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Jüdischer Almanach · 1936-01-01 · 5696 (1935-1936) · p. Seite 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5696 (1935-1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 65 (sequence 67)
Language
German
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Alles im Wachsen 65 Fall war. Ein großer Teil seßt sich in Haifa fest. Der Hadar Hakarmel hat seinen Charakter als ruhige Wohnsiedlung eingebüßt, und die wunderbare Aussicht auf den Silberbogen der Bucht kann man heute nurmehr bei den Straßendurchblicken und von den Dächern der vielstöckigen Gebäude dieses Stadtviertels genießen. Hebräisch ist hier noch in viel stärkerem Maße in der Defensive als in Tel Aviv. Man hört hier viel Deutsch und neuerdings wieder Polnisch. Auch hier überall das Rasseln der Beton-Mischmaschinen, das Entstehen neuer Straßenzüge, eine enorme Bautätigkeit, die nun schon auch in starkem Maße sich zur Karmelhöhe aufwärts zieht. Auf dem West-Karmel ist ein großes Sanatorium entstanden, ein neuer Schritt zur Verwirklichung der oft erwähnten Pläne, die Heilkräfte dieser gesegneten Küstenzone auszunüßen Draußen, im Emek Sebulon, neben der Arlosoroff-Stadt, der Arbeitersiedlung Kirjath Chaim, ist die erste Vorstadtsiedlung deutscher Juden, Kirjath Bialik, entstanden; und ebenfalls auf den billigen Erbpachtböden des Keren Kajemeth Lejisrael sind rund 40 Fabriken teils schon errichtet, teils im Aufbau begriffen. Eine Fahrt durch die Pflanzungszone südlich von Tel Aviv: Hier liegen die alten Kolonien, aber man kann nicht sagen, daß man etwas Fertiges sieht. Die Gegend ist sozusagen wieder nicht mehr fertig; Rischon le Zion und Rechoboth werden zwar noch immer »Kolonien« genannt, wie in den 80er Jahren, nicht »Dorf« oder »Großdorf«, was sie in den legten Jahren schon gewesen sind; aber sie schielten sich heute an, Städtchen zu werden, und neben die Pflanzungswirtschaft ist die Industrie getreten. Bei Nachlath Jehuda z. B. wird von einer tschechoslowakischen Gesellschaft eine Ziegel- und Betonröhren-Fabrik großen Ausmaßes gebaut. Die Häuser und Gärten der Plantagenbesißer atmen Wohlstand, nicht minder ihre Autos und die Motorräder ihrer Söhne, aber die Orangenpflückerin Verpackung am laufenden Band

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