wert"' der Produktion für 1935 der höchste seit vielen Jahren Ein besonders bemerkenswerter Zug der Goldgewinnung in Neu-Seeland besteht darin, daß die Produktion nicht in den Händen weniger Trusts liegt, sondern daß auch Einzelpersonen mit bescheidenen Mitteln an der Gewinnung von Alluvialgold teilnehmen können; in den letzten Jahren ist dies besonders da»: durch erleichtert worden, dag aus den Mitteln des staatlichen Arbeitslosenfonds Bergleuten, die sich selbst an der Gewinnung von Alluvialgold beteiligen wollten, Unterstützungen gewährt wurden. JB Die Gewinnung von Silber betrug im Jahre 19S6 «1317 engstem*. , An Eisen sind sehr erbebliche Erzlager in dar Provinz Nelson vorhanden; man schätzt sie auf etwa 64 Millionen metrische tons. 19^1 trat eine Gesellschaft zur Ausbeutung dieser Eisenerze ins Leben, stellte aber wahrend der Wirtschaftskrise 1931 den Betrieb ein; später, 1933 und 1934, wurden die Werke vorübergehend wieder geöffnet. Die Regierung. plant, diese Erzlager in größerem Stil ausbeuten zu. lassen und moderne Stahlwerke zu errichten. . \^ Oelbohrungen sind an verschiedenen Stellen Neu-Seelands unternommen worden und haben zuverlässige Anhalts-; punkte für das Vorhandensein von Petroleumlagern ergeben. Bis jetzt ist aber nur in der Nabe von New Plymouth eins nennenswerte Menge produziert worden; 1984 ergaben zwei Quellen zusammen etwa IM 000 Gallons. Endlich hat Neu-Seeland das Monopol für Kaurigummi, eine fossile Gummiart, die im Norden dar Nord»"' inael in erstaunlich großen Mengen gefunden,' d. h. aus dem Lehm- und Mergelboden gegraben wird. Die Produktion steht heule unter Kontrolle einer Regierung»- 1 Behörde, das Kauri Gum Control Board.