Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5691 (1930-1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 49)
- Language
- German
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47 scher Kontrolle stehenden „Doar Hajom" u. „Palestine Weekly"), 3. die Propaganda unter den ungebildeten arabischen Massen, 4. die Erweiterung der Jewish Agency, die den Arabern Furcht eingejagt habe, 5. die unzureichenden Militär- und Polizei-Kräfte, 6. die Unsicherheit bezüglich der politischen Richtung der Palästina-Regierung. Die Kommission empfiehlt daher, 1. eine genauere Definierung der englischen Politik, besonders über den Schutz der nicht jüdischen Gemeinschaften, 2. eine genauere Festlegung der ImmigrationsPolitik, 3. eine wissenschaftliche Untersuchung der Bodenverhältnisse und die Verhinderung der Verdrängung der Fellachen vom Lande, 4. eine neue Prüfung der Frage der Konstitution, ferner einige kleinere Anregungen. Die Frage der Klagemauer und die Prüfung der Sicherheitsverhältnisse waren inzwischen bereits durch Separat-Akte erledigt worden; zur Untersuchung der Rechte an der Klagemauer wurde nach längeren Schwierigkeiten eine internationale Kommission des Völkerbundes entsandt, während zur Reorganisation des Sicherheitsdienstes die englische Regierung einen Spezialbeamten delegierte. Harry Snell, das der Arbeitspartei angehörende Kommissions-Mitglied, gab noch einen Sonderbericht als Minoritätsvotum, der dem jüdischen Standpunkt weit günstiger ist als der Majoritätsbericht. Der Bericht der Shaw-Kommission wurde in zionistischen Kreisen als ein schwerer Schlag empfunden. Der Bericht selbst wurde bei extremerer Beurteilung als parteiisch und geradezu antisemitisch, bei milderer Beurteilung als oberflächlich und verständnislos charakterisiert. Die Jewish Agency hat am 3. Juni eine ausführliche Antwort publiziert, die der Mandatskommission des Völkerbundes vorgelegt wurde. Die Regierung hat zuerst angedeutet, dass sie den Shaw-Bericht nur soweit anerkennen werde, als er sich auf die letzten Unruhen beschränkt, hat aber dann am 1. Mai durch die Entsendung eines Spezial¬ Kommissärs, Sir John Hope-Simpson, zur Untersuchung der Probleme der Immigration und des Bodenkaufs, bewiesen, dass sie auch die übrigen Feststellungen der Shaw-Kommission wenigstens grundsätz-