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Jüdischer Almanach · 1937-01-01 · 5697 (1936-1937) · p. Seite 55

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5697 (1936-1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 55 (sequence 57)
Language
German
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55 liert, die bis heute festgehalten wurden: Stoppung der Einwanderung, Verbot der Bodenverkäufe an Juden und Bildung einer nationalen Regierung. Die Bewegung des bürgerlichen Ungehorsams erwies sich als nicht gewichtig, diese Art des passiven Widerstandes lag offenbar auch nicht dem Geiste der kämpferischen arabischen Bewegung und der sie tragenden jugendlichen Elemente. Dagegen zeigte es sich sehr bald, daß es gelang, den Streik zum Teil durch Propaganda, zum Teil durch scharfe Druckmittel gegen laxe Elemente in sehr weitem Maße aufrecht zu erhalten und eine umfangreiche Terrororganisation aufzustellen. Morde an Juden, englischem Militär und Polizei, Sabotageakte an Eisenbahn, Telephon und Telegraph, Unsicherheit der Wege sind die Resultate dieser Terroraktionen. Aus einem kaum vorbereiteten Ausbruch in Jaffa wurde ein organisierter Streik. Aus einem Streik ein echter Aufruhr, der um so schwerer zu fassen und zu unterdrücken war, als er seine Kräfte aus dem Hinterhalt gebrauchte, mit kleinen Gruppen operierte, die für den Guerilla-Krieg mit Truppen und Polizei alle Möglichkeiten eines unübersichtlichen Berglandes, die Sympathie der Bevölkerung und auch eines Teils der arabischen Polizei ausnutzten. In dieser Aufruhrbewegung stehen wir auch heute noch, nach mehr als drei Monaten. Es hat in der Zeit Tage gegeben, wo man vor einer Liquidation der Aktionen zu stehen meinte, hat sich jedoch immer wieder in dieser Annahme getäuscht. Und niemand vermag heute mit Sicherheit das Ende des Streiks und des Terrors vorauszusagen. Radikalisierung der arabischen Bewegung. Die arabische Aktion der legten Monate, die mit ihrer Hartnäckigkeit und Langwierigkeit auch manchen Kenner der Verhältnisse überraschte, beweist eine doppelte Entwicklung im arabischen Lager: Sie beweist eine rasche Verstärkung der arabischen Nationalbewegung, die sich an europäischen (zum Teil faschistischen) Vorbildern und zugleich an der Verve der zionistischen Bewegung in Palästina geschult hat; sie beweist zugleich ein überaus rasches Wachstum des Einflusses der jugendlichen radikalen Elemente im arabischen Lager, die keinerlei Kompromisse mehr wollen und zur Anwendung auch der schärfsten Mittel bereit sind. Die bisherigen Führer der arabischen Parteien, die eher zu Verhandlungen geneigt sind, mußten bald nach Ausbruch der Unruhen erkennen, daß die eigent-

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