Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1924
- Issue
- Dezember (1924)
- Date
- 1924-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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:ORRESP0NDENZBLA' des CcnträBburos fiir jüdische Auswahderungsangejegenheiten - des Hilfsvereins der Deutschen Juden vom Reichs wanderungsarnt anerkannte gemeinnützige Auskunftsstelle für jüdische Durch Wanderung und Auswanderung. — Berlin, Dezember 1924. Der Hilfsverein der Deutschen Juden wendet-auch im laufenden Jahre der Emigtantenfürsorge sein intensivstes Interesse zu, Die Zahl der Deutschland auf dem Wege nach überseeischen Ländern berührenden jüdischen Auswandereraus dem Osten und Südosten Europas; ist 'zwar infolge die Einwanderung stark beschränkender oder erschwerender Be- ' Stimmungen der Vereinigten Staaten, Canadasj Argentiniehsr"' Südafrikas u. a. im Verhältnis zu früheren Jahren gering. Die Auswandererfürsorge gestaltet sich aber gerade angesichts der verschärften Einwanderungsgesetze ganz besonders schwierig. -V f T-^_J^ie^iienjähungen des Hilfsvereinssind auch 'darauf gerichtet, in Zusammenarbeit mit <U*n "großen jüdischen Organi- — sationen des Auslandes die Fürsorge für die-russisch-)üdischeu Emigranten zu üben, denen sich die Vereinigten Staaten infolge der restrictiveri Einwahderungsgesefcze verschließen, und die seit Ende vorigen Jahres in europäischen Häfen zurückbleiben müssen, bis sie ihre Weiterreise antreten können. Fürsorgestellen des Hilfsvereins der Deutschen Juden. Deutschland. ■ ■ . ■■ »andererfüraorge des HilfsVereins der Deutschen Juden. Im -Jahre 1924 nahmen ihfen Weg unter FürSorge des Hilfsvereins bis Ende, November über * •' H e r 1 i n , Schlesischer Bahnhof - Bahnhofsdienst des Hilfsvereins 17292 Personen u. zw. 10 130 Männer, 4651 Frauen, 2511 Kinder (davon jin Nicht-Juden) fc Stentsch . % . . '.. . . 8493 " „ , Januar—'Ende November ' —;—II ambu rg.—Die Zahl drr Aua^ . ■__ wanderer, die im Üeberseeheim (früher Auswandererheim) vom ' ' •» > _r. Tan. bis 1. Okt. 1924 ein- . trafen, beträgt . "'. . ... 149$ » Außerhalb - des l eberseeheims nahmen monatlich durchschnittr x -lieh 60 Juden- Aufenthalt, zur ^"^"r; sammen rund . . . . . . , 540!>' Zentralbüro des Hilfsvereins .der Deutschen Juden fün jüdische . Attswanderungsangelegenhejten, Steglitzer 1 Straße 12. Telegrammaidresse „Zedakah", Berlin. ' Jüdischer Bahnhofsdienst , Schlesischer Bahnhof, Durchwandererhalle. , » 'j Von. den Beamten des Bahnhofsdienstes werden ' zugleich andere Berliner Bahnhöfe überwacht.'.- Himburg: Zentralbüro für jüdische .Aufwanderungsaugelegen— heiten, Abt. Ham|>ui"g; .Ferdinandstr. 14... Telegramn;- adresse: ^.Zedakah", Hamburg.. ■ ■ ■ i .- " : " Zentralbüro für jüdische AuswannWuflgsangelegsJh___ heiten, Abt.' Bremen. - Adresse: B. Galatzer, .Philosophenweg i. » Zeitweilige Ausübung der Atiswandererfürsorge im Bürö der Bremer'Synagogengem^nde, Eydtkuhnen : . - ) Herr S. Woltschanski Königsberg. Rf.: Herr, Lehrer M. Hoffmann, Kö);telstr. ti. Lyck (Oetpt.Y- ."Z. .. * ". .' Herr Moritz Hiwchfeldt. Stentsch: , " <' (deutsch-polnische_GFenze) wird ständige kontrolliert durch Herrn Kantor Lewin, Schwiebus. Osnabrück: Frau Sara Frank, Krahustr. 34 Bentheim (Westgrenze): Iwan und Egon Neter. Adresse: Kaufhaus Neter. \ ■ - '■ ■ ff? m . •. ' -«1 ■ a ■:, . - jg"*" f. Memet (Litauen^ Herr G. Miliner, OfcHt (tWhecho8low.k.i); Harr, I. Glaser. r~ Dfc meisten der in.-diesem Jahre über Hamburg ausgewanderten Juden gingen nach Südamerika, und-nur wenige gingen nach England; den Vereinigten Staaten, Canäda und Südafrika. . .'■'._'. ' ,•> Von den jüdischen Komitees im Osten,' speziell aus Kowno, sind vom Januar" bis September d. J. kleine. Trans-, porte nach Südamerika geleitet worden, ebenso aus .Bukarest; unser Hamburger Büro hat sich dieser Transporte nach Kräften angenommen. Im Monat OktoSer haben-namentlich aus Bukarest etwas stärkere Transporte eingesetzt. Auch für diese Emigranten stellte das Hilfsvereinskomitee in Hamburg Mittel zur Verfügung. _ , .- ' w 5»' ' . t Bremen. •''. Die -«stjüdische Auswanderung über -• Bremen bewegte ,jich,. in tjiesem Jahre ebenfalls in stark beengten Grenzen. Nach vorläufigen Feststellungen sind irr der Zeit vom .. I. Januar bis 12. Oktober über Bremen ausgewandert . •-. . 287 Personen davon izo nach den Vereinigten. 1 Staaten, ■' * 1 104 " nach Südamerika, haupt- - * sächlich Uruguay", . 3~na«h Cuba.. 1 . *. ■ w" ' ■ ' . '■ Berliner Büro, Zentrale: . i —c 1 '- - . ., . - . Weitgehende individuelle Beratung im Büro der Zentrale, ■Steglitzer Straße 12, 'fanden im Laufe des Jahres bis Oktober .—■' ,850 Personen. RuMisch-jUdische Emigranten in Hamburg und Bremen. Von den Emigranten in Hamburg und Bremen, die wegen Schließung der russischen Quote die Weiterreise nach den. Vereinigten Staaten im Jahre 1923 nicht antreten konnten "— wir perichteten In unserem letzten Korrespondenzblatt darüber' — befinden «ich Hoch an 350 Personen in den beiden Hafenstädten. , Die Zahl der russischen'Emigranten, die sich in Bremen ursprünglich befanden, betrug 272- Personen. Inzwischen sind 22 Personen auf eigenen Wunsch nach Rußland zurückgereist, 6 Personen nach Südamerika, f nach Mexiko abgereist. Auf Grund des neuen Einwanderuugsgesetze^S konnte bereit* eine Anzahl' Personen nach den Vereinigten Staaten abfahren. . - 1 —