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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1934-08-01 · August 1934 · p. Seite 25

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1934. Bestand UB Ffm
Issue
August 1934
Date
1934-08-01
Page
Seite 25 (sequence 27)
Language
German
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'?»;.:.■> ■I. r ,X:- I I ' ->.. i: rm *; v ■ > , -; ' Was Apotheker und Pharmazeuten anbetrifft, so herrscht in ■ Charbin und in China im allgemeinen in der Ausübung dieser Krauche völlige Freiheit. Wir wiederholen a.n dieser Stelle bereits - früher gebrachte'Mitteilungen. Die Zahl der Apotheken ist nicht begrenzt, und .jeder Apotheker ebenso wie jede Privatperson in Partnerschaft mit einem solchen kann eine Apotheke eröffnen. Infolgedessen sind in Charbin und in anderen Städten des Kernen Ostens außerordentlich' viel 'Apotheken, und der Weft- - bewerb isf sehr heftig. Was Appthekerlehrlinge und.Gehilfen betrifft, so beginnen sie im allgemeinen mit der Arbeit in einer - Apotheke ohne .Gehalt oder für eine sehr geringe. Vergütung. - Für die Prüfungen gibt es aus privaten Mittels pharma- " zeutische Abendschulen, wo das Theoretische in zehn Monaten erlerat wird. Die Prüfungen sind leicht und oberflächlich. Diplome, die man dort erhält, werden weder in Europa noch in Amerika anerkannt. Zweifellos werden Diplome und frühere Prüfungen in deutschen Institutionen anerkannt werden. Prüfungen erfolgen in russischer Sprache. Die Gebühr für den ' ganzen Kursus ist 100 chin.' Dollar. — Dieses Gewerbe wird ' sehr gering, eingeschätzt. Für seine verantwortungsvolle Arbeit bekommt ein Apotheker in Charbin 45—50 chin. Dollar. Charbin versieht Shanghai, Tientsin und andere Städte mit Spezialisten dieser Art, jedoch, ist Kenntnis der englischen Sprache unerläßlich. , . .»«'"•', ......... Nach weiteren Nachrichten böten sich evtl. Aussichten für gute Radiooperateure. * . ,'':"'' ' Sehr wertvolle Informationensind in nachstehender Publi- - kation der<Reichsslelle für das Auswanderungswesen enthalten: „Keine Besch ä f t i g un gs a u ssi ch ten für deutsche Fachkräfte." . „Die von deutschen aus wander urigswilligch Fachkräften * gehegte Hoffnung, daß in Mandschukuo für den geplanten In- - dustrieaufbâu ein Bedarf an ausländischen Fachkräften eintreten werde, erfüllt sich leider nicht' Wie von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, sind dort zurzeit keinerlei Aussichten auf eine.Beschäftigungsmöglichkeit für deutsche kaufmännische und technische Kräfte vorhanden. Abgesehen. davon, daß die industrielle Entwicklung der Nôrdmandscburei noch in den ersten Anfängen liegt und größere Werke und Fabriken nicht vorhanden sind, sind die Aussichten1,* eine neue ErwerbsmöglichLeit zu finden, schon aus. dem Grunde sehr schlecht,'-weil ' d\e' "dortigen Unternehmungen infolge der politischen "Ver^iältnisse und .der äußerst gedrückten Geschäftslage eher bestrebt sind, ihr Personal abzubauen als neue Angestellte'einzustellen. Hinzu kommt, daß durch die große Arbeitslosigkeit unter den russischen Einwanderern das Angebot für jeden Beruf sehr groß ist. In Charbin befindet sich bereits eine große Anzahl von arbeitslosen'Ingenieuren, Technikern und Arbeitern, die.bereit sind, für jeden Lohn jede. Arbeit aufzunehmen. Auch bei der; in der Nordmandschurei e£was weiter entwickelten Bergbauindu- ' strie besteht unter diesen Verhältnissen keinerlei Nachfrage nach technischem Personal.. — Als besonders ungünstig kommt hoch für Deutsche ödeT " . andere Ausländer hinzu, daß sich infolge des überwiegenden! Einflusses der Japaner im öffentlichen Leben ■ Mandschukuos die Tendenz bemerkbar macht,' bei. etwaiger Vergebung von v Arbeitsplätzen Mandschuren (Chinesen), Japaner, Koreaner und- -Russe» Hi bevomiat«! Von den Bewerbern warden in jedem Falle ausreichende Kenntnisse der russischen Sprache, oft auch * h ■ : . ■ suchFNr^rdejj/aie seit.etwa drei Jahren dort angesammelten den^hsfemmigen Kolonisten-Flüchtlinge aus der sowjetiiniop, deren" Mil sich auf etwa 1400 Köpfe belaufen hat, in der Nordmandschurei anzusiedeln, ' Etwa... 1000 Flüchtlinge mußten daher_riaeh Paraguay und" Brasilien weiterbefördert werden, der noch verbleibende Rest von 400 Köpfen wartet ebenfalls auf baldige- Abfahrt nach Südamerika. ,jy ld steigendem-Maße haben sich auch deutsche" Spezialisten und Arbeiter, die nach Sowjetrußland -zur Arbeit gegangen,, dort a*ber von den Arbeits- und Lebensbedingungen enttäuscht worden sind, um Anstellung in der Mandschurei bemüht. Es sind wiederholt solche Personen trotz dringender Warnung eingewandert in der' ffbffnung, irgendeine Beschäftigung zu finden. So befinden sich zurzeit zwei deutsche Facharbeiter ' aus Sowjetrußland, wo sie zwei Jahre lang gearbeitet haben, mit ihren Familien in Charbin, haben aber trotz größter Anstrengungen keine Arbeit finden können. . - Auch in anderen Teilen von Mandschukuo sind die Aussichten für' die Erlangung einer Stellung sehr ungünstig. . In Anbetrachf-jlieser Verhältnisse auf dem mandschurischen A-rbeitsrrfcrkt müssen alle. Personen, die dort Beschäftigungsmöglichkeiten' suchen, dringend davor gewarnt werden, ohne einen festen AnsteMungsvertrag nach Mandschukuo zu reisen."--. •.'"•' . ' \ Bezüglich der Aussichten für Ingenieure liegt aus Charbin folgende weitere Nachricht vom Ende April vor. Es gibt hier sehr viele alte, erfahrene Ingenieure und mannigfache Spezialisten, die zu verschiedenen Zeiten aus verschiedenen Bezirken der Chinesischen Ost-Eisenbahn entlassen worden sind.; Äußerndem ist hier ein Polytechnisches Institut, auf dem, jetzt neue Ingenieure jedes Jahr ihr Examen ablegen. Zu einem gewissen Grade versieht sogar die UdSSR. Charbin mit Ingenieuren, und obwohl gegenwärtig der Bau hier 6einen ' Fortgang nimmt, haben europäische Ingenieure nichts damit zu tun. Fahrpr-eise jiind F a h r z e î t e ru f ü'r ,Re i s e » nach dem Fernen Osten; Die nachstehenden Angaben sind der „Ostisiatjschen Rundschau" Nr. 3 vom 1. Februar 1934 entnommen. N e u~e. F a b r p r ei s e'ï m ä ß i gu n g ü b e r ■ S i b i r i e n. Die Eisenbahnverwaltungder UdSSR, hat -für Reisende", des Transsibirischen Expreß nguè Ermäßigungen festgelegt Die nachstehend angegebenen ermäßigten Fahrpreise gelten ab i. Februar 1934, *■;■" « - t. BerlinVTokio über Manchuria (Fahrzeit'14 Tage): 1. Kl. 845 RM.; 2a-Kl. 62» UM.; 2b-Kl. 575 RM.; 3. Kl. 341 RM. 2. Berlin-'-Tokio über Wladiwostok (Fahrzeit 15 Tage): 1. KL ^857 UM., 2 a-Kl. 680 RM.; 2hvKl. 611 RM.; 3. Kl. 376 RM. ■"•3. Berlin—Shanghai über Ma'neliuria—Dairen (Fahrzeit 13 Tg?) : 1. KI. 824 HM.; 2 a-kl. 617 RM.; 2b-Kl. 565 RM.; 3. Kl. (ab Changchun 2. KI.) 368 RM. . > _ . PtS. JÛÊÊÉttÊttlàlS^lBS Meuten,: i Dicht . schon .der. chinesischen Mter_ japanischen '.Sprache verlangt. kenn)nisse der englischen oder gar der französischen Sprache tpHUSà^if eine gering« Rolle..... 'yakiftie ansässigen deutlichen oder, ausländischen Handelsuntemenmungeu anbelangt, dié alte mfhr oder minder unter dybscfaten Geschäftslage zu leiden haben, so haben a beb. . nicht die, geringste Möglichkeit, . Stellungsucheride unsgringen^ In der etwa ' 180 Köpfe starken 'deutschen Kolonie Iharbms befindet sich «eine ganze Anzahl von Reichsdeutschen, die schon seit Jahren kaum das Existenzminimum verdienen., „un/1 weiter noch eine Reihe von Völlig erwerbslosen Personen, die auf die bescheidene Unterstützung durch die anderen Mitglieder der deutschen Kolonie - angewiesen sind. '|n~diesem Zusammenhang wird noch darauf hingewiesen, daß auch eine .bäuerliche Ansiedlung in Mandschukuo wegen der besonderen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse ' Jahr und Tag ist vergeblich ver- I.KaV—Intern. Schlafwagen 1. Kategori e, i 2»-Kl. Intern. Scnfa(Wag«n £ Kategorie" 2b-Kl. 3= Liegewagen der Polsterklasse, 3. Kl. Holzklasse, ab Sow jetgrenze Liegewagen. „ UnmittelbarelFahrverbindungen : 1, über Manchurtä: wöchentlich Dienstag und Freitag *b Herl in bzw. Mittwoch, and Sonnabend ab 'Sowjet-Grenzstation Nego- Dienstag- -haw. Mittwochzug ist Luxuszug und Ii Klasse.) 2. über Wladiwostok : wöchentlich Montag und Donnerstag *b I Berlin bzw. Dienstag und Freitag ab SowjeUGrenziUtior» J Negoreloje. V ■ .. _• Inzwischen ist kei der Fahrt über Wladiwostok noch Sonnabend hinzugekommen; der Zug geht Sonntag von Negore- "V',:v ' V " ' - l ■ ' -.' <*' ' ka> :. . * . ' ï ' * ' ' ■ sêf&ê s 1 t ■. -T*. '. M i. »*7 '/; lv.fi. * Y ■ •> M ■■ Ll '! 25; : ':■

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