Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Journal
- Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
- Volume
- 1933. Bestand UB Ffm
- Issue
- Oktober 1933
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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s ( teilte Praxis ausüben kann. — Dir bisher in Persien. tatigen tu»- lindischen Ärzte usw. sdflfcn—diesen .Bestimmungen ebenfalls . unterworfen sein, sie brauchen jedoch nicht dén Nachweis einer fünfjährigen Praxis in .der Heimat tu erbringen.' — Die Persische Regierung solljederleit in der Lage sein, die Niederlas* sung vein ausländischen Medizinalpersonen abzulehnen, wenn sie ..die Anxahl der in Persien praktizierenden ausländischen Arzte usw. für ausreichend hält. Die bedenklichste Bestimmung des Entwurfs wire darin zu .sehen? dan in Zukünftige Generalverwaltung des Hygienewesens Ort. und Umfang der Praxis des auslandischen Arztes Destirnmen \ kann, ir / * Es1 wird berichtet.-daft die Einkünfte aus ärztlicher.Praxis gering sind. ' Besonders ungünstig lagen die Verhältnisse in der Provinz. Bei Anstellungen in staatlichen oder städtischen Krankenhäusern ' gürden einheimische oder französische \r/te bevorzugt. Die Kenntnis der "französischen SprSche, ist xm , außerordentlicher Wichtigkeit.' — Apotheker' haben Aussichten, in Persien Unterkunft zu finden. Sie müssen aber ein Diplom, und ausreichendes Kapital besitzen. Es besteht ein System.von Konzessionen für Ein- und Ausfuhr von Waren, was auch auf den pharmazeutischen Hände) Rückwirkungen ausübt. — ' Einem uns zugegangenen sehr interessanten Bericht » eines , Auswanderers über die Landes- und Arbeitsverhältnisse in Per- . sien entnehmen wir folgendes: ' ' Zuallererst muß hier gesagt werden, daß jedem sinkt. -1 abgeraten werden m ■ ß, ohne fettes schriftliche* Engagement hierher zu. kommen. - Wir z. B. hatten .wirklich ausgezeichnete Beziehungen zu einflußreichen Persönlichkeiten, aber sie haben uns im .Grunde genommen gar nichts genutzt. Ich achreibe Ihnen das aber nicht nur wegen der Erfahrungen, die wirerolbat gemacht haben, sondern weil ich das immer » ieder won Euflpaern bestätigt bekommen habe. Es reisen -hier tlg- . lieh Europäer, r meistens inzwischen völlig mittellos geworden, ab.' s—-• , Aussichten bestehen ' zunächst für alle die Berufe, die mit Eisen- Iwhnstrockenbau" zu tun hal.cn, also Çchàchlmeiatér, Vermésser, Polierer, > ""föhnelbaulechniker usw. us», h" ■ite Möglichkeiten ' sind leider für . Ingenieure jeder Art vorhandenes hier sehr viehrIngenieure, besonders Schweden, Tschechen und .Österreicher, sind, die, zum Teil engagiert, auf den Beginn der Arbeit warten. Außerdem nehmen sich «die FmncA lieber Leute, die sie kennen, da hier jede dieser Stellungen ein«. 'Vertrauensstellung ist. Leute, die ohne' feste« Engagement hier- ■ her gekommen sind« genießen - in _disr_ Regel kein großes Ansehen. Für ElektrotecKniker bestehen hier ebenfalls einige Aussichten, soweit sie im Aufstellen ton Maschinen Erfahrungen besitzen und das mit > Zeugnissen lie weisen können. Auch sie matten .sich aber unbedingt an die verschiedenen Kinnen schriftlich wenden, hier wird kein fremder Techniker engagiert, da schon viele schwere Vertnuentbrtichë' vor- (H^r**»" Jnn Finnen den Leuten .-aber immer große Werte an-; vertrauen müiteii -Auch lifer ' wwflBr "ftf lngeniwrrc - teimiW sieht. Es kann sein, daß hier demnächst, d. h. in zirka 4 Monaten, ein großer Plan auf elektrischem fîebicle verwirklicht wird, r Fur \rrttsind in Teheran und in. den anderen Städten überhaupt ■i-V, leider keinerlei Aussichten vorhanden. Auf dem flachen Lande ware eine ■~^r— Niederlassung vielleicht denkbar, -Iberda der Betreffende dann, nur auf die Einheiinisohcn angewiesen ist, dürfte eine Berufsausübung wohl .^1 sehr schwierig sein. Es gehören datU vor allem Tropenerfahrungen;^ I außerdem ist aufdem Tjandc die feindliche Einstellung der Bewohner zu fürchten. Für Kaufleute sind gar keine Auslichten, die die\Reisc lohnen würden. Ein Theater wird auch gebaut, aber da dürften wohl die Sprachachwierigkeiten zu groß sein.' als daß lieh auch nur eine Anfrage an den Innenminister lohnen würde. ' .Grundslfzlich ist.nach zu «agen. ' daß Frauen zunächst in jedem Falle des Klimas wegen abzuraten ist, hierher auszuwandern. Pa man für don Anfang mit den primitivsten ': Verhältnissen rechnen muß, ist - . ein« Übersiedlung nur Minnen, bis zu 80 Jahren tu raten. Wegen che Höhenlage (Teheran -12<)0 mV kommen Leute m% Herzfehlern, üswl * "für hier nicht in- Frage, außerdem nicht solche mit auch nur leichten . Dann- und Magenleiden, da diese hier sofort krank werden. Wasser ist ungenießbar für Europäer, falls es nicht abgekocht wird, Obttfeenuß sehr gefährlich. Gcfcaüse' fehlt fast vollständig, Konsenen K'bl es nicht, da die Einfuhr verboten ' ist. Ein junger Mensch, der schr'tcscheiden leben kann, s'u>h Kieles selbst kocht, keine Ansprüche an Wohnkultur * auch in bescheidenem Maße stellt^; kommt hier, in Teheran; mît çtwa .. & 90 Mark im Monat aus, in einer.anderen Stadt auch mit etwas weniger. Diese Zahl ist aber keinesfalls anderen Berechnungen tugtajncie au legen. ' da man hier ohne große Sprünge soviel ausgeben kann wie in Berlin. SprachkeniiUiissêTfûr den Norden Persians bis etwa Teheran müssen französisch sein, für den Süden englisch. Uns billig leben tu können, gant abgesehen von der Bcrutsfrage, muß man hier schnell etwas Persisch sprechen "■lernen, da map—»aast höhere Preis« rahb Unter-wie schweren Bedingungen sichs. B. die Arbeil quzji- '. fixierter Kräfte beim.Wegebau ■ vollzieht, davon gibt folgende Schilderung ein Bild: ' ... ' 7",. - j ~J ■;>'■*, Die Arbeit ist sehr schwer, ' die Unterbringung und die ganze Lebensweise höchst primitiv. Siè arbeiten auf freier Strecke, schlafe n - Jtin Zelt, ernähren sich in der Hauptsache von Reis, Eiern und persischem Brot. Sie werden als Spezialisten tigljch bezahlt, können täglich" kündigen und gekündigt werSaji. -Die Bezahlung ist für europaische Verhältnisse nicht schlecht, wenn man lediglich, die Summen zugrunde legt. Aber man darf nicht vergessen, daß •solche Arbeit den Einsatz der ganzen Person erfordert, daß tie in vollständig unzivilisierter Gegend vor tich geht, daß der Europäer dort seine Gesundheit aufi Spiel se'ttt, und daß wegen' der täglichen .Kündigungsfrist dal Risikobesonders groß ist. Meine Freunde haben, allerdings die sichere Aussicht, .im Eltenbahnbau unterzukommen, sobald er begannt. Nur daraufhin konntentie rich entschließen, die sehr unangenehme Arbeit 'anzunehmen. Ich will .damit natürlich keineswegs gesagt haben, daß meine I i' unde sich vpr irgendeiner hoch so schweren Arbeit gescheut haben, sondern .lediglich, unter welch Ungünstigen Bedingungen die jetzige Arbcn vor lieh geht. ». Im \ er folg der Politik, der Regieruizg, die öffentlichen Arbeiten sir erweitern, hat das persische Parlament'in letzter Zeit beträchtliche Summen bewilligt. Es handelt siel) dabei auch um den Ausbau der nördlichen und südlichen Sektionen der '' trans persischen Bahn: Es wird), von unterrichteter Seite gerataa,,^ eine Klärung-der Verhältnisse bezüglich der Bahnbauarbeiten abzuwarten. I Slam Bevölkerung: M 506000, meist Buddhisten. Bangkok: 931000? JrVährong: 1 Baht (Tikal) 1,24 Goldparität 1,857 HM Dter Visumzwang für Deutsche ist aufgehoben. \v 1 ,' Am 1. April 1933 sind folgende Ergänzungsbestiiimuingcn zu dem siamesischen Einwanderungsgeselz "~îrî\ ff raft gesetzt worden.: . " Verboten ist die Einwanderung Von Personen nnVi 20 Jahren, die nicht von Vater oder Mutter begleitet .sind, es sei denn, daß die Erlaubnis sur Einwanderung "seiUns des Ministeriums des Innern vorher erteilt worden ist; von Personen über zw oll Jahre,' die. weder siamesisch, 'noch ihre Mutter-irr ache lesçn und schreiben können. Es' sind dann noch eben fallam I. April' in Kraft t«Uenxku^»ei<ere Aysführungsrrestim'jriungen - erlassen worden*, von denen nur' erwähnt sei. Jaß die Gültigkeit' des Erlaubnisscheins ziir Rückkehr return perrnit), die vom Tage der Ausstellung an läuft,, von zwei Jahren auf ein Jähr herabgesetzt worden'ist. Die neuen Vorschrifteil bezwecken, was auch ein RegicruQg&commHnicmé betont, in erster- Linie die Einschränkung' der Einwanderung ungelernter Arbeiter. Sie rieh Ich ,sich gegendie chinesische Kuli-Kinwanderu'ng, belasten aber auch andere Ausländer, die sich in Siain Ow. nach Sjaot. luriicklcJbren wojlen^ jeher sstark. . r Syrien und Libanon Verwaltung durch Frankreich. .1- - Bevölkerung: 2 768 001) (etwa 35000 JudVnV, Beirkil: 250^ Aleppb:- 300000, Damaskus: 3O00C0. Währung: 1 Pfund 3,29 HM., GoWjiar'UU 3,Ö89_HM. Visum ei forderlich : es wird durch, das zuständige französische Konsulat erteilt. . _ ' - Durch drei Verordnungen mit Gesetzeskraft vom 5.1.1933 ist die Zulassung von -Ärzten, Apothekern Und Rechtsanwälten in dër Republik Libanon neu ger«geh■ «forden. , » Ärztliches Collo(|uium ist notwendig*. " .. j, * In -Syrien und Libanon sind \i /le im Überfluß Icueh u t In. Beirut bestehen zwei inedizinische t'älultäteri, und zwaf^- eine französische und eine amerikanische. r ■ T ,- •'..".-- Amerika r ., i; . r' »'•.-'■' I . . 'S- . . Kanada , -, 4 , - Bevölkerung; 10353 778 (etwa 185000 .Indent. Ottawa: 107 800, Montreal: .810003' 11971 rund 43 000, Juden),*Toronto: 627 000 (rund 35000 Juden), Vancouver: 2454fl), Winnipeg:, 217 600, Personen (rund 15000 Juden). / f / . Währung: l'DoUtvr r 2.01 HM . f;..tft[miitat 4,19^ RM. ». l ft'; ■ p*s Klima fsTT^a~*^aT"t3n5a> sich über''18 BreitenihmI , 84 I'yängengradV erstreckt, in den einzelnen Ge^fenden vçrschie-;Kvi- 84 Längengrade erst 1 eck t. in ' '/. i,r- 4 ' ' i C -; »" /1* .! * * >«!._ ä ■'■ •,' ' - * k. '■1 ,* »f j ■ . . ** » V ,•' ' 1 ' 1 m \