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Jüdische Auswanderung · 1936-09-01 · September 1936 · p. Seite 70

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1936. Bestand UB Ffm
Issue
September 1936
Date
1936-09-01
Page
Seite 70 (sequence 74)
Language
German
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-. >v f .?im m ■\/. 9i i ■ * s ' * r'r f . ' Besonders stieg in letzter Zeit die Erzeugung "von Zement, was durch die verstärkte Bautätigkeit des letzten Jahres zu erklären, ist. Von anderen Industrien haben vor allem die Herstellung von Strickwolle, Papier, Kartonnagen, Glas- und Emaillewaren, Glühbirnen, Wollstoffen und Baumw oll waren einen sehr starken Aufschwung genommen. / Während in Textilien, insbesondere in solchen besserer Qualität, noch eine starke Abhängigkeit vom Ausland besteht (1935 wurden Textilien im "Werte von 64 Millionen Pesos importiert), war es möglich, den Bedarf an Schuhen, Genußmitteln und Massenluxuswaren durch 'Eigenfabrikation zu* decken. Die verhältnismäßig günstige Entwicklung der chilenischen Industrie wird durch niedrige Arbeitslohne gefördert, die die hohen Kosten der Rohstoff- Beschaffung und die Devisenschwierigkeiten wettmachen. Es besteht freilich auch die Gefahr der Ueberproduktinn .So warnte die Presse vor allem vor eiiier überstarken Expansion in der Fußbekleidungs-, Seiden- und Wollwarenindustrie, sowie'in der Erzeugung von Knöpfen und Artikeln, die ans Knochen und Ersatzmitteln für diese hergestellt werden. %' Einer Information der „Hicem" aus Chile zufolge würde sich der Auf- und Ausbau folgender Industrien lohnen und Unterstützung von Regierungsseite finden: Kohlmaschinen, landwirtschaftliche Werkzeuge und Maschinen, \. Aethyl-Alkohol aus Holz, , Fabrikation von Pottasche (und zwar Sulfate und Chlorür), Ausbeutung der natürlichen Aluminium-Sulfate (Raffinerien), Fabrikation von elektrisch gelöteten Büchsen für Aufnahme von Wasser und Gas bis 2 »'o, Förderung und Bearbeitung von Aluminium-Mineralien, Züqder für Sprengkörper, . ■ v Eisendraht-Walzwerke, Farben und Lacke auf der Grandlage von Nitrozellulose, Fabrikation.von Terebinten- und Rosinen-Essenz, / Fabrikation von Alkohol, aus Minzpflanzen, Fischerei nnä Zubehör-Industrien; •■ Verfertigung von pasteurisierter Milch in größeren Städten des Landes. - /""^ Abschließend kann gesagt werden, daß die chilenische Industrie bereits imstande ist. den Bedarf der breiten, Massen, an Fertigwaren zu decken, nicht aber, Güter höherer Qualität, die europäischen Ansprüchen genügen, und maschinelle und chemische Produktionsmittel in größerem Ausmaße herzustellen. / '? •' ' ' -y-, '' 3. Verkehr Die innerchilenischen Verkehrsverhältnisse gestalten sich schon durch die langgestreckte. Gestalt des. Landes schwierig. Uhd diese Schwierigkeiten werden dadurch vermehrt, daß ein stellenweise bis zu 2200 m ansteigender Gebirgszug, die Küsten-Kordillere, die wichtigsten Produktionsgebiete des Binnenlandes vom Küstenstreifen und damit von den Hafenorten {ibtrennt. Die Flüsse, die sich durch . diese Barriere hindurchwinden, vermochten nicht, als Verkehrswege geeignete Täler zu schaffen. Der B a h n b a u war deshalb äußerst mühsam. — Santiago ist durch Bahnen mit Valparaiso, Talcahuano, Iqui- M und Buenos Aires verbunden, Arica und Antofagasta mit La Paz. Eine Anzahl von Nebenlinien verbinden Abbau- und Produktionsstätten mit den Hauptlinien. Die- Betriebst Inge der Eisenbahnen Chiles betrug 1933 8718 km. Eine Anzahl von neuen Strecken, die argentinisches Gebiet durch Verbindung mit der chilenischen Küste erschließen sollen, sind projektiert und teilweise schon im Bau. So verspricht man sich besonders viel vom wirtachaftlidhen Erfolg der neuen Linie Antofagasta—Salta. Der Küstenverkehr Chiles wird durch die Küstengestaltung sehr erschwert. Fast alle Häfen in den wirtschaftlich wichtigen Konen sind künstliche. Im Süden, wo die Voraussetzungen natürlicher Häfen eher gegeben sind, verhindern wiederum Stürme die Ausdehnung des inländischen Seeverkehrs. V Dem Straßenbau wird von Regierungsseite größere Aufmerksamkeit geschenkt als dem Eisenbahnbau. Die Hauptstraßen im Zentraltal der Anden, zwischen Santiago and Temuco, sind in sehr gutem Zustande. n ' ' ■ ". V .'■ j *..•• V« ' i / i- . X- * 1 * T V Im ganzen reicht das Straßen- und Brückenaystcm von .Arie« bis Puerto Montt, südlich von Osorno. Außerdem besteht «in Straßennetz'in der Salpeterzone im Norden des Landes. Chile ist wegen der außerordentlichen Schwierigkeit t n des Landverkehrs für den Flugverkehr wie geschaffen. Mehrere ausländische und eine heimische Gesellschaft unterhalten Fluglinien in Chile und Flugverbindungen mit dem. Ausland; doch darf für den innerchilenischen Passagierverkehr nur die staatlich subventionierte chilenische. Linie benutzt werden. ■ - 4. Außenhandel Im Export spielen Kupfer einerseits, Salpeter und Jod (deren Gewinnung zusammenhängt) andererseits, eine vorherrschende Rolle. Doch besitzen ■ auch der Wollexport, sowie die Ausfuhr verschiedener Agrarprodukte eine gewisse Bedeutung, wie folgende Ueberskht zeigt: Hauptausfuhrwaren Chiles Wmi , iSJSIa <■* lOeOPaaaa (.nlOÖJt) l„6iaM) Elektrolytkupfer Standardkupfer Salpeter und Jod Golderze Goldkbnzentrate Wolle - Linsen Bohnen Hafer Gerste Weizen 115 115 63 L. S 10 20 37 44 27 18 85 574 90972 147 316 119» 3769 20 439 10 »1 7508 4949 3051 2 579 ■ Besonders eng sind die Handelsbeziehungen Chiles zu den Vereinigten Staaten, Deutschland und England. ■ Aus- und Einfuhr Chiles nach Bestimmuiigs- bzw. Herkunftsländern (Werte irr 1000 chilenischen Pesos zu 6 d Gold) Beitimmungs- , A u s f u iV Eiafa ir bzw. Herkunftsländer Jan. - Dez. 35 . % >».- Män 36 Jan. Dez. 35 '1 * ■■ Jan.-fr Min 36 Deutschland England \ , U.S.A. Alle and. Länder 33 700 7.1 82.900 -.47,Y 108 900 2W> 247 600 52.4" 23 735 25 899" 27078 ' 93 242 60 800 ~48M0 82100 103 400 m 164 27,8 35,1 23 514 12929 18 513 24 293 Insgesamt: 473 100 100 H ,169 954 295 100 100 % 79 249 (Tatsächlich war, bzw. ist der Anteil der genannten drei Länder am chilenischen Außenhandel noch größer als er in der vorstehenden Tabelle erscheint, da die gesamte chilenische Salpeterausfuhr, deren Verteilung nach Ländern statistisch nicht erfaßt wird, unter der Rubrik „alle andern Länder" erscheint.) In der Einfuhr Chiles spielen naturgemäß die Fertigwaren der Industriestaaten die Hauptrolle. ■ , ' ' Einfuhrwaren Chiles im Jahr» 1»», nach Gruppen geordnet ' (in 1000 Pesos zu 6d Gold) Mineralien . 19 611 Landwirtschaftliche Artikel 25627 . , Industriell hergestellte Lebensmittel ' 15464 - Textilien 64038 - Chemische und pharmazeutische Produkte 39 862 Metalle r / 96949 Maschinen u*d Handwerkszeuge 34 764 Transportartikel 25 009 Verschiedene Fertigwaren 28 199 Ans Deut s, hl and bezog Chile 1835 vor allem folgende Produkte: (Wertangaben in Pesos zu 6d) Koks 247 340 Baumwollgarn rar Webstuhle 251738 Seidengan, '4 784 387 Bäumwollgarn - '. 202 760 Verschiedene Itaumwoltu Wollgewebe 1 408 509 Kunstdünger . 223 521 Dynamit — — 669 235 4 Alizarin v 1983437 Elsen und Suhl in Barren lr** 5872861 Diverse Eisenbleche , . 1920109 i . 4'»•./„•

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