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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 26

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand UB Ffm
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 26 (sequence 32)
Language
German
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der sich auch im Wesen der Bevölkerung schon stark ausprägt. Der Australier gilt als sorglos in J>ezug huf sein Fortkommen, da es ja bei der Unberechenbarkeit des Klimas und der damit zusammenhängenden Gesamtverhältnisse nicht viel Sinn hat, Pläne zu machen und sie mit aller Energie durchzusetzen; andererseits verleiht der natürliche Reichtum des dünn bevölkerten Landes und die schließlich zwar nicht berechenbare, aber doch so häufig erfahrene Wiederkehr „fetter Jahre" dem Australier das Vertrauen, daß 'sich alles froher oder später zum Guten wenden könne. B. Das Klima der wichtigsten Städte Suchen .wir den allgemeinen Ueberblick Aber die klimatischen Verhältnisse Australiens durch einige Angaben über die wichtigsten Städte zu ergänzen, so ist zunächst darauf hinzuweisen, daß alle bedeutenden Städte an der Küste, oder doch ziemlich .nahe an ihr liegen und schon dadurch gegenüber dem Innern mit seinem kontinentalen Klima begünstigt sind Außerdem aber liegen die grüßten Städte im Südosten des Kontinents, der .schon ein verhältnismäßig kühles Klima aufweist. Zur Orientierung im einzelnen mögen folgende Angaben dienen. Sydney gehört mit Adelaide sa den wärmeren Städten des australischen Südostens. Beide Städte haben eine jährliche Durchschnitts-Temperatur von 17,2 Celsius. In Adelaide sind allerdings die monatlichen Extreme und damit auch die Jahreszeiten schärfer ausgeprägt als in Sydney. Der kälteste Monat, Juli, «veist in Adelaide eine Durchschnittstemperatur von 10,9° C, der wärmste Monat, Januar, eine solche von 23* C auf. Für Sydney sind die entsprechenden Durchschnitts- Temperaturen 11,3; C (Juli) und 21,9° C (Januar). — Die jährliche Regenmenge ist in Sydney mit 1265 nun mehr als doppelt so groß wie die in Adelaide. Melbournes Klima ist noch gemäßigter als das der eben erwähnten beiden Städte. Seine Jahresdurchschnitts-TemperaUir -betragt 14,7° C, die ' Temperatur des kältesten Monats Juli 9,3° C, die des wärmsten Modau Januar 19,7* C. Die' jährliche Regenhöhe belauft sich auf 647 min. . Ho hart, die Hauptstadt der Insel Tasmanien, weist das kühlste Klima unter den größeren australischen Städten auf. Die Jahresdurchschnitts-Temperatur betragt hier 12,5° C, die Juli- Durch Schnitts temperatur nur 7,6° C, and die dea Januar 16,7 C. Die jährliche Regenmenge betragt im Durchschnitt 592 mm. Perth, die. Hauptstadt Westaustraliens, hat höhere.* Temperaturen als die eben genannten Städte des australischen- Südeaeeaev—- ' ' •»•■■*, :, l ■' — ■;; ' •, ——'*"-■ '-- Die Jahres durch schnitts-Temperatur beträgt 18,3° C, die dea JulivJ2,8° C, und die des Februar, der hier der. wärmste Monat ist, 24,3°C. Regenhöhe: 870 mm Die einzige größere Stadt Australiens, die in der tropischen Zone liegt, ist Brisbane. Ihre Jahresdurchschnitts-Temperatur ist 19,9° C, die Durchschnitts-Temperatur des kältesten Monats, Juli, beträgt 14° C, die des wärmsten Monats, Dezember, 24,5° C. Die jährliche Regenmenge erreicht 1366 mm. Wir geben zum Vergleich die entsprechenden Ziffern für Berlin an: JahresdurchschnitU-Temperatur 9,1" C; Durchschnitts-Temperatur de* kältesten Monats Januar — 0,3° C, deaj wärmsten Monats Juli 18,8°C; jährliche durchschnittliche Niederschlagsmenge 570 nun. \ 3. Bevölkerung Die Einzigartigkeit Australiens im Vergleich zu allen; übrigen Kontinenten zeigt sich vor allem in den Bevölkert rungsverhältnissen. Wir erwähnten schon die außerordentrj lieh geringe durchschnittliche Bevölkerungsdichte des C.csamtgebiets und die Existenz dicht besiedelter Küstenstreifen, vor allem im Südosten, neben der Menschenleere des Inneren. Betrachtet man nun die Verteilung der Bevölkerung auf die australischen Einzelstaaten, so zeigt sich fol-' gen des Bild: , ./ Verteilung der australischen Bevölkerung (1U33) Staat bzw. Territorium Größe in lOOOqkm % dw Cauml. Aid» n... -ii, Ow*OULu.1 . in 1000 fevilL. dtdit« -", pr„ qka , 801,4 10,40 2600 3,2 i Victoria 227,6 2,96 1820 7,00a 1736.5 22,54 947 03 ■ 9643 12,78 581 03 ■ 2 527,5 3X81 439 0,2 W 673 0.88 228 3,4 ■ 1 356,1 17.60 5 0,003V (Nordu. Zantral-Austrmlien) u X4 0,03 9 3,7 7 703,6 100,00- 6629 0,9 - Aus dieser Zusammenstellung geht das Uebergewicht der beiden im Südosten liegenden- Staaten Neu-Südwales ■ und Victoria, die allein weit über die Hälfte der austra*« tischen Bevölkerunj^eJttrltergen^während sie kaum mehr! als 13 °,o der*"gesamten Fläche umfassen, ebenso deutlich > hervor wie die ungeheure Menschenleere solcher Staates! wie Queensland, Süd-Australien und vor allem WeswS , Australien, dessen Flächenumfang den des Deutschen Reiffl ches um mehr als das Fünffache übertrifft. Im Nordterrito-^; ' rium aber ist die Menschenleere so groß, daß ein StaaflT -dort bisher'nicht hat entstehen können. ' - * ' ■ ' m So ist es kaum eine Uebertreibung zu sagen, detjL Australien, außer, dem' Küstenstreifen' im ' Südosten und^ Osten, verhältnismäßig kleinen Gebieten in Süd-AustrabeaSj und dem-Schwanlande in West-Australien noch heute eiaT leerer Kontinent ist -| Da aber ohne Zweifel Australien ein Vielfaches seihet! jetzigen Bevölkerung selbst ohne Senkung des vergöttert^ ten Lebensstandards ernähren könnte, steht die heutige- Bevölkerung in einem offenbaren Mißverhältnis zeä der Naturausstattung und den wirtschaftlithen Möglichkeiten des Kontinents, und dieses Mißverhältnis wird zu einer politischen Gefahr dadurch, daß der! Stille Ozean, an dem Australien liegt, es gleichzeitig fj mit so übervölkerten Ländern wie China und Japan ver-; bindet Die Angehörigen dieser Völker wären aber vor allem für die Besiedlung des tropischen Nord"-* Australien sicherlich weit besser geeignet als Angehörige der weißen Rasse, und der Drang «ar "~ SIEGFRIED ZÖLLNER KÖLN A. 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