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Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-11-17 · 15 (17.11.1932) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
15 (17.11.1932)
Date
1932-11-17
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Bremer Nachrichten. «jemand kann dir Verantwortung aus sich nehmen, die soziale Fürsorge in, Stich zu lassen. Viele habe» den ihnen zuges,ellteu Aufruf ves Zudischc» Wohlfahrtsamts »rchtlos beiseite geregt: wenige nur haben der Bitte uni Spcudcnzuweisung entsprachen. Wer niithclfen will, die 'Jiot zu lindern.;ahle seine Anwendung auf Postschclksivillo 'jiüis Hamburg oder bei der Bremer Bank 'izr das Züdijchc Wohlfahrtsamt ein! Morgenfeier im Hause Atlantis, Emer Einladung des Wo- »icindevorftands folgend, sprach Herr Obcrrabbincr Tr. Joseph E arledach, Altona, am «>. November anläßlich des M>. Ge burtStages von Baruch Spinoza zum Thema: „Wie urteilt das Judentum aus geschichtlicher Perspektive über Spinoza, den Men ^chcn und Tcnkcr?^ Redner, gabzunächst eine Schilderung der Umwelt, aus der Spinoza stammte und i» der er später lebte, und verstand cs meisterhaft, den Abstand des großen Tenkexs von den herrschenden Anschauungen der damaligen Amsterdamer Zudcnhcit;u erläutern. Wolle man die Zrage beantworten, ob der Bann, das Verhalten seiner Gla»bcnsgc»vssc» zu Recht bestanden habe, so könne man das nur, wenn man Spinozas eigene Lehrmethode „more gcomctric'" anwcndei Nicht nur Spinoza, auch viele andere hochbegabte aus Spanien und Portugal gcflnch tere Maruncn seien auf katholischer Grundlage erzogen worden und machten sich von den Hilden ein 'Phantasiehild, wie cs in den Niederlande» in keine» Weite der Wirklichkeit entsprach. ,1» der Unduldsamkeit ihrer Zei' besangen, konnten große (Geister wie Spinoza und Uricl da Evita sich nicht in die Vorstellnngswclt der holländische» Zudecindcnkcn, »och diese Verständnis auf bringen für Methode und Leidcnschastlichkcit. die den Marancir in ihrer spanischen Heimat anerzogen >var. — Auf die Philosophie Spinozas eingehend, erläuterte der Redner: Spinoza wagte die Bchauprung: „WM, Mensch und Welt sind eins, der große Tualismns von Leib und Seele, von (.'Seift lind slorper sind nicht zwei selbständige scinsprinzipe, sondern es sind nur die beiden seiten der einheitlichen Welk. Alles ist »liier dem Gesichispunkte der Attsdchi. >ng und des Tenkens zu betrachten, snbstanlia bei cst causa sni, alles folgt nur ans der notwendigen Ratnr Gottes. Alle Wesen sind nur Modifikationen, der göttliche» Substanz. Tas Gesetz, das die Natur in mathematischer Notwendigkeit regelt, regelt auch alle 'geistigen Vorgänge." Spinozas Lehre kennt keinen Zwiespalt zwischen Gott und Menschen: cs ist in ihr kein Raum für Zortschritt, Entwicklung und zur messianische» Per- Btn»ia«ijielllijna5ammiüii9fl0sisr.FraBeBi>ereins vollkomninnng vorhanden. Spinoza unterscheidet »nr Richtiges und Zalschcs, kein Gutes und Böses: durch das Einsdenke» mi. dem göttlichen Gedanken erkennt der Mensch die Tinge durch die nnror bei intcllectnalis. — Bei solcher Einstellung mußte natnr gemäß ein Konflikt mit der Bibel und demgemäß mir der jüdischen Glanbcnsgcmcinschas' 'ntsieheil, die >,» Gegensatz z» spi no; ihre trotz fortgesetzter Bedrückungen noch heule dauernde EtZsten; auf das unbegreifliche Walten Gottes zurückführi. Wäh rcnd er der bedcntfainsle Vorkämpfer des Liberalismus wurde, mußte er sich andererseits mit der Bibel anseiuandersetzen und konnte es nicht. — »lit hervorragender Weise verstand es Herr Hbcrrabbii.er Tr. Earlebach, das besonders für ihn als Prototyp der gcjctzestrcncn Richtung Ichwierige Thema zu meistern und die ergriffe', lauschende Zuhörcrjchar bis;»,,, Schluß seiner rAussührungcn zu fesseln. Zeder, der sich mit einer Ausrede der Morgen fcier fcrngchaltc» hat, ist um ein Erlebnis gekommen; daß der Redner dennoch vor einem vollen Hause sprechen konnte, soll nicht unerwähnt bleiben. Zionistische Ortsgruppe. Am Ticnslag. den Ich Oktober, jand die angctü'idigtc Veransialtnug unter dem Motto „Tie sprechende Zeitung" statt. Mint Zacharias leitete den Abend mit einem allgcnieinen Bericht über die Entstehung zionistische, »Ideen ein, worauf Herr »Ingenieur Weinrcich die derzeitige Lage in Ercz Asracl kcnnzcichncte. (rin Bericht über jüdische Arbeiter 'ragen von Herrn Paul Lisjer wurde in dessen Abwesenheit zur Verlesung gebracht. Herr Peter Piuthns berichtete über jüdische Zugendbewegungen. — Zu Beginn des zweiten Teiles der Per austaltung erstattete Herr M>ul 'Ae iß er si ritik über 'Aeuerschei nungen auf dem Büchermarkt, die sich mit jüdischen Tinge» br fassen, so B. über das Buch „Uricl Acvsla" dec^Breiuer schrisl stcllcrs Zoses Vüastciu. ik-ber „jüdische Zraueufr.igeu" sprach Zräulei» Arma Landesdorf, Zrau Rosa Ostro berichtete über die Arbeiten des .Zieren Rajemeth und .Zieren Hajessod. Ten Abend beschloß ein humoristischer Reisebericht von Alfred Eohe». Am Ticnstag, den I. November, berichtete Tvväitlein ,^rma Lan dcsdorf über den Telegicrtcntag des Nvrdlvesideütscheu Gruppe» Verbandes in .Ziiel, zu welchem sie von der Ortsgruppe Breuien entsandt worden war. — Zränlcin -.Mirjam Wall las aus den i» tcresfanten Briefen ihres Bruders, der als Ehalnz in Ercz Asra^l ,,, der Kwuzah Schiller arbeitet, vor und erregte damit das größte Interesse der Anwesenden. —Zum Schluß machte Herr Kurt Zacharias einige kurze Ansführnuge» über bic bevorstehende Reichstagswahl. — Auf der am Sonntag, den 27. November, sta'tlindende» Ortsgruppenvcranstaltuiig, gemeinsam mit dem Jugendbund spricht Herr Tr. Marx, Hamburg, über das Thema. „Zionismus und .Ztommunismus " 'Ausspracheabend.I .Ztulturhöhcpunkte vergangener Zeiten und ihre Ausstrahlungen. lautet das Thema, über das Herr Gymnasialdirektor Tr. Schaal am Minwoch. den :w. November, 2l> Uhr. ii» Vortragsiaal des Hauses Altantis spricht Ter Vortrag behandelt.-.. Tie Akropolis in Athen, das »tapitol und die .Ziaiserfora i» Rom, den Tempelberg in Zenisalein und die Alhambra in Granada. Preis der starten 75> Pfg. .'iarteuausaabe am Novembe^ im Schauspielhaus. Ter Lichtbildervorirag ivird am 7. Tezcinber iviederholt. Wer Hilst mit? Wer ist bereit, einigen unterernährten n.imilien regelmäßig Lebensmittel zur Verfügung z» stellen'? Ein Pfund monatlich, von vielen gegeben, ermöglicht es der Pfund 'pendc, helfend einzugrcifcn. Beauftrage» Sie Akren siausmann 'osort, regelmäßig nronailich ei» Pfund Lebensrnittel in Ahrem Aufträge nach Garlcnslraßc »> zu schicke»' Züdischr Zugcndverrinigung Bremen, llebe, die Arbeit im Ok ober November liegt folgender B. riw! ver'z Tie!eor> etzung »nsires Zchklus: „lln'ere V.raie iprecku^i zu uns", gestaltet.- sich zu eineiu iiiieresjaut.» Abend. Hermine Tu chomuu, Arnold Löweusietn. P.ler Piiuhus und Rolf RotlibbitH gaben sich viel Mulg'. ihre storrefera e inieressan. auszugesial e» Zu 2»cko:h besuchten wir mit elf Mitgliedern die Suckah des Herrn Rabbiner Tr. Aber. Ta es regiieie, ver.oeiileu u>>> nu> eine» Augenblick i» der Suckah und verbrachten den Abend im Arbeitszimmer des Herr» Tr. Aber in angeregter Unterhaltung O kl ober war eine außerordentliche M> g!> derv.r amu, luug vo», Vorstand eiuberu'e» ,vorbei,. Aus d.r Taeesordnung >tano der Ruck.rin des Vorstandes, doch zog di.ie, zu Beginn de» Versammlung die Tagesordnung;:muf rrud gab b kau»:, baß der Vorstand im Amt bleibe, da er.fatzungsgeuias; au> ei» .»ab, ge wählt sei und nicht gegen die Satzung verstoßen »volle. Meyr als zwei Trillel unserer 'Mitglieder lvareu annveud: dazu einige Her reu. dir sich in» un-ere Arbeit äniereii^ereu T > Arbeit--berut» zeige eine ständig wachsend»- Aktivierung unsere, Alb.i: Te' .Ztasseutreri»»! zeigte leider einen Anssall von Ein».Tie Ausivrache brachte einige sachliche Meinungsvcri'.hiedeuheiie» ,u tage, die nicht angenehm zu behandeln waren. Ter Abend iäiloß mit eiueui eiusiimmigeu Veriraueusvolum fui den Vorstand. Weder Leiter des Abends, Tr. Herinaun Lehmann, beantragte. »U, wressanl ivar der Abend unter Leitung von Ernst Säirageubeiiu „t>-r '"'"sioanalyse. Bei uaßkal.em '!eei:er zogen unseie uu.rmnS lulieu Zuugeus zur Zahlt lW, Oberueulaud und kainen sidel wieder »ach Hause. Tie A. G. „Zuoitme «Aeschtch:»- br..ul>ie uns. »nt .Zluri -»acharias dreimal mit mehl als >2 '.u>'iigii»delu und einigen Gäste» zusamine». .Zturi zZachanas veijiaud es gte,uzend, Nils einen Ueb.rblict der gesamte» jubisa.eii E>eich.ichte zu'g,bei:. Der englische .Ztursus läuft weiter, lieber den Verband, die ge lamljudiiche Zdee und uusere Arbeit brach e :>io.. Ro:t: .t>>lb au Hand eines Rundbriefes viel Neues aus der Tätigt,-il unseres Verbandes. mit dem »och maucber Abend ausgefult: ivelden lond lletu-i „stampf gegen die svzi.ne '.>>»>>" 'p»a>I> H. >l Taeger, M d. V. Herr Taeger gab un-> einen.!:.,iyi, lieb.>b!:ä live, dce historischen ilriach.-n lind die vaikung. n de, sozraien - genietze na erer Z,eii. Aiiiiahincstcllc» für die Psiindspeudc. Z>au Ed Alei.iue.i Zaikeuslraße Ul. Zra» .los. Platzer. Nordiiraße 2->i ,vt.m oin: Posnansly, Otto Geldemcister Straße 1:5, Zrau Tora .Ztörbchei, -Aeuiladtbahnhoi 2>, Zran Sa»» Ro:ki>t,i>d, Osie>-iraße Zi.u B. Gröger. Oslertorstcinwcg 77. Hauswart des Züdischen nirindehauses, <'»avteufu*a>l. Um eine orbunag.-matnae ve, -.eilung de> Psnudsammlnug zu er.uogli.tie», irird aeb.ien. Leisinu a.u für die Psundsl>ende jeioeils bis zun, 2» >ed.u Monat-.- vor zi'uelnu.ii. ‘ | Wohlsahrtsbrirsmarkeii l!W2 werden als »lginzend. Z»l,»>,>.- f»r Notleidende aller Bevölkerungskreife ab I. November vertiis beu. ^-',ur Ausgabe gelanget, solgeud. A-eile l Pfg . i; Psg 12 Ptg. . 2"> Big. und I" Psg. Bceituarl. ,i. deieu -pl'UnltUla c'iultialet! zur irrattliernua IH'n Voineudtt tt rsumi.nl, de,tt Zu oe., 'Ausland bi s zum:!«!. Ztiui i-.i.;:; lr»i> T r aroßre Teil d »■-- 2: .'-»HI tahrlsztilibl lages verbleib. den \ Wohli.rln: lsverbrude». 'i!-ae> ii Wohlfahrls briestit.rrkett dtir. ili das Zit-dttU:. Wobl'aKr tsa m bv;:v'h i, iorderl dre jitdtteh loz'ale ,vit>sorae in v ii-uiee Marke ubei. Ul'- » mit 1e 11 feit kosten 2 M '-1 r k Zeitgemäßes Schenren iii, nutz. nuiUo - zu -g-eole». T:e >- her übliche ZoruZ. Bluuieu zu ichenien. in nul l mein zeime»,»,,; LLer au- Stelle von vluin.-> ein 'Ab!oiunast.l.a> > uni de - n»>:- scheu Wohlsahiisaniies benutzt, hllkl Pinm entem Hilssb-.dui: tiiv», »iilU deiu veolilialn s itul und ma-.bl d ,,, EtUplattaer irrende. Lprcchstunvc» im Züdischcn Wohlsahrtsamt m-d srdeu Mou iag »no Touuers'.ag von 1» bis 12 Hin!>u >->eu:e:udeliauie, i'-tii lenüraße 7 T ie Einhaltung diei.r Zeiten liegt im Zuienne a»ei Hiltsbedursligen und lltalsucheudeil. Zn besoudeas dringend.» Zalleu kaiiil Vorsprache aitch au den übrigen Vormittagen er'ol gen, doch ist vorherige -A»>iield»ug ersoroerlich Wir suchen Stellen fiu Tischler, Schlachter, Verlause,. Sl»no ivpistitiu » »stv.?>>beilaeMr, berii»k>ichi>al auch jüdische 'Arbeits lvse!

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