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Jüdische Auswanderung · 1936-09-01 · September 1936 · p. Seite 44

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1936. Bestand UB Ffm
Issue
September 1936
Date
1936-09-01
Page
Seite 44 (sequence 46)
Language
German
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t . '■ ... i >■■•(..'. <r v* :-. >•• \ ■ >■ * Diese gewaltige Fläche birgt Urwälder, die noch .der Erschließung harren; ornftp Flüsse mit gigantischen Wasserfallen, die zukünftigen Industrien Impuls geben können; Viesige Weideflachen, die Nahrung genug böten für den Viehbestand der ganzen Welt; fruchtbare Küstengebiete und Hochebenen; Mineralvorkommen, die nach den bisherigen Schätzungen Brasilien in die Reihe der erzreichsten Länder stellen. Mit der Verschiedenheit des Klimas wechseln die Pro*' rhiktionen; im kühleren Süden des Landes wachst Weizen; dort erntet man Lupinen, Flachs und Weintrauben; im tropisch heißen Norden gedeiht der Gummibaum, die Kakaobohne und das Zuckerrohr; im ganzen Lande wachsen Bananen, Ananas und andere Tropenfrüchte. Der Kaffee, die reichste Einnahmequelle des Landes, gedeiht von- Santa Catharina im Süden bis zur Amazonenmündung im Norden. Aach die Landschaft Brasiliens weist eine große Mannigfaltigkeit auf; folgende ganz charakteristische Landschaftstypen lassen sich feststellen. Das Amazonas-Tiefland — das Gebiet der großen Strome — isf die eigentliche Urwaldzone. Der Urwald wirkt durch seine überwältigende Vegetation hemmend auf die Besiedlung und Kultivierung dieses Landstrichs, so daß im riesigen Amazonasgebiet nur wenige hundert qkm bebaut sind. Das ganze Amazbnasgebiet ist als eine geographische und wirtschaftliche Einheit aufzufassen, die durch den Europäer nur schwer erschließbar ist. — Das Innere Brasiliens ist ein Bergland von 300 bis 800 m Höhe, das sich stufenweise von den hohen Küstengebirgsketten und den teilweise; dahinter liegenden Gebirgszügen nach dem Innern des Kontinents abdacht. Die Küste ist durch große Buchten und Lagunen stark' gegliedert und besitzt wundervolle Seen. Ihr sind zahlreiche Inseln vorert. Das Küstengebirge, das sich an einen schmalen letlandsaum anschließt, erreicht Höhen bis zu 2200 m; es trügt die Bezeichnung Cordilbeira Maritima oder Serra - do Mar, Gebirge des Meeres. Die dahinter liegende Serra Geral (Hauptgebirge) erreicht eine Hohe von fast 3000 m. . Jenseits der Berge senkt sich das Land terrassenartig bis zur' Niederung der Binnenlandströme und gliedert _ sich . dabei in Hochebenen auf. 'v&immttmämMmmmmapmify (Wach: G. Sinner. ..Brasilien".) B. Ueberblick über die einzelnen Bundes- - Staaten In Ergänzung der vorstehenden allgemeinen Schilderung geben wir im folgenden eine kurze stichwortartige Charakteristik jedes dar 19 brasilianischen „Bundesräten" sowie des „Bandesdistriktes" von Rio de Janeiro d des „Territoriums" (Acre). fSü Bevölkerungsziffern beruhen auf einer Schätzung des ihres 1935.) . - Von den 20 Bundesstaaten -Brasiliens haben die folgenden fünf keinen Zugang zum Meer: '• ' Amazonas. Flache: 1825997 qkm. Bevölkerung: 483 25«. Hauptstadt: Manäos. Dieser größte und am wenigsten dicht bevölkert* aller Bundesstaaten ist eine gewaltige oft Oberschwemmte Tiefebene, bedeckt mit äquatorialen Urwäldern und durchströmt vom Amazonas. Das Klima ist durchaus tropisch. Produkte: Kautschuk, Nässe, Heilpflanzen, Holz. Acre. Fläche: 148 027 qkm. Bevölkerung: 12» 181. Ein „Territorium", das noch nicht zum Bange eines Bundesstaates erhoben worden ist, am Oberlauf des Amazonas. Es bildet die Grenze gegen Peru und ist mit zumeist jungfräulichem Urwald bedeckt. Das Klima ist tropisch. - Produkt«: Kautschuk, Holz. "*"-*^». MattoGrosso. Fläche: 1 477 041 qkm. Bevölkerung: 435 346. Hauptstadt: Cuayaba. Der Staat bat ausgedehnte Ebenen mit gutem Weideland, vielen Flössen und, in den höheren Regionen, ein gesundes Klima. Produkte: Vieh, Edelmetalle. Goyas. Fläche: 660193 qkm. Bevölkerung: 875196; Hauptstadt: Goyaz. Zum größten Teil, eine Hochebene mit unermeßlichen Wäldern und, Viehweiden, bildet Goya* das Hers Brasiliens und (legt zwischen MatW .Grosso und den Ost st säten. I ' \ lVodftkte: Edelstein«, Rindvieh, Tabak. Minas Gera es, Fläche: 593810 qkm. Bevölkerung 8 598140. Hauptstadt : Bello Horizonte. Verhältnismäßig dicht bevölkert, weist dieser' Staat, wie schon sein Name besagt, Bodenschätze auf (Minas Geras« >. „Hauptminen"); er ist ein Hochlandstaat mit warmem, gemäßig Um Klima, der von tropischen und anderen. Wäldern aad weitem Weideland bedeckt ist. ..... Produkte: Getreide und Vieh, Gold und Eisen. Die Küstenstaaten Brasiliens liegen von Norden nach Süden in folgender Reihenfolge: Pari. Fläche: 1362966 qkm. Bevölkerung: 1812 767 Hauptstadt: Beiern. Mit angeschwemmtem Tiefland und einem Hochland mit gemäßigten Temperaturen zieht sich Pari über da« Amazonas Delta hin und wird von Flüssen, die dem Hochland von Guayana und den Ausläufern de« Zentral-Plateau« entspringen, durchflössen. Der Boden ist fruchtbar und da« Klima nicht ungesund, wenn auch heiß. Produkte: Nüsse, Holz, Kautschuk, Kakao, Tabak, Man dioka, Reis, Zucker, Vieh. Maranhlo. Fläche 346 217 qkm. Bevölkerung 1344878. Hauptstadt: Säo Luiz. An der Nordküste, mit trockenem, heißem Klima und einer Regensaison, die sieb Ober das ganze «rate Halbjahr erstreckt, dehnt sich dieser Staat vom Zeatral-Plateau bis zum Atlantischen Ozean aua und wirdvon vielen Phasen durchschnitten Produkte: Baumwolle, Wache, Tupioka, OeJnOsse, Vieh Piauhy. Flache: 245582 qkm. Bevölkerung: 966022. Hauptstadt: Therezina. _ Die Kastenlinie dieses Staates ist nur 33 km lang, aber er erstreckt eich Ober 900 km weit in das Binnenland. Heiß trocken und mit gesundem Klima, mit mehr Regen als in Nord-Ost-Brasilien üblich, ist der Staat doch schweren herbst liehen Durren unterworfen. Produkte: Wachs, Häute, Baumwolle, Tabak, Ceara. Fläche: 148591 qkm. Bevölkerung: 1848462 Hauptstadt: Fortalesa. ' Hügelig, trocken, heiß und periodisch Dürren .unterworfen, Ceara hat wenig Bäume und einen Boden, der wenig -Feuchtigkeit"'aufnimmt. 4- '; ~ Produkte: Baumwolle, Wachs, Getreide, Vieh. Rio Grande do Norte! Fläche: 52411 qkm. Be völkerung: 901404. Hauptstadt: Natal. ' Parahvba. Flüche: 55 920 qkm. Bevölkerung: 1612910. Hauptstadt: Joio Passoa. , Die beiden letztgenannten Staaten bilden den nördlichen Teil des östlichsten Auswuchses des südamerikanischen Kontinents. Das Küstengebiet wird von Seebrisen bestrichen; Dürren sind häufig. ___p / Produkte: Baumwolle, Zucker, Wachs, Häute, Selz. Pernambuco. Fläche: 99254 qkm. Bevölkerung: 3428027. Hauptstadt: Recife. . Das Hauptanbaugebiet des Zuckers;' das Klima ist an der Küste feucht,' trocken' im Binnenlande, aber stets heiß; der ' Staat hat einen für den Ackerbau besonders günstigen Boden Produkte: Zucker, Baumwolle, Kaffee, Obst. Alagöas. Flache: 28.571 qkm. Bevölkerung: 1 339 510 Hauptstadt: Maceio. - ff "^jPBafla Der Staat hat seinen Namen von den Küstenlagune« Er weist «ine gewellte Oberfläche auf und hat im allgemeinen ein heißes, feuchtes Klima. Produkte: Zucker, Raum wolle, Ziegen. Sergipe. Fläche: 21552 qkm. Bevölkerung: 395 312 Hauptstadt: Aracajü. Dieser kleinste Staat hat die gleiche natürliche Beschaff«« heit wie sein Nachbar und ist vorwiegend Ackerbeugebiet. Produkte: Zucker, Baumwolle, Mandioka, Salz, Reis, Mai» und Tabak. Bahia. Fläche: 529379 qkm. Bevölkerung: 4 720757 Hauptstadt: Sio Salvador. An der Küste hügelig, mit Hochflächen und wasserreichen Ebenen im Innern, ist Bahia da« Hauptanbaugebiet des Kakaos Bahia ist der erste Staat, der von Europäern kolonisiert wurde, er hat beträchtliche Rodenschätze und Urwälder, dl« denen dei Amazonas-Gebietes ähnlich sind Produkte: Kskao, Tabak, Zucker, Kaffee, Häute Espirito Santo. Fläche: 44 684 qkm. Bevölkerung 833 276. Hauptstadt Victoria. Als hügeliger, gut bewässerter Kttstenstreifen, erfreut «ich dieser Staat frieeher S^ehrisee. und «ine« Klima«, das V .5'' t' «! ■ *

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