Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- 14 (15.10.1932)
- Date
- 1932-10-15
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Her ..3tiqfiihiifiiif-nlif*. -$rilaar bfr „3üöitd)cii •2l;od)fu;eitunq Wiiiifl", rntitrltmcii in r lolflenbr 'Jliiialjf: Warum sü-ische Geschichte I Tic ,üc>iidu Frage tritt l;cute den inufli'u '»»bc.i mein aleob|f!tuc oraqi' ciitflfflfu. Der '.Iniiiemiti-Miui-J) rc: „itibiid» Inlerciiiert um’ „Uiiintcrciiifrlc“ i» flkidci Weile trifft, iineiiit immer mehr hie Beidiäftigung mit joldieu Fragen i» beit st-orbergninb ,;u rüde», oie in unmittelbarer Beu luing zu den »robiemen der jitbiiduM ">eqeiiu>art, zu ’iV’ntfr-avi-?ficlrten. Ber; f-ict'id'tnng, i.'fben*»iöfl;idiioitcii ber Iuben ftrlif i. Tic Bridtdftifltmq mit brr iiibiidieu Neidiiditc hilft »n-, eine '.'lutmort n f rie Jvraqr »ad> bei» 2 i u u alles bciieit;u iiitben. W n r 11 m flehoren wir einer ioldn'ii i''>cnteiuidiaft., burd) bie wir mir reib imb mirtidiaftlidie '.Vadttrite erlanflcn? Wa-> hat e-5 mit iueier Inbenl.eit a,f iidi? ttöum'it mir linier idnure.' 2dii Hat troh allem I i r fi e u'* . 3» brri 2diid)lcn erfn(;rrn mir in ber jftbiidieu ('ieidiidite etwa'- rom ii'niidu'n 't;ol!r. Tie erste 2dtidtt, bi.' imtitijd’e f''e« i hiri'te, (irriditet uit-rihm hem ä» stören hVben uitb ber Irntmi.f« l. ua he- 2rliikials ber Jude» von ber .feit ber Staatlichkeit bi-j V r 'eit her-derftrounna, ber llijterbrüiiinfl. bei!5man;ivation i:ub' bfr '.'lutono:»» beitrcbunacn. '.’tu-j inld’cr Betraditungsmeiie, mir iie Tnbnoto in ieiunti f'tcidiirfit-jmerf vor allem übt. föiinen mir manderlei rum Pecstanbiiis nuierer lentigen Lage n»b tut irrer fiitmi!Tuua->ntöiilidifcitcn erfahren, ohne bas; uns allerriii}1-> bie 2i'»frone beantwortet mürbe. Tie ui!'ile rdiidtt innerer (''Cidtidit-M'ifuhriinq ist bie aeiste-Z« iieichihtlidi . bie i'-raeh. nns vor allem nälechringt. Wir erfahren hier, wie tum 0'c aerobe infofae non >?ast ..P.'iaditnng nnb arlnnnin b-i' iübiid'e 'Pol' nidit nur in seinen vrobnktinen Elemente \ i. inett ie.r ft el froeti ioubern in be' grosten Maste he' Bol'e' ein Bo'l "»'> Tenkern ma-', ba-> bee Menidilieit stete beiinielbehenb iei > tonnte niht ii her 'Jtcrfüubmtfl, ioitbcrtt in ber .Newäl iniia be- 2ane-: i h> bnrdi M'adik unb nidit bnrdi ('‘emiilt 'oitb-'r i bnrdi beit Kleist! '.'(her ber 2im uu;r:e> 3uxeiein-j inirb erst be u ansgehen ' töirvu, ber i i. bjr b-itte 2d'id» hiunbfteiflt be itodi kein (>'e id id t-n er' flcmibmet ist. in ber uirfit meh von bet volitifdien iMlebuide-, nicht mehr mm be fleiiti ict 'lfrobnfti'.m b eiiibi id eit Pol'ebie liebe ist. io'ber i mm b 'iu immer mieber mir,- alü kten rnb immer w'fber von - ine n ,.Neste' begonnene> Per«, in t’, eine For n n.e 'iddirh. n vebe.i-:- nnb tiha •nmcu'ebcn-j fiu'.e ■, bi.- brr höchst » B.-stininnng be> Menidten eiitinridit. '.'ii1-t iie ui n. rtiiube i imb ui orebiiten, ionbern ii im eigenen vrheii ui hrii tn m. -börr weist, hast er liic ei te '.'(-ifaahe her Aortieluiii'i nnb be-:- '.'ieutieaiiiiieiio hat, ive. iie iidi an» be iiibi id eu i''eid’id'te l era i-e-ftelII nnb in icinem i'fheit. ui venvirklid'en ir hi, fnr be» ist 'ulbeiein nidit mehr iinufo'ej 2dii liaf. ionbern irrbernbe uitb irenbin bejahte '.'lniaabe. r ii ft M o eh a d> e r. ' Warum lernen wir Hebräisch? midi b e ihniiirnhe b i ,.2dml. ber iiibinl'en Z»steiib" ir.'iforberte liniae turu 'Jhiiierlniiaeii u> bieier Araqe nt rnadu'N. i immte id' ohne i-'i uer - ui m.il id» nTattbte. in ein vaar feilen I ’d t e ne:i lleh.ibli.t iih i ba- ’-'lanle ‘.'(vheit aehen ui können > ’.'l'-S ir!< aber bann b e d:eae aenan bnichbadite erkannte idi. wie id werwieaenb iie ist eiiiil^ilt iie uid’t bi aeiamte 'l;roMemntil be' iiibiiden Menich. n i-on heilte? Ist eo beiilbiir. hast inan im I ihre Hn bieie-oraae aeitellt hätte? Id> möd'te iie etma-J mobiiiueren: „'Warum Io«neu mir. heute mieber le'ebräitd'?" II.ib ui'iir a - strenibivi ad e io ivie nur Vateiniidi unb i'»rieri’iirfi. (.Mtitliiih »nb?.> an löst ich k inen C?-> aab eine;feit, in ber mir Sybründ* wie innere 'nin11erii'rad-e lernten, in jener :{eit vor ber C'iUiinuratiou al-> ba-> Iiibiid e noeh nnier iiir,iiier Vib n-jinhalt mir Unb eaab Uhi Ia,l,re iräti’r eine Ieit. in ber mir .<? briiiid' q a i n i d'I mein lernten, weif mir nfmibten, bie Poll inbiinq innerer (.'inanunation nnb nuierer '.'lnal,idnna an bie P 'lkci her Welt babnich am llarste» bann» ui können Jfi.-nte lei nen mir mieber $> bniiidi: ma-j bebentel bae? vo bebentei U nächst, hast mir ben ilininn klar iehtn, ber um? vi,'n ben Völkern bee ’We t trennf; einen tHänui, bet unnr bnrdi priitiaen 'Jlnetanidi ■ ui iiberbriiden ist. ber. aber bestellt Ilm bie '.Viöplidifeit bee qei st>a<n Oln-Manfd e-> -,n iiabiii. miiiien mir ’,n allererst einmal int i.rrn (ipeiiru 2tanbimntt ieiileaen 'Wie märe baanbeimüp lid, ale bnieh bie sviale? Tic svradie nidit nur al- Per mittler beallaemein liibn't en t'Vifte-Mtute-J. ioubern al- Rubi.iek--iorni bi *V'-> ('leine-:- an iieh. bi-d ■- iiibifdien (Heisteleibst. i:luid-ft alio ber 'Wil e ,»r Ruf' ed terliallnna ber eigenen?lrt. u;d'bem mir im Lanie ber lebten Iahruhnte haben erkenüe» m. iiü'ii. bah bie e eia n. 'Jlrt io stark ist. basiie iid> aewolll ober intaen'olll »id>! aiiblöid'cn lästl llnb nadi ber 15'r kennt ni.< bieier iiibiiden Rn bao B e kenninib ui ihr. ba- Bekenntin-, baaber »in bann neitvo l ist ivenn ihm bie Tat fohlt. Diese Tat »inst eine veianimortnna-beivns'te Tat sein. In bieier lieber uujinini haben iidi innste Menidien uiiommeniiefnnben. um in ber „2d'iile ber itibiidien Ina nb“ aemeiniain ui arbeiten 15iit immer fdai-er. meint bie orn.iniidte 15ittmief(üiiii einmal unter ' loden morb«n ist, nette '.'lnsabvnnkte u> fleminnon, aber bie Not UH'ttbiqfeit tft aeaeben. ber flute Wille ist ba Also: Glttdanf znni neuen 2d,uliaiir! 'Wir mijien, wofür mir arbeiten: e§ flilt, unser llniflene-j mieber für nniu erobern: ein jeher helfe bazu uadi seiner ilrast, nach feiner Beflabniifl! 2o .schassen wir bnrch ui, irre Arbeit unb wirkt iie and, noch so brid,eiben im kleinste» .'trei-? , burd» b:c Bestl»ä!tiflniifl mit ber hebräiidicn spradie Utnnd'it bie Vorbebiitflinifl für ba- Berstänbninuferer 1-leschichte. für ba- 'Weira unterer Wemriufdait. M äthe stabe n st e i n. vor üer Türe. Ifinc 2zene von I. L. Pere;. Iinstere Nacht. Irin entleflenes stilles ttüßchen. Zie fiht ans einer Bank vor dem Fenster unb starrt vor sich hin. Er kommt heran »nb sieht sich um, ob ih» jemand beobachtet. E r berührt saust ihre 2d)ultcr. 2ie, iid) i» ihm hiitivendend, tonlos: Tu? E>, mit einem Blick aus das dunkle Fenster: Bist du allein -' 2. i e: Ter Bater im Grabe, die Mutter im Gesanflnis. 2d> bi» allein. Er: 'Was ist schon wieder los? sie: sie hat irflendwo ein Huhn flestohle». . . I» joläie.t Tiinie» ist sie flefdiidt. Aber sie Hai kein Glück. Wurde erwischt. E r: Ich wollte dir ja etwas fleben, . . \ sie, itreitfl: Icki will von dir nichts anitehmen. (Hart): E>eh heim. . . E r, flehend: Iafle mick) nicht fort ... sie, nach einer Pause: Ich habe deine Mutter gesprochen. Er. erfdivocken: Weis; sie etwas? Hat sie dir etwas gesagt? sie: sie ist so gut, deine Mutter. Es tut ihr leid, dag meine '.'Ute,übt. . . Unb gerade jetzt. . . E r: Was heißt jetzt? sie: Wo man für deine Hochzeit soviel eiuzitkaufen hat. . . Niemand kan» so gut einkauseit wie sie. . . Fett, und billig »nb znverlasjifl. . . Er. vorwurfsvoll: Mirjam! sie: sie will, icki soll die Mutter vertreten. . . sie w»n den iidi, warum icki mein Brot nicht burd) ehrliche Arbeit ver dienen ivill. . . \ Irr, »och vorwurfsvoller: Mirjam! sie: Ja, so heiße ich. (Panse.) sie hat midi z» der Armeumahlzeit geladen. . . sie wirs midi abseits von den anderen setze». . . Er will ihre Hand ergreifen, sie zieht sie aber zurück: Las; midi, gib mir die Hand. . . Ich will dich für die Mutter um Berzeihniifl bitten. . . sie kennt bid) nicht, sie versteht dich nidit. sie: Laß midi! E r zieht feine Hand zurück. 3 i e: Ich bin die Tochter einer Tiebi». . . Sie hat recht' Irr: Teilte Mutter ist dein Unglück! sie: Rede nidit so! Sie hat alles getan, was sie nur konnte. . . Ter Hunger war aber starker. . . Nun stahl sie ein mal etwas . . . Und als die Tochter allein zurückblieb, fand >ie 1'lnade in der Meusche» Augen. Er: Tenke dodi nicht daran! Sie: Geh cheim, wenn du willst, daß id) es vergesse! Tn 'erinnerst midi daran! . . . Er: Nein, id) meine es ehrlich! Ich Hab dich lieb, so liev! Sie: Und deinen Bater hast du nicht lieb? Teilt großer Pater mit dem langen, weiße» Bart und den strengen, dichten Aitgenbrai^u wird sterben, hörst du? Wie ein angehaueiier Baum wird sx zusauiiuenbrecheu, meint jemand von ihm sagt: „Ter Tiebiiv Mechntte»." . . . Und deine Mutter —'sie hgt mir ja uidns Böses getan! — wird kein Sbjt mehr einkochen ^ürs Spi tat: in der kühlen Erde wird sie liegen! Wenn ich neben ihr am Witter in der Weiberschule ersckieine, und deine Braut . . Er: Id| habe keine Braut! Ich will sie nicht! Alles hangt nur von dir allein ab - sag nur ein einziges Wort! Sie: Id> will es nicht sagen! Warum soll sich deine Braut die Augen ausweinen? Warum solle» ihre Wangen verblühen'-' Warum? Warum soll mau ein hübsches Stück Porzellan nehmen — die Blasse, mit den großen, verträumten Augen — und in Sdierben schlagen? Weißt du, was sie ganze Nächte hindurch tut? Ich weiß? Ich war ja auch einmal ein anständiges Mädel! . -.'.-Sie sehnt sich ... Sie webt . . . Er: Sie webt? Sie: Sie webt aus Moudstrahle» . . . und aus Seelen Itrahle». . . . Weißt du, was sie webt? Einen silbernen Nebel »m ihren Perlvbten. . . In einem silbernen Nebel sieht sie bid). - - Aus einem silberne» Nebel heraus hört sie deine Stimme. Tu kannst es nicht verstehe». . . Zerreiße den Nebel nicht! Sonst zerreißt du auch ihre Seele mit! Er: Idi verstehe bid) nicht, aber komme mir nicht mit ihr! Was geht sie midi an? ... Ich will dich, dich) dich! sie: Warum? Was kannst du bei mir finden, was nicht Ichon d» und andere gehabt haben? . . . Geh! E r geht. Sie: Nun ist das letzte Brett fortgeschwommen!. (Borhang.)! i