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Jüdischer Almanach · 1937-01-01 · 5697 (1936-1937) · p. Seite 48

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5697 (1936-1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 48 (sequence 50)
Language
German
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48 den Ereignissen in dem kleinen Ländchen am Ostrand des Mittelmeeres folgte, wurde überschwemmt mit Berichten über das »palästinensische Wirtschaftswunder«, wie damals der Fachausdruck lautete, ökonomische Probleme behaupteten das Feld bis tief in den Winter hinein, und erst als das Jahr 1935 seinen Vorgänger ablöste, begann sich die Politik neben der Wirtschaft auch in weiteren Kreisen zu behaupten. Die Politik hat dann gegen den Frühling zu alle ökonomischen Interessen völlig in den Hintergrund gedrängt, und heute gibt es an der Oberfläche überhaupt nichts anderes zu sehen als Politica. Der Strom der Wirtschaftsinteressen ist ebenso ins Unterirdische gedrängt worden, wie er noch vor einem Jahre alles andere überflutete. Wir folgen also der Chronik und auch einer gewissen inneren Logik der Ereignisse, wenn wir bei der gegenwärtigen Rückschau über das letjte Jahr in Palästina uns zuerst mit den ökonomischen und dann mit den politischen Entwicklungen beschäftigen. Auf der Höhe der Wirtscliaftskurve. Im vorigen Spätsommer stand das jüdische Palästina auf dem Gipfel seiner Prosperität. Die Einwanderung hielt sich auf einer, selbst von den Optimisten der »Vorprosperity-Zeit« für unwahrscheinlich gehaltenen, Höhe und schien darauf hinzudeuten, daß man auf längere Sicht zwischen 50.000—60.000 Menschen pro Jahr ins Land bringen könnte. Der Kapitalimport hielt in großem Umfange an und war begleitet von bedeutenden und bedeutsamen Investitionen auf den verschiedensten Gebieten der Landwirtschaft, der Industrie, des Handels und Verkehrs. Das Arbeits- und Bautempo zeigte eine fieberhafte Schnelligkeit. Neue Wohnviertel entstanden, und neue Siedlungen, ganze Industrieviertel, die wie im Handumdrehen im Laufe eines Jahres erbaut waren, begannen bei Haifa, in dem nach Akko gespannten Bogen der Bay, in Tel-Aviv und bei Tel-Aviv zu arbeiten. Zugleich mit dieser Verbreiterung der Wirtschaft hielt auch die auffallende Hebung des Lebensstandards an, die eine der wichtigsten und charakteristischen Erscheinungen der gesamten Prosperitätsperiode im Lande war. Mit dem Moment jedoch, wo die palästinensischen neuen Unternehmungen die Periode des Aufbaus und der reinen Investitionen durchschritten hatten und ihre Rentabilität beweisen sollten, tauchten in der Wirtschaft neue Fragen

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