Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Almanach · 1926-01-01 · 5686 (1925-1926) · p. Seite 86

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5686 (1925-1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 86 (sequence 88)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/4919024-4919026--0091-4919115
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Der Krieg unterbrach die Arbeit. Im Dezember 1917 eroberte Allenby Jerusalem; noch war der Krieg nicht beendet, als Weizmann, dessen blauweiße Standarte im Hauptquartier des Marschalls flatterte, die Erlaubnis zur feierlichen Grundsteinlegung der Universilät abrang. Weizmann wollte ein Fait accompli schaffen und selzte seinen Willen durch: unter Kanonendonner wurde im Juni 1918 der Eckstein der Hebräischen Universität gelegt. Es war eine Geste, nicht mehr. 1920 kam Churchill nach Palästina. Wieder fand eine Feier auf dem Universilälsplatz statt. Aber die Universität selbst kam nicht vorwärts. Das Kuratorium ließ sich Zeil, hatte vor allem nicht genug Geld für etwas Erstklassiges, wollte zugleich nicht bescheiden werden. Das lateinische Patriarchat bemühte sich, einen Vorsprung zu erlangen: 1923 errichtete es eine „arabische Universität in Jerusalem, die von einer Universität nicht mehr als den Namen hatte. Das Kuratorium gab nicht nach: langsam ging man an die Schaffung von Forschungsinstituten als Grundlage der neuen Hochschule. Im Sommer 1924 — als die Universität des Patriarchates bereits sang- und klanglos eingegangen war — eröffnete Professor Fodor aus Halle, der sein Chemisches Institut in unsagbar mühevoller Arbeit vom ersten Stein bis zum letzten Instrument selbst eingerichtet hatte, die Vorlesungen an der Hebräischen Universität. Es waren die ersten Vorlesungen über Biochemie, die je in Hebräischer Sprache gehalten worden waren. Das nächste Gebäude, das eingerichtet wurde, war das Mikrobiologische Institut; amerikanische Ärzte schenkten der Universität eine Röntgeneinrichtung für ein Röntgeninstitut; das Forschungsinstitut für Jüdische Wissenschaft folgte, das mit zunächst drei Lehrern seine Vorlesungen begann; Anfang 1925 wurde in Haifa das „Technikum" eröffnet, das ebenso wie die „Landwirt- 80

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.