Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 90)
- Language
- German
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Man rechnete mit ernsten Demonstrationen der Araber. Englische Panzerautos fuhren ehe Balfour nach Palästina kam — durch die Straßen Jerusalems; die Lanciers wurden in Jerusalem zusammengezogen, das genügte. Als Balfour selbst nach Palästina kam, brauchte er keinen militärischen Schutz mehr. Die Araber hatten die Bereitschaft der Regierung erkannt, ihr Streik brach zusammen. In Jerusalem waren allerdings am Tage seiner Ankunft viele arabische Läden geschlossen. Als aber die Händler die vielen Fremden sahen, die in der Stadt waren, da machten sie allmählich ihre Buden wieder auf, bis am Nachmittag das Leben wieder seinen normalen Gang ging. Die Zeitungen erschienen wohl mit schwarzen Rändern, hingegen gab es außer dem Gebäude der arabischen Exekutive kein Haus in Jerusalem, das Trauerfahnen hißte — es waren offenbar zuviel Touristen in Jerusalem, als daß man hätle trauern können . . . Am ersten April war der große Tag; sicher der bedeutendste Tag des jüdischen Jerusalem seit Bar Kochba. Die drei Kilometer lange Straße von der amerikanischen Kolonie bis zum Skopusberg war voll von Menschen und Aulos. Zwei ununterbrochene Linien von Wagen fuhren die Straße enllang, die einen bergauf, die anderen stadlwärts, neue Gäste zu holen. Die Kraftwagen von ganz Palästina waren in Jerusalem versammelt. Am Skopusberg, vor den Toren der Universitätsmauer, stauten sich die Wagen, ein Zug Lanzenreiter hielt Ehrenwache. Die blauroten Fähnlein flatterten im Meerwind. Vor dem Haupttor warteten die Assistenten der Universität auf die Vertreter der fremden Hochschulen. Zum ersten Mal seit undenklich langer Zeit sah das jüdische Volk Gäste in seinem Land. Ahasver war end" lieh zu Hause . . . H>