Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1934. Bestand UB Ffm
- Issue
- August 1934
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Wetten und Süden, aber audi aus Industrle- , 'kreisen in Washington selbst laufen neuerdings zahlreiche . Klagen ein, nach denen Arbeiter von der Privatwirtschaft angebotene. Stellen ausschlagen, mit der Begründung, daß die Arbeitsbedingungen und Lohne in der .".Civil Works Administration" (Ciwa) besser seien." ./.. Es muß bemerkt ^werden, daß die National Recovery* Act nicht in gleicher Weise auf Ausländer Anwendung findet Nach einem Bericht des Präsidenten der amerikanischen Arbeitergv»erksch»ften vom September 1933 sind seit Min 1933, -wo die Arbeiblosigkeit ihren Höhepunkt erreicht haUe, 3 000 000 Arbeiter zur Arbeit zurückgekehrt. Nach den Schätzungen des Präsidenten waren tu Beginn des Monats September immer" hoch etwa tl 000 000 Arbeiter in den Vereinigten Staaten erwerbslos. Er warnt deshalb vor einem Nachlassen der Fürsorgetätigkeit, selbst wenn die Rückkehr sur Arbeit ohne Unterbrechung an- - Jaurirn sollte; denn trotz allem ist die Zahl der imtenlfltzungshedürftigen Familien auf den Listen der Fürsorge-Organisationen um 85—90 Prosent honer als in derselben Zeil des letalen. Jahres. Die Folgen vierjähriger Arbeitslosigkeit machen sich.in steigendein Matte bemerkbar. Viele Familienhaben ihre Reserven aufgebraucht, und Hunderts melden sich jetzt «um erstenmal und verlangen Unterstützung, Deshalb werden in diesem Winter auch größere Anforderungen als je zuvor ah die Öffentliche Fürsorge gestellt werden. ■ Dreieinhalb Millionen Familien standen im August auf den Fürsorgeliaten, und die Zahl wird sich wahrscheinlich auf viereinhalb Millionen erhöben, ehe der Winter vorüber «ein wird. Gleichzeitig gibt das statistische Büro des Arbeifsdeparternenis bekannt, daß die Preise der Handelsartikel im Großhandel eine ständige'' Aufwärtsbewegung, zeigen. Das Ziel der Regierung ist die Preislage vom Jahre 1926, die für statistische Zwecke 100 Prozent darstellt. Die Preise sind von dem. niedrigsten Niveau des Jahres von 69,6 Prozent bereits auf 71)6 Prozent gestiegen. Die größten Steigungen haben die - Großhandelspreise der Farmprodukte erfahren. Besonders stark sind Baumwolle, Vieh und Weizen im Preise gestiegen. — ___■ - Einer Auskunft zufolge., die wir aus den Vereinigten Staaten erhalten, haben, sind sehr geringe Möglichkeiten, auf den Farmen, sowohl, für erfahrene als auch unerfahrene Hilfskräfte, infolge der gegenwärtigen Lage und des' Umstandes, daß genügend lokale Hilfskräfte vorbanden sind. ■ . " .:, : :. , V*' :'. : F r e m d e n p r o h 1 e. m . „ . In einem. Vortrage, in dem er das gegenwärtige Einwanderungsproblem behandelte, ging der Direktor des Foreign Lan- Süage Information Service, Read Lewis, auch auf die Stellung er Ausländer im Wirtschaftsleben ein. Er er klarte, Restriktionen bei d«r Anstellung von Fremden würden nicht nur. von •privaten ^Arbeitgebern, sondern auch durch .die Staatsgesetzgebung lUKeübt, und die Zahl der Beschäftigungen, für die-, •Fremd« in Betracht kommen, werde in wachsendem Maße beschränk;!. Als Beispiel.dafür führte er folgendes an:" Auf seiner Session] 1933 batte der Staat New York ein Gesetz; angenommen, das die. Herausgabe von Lizenzen an Chauffeure nach einer sechsjährigen Frist auf Bürger beschränkt. Lizenzen tum Verlauf von Bier in New York könnten nur-in Bürger auagegeben werden. Im letzten Winter wurden alle-fremden,.Pflegerinnen in den Hospitälern der' Stadt New York.— 'im ganzen 1415 — entlassen. In Michigan dürfen Fremde nicht alt Architekten. Ingenieure, Buchhalter, Aufseber, . Lehrer, Veranstalter von Box- oder Ringkämpfen oder VlHs'li"f*r irt iTnehifi»n Ait. einen internationalen Ruf haben, fungieren. Ähnliche Restriktionen besteben iß den meisten anderen Staaten. Ende hatten 18 Staaten Gesetee, die entweder "Anstellung von •V Leb« ht- und Lkhaverhiltniaf« in.ChUei Dia nac «Hebend aufgeführten Pjsis- und Lohnsätze — sämtlich in Dollar aiu »geben — wurden im Oktober 1938 aufgestellt. Der damalige Kurs betrug 1 Dollar — 8,79 RM. Die niedrigen Zahlen gelten für bescheidenste, die höheren fur mittlere Ansprüche: . Wohnung und Verpflegung: Unterkunft ohne Verpflegung im Gasthaus für eine Person täglich 1,80—8,50. mit Verpflegung nicht üblich; ein möbliertes Zimmer ohne Verpflegung wöchentlich 3—6,50, mit Verpflegung &V1«. Eine leere Wohnung von -zwei Zimmern kostet im Monat 80 (ohne), 35—40 (mit Heizung), von vier Zimmern 35—60, h eine möblierte Wohnung von zwei Zimmern monatlich ° 30—50, von »*r •Zimmern 80. Es kostet täglich Morgenkoat 0,86—0,50, Mittagessen 03J>—0J5, Abendessen, 0,40—1. |L»hAiULi»ittel: Es' kostetr.je 1 Pfund (460 g) Mehl 0,16, Brotfo.iO, Buter 0,88, Margarine 0,10—0,19, Schmalz 0,10; Fleisch: (Schwein) 0,80, (Rind) 0,20, (Hammel) 0,24, Speck 0,24 Geflügel 0,90; Zucker 0,06, Reis 0,12, Hülsenfrüchte 0,12, Nudeln 0,07; Kartoffeln 03*. 1 Liter Milch 0,11, 1 Ei 0,03. " - Bekleidung: Es kostet ein Männeranzug 80—46, ein Männerhemd 1,16—1,90, ein Paar Männerstiefel 8—4, ein Frauenkleid 8; lf-20. - Ortsüblicher M o n a t s b c d a r f : (einschließlich Unterhaltung von} Kleidung, Wäsche und Haushalt): lediger Handwerker 60—90, ' verheirateter Handwerker ohne Kinder 80—140, lediger Angestellter. 70—120, verheirateter Angestellter ohne Kinder 90—160. t ■ . * ■ r- Ortsübliche Lohn- und Gehaltssätze: Tagelohn für ungelernte deutsche Arbeiter 1, Wochenlohn für Handwerker etwa 90, Monatsgehalt für deutsche HandelsangeslellU TOO—180, Techniker 160 bis 800, Ingenieure, Architekten, Chemiker usw. etwa 250 Dollar'. Barlohn für ein Dienstmädchen — also außer Kost und Wohnung — monatlich 80 Dollar. - '■- _ m Lebens- und Lohnverhä 11nisse in Kalifornien * W V ' Die 'nachstehend äufgeführten Preis- und Lohnsätze — sämtlich in Dollar angegeben — worden im Oktober 1933 aufgestellt. Die niedrigen Zahlen gelten für bescheidenste, die höheren für mittler» Ansprüche, euuleii bei Off£&ÜicLeu Arbeiten verboten oder''Borgern den Vorzug gaben; 18 Staaten sehlossen fait 05 •/•' der gesamten frenv- Wohnung und Verpflegung: Unterkunft ohne Yerpfleim Gasthaus für eine Person täglich 1—9, 2—5, mit Vefpfleguiu? 4—8; ein möbliertes Zimmer ohne Verpflegung monatlich 10—15. 16—30, mit Verpflegung (ohfle Mittagessen) 30—40, 40—60. Eine leere Wohnung von zwei Zimmern kostet im Menât 20—30, 30—50, von vier Zimmern 25—85, 40—80, eine möblierte Wohnung von zwei Zrmmern monatlich 30—40, 40—60, von vier Zimmern 40—50, KV-80. Es kostet täglich Morgenkost <>,85—0,85, 0,60—1,—; Mittagesaeo 0,30 bis Ö30, 0,60—1,50; Abendessen 0,40-0,60, i-8. Für Verpflegung allein sind monatlich zu rechnen 35—45, 60—75. ' Lebensmittel: Es kosten 10 Pfund Mehl 0,65 und je lb (= 460 g) Brot 0.10; Butter 0,27—0,35; Fett oder Oel 0,24—0,26; Margarine 0,17—0,20; Fleisch (Schwein) 0,25-0,35, (Rind) 030—0.40,, (Hammel) 0.26—035; Speck 035; Geflügel 0,36—0,46; Zucker 03» bis 0,06; Reis 0,13—0,16; Hülsenfrüchte 0,10; Nudeln. 0,10—0,15: Kartotféfe 038—0,04; 1 Liter Milch 0.10- 0,1$; 18 Eier 0,40-030 Bekleidung: Es kostet ein Männeranzug Konfektion 25—60,' Maßanfertigung 60—100; ein Minnerhemd 1-1,50, 2—830; ein Paar . Männerstiefel 3, 5—8; ein Frauenkleid 8—4, 16—36. - Ortsüblicher Monatsbedarf -(einschließlich Unterhaltung von Kleidung, Wäsche nnd Haushalt): lediger Handwerker 50-70.' 80 bis 100; verheirateter Hand werker ohne Kinder 70—100, 100—900; Handwerkerfamilie von vier Köpfen 80—180, 160—800; lediger Angestellter 70—100, V00—150; •verheirateter Angestellter ohne Kinder 200^300. —'>•' '.....■» ™» \«* Ortsüblich* Lohnu n d G e h a 11 s s ä t r e: Tagelahn für .u^Umfa, »rtw,;t.r H_.i WnMv—lfJ... tfi. H.n^^.èi,.. Wl If lli.aS. V* k: '■ den Bevölkerung aus. Das. wichtigste neue Betspier von Diskrimi -nation zeigen die Bedingungen für die Beschäftigung yon Arbeitern bei öffentlichen Arbeiten, die in der National Recovery Act „ enthalten1 sind; diese schlössen eine Bestimmung in sich," da (f.!>evomigt werden: 1. diejenigen, die Militärdienste geleistet haben (ex-eervioe men) mit Angehörigen; 2. Bürger der-Vereinigten Staaten und Fremde, die ihre Absicht erklärt bitten, Bürger 141 werden. ' Unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen ■ würden so tatsächlich "alle -anderen Fremden von der Anstellung auf Grund des $ i 300 000 OOO-IMans Öffentlicher Arbeiten ausgeschlossen.' ■ _ fi" * ■ v Diese Diskrimination fand auch statt auf den Gebieten der sozialen Gesetxgebung < bei der Alterspension und den Unterscfaiede'h iq den Untefstützungsgeldem, „je nachdem es sich, um Fremde oder Bürger handeln Si u ■ Sjlv« te&tt ~T~" - V- V i 3■: * .• - ..•«*'* rv. » -.. * .'■ i y< * v* ■ La nd wj rise baft lick* Schulen Landwirtschaftliche Staatsschulen bestehest in ksglera Staat -in der Union. Schulgeld ist nominell, aber die' Schaler müssen für Zimmer und Beköstigung sorgen. ./ Ks besteht, wie uns ferner berichtet wird, ettje jüdische land-" -wirtschaftliche Mittelschule in Pennsylvania (The National Farm School, l'enn. i, mit einem Kursus von 2 bis 3 Jahren. Die Schüler sind im Alter , von 16—20 Jahren. Es wird -praktischer und i theoretischer Unlerricht erteilt. Dac Schaler müssen wenigstens einen gleichwertigen zweijährigen höheren Schulunterricht hinter sieb haben. Die Unterrichlsgebühr beträgt S 150 jährlich. Zimmer und Beköstigung eingeschlossen; jedoch werden . Stipendien, bewilligt in würdige Schüler, denen Schulgeld. Zimmer und Re- •'" 1 / '" v " j i ' ■■' -■-•',;1 ■ ■ '• ' vf '1-.'iSj* .v, i, ... *L. . -i - * v ,. ... *1 J . ' . ,^V;/J'Sf.V.Ä«. ' ♦ \^ik ■ , - ■ . v . .1 A\ ->•; •. . ljl -i - ■ i . » ■ »m 1 j j' : . i ■ ■ , \ I. . ,■»■. »a-1 . » mit <J i-m-rl r -? if**s^* i .« f" - -