Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 155)
- Language
- German
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Walther eidlitz. Davids Kindheit Ein Kapitel aus dem Buch „Die Gewaltigen", Erzählungen aus drei Jahrtausenden, das im Paul Zsolnay-Verlag Berlin-Wien ersdieinen wird. Absalom war blaß geworden, als er das stumme Wühlen in dem König gewahr wurde. Unmerklich rückte ^r zur Wand, als ob er eine Rückendeckung suchte. Voll "estiirzung dachte er nach, ob er vielleicht leichtfertig 2Uviel ausgesprochen hätte. Sdiweigend betrachtete der König sein Kind, dessen "ackernde Augen ihm auswichen. O, wie zerteilt war dessen Gesicht, die obere Hälfte, die Stirn, edel, wie aus ^'«basier geschnitten, die Kinnbacken brutal, der Mund dirnenhalt. Wortlos ging der König fort. Müd sdiritt er auf der Uferstralie längs des Teiches Ke,hesda. Wie ein eiserner Mantel umhüllte ihn sdiwer Se>ne Trauer. Bei dem Sohn fand er die Jugend nicht, nirgends fand er sie. Er dadite, er sei welk, der Sohn welk, alles sei vermorscht unter seiner Regierung, ^'dils Junges gebe es mehr, die Kinder würden alt ge- 0ren, greisenhaft spielten sie auf der Straße. Aul den Stufen, die zum Teicli hinabführten, stand Pjj junges Weib. Sie blickte unbewegt ins Wasser. Erdl'äftig und silbern ersdiien dem König ihre Gestalt, wie Jn schlanker Ölbaum, dicht am Wasser gewachsen, und e ersdiien ihm anders als alle Menschen in Jerusalem. Der König fragte sie, wie sie heiße, woher sie ^'Brnnie. Klar und ruhig antwortete sie, sie stamme aus ^e,T< Lande Juda, sie sei die Erau des Hethiters Urias, ber jetzt im Felde für den König kämpfe, und sie heiße 8athseba. 141