Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5686 (1925-1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4919024-4919026--0023-4919047- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
die Begeisterung zum Teile geschwunden, aber bei sachlicher, ruhiger Beurteilung seiner Amtstätigkeit, die mit dem Beginn einer geregelten Aufbauarbeit im Lande zusammenfällt, wird man angesichts der politischen Schwierigkeiten, die der Durchführung der BalfourDeklaration von Seiten der Araber entgegenstehen und die mit der Bedeutung des arabischen Volkes für das britische Weltreich zusammenhängen, wohl nicht allzustreng mit ihm ins Gericht gehen können. Im Gegenteil: man wird trotz vieler Fehler und Unterlassungen, die er begangen, zugestehen müssen, daß er es in Palästina — im Gegensatze zu den Nachbarländern — verstanden hat, die Araber im Zaume zu halten und durch die Pazifizierung des Landes die Voraussetzungen für die mit den Anfungsschwierigkeiten kämpfende jüdische Aufbauarbeit zu schaffen. Und so sieht der größte Teil der Judenheit mit Bedauern sein Scheiden. Sir Herbert Samuel hat über seine fünfjährige Amfsperiode an Hand überaus interessanter Daten ein Weißbuch veröffentlicht, das sich wie das Hohe Lied der jüdischen Arbeit im Lande liest. „Man muß zugeben — heißt es darin, — dal.i die Beschwerden der Juden mehr Berechtigung haben, als die der Araber." Insbesondere treffe dies auf ihre Klagen wegen einer minimalen staatlichen Unterstützung der jüdischen Schulen und der unterbliebenen Verteilung von Staatsländereien an die Juden zu. „Die jüdische Bevölkerung — heißt es ferner im Weißbuch — ist lediglich auf sich gestellt; allein die moralische Ermutigung durch die Balfour- Deklaration und die offizielle Anerkennung der hebräischen Sprache, ferner die Möglichkeit, sich auf die Regierung Palästinas in Bezug auf Aufrechthaltung von Ruhe und Ordnung zu stützen, hat sie von der Mandatarmacht erhalten. Im übrigen hat sich die jüdische Bewegung auf ihre eigenen Hilfsquellen, ihren eigenen IS