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Jüdische Auswanderung · 1936-09-01 · September 1936 · p. Seite 93

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1936. Bestand UB Ffm
Issue
September 1936
Date
1936-09-01
Page
Seite 93 (sequence 97)
Language
German
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Jr' f. ■r *i t •*•;* \y* i r v 3 abgeschlossen. Seit Juni 1036 ist die Devisenbewirtschaftung versuchsweise aufgehoben worden; es wurde dem freien Markt überlassen, ein neues Währungsverhältnis zum argentinischen Papierpeso tu finden.'Der paraguayanische Peso fiel in der Folge um weitere 20 °/o. Uefaer die Wirkungen des Währungsverfalles auf das Wirtschaftsleben,' insbesondere auf Warenpreise und Lebenshaltung UllMpichtan die writat -rnitBirwIeaa^egebenen AUsWäliUereTbriefe. ,V 2. Waldwirtschaft und Landwirtschaft Paraguays Reichtum beruht allein auf seinen wald- und landwirtschaftlichen Quellen. Der Boden, sogenannte „rote Erde", ist frachtbar, und die Grassteppen bilden eine für Viehsacht geeignete Grundlage. Zahlreiche Urwaldgewächse werden durch Raubbau wirtschaftlich nutzbar gemacht. Unter diesen Waldprodukten, die tob Paraguays Exporten etwa 30 »A> ausmachen, steht an erster Stelle dar Q u e b r u c h o e x t r a.k t. eine Gerbsäureart, die durch Verarbeitung im Lande aus dem Quebrachoholz gewonnen wird. Dar Export von Quebrachoextrakt ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Er betrug 1935 41 290 t im Werte von 2447401 Goldpesos. Von großer Bedeutung ist Paraguays Produktion von Yerba Mate. (Mate sind die Blatter eines Strauches, die, gepflQckt, gedörrt und dann zerkleinert, in ganz Südamerika wie Tee genossen werden.) Seit einigen Jahren hat sich Südamerikas Mateproduktion auch schon europäische und nordamerikanische Märkte erobert Das Verarbeitiingsverfahren, insbesondere die Dörrung des Mate, ist jedoch noch sehr primitiv. Es ließe sich auch durch Einführung neuerer, auf anderen Gebieten der Agrarproduktion bewahrter Dörrverfahren die Qualität des .fertigen Mate steigern. Neuerdings geht man in Paraguay zum Plantagenanbau des Yerba Mate aber. In den letzten Jahren wurden etwa 8900 t Yerba Mate produziert. Der Export, der seit .1933 sehr stark zurückgegangen ist, betrug 1934. 2242 t im Werte, von 408337 Goldpesos. Große Möglichkeiten bieten sich noch in der-Ba.tili olzgewinnung, da in den riesigen .Wäldern große Nutzholzreserven noch unausgenutzt stehen.' Die Wälder umsäumen die Flüsse, was den Transport sehr erleichtert. ' Zwar sind die in 'unmittelbarer Nachbarschaft der Flüsse und Bahnen gelegenen Waldflächen schon von de.n wertvollsten Holzern entblößt, aber,das Hinterland ist noch völlig unausgenutzt. Eine Anzahl von Sägemühlen befindet sich in den größeren Städten., In den hojzarmen Gebieten Argentiniens ließe sich ein großer Absatzmarkt für paraguayanisches Holz erschließen. Unter den eigentlichen Agrarprodukten werden für den Eigenbedarf Mais, Kartoffeln und Reis angebaut; Zucker wird teilweise exportiert. — Von besonders guter Qualität sind Paraguays Grapefruits. und Orangen. Die letztgenannten konnten jedoch bis in jüngste Zeit gegen argentinische nicht konkurrieren, da die Verpackungsmethoden der paraguayanischen Produzenten sehr rückständig waren:---—r~—i------- So wurden die Apfelsinen aus Paraguay nicht in Papier und Kisten verpackt, sondern lose oder in Sacken verschifft Jetzt werden die Exporteure durch Regierungserlaß gezwungen, die Früchte zu verpacken. — 1033 wurden rund 105 Millionen Stück Apfelsinen im Werte von 176 001 Goldpesos ausgeführt. Aus den Blättern des Bitter-Orangen-Baumes wird ein Oel, das petit grain, destilliert, das als Grundlage der Parfumfabrikation dient und in großem Umfange exportiert wird. Rund 70% des Weltbedarfs wird von Paraguay gedeckt. Der Exportwert betrug 1035 277 500 Goldpesos. — Tabak wird auch in gewissem Umfange exportiert (1035 im Werte von 604750 Goldpesos). 'Sehr viel verspricht man sich vom Ertrage des jetzt forderten Baumwollanbaus, der hauptsächlich der Samenzucht dient Schon 1034 wurde Baumwollsamen im Werte von 2685800 Goldpesos ausgeführt und 1985 entkernte Baumwolle im Werte von 3 228 500 Goldpesos. Man versucht die Qualität der Faser «u heben, um deren Export und auch ihre Verarbeitung im Inlande zu erleichtern. Der Export von vie.hwirtschaftlichen Produkten macht wertmäßig etwa 8«">/o des Gesamtexporta aua. Der Rindviehbestand Paraguays, wird auf rund 3 Millionen Stuck geschätzt. - Die Fleiscaver- " arbeituVgef abriken befinden 'sich noch in einer 1' , \ {• ' I, ■ •X' ■ ■■ <,;.xf ,>.:; i v- ••. «:. schweren Krise und können ihre. Kapazität nicht voll ausnutzen.. TeüweiBs1Mgt daran die durch Staatsregulierungen für den Heeresbedarf hervorgerufene Verknappung des Angebot* Schuld. Die Viehzüchter mußten dem Staat die Bezahlung des requirierten Viehes stunden. 1934 wurden'»Fleischextrakt im Werte von 1047 600 Qeejfraagjea, FlHtr'l'lf""°°rv"ii im Werte von 590300 Goldpesos und Rinctertiäute im Werte von 1 861 800 Goldpesos exportiert. Der Wert des Gesamtexportes tierischer Produkte wurde 1934 auf 4753597 Goldpesos geschätzt 3. Bergbau und Industrie Die Bergbau-Produktion Paraguays ist gering. Eisen wird in primitiven Verfahren für den heimischen Bedarf gewonnen. Edelmetalle wurden bisher nicht gefunden. Im Lande verstreut sind bisher unausgenutzt» Kupferlager vorbanden. Der Export von Kaolin (Porzellanerde) nach Argentinien ist geplant. < Auch die Industrie des Landes ist völlig unentwickelt Ein Teil der Industriebetriebe verarbeitet heimische Rohstoffe zu Halbfabrikaten oder zu Export- Fertigwaren (Sägemühlen, Quebrachoextrakt-Gewinnung, petit grain-Destillierung, Herstellung von Fleischkonserven). Ein anderer Teil stellt Nahrungs- und Genußmittel für den inländischen Bedarf bereit (Zuckerfabriken, Weizenmühlen, Zigarren- und Zigaretten-Fabriken). In Asuncion gibt es eine Brauerei, eine Eisfabrik und verschiedene Mineralwasserfabriken. Dort werden' auch in kleinem. Umfange Seifen, Kerzen, Ziegel, Schuhe, Möbel und Zündhölzer fabriziert. Die Ertragsgestaltung der drei im Lande bestehenden Textilfabriken wird durch japanische Konkurrenz stark beeinträchtigt. — Kleinbetriebe der Blech-, Eisenwaren- und Werkzeugbranche könnten sich gut rentieren, soweit sie nicht auf fremde Arbeitskräfte ingewiesen sind. ^jl>: .\.***J '" -V . . ' . ' . . *fi *- ' * " ■? - •-. . 4, Verkehr, ■ - Die Verkehrsverhältnisse Paraguays sind schlecht Allein der Paraguay-Strom und seine Nebenflüsse und eine größere .Bahnlinie erschließen das Land. Dar* Strom ist bis in das Zentrum, des Landes hinein schiffbar. Der Verkehr^ auf ihm wird weniger durch Stromschnellen, als durch sogenannte Camelotes, schwimmende Inseln, die aus losgerissenen baumbestandenen Landstücken bestehen, behindert. Die paraguayanische Zentraleisenbahn, eine der ältesten Linien des Kontinents, verbindet Asuncion mit Buenos Aires. Außer dieser Linie existieren noch Kleinere Stichbahnen im Lande. Die Gesamtschienenlänge betrug 1930 1064 km. Seitdem sind, durch die Kriegsverhältnisse bedingt, keine neuen Eisenbahnanlagen vorgenommen worden. « Der Straßenbau ist dagegen in den letzten Jahren vorangekommen. „ ' - , Rund 20 000 bolivianische Kriegsgefangene arbeiteten an der Anlegung neuer Straßen in der Umgebung von Asuncion. Der Bau von Chausseen gestaltet sieh aber sehr schwierig und kostspielig, da der Belag immer wieder durch Regenfalle unterspült wird. " r Die meisten Straßen im Landesinnern sind für Automobile kaum benutzbar. Hier haben sich Pferde- und Ochsenkarren als Hauptverkehrsmittel erhalten. Im Kriege' wurde der Chacc-Distrikt durch mehrere Straßen erschlossen. Es scheint aber zweifelhaft, ob es möglich sein wird, diese Straßen in brauchbarem Zustande zu erhalten. ' -; Ö. Außenhandel Während bei den meisten südamerikanischen Ländern in den letzten Jahren eine wesentliche Erholung von der Wirtschaftskrise zu verzeichnen war, wurde die wirtschaftliche Entwicklung Paraguays durch den Chaco krieg mit Bolivien naturgemäß ungünstig beeinflußt Insbesondere bewirkte die mit dem Krieg verbundene starke Geldentwertung eine Drosselung der Einfuhr.' ■ Die Regierung Aval« bemühte sich «war wahrend des Krieges namentlich durch starke Förderung des Baumwollanbaues um »eine Forderung der Ausfuhr, und es gelang ihr auch, den Export des Landes trotz sinkender Preis« für Tannin und Häute, auf einer jährlichen Höbe von 10 bis 12 Millionen ' _ t1 ' _ , <■ % a * 93 MBM .:<•,• 1 <; I >

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