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Jüdische Auswanderung · 1936-09-01 · September 1936 · p. Seite 87

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1936. Bestand UB Ffm
Issue
September 1936
Date
1936-09-01
Page
Seite 87 (sequence 91)
Language
German
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Ein« Anzahl von kleineren Bahnen röhrt in die Nähe industrieller oder landwirtschaftlichter Zentren und verbindet diese mit der Hauptlinie oder einem Küstenort. Dier großen Provinzstädte im Andengebiet liegen zumeist isoert, häufig 200 bis 300 km von der nächsten Bahnstation entfernt und sind mit dieser durch Chausseen, häufig aber auch nur durch Maultierpfade verbunden. . Eine Anzahl von neuen Linien ist geplant und «auch schon im Bau. Das wichtigste Projekt ist eine Bahnverbindung von Quito nach-Esmeralda, das am nördlichen Kastenabschnitt Ecuadors gelegen ist. Dort wird zur gleichen Zeit der Bau eines modernen Haiens in Angriff genommen. Auf diesem neuen Wege 'Aber Esme- »ralda wurde die RelsVvom Panamakanal nach Quito nur noch 24 Stunden statt wie bisher 6 bis 7 Tage dauern. Die Monopolstellung Guayaquils als Hafen Ecuadors wäre dann gebrochen. Die gesamte Betriebslänge der Eisenbahn Ecuadors betrug 1933 1130 km. Der Straßenbau machte in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte. 1930 wurde eine zirka 600 km lange Autostraße von der columbianischen Grenze bis Guayaquil eröffnet; im ganzen durchziehen das Land gute Autostraßen in einer Gesamtlänge von 2550 km. Durch Kanalisierung, Regulierung und Ausbaggerung der Flüsse ist man gegenwärtig bemüht, die Landwirtschaftsdistrikte dem Verkehr weiter zu erschließen. •/ — ■ 5. Außenhandel . Die Gesamtausfuhr Ecuadors betrug 1936 44,28 Millionen Sucres, die Gesamteinfuhr 31,86 Millionen. Es ergibt sich also ein Aktivsaldo von 12,5 Millionen für die Handalsbilanz. Da aber ein großer Teil der E$»nplip<M> aus der Mineralienausfuhr Ausländern zufließt, und nur «in geringer Teil im "Lande verbleibt, durfte Ecuadors Zahlungsbilanz im vergangenen Jahr sogar passiv gewesen sein; . •" ."'Qs >' : ■■■ , \ Wichtigst« Warengruppen der "Einfuhr » ' *i!. _ ,„M Ecuadors 1835: (in 1000 Sucres) Nahrungsmittel, Getränke und Futtermittel 3 303 Mineralole, Steine und Erden 1 632 Farbstoff«, Lacke, Tinten und phkrmaz.-Artikel 3995 Metall waren, Schmuckwaren, Uhren 4510 Maschinen u. Apparate aller Art, ei ck tr. Artikel - 3 209 , Fahrzeuge. Schiff« 1188 Wolle und Wollwaren 1123 Baumwollwaren 5 738 Saide «ad Seidenwaren 1179 ■'',.>".'fahj&r' i/^tfs^tl' i^fii .1 x, *.*>;.ii...•*".'m Verteilung des Außenhandels Ecuadors auf die " wichtigst«« Länder 1935: Hau ptpost/i . ';- •>•''•.. •;/ ,« V! (i> lau. SU«».) 10,1 21,8 4,3 X» n a_ ü 3 1,0 0,1 Vereinigte Staaten von Amerika Grefe-Britannien Deutschland ' Frankreich Italien Belgien * Japan » (Nach einem Wirtschaftsbericht des Deutschen Wirtschaftsperbandes für Süd- und Mittelamerika ß. V.) Deutschland stand also als Versorger Ecuadors an zweiter, als Abnehmer an fünfter Stelle. Im einzelnen gestaltete sich Deutschlands Handel mit Ecuador folgengendermaßen:' Hauptposten dar Einfuhr Deutschlands aus Ecuador int Jahre 1985: " : 7 n der Ausfuhr Deutschlands'na Ecuador in Jahre 1935: »:;' » ■■' * J3396< t t: 1S41 Insgesa davon: Zement 7« 780 Harz, Kopale usw. " . 129 Kohlen, Koks - . 2 250 Eises und Metalle 214 Chem. Rohstoffe, nichtb. 248 Eisenwaren 68 635 Maschinen » 2 037 Elektrotechn. Erzeugnisse 1973 Glas, Glaswaren 1942 Ton-, Porzellanwaren 1255 Papier, Papierwaren Kautschuk waren 112 1 2 18 1257 300 127„ 86 82 77 19 7 TT- :«y 4; . / 1957 Kraftfahrzeuge 26 (Wirtschaftsdienst, Heft 14, 1936.) Da auch Ecuador eine strenge Devisenbewirtschaftung hat, wickelte sich im Vorjahre der Außenhandel mit Deutschland hauptsächlich auf dem Wege des Kompen8«ti<»r'«g*-«'^h»ftft« ab; heute geht er zumeist über Aski-Konten. Das deutsch-ecuadorianische Handelsabkommen vom 1. Januar 1988 sichert der Einruhr aus Deutschland die niedrigsten Überhaupt möglichen Zollsätze Ecuadors zu. Auf deutsche Waren wird gegenwärtig ein Zoll von nur SO % des allgemeinen Tarifs erholten. Als Gegenleistung hat sich Deutschland verpflichtet, allen Waren Ecuadors, mit Ausnahme von Kakao und Panamahüten, unbegrenzte Einfu'hr zu gestatten, (für Kakao wurde das deutsche Einfuhrkontingent auT 40000 dz festgesetzt). - Es ist also zu erwarten, daß die Handelsbeziehungen der beiden Länder sich an laufenden Jahre weiter verstärken werden. >*^***<7"****v?^''-^t*. >«NSSiewiUS]PaV; i*»t.i*i.J ^rxs^-. . Y'.u a wr I o. Konjunktur Ecuador hat unter der Krise sehr schwer gelitten. Der Außenhandel ging katastrophal zurück, die Staatsfinanzen, die auf die Zolle als Haupteinnahmequelle an-' gewiesen sind, befanden sich in schlimmster Lage und die Währung verfiel. 1934 und 1935 waren für Ecuadors Wirtschaft Jahre der Erholung. Der Außenhandel nahm zu, auch die Währungsverhaltnisse wurden geordnet. Eine große Wendung mm Aufschwung ist aber erst An fang 1936 eingetreten, da die Währungssicherheit sich im Verkehr mit den ausländischen Gläubigern auszuwirken beginnt, und' alle Anzeichen auf eine bedeutende Steigerungder-Ausfuhr schließen lassen. Die Ernteaussichten für Kakao, das wichtigste 'landwirt* schaftlicha-TExportprodukt, werden für 1936 besonders günstig beurteilt; Wbe Umachlagsmengen in Guayaquil waren Viermal so hoch wie im Vorjahre, und che Preise stiegen zwischen Dezember 1935 und Februar dieses Jahres um etwa 50 o/o. Die Ausfuhrsteigerung durfte auch eine Hebung der Einfuhr und durch Vermehrung der Zolleinnahmen auch eine Besserung de» Staatsfinanzen zur Folge haben. Augenblicklich ist die Finanzlage noch gespannt; eine Folge der revolutionären Umwälzungen des Vorjahres war nämlich die Erhöhung der Beamtengehälter und des M il itärsoldes. Auch .sind große soziale Reformen von der Regierung beabsichtigt. Zur Deckung dieser gesteiferten Staatsausgaben gedenkt man die Steuern durch .uschläge zu erhöhen. davon: Kalbfell«, Rindahaute Kakao ' Kaffee . * < v; a «4 1000 UM 39 324 2224 1281 100 23 906 1809 - 480 82 fer J,ilfp!;*tU* ä Kirche ist in V IV. Kultur und Jüdisches Leben Die Macht der katholischen Ecuador auch heute noch sehr groß, obgleich sie schon seit. 1896 nicht mehr mit dem Staat verbunden ist. Um die Jahrhundertwende wurde das Verhältnis des Staates zur Kirche einschneidenden Reformen unterworfen. So wurden .die Kirchehgüter der Staatsverwaltung unterstellt, absolute Religionsfreiheit eingeführt, und die Zivilehe als allein verbindlich erklärt. Die Reformbewegung fand 1927 ihren vorläufigen Abschluß, als die Einreise nach Ecuador allen ausländischen Geistlichen, gleich welchen Glaubens, verboten wurde. Das Bildungsniveau der Eingeborenen Ecuadors ist außerordentlich niedrig. Die Schätzungen des Anteils der Analphabeten an der Gesamtbevölkerung schwanken zwischen 40 und 60 ^o. Di« Regierung ist Mit einigen Jah- . . > . V

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