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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1928-03-01 · März 1928 · p. Seite 8

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1928. Bestand UB Ffm
Issue
März 1928
Date
1928-03-01
Page
Seite 8 (sequence 9)
Language
German
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Mann und Rindern zwischen 18 und 31 Jahren ^on Bürgern der Vereiniglea Staaten bei der Herausgabe der EinVanderuntfs- Visa ein Nonquota-Status gegeben werden. Es wird wiederholt, « daß Frauen, die Burgerinnen, sind, das Recht haben solltet?. Nonquota-Status für ihre Galten fremder-1Staatsangehörigkeit zu beantragen... ebenso wie1 amerikanische Gatten jetzt das j Recht in bezug auf ihre Frauen ausländischer Staatsangehörige 1 keit haben.- ' f j - Dem Secretary of labor soil ausgedehntere Vollmacht gegeben werden, Fremde in Härte fällen zuzulassen- — poli- " tische Flüchtlinge, Künstler und geistige Größen und Frauen -»eri-Frctnden, die tot dem 1. Juli jgii au dauerndem Aufenthalt zugelassen wurden und ihre Abstellt, Bürger der Vereinigten Staaten zu werden, erklärt haben. Ks sollen angemessene Prüfungen bezüglich der Anpassungsfähigkeit erfolgen, um zu bestimmen, oh -ein Fremder. Her sich um die Zulassung nach den Vereinigten Staaten bewirbt, gutes Bürgerschaftsmateriah („good citizenship material") ist, und es" soll Ermächtigung gegeben werden, Elemente auszuschließen, "die bei solchen Prüfungen versagen. Diese Erweiterung des schon außerordentlich weitgehenden Systems der "Examination Einwanderungswilligcr würde der Willkür Tür und Tor wert öffnen, da die Feststellung von ..good citizenship material" auf bestimmte einseitige Tendenzen basiert werden^JKÜrde, Wirtschaftliche. Verhältnisse. In interessanter Weise beleuchtet ein unlängst im ..Heilim r Tageblatt vom 1. Februar 1938 erschienener Artikel „Industrie- ' kämpf der U. S. A. Sudstaaten mit dem Norden" von Dr. Julius Hirsch, Staatssekretär z. D. Probleme der Landwirtschaft, Industrie und Arbeiterfragen. JEs geht daraus u. a. auch hervor, , worauf auch schon bei Frankreich hingewiesen wurde, in wie hohem tirade jetzt Menai henkräfte. durch maschinelle Kräfte ersetzt werden. Es heißt darin u. a.: Ueberall besinnt nämlich in dor Landwirtschaft die mechanische Kraft die Menschen*raft tu ersetzen. Die gedrückte Lage dec aiiieri- -.kam sehen Landwirtschaft hat in allen Gebieten nach einer zeitweiligen Ausdehnung im Kriegs tu einer, Wiedcrabstoßung der menschlichen Arbeitskraft geführt, und in, der Landwirtschaft des Süden« ist der Neger noch "*4Ps> billiger als der Weiße. So fand die kommende Industrie ein nicht nur geeignetes, sondern überaus williges'und relativ aüdi sehr billiges Arbeitsmaterial vor. Im Zentrtun der neuen südlichen »- Industrie, in der Stadt Greensboro (Nord-Carolina), die in den'letalen 'sechs .1.1 In en von ig 000 auf 55 000 Einwohner gewachsen ist; nannte man uns einen Durchschnittslohn von i5 Dollars die Woche. Darin Waren aber die Hochbezahlten, Werkmeister, Ingenieure usw. notent - hallen. Der Durchschnitt der Arbeitermasse dürfte auf einem bedeutend niedrigeren Eulkommen liegen*). Hill man dagegen, -daß das Durchschnittseinkommen eines, Arbeiters im Staate. New York jetzt etwa bei 3o Dollars liegt, daß sogar Dienstboten neben freier Station und meistens freier Kleidung im Norden 60 bis 80 Dollars und noch wesentlich darüber bekommen, so triU die' relativ ungünstige Bezahlung plastisch vor Augen. Dazu die Bedeutend längere Arbeitszeit.. Der weiße Arbeiter _ Soden schaff! noch immer '155 Stünden tri der Woche (sahn -S den ersten fünf Tagen, fünf Stunden am Sonnabend). Im Norden Jst die 48-Stunden-Woche vielfach durchgeführt. Die Gewerkschaften, die •ich im Norden auch auf Neueingewanderte stützen und bei ihnen leichter Boden finden, sind im Süden vorerst angesichts der Ueberfüllung des Arbeitsmarktes mit armen Weißen liedeutungslos. j£s wird uns rgt, daß die Arbeitslöhne des Südens seit fünf Jahren inn wesentlichen gleichen geblieben sind. Folgewirkung: Der Arbeiter strebt nach Norden..Di* Arbeit aient derweil nach Süden. In einem weiteren Artikel des gleichen Verfassers (im ,,Berliner Tageblatt" vom a 5. Februar 1938) : .,(A rite r ifc as- Land - wirtenot und die*Maschine" wird auf die zunehmende Landflucht, Laridentwertung und Maschinenarbeit hingewiesen. In der vorzüglichen Zeitschrift Immigrant des National Council of Jewish Women,-New York, 709 Broadway, vom Oktober 1 < 1 •> 7 finden sich in einem Arthxel von Inimaqüel Celler sehr interessante Ausführungen bezüglich ' des Henrik linns-l'riiirii.s iiv seiner Wirkung auf die Zusammensetzung der Bevölkerung der Vereinigten Staaten.. Es wird darauf hin- Swiesen.! daß wirtschaftliche Gesetze von kngrhot "und Nach age dji F.inwanderungsbewetrung beherrschen,, und gesetzliche Bestimmungen und Rasjlnktionen an (fem Zahlenverhtll- eeirt loi Not ' . i v ■ : ä . ' ■ - nis des Einwanderer-Elements zu der ansässigen Bevölkerung äuf die .Dauer nichts ändern. ,.Sonderbar, wife es manchen Leuten erscheinen mag, bat es j. winklich niemals eine Fremdengefahr gegeben, das Verhältnis von Fremden su der Gesamtbevölkerung des La rides hat zu keiner Zeit ,i3 "0 überstiegen,, und dies bei der' Hochflut der Einwanderung. Es hat tos:- mehr als i3«/o gegeben, weder i860, noch 1880, noch 1900 oder 1910 oder 1930, und es werden sfehr wahrscheinlich j»e mehr sein; gleichviel, welches - unsere Einwanderungspolitik sein mag. Das Gesetz von An- - gebot und "Nachfrage hat immer in der Immigration geherrscht. Als wir geschäftliche Depression hatten, ließ die, Einwanderung nach! und bei günstiger Geschäftskonjunktur erfolgte eine Auf- | wärtsbewegung der Immigration, aber wie es auch sein mag, günstige industrielle Bedingungen führten niemals eine Lage herbei, wo die nicht eingeborene Bevölkerung mehr als i3 o/0 der Gesamtbevölkerung betrug. So Wa"r die Furchtsamkeit und Angst wegen der Einwanderung ein bloßss Schreckbild." < /.._•* „'...,"; - Weibliche Dienstboten. —-TW Tmnrigrant" Mat die Fjenndlirhkeil gehabt, einer Anfrage des HilfsvereMs "an ihn bezüglich Beschäftigungsmög- - .Henkelten für ein junges Mädchen als Wirtschafterin oder Köchin durch Abdruck in seit/er sehr interessanten „Question box" weite Verbreitung zu geben, und wir wollen nicht unterlassen, die Antwort, die gleichfalls abgedruckt ist,' wiederzugeben, da sie für'*einest weiten Kreis von Interessentinnen wichtig ist: ' „Wir empfingen Ihren Brief vom l5. Juni und können Ihnen iu Beantwortung desselben mitteilen, daß tüchtige Köchinnen. und gute Heushiiterinnen nicht viel Schwierigkeiten haben, Stellungen in den .Vereinigten Staaten, zu bekommen. Wegen des Contract labor law ist es natürlich für uns nicht möglich, im voraus zti versprechen, für das. junge Mädchen eine Stellung tu beschaffen, aber wir glauben, daß, wenn sie ihr Visum bekommt und-ihr der Eintritt nach den.. Vereinigten Staaten erlaubt ist, sie sehr bald eine Stelle bei 4 einer jüdischen Familie finden wird. Eine unserer "Council Sektionen würde vielleicht imstande sein, ihr bezüglich Erlangung einer Sfel- . lung nach ihrer Ankunft zu raten. Es ist jedochwesentlich, daß ein Verwandter in den Vereinigten Staaten der Jungen Frau ein affidavit sendet, das deft Konsul davon überzeugt, daß man sich ihrer an-' nimmt, bis sie eine auskömmliche Position findet. Da die deutsche Hunte recht groß ist, wirefdie junge Frau zweifellos nicht sehr lange ••. auf ein Visum zu Warten haben." J - Wir führen in diesem Zusammenhange noch folgende Bemerkung' au» den Population Problems Ober die Frage des Bedarfs «n weiblichen Dienstboten an. \ ' ..Kitt weiterer klar erwiesener Mang«! besteht an weiblichen Dienstboten. Wehn Haushälterinnen -i> aktiv wie Fanner gewesen wären, als das neue Immigrationsgesetz beraten wurde, ' würderi wahrscheinlich gelernte Dienstboten den-Preferred quota status haben. Josef A. Hill hat bemerkt, - daß die Zahl weiblicher Dienstboten' in den Vereinigten Staaten, zwischen - ini<i und 1930 um etwa 3oQ/0 abgenommen hat, und wenn heute. nicht die Negerwanderung *bestände, so würde die Lage bezüglich des Hausdienstes 'im Norden sogar noch schlimmer sein! Gleichzeitig soll, ebenso wiA bei den Farmern in Europa, ein großes Ucberangebot von jungen Frauen bestehen, die, wenn sie .könnten, gern zur Verrichtung von Hausdienslen nach den Vereinigten Staaten kommen würden." — Aus «1er sehr interessanten. Question box des Immigrant erwähnen wir noch einen l all der für Besucher und Einwanderer nach den Vereinigten Staaten von. Interesse ist Nach den Imniigrationsverordnuntfen, die vom Departement of labor erlassen sind, kann kein ße- -11 c he 1während seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaken seinen Status m einen anderen umändern. Wenn z. B. ein Besucher Student su werden wünscht oder dauernd in den Vereinigten Staaten seinen Wohnsitz aufschlagen will, so muß er zunächst das Ljtnd verlassen, sich von dem für ihn zuständigen amerikanischen Konsul im Ausländ ein Visum verschaffen und dann nochmals nach den. Vereinigten Staaten zurückkehret).- — Warnung vor illegaler Einwanderung. ~~- *V. Die amtliche Statistik für 1910 zeigt tatsächlichen WwWudurrWhniUaklbii von l3Vt' nur von toi/» Dollars. ' ■ 'l'i ' j« ' \ |t ' I V 5 '.ai.., H J _,. * rpt^T . j * cd Carolina einen in süd-< iarnlina gär V"-"^ j_ ■ /;v. Das in seiner Gestaltung" starre, zu seiner Durchführung höchst minutiöse formale Vorschriften 'enthaltende amerikanische Einwanderungsgesetz zu 'umgebeni'W' bei dam Kontrollap|>arat in den Vereinigten Staaten und außerhalb dar 'Vereinigten Staaten ein hoffnungsloses Beginnen. Wir warnen Ein- ' wanderungswillige erneut davor, sich auf irgendwelche Varbinmjt Elementen einzulassen, die die Unerfahrenheit der

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