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Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-08-18 · 12 (18.8.1932) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
12 (18.8.1932)
Date
1932-08-18
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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scllschaft für jüdische Familiciiforschung Berlin berichtet: Am 31 Mai 1!»32 hielten wir int Bcrwalliliigsgcbändc der Jüdischen Ge meinde, Rvsciislr. 2, eine Bcrsamiiilnng ab, in der zunächst Herr £tto Rcutiiann einen allen „Stammbaum" im Original demvu slriertc, den 1847 ein socster Arzt. Tr. mcd. M. li\ Marens, mit eigner Hand in der damals üblichen Harm eines Baumes kat!> graphisch gezeichnet hat. Eigenartig sowohl durch die zeichnerisch.' Kunst, mit der ans diesem als -Hochzeilsgeschenj für die Enkelin (Minna Eliasbcrg) bestimmten Blatt von .',«1X42 Zentimeter viele.Hunderte von Personen mit vollständigen und exakten Taten dargestcllt sind, wie,auch durch die seltene Tatsache, daß der 79 jährige Berfasser imstande war, drei Gcncranvncn eigener Rach kommen zu verzeichnen. Rennia»» dcmoirstriertc neben diesem Originalblatt eine »ach moderne» genealogischen Grundsätzen ans geführte Tarlftclluiig derselben Personen in. einer TeScendenzlaiel, die naturgemäß unendlich viel »lehr Raum erfordert, dafür aber auch durch klare Ucbcrsichtlichkcit sofort verständlich nnd ables bar ist. . Krankenschwester. Nachdem alle Verhandlungen betreffs Tra tionierung einer Krankenschwester zu Ende geführt waren nlid Schwester susanne ihr Einverständnis gegeben Hane, traf ihre Mitteiliing vom 16. Juli 1932 ein, daß sic aus Berlin ein günstigeres Angebot erhalten habe nnd ans diesem Grunde ans die ihr in Breme» angebokenc 2teile verzichte. Die bremischen Juden zur Reichstagswahl. Eine überfüllte Pcrfammlnug des Central P c r e ins donij ch e r2 taut s biirger jüdische» Glau b e n s, an ivclcher sich der größte Teil der bremischen Inden beteiligte, nahm mit großem Interesse einen anfklärcnden Bortrag des .Herrn Tr. Mauritius »ahn, Tezcrnent der Berliner Zentrale des li B. entgegen, folgender E n t s ch l i e fr n » g ivnrde einmütig zngrslininit : „Tie heute Benutzt Brieftelegramme des Jüdischen Wohlfahrtsamts zu Glückwunsch-Ablösungen usw. Preis 1 Mark ohne Rücksicht auf die Textmenge. versainmclten Bremer Inden erheben lauten Protest gegen die maßlose Jndciihetze. die in immer zunehmenden, Maße als Pro pagandamittel des Wabltampses betrieben wird. sie wei.se» ent schieden und votier Empörnng die ungeheneilichen Berlenmdnii gen .zurück, mit denen den deutscku'N Juden die schuld an allein 'Unglück und nun auch an den Zusammenstößen der letzten Wochen ansgebürdet werden soll. sie legen feierlichst Berivahrnng ein gegen den immer wiederholten Berinch, die Erregung der Masse» auf die kleine Minderheit der Inden abznl.riten. sie vertrauen auf den Lieg des Rechts und der Wahrheit!" David' Feilmann, der am vorigen Freitag zur letzten Ruhe gebettet ivnrde entstammte einer a len vftsnejiiä.en Familie, die sich im vorigen Jahrhundert in I r v e r niedergelassen haue. Feilmann war am I «. Mai is.vj als svhn des scküachtermeisters nnd Pichhändlers Leo» Moses Feilmann nnd dessen Ehefrau Jette geb. Hesse geboren, besuchte zuerst die Bürgerschule nnd die unter Leitung des oldenbnrgisckr'» lkandesrabbiners Tr. Wecksier nnd de's ltzetirers Li.ßtensttin flehende Israelitische Reis gionsschule in Jever, kam dann zn ciiicm Mandatar als Schreiber in die Lehre, um dann bei der Expedition 'des »'»ößherzog - Hiivcu Amtsgerichts Aiisnahnie .zu sinden. später übernahm er einen selbständige» Posten bei aiK'iu Rechnnngsnelter Während der Zeit vom Tezeniher ls72 bis september I»7.'> ,var Feil mann beim Oldenburg. Jnsanterie-Regiment Ar. '.U eingezogen: er ivnrde als. llnteroffizier entlassen nnd machte 1 x7s seine Re serve nnd Landivehrübnng. Als sein Baker ivährend der inili tärisck-en Tienstzeit gestorben war, mußte er noigedriingen ckeine begonnene Laufbahn ansgeben nnd in das väterliche ''H’ntih rintretcn, um cs zuerst mit seinem älteren Bruder, dann «bis 1111.’!• mit seinem jüngsten Lohne zu betreibe». Rebe» der geschüst liehen Tätigkeit sand Tavid Feilmann Zeit, in seiner Balersiadt Jöver sich^den Angelegenheiten der Allgemeinheit zu widmen. Eo war er I.', Jahre lang Borsitzeitder des Wohltätigkeit» Bereins der jüdische» tR'ineinde nnd sehr viele Jahre Ansschußmitglnd des schützen- und schicstvereins. wo. er sich manchen Preis erschoß: für sein reges Interesse wurde er znm schützen Leutnant be fordert. Auch in Bremen, das ihm zur .zweiten Heimat wurde, blieb er trotz inzivischen eingetrelener Rervenichwäche nick» »n tätig. Während der Jahre 1913 INI.'» arbeitete Feilmann im Büro des Hiljsvereins der deutschen Inden, für den Füriorgeans schuß für jüd. Dnrchlvandercr nnd bis Kriegsende 1913 in, hiesigen Privatbüro des Herrn Rabbiner Tr. Rosenak s. A., der damals als Feldrabbiner iiz, rdberTlt wirkte. In den Jahren ln,'" bis 1926 ivnrde er im Büro der Israelitischen «Gemeinde al? Hills kraft beschäftigt. Tavid Feilmann war seit l^lmit Eliie geb. PelS ans Achim verheiratet: dieser Ehe entsprossen zwei sühne, -lwide-iu Renyork wohnhaft, nnd eine Tochter, die in Bremen verheiratet ist. In Bremen erfreute sich Fgilmann ivie in Jever größter Beliebtheit. Tief verwurzelt in den Traditionen seiner Heimat und seiner angeüammten Familie warmer zeitlebens aufs engste verbunden mit allem, was zu dieser Tradition gehörte, einerlei ob es sich »in spezifisch jüdiicku' oder um vaterländiiche Tinge oder Personen handelte, -lls sein alter 2,1 nliiennd. der nachmalige tzteneralmajor von Heimburg, int Bvrjalire deii 80. Geburtstag feierte, entspann sich ein überaus herzlich ge»al lener Briefwechsel zwischen den beiden Maunern, de» Getreuen von Jever, lind als er selber sein >>. «ebensiakir vollendete, war sein blumci^zeschnincktes Heu» voll von Beiuäx'rn. die itnn l.erzlirl, ziigeia» ivaren und tun mit ,»lackivnnstl>on rind «R'ül enlen en'rente». Rn» iü dem allen soldaiep nnd er >var ein. soldal mit Leib und 2e,le das iseivelir ans der Hand geglitien. seine Hofinnng an> die goldene Ho«I>;e,i >>» Jahre 19:>; tollte sich nicht in ehr eri'uNe»: seine solme tonne» nni nocki seinen «»rabliugel schauen, '.'.'löge ihm die Erde lent» iei» nnd möge das Andenken an diesen «Rrechlen seiner Familie nnd allen, die ihm nahestande». znm sege» gereickwn! Eine Gesellschaftsreise nach dem Haag plant die Freie ji, dische Bolkshochschuie anläßlich des:h»>. Geburtstages von Spinoza znm gleichzeitigen Besuch einer Festwoche der internationalen spi noza Gesellschaft. Unter''den Rednern, zu denen Philosophen und Theologen ans allen Ländern gehören, befindet sich auch Rabbi 2 t. Wiie. Tie Reise findet voraussichtlich ziviiäwii dem nnd 1«>. sepieml>er d. I. statt nnd führt von Berlin direkt nach dem Haag «Wohnung in scheveningcnl, von der: nach einem dreitägigen Aufenthalt und Munch der interessanteste» Beranstal inngen der Fefiivoche sowie des Spinoza M>t"enms in Lenden zn einem zweitägige» Aiifenihall nach Amsierdan« »>i: Besichtigung der jiidischen nnd sonstigen sehensiviirdigkeiien, dann zurück über Köln nach Berlin. Es wird evtl, beabsichtigt, von Köln noch eine kurze Rhcinsahri bis nach Worms nnd spouer zur Besichtigung der dortigen jüdischen Altertümer zn mache». Ter Preis der Reife wird für .ungefähr zehn Tage l 1» Mark bis 1 >7.-Mark bei koscherer Berpslegnng beiragen. Bei genügend großer Beteiligung kan» sich der Preis noch ermäßigen, se-bsiueisiändlich ist auch d:e Teilnahme von allen andere» Städten Teiuschlands ans möglich, ustibei eine eventuell.' Fahrpreisdifferen; in Aiuechnung gebracht wird. Wir bitten alle Interessenten, sich möglichst rast» mit dem Sekretariat der Freien jüdischen Bolkshochschuie, 'Berlin R. 21, Oranienburger Straße 2.« :!«>, in Berbindnng zn setze». Tie Feierlichkeiten im Hause Mehrgut werden, einem Wunst!, der Jubilare entsprechend, ans soninag, 1. sepiember. znstinimen gelegt. Bekanntlich ist es .Herrn 'Tln'rlanior Mehrgn. vergönn:, am I. sepiember 1932 auf eine .'«»jährige Amtszeit gls Lehrer. Kanior nnd schächier znrückznblicken. Ans dem Kölner Lehrer ieminar hervorgegangen, .wirkte Herr Jacob Mehigni zuerst fün: zehn Jahre lang in Münstereifel «Rheinland,, dem Gebn>iso>: jeincr Gani». die am 21. Angnsl ihr 7». Lebensjahr vollende: Im August 1397 folgte er einer Berninng an die J'raelitijche «gemeinde Breme», wo er nunmehr :l.'> Jahre lang :ai:g ist, und am 9. seplember >'. «g. >v. sein Tn. Lebensjahr erreich:. Bei der großen Beliebtheit, der sich das Ehepaar Melngur eriren:. wer den sich die Geineiiideinilglieder nnd insbesondere die zalilteichen jrnhereii schstler es sich nicht, nehmen lasse», den, verd:enstvollen Jubilar nnd seiner Gattin ihre «»lückwüiiiche zn ut>e>düngen lieber das Thema „Umwelt nnd Jiidcnsragc" sprach H>> Tipl. Ing. Edgar H e i n e in a n » Hambnig am I I. Juli abends in der Zihiiijlijchen Ortsgruppe «in der ..»«locke",. Rach eiiileiton den Worten durch den Bersammliingsleiler, Heirn Elias s«k>.«« genheii», stellte der Redner eingehend dar, daß die aiigen'olicklnli.' Z,eilenl>vicklimg iowohl im Wirlschajtliche» wie i»> Polnisch w besonders schiver snr die Inden sei, da inan das liberale Z,eila>>er als zu Ende gehend betrachten mnst'e: auch einzelne potiliiche Ein .Frauenuerems scheid»»ge» iverden den «'«eiamtablaus nicht abhalien lönne». Ist einer znsainmenbrechenden 'Welt snr die Inden iii es notw>'no«g, durch den Anshau Palästinas ^cin ne,nes jüdisches Zonnnm zn schassen, damit durch die dortige Leistung auch die inneie selbi: achlnng in der Tiaipvra steigt nnd der gemeinsame 2elbiteiO.il lüngskainps gesuhlt werde» kann. Tie nheraus inleiestanion An-.- fithrungen des Redners lande» lebhasirn Beifall de, veilialliü.- mäßig g»t besuchten Periammlung. Aniialligerwene fehlte d«e silbische Jugend, was dje Tiskuijivnsredner K. 'Reißer »nd Ali>>d Eohen scharf bemängelten: an der Tiskusiion beteiligten l>ch ferner die Herten Wolf, Reinald, Löivenliardl, Han» Wolfs und Tr. Rand. Arbeitsbericht der Jiidischen Jngendvercinigung Bremen. Ter- Monal Juli stand bei uns im Z,eichen vieler Faluien. Mil dein JB. Beiden - ivaren wir in Kilchlinieln. Einen ganz nai:.:' Abend gab es im Wefersladio». 'Rach den Badener Borgen m«»t> len wir eine Eiappensahn, d. h. die Ensten i,ihren bereiis fiul) um I Uhr los ^und die Letzten kamen «Bit »»> I> Hin an. Ans der geplanten Tampsersahrl nach Brake wurde eine Fahrt ,'.a«h zBremerhaven. Eine Teichivandernng bei l'ltömenden stiegen nnd glänzender Laune m.rchten wir vvm WeseriVehr ans: Ani Bad Lankenan verbrachien ivir einen svnnlag in seltener stinhe. I.: einer ordentlichen Miigliederversammlnng anderlei,'ivir »ni«-:e Satzungen und ivahlie» den Borsland in der allen -jnsanim n stellnng wieder, siellverireieiider "Bvriitzender wnide Herl».:»» Fischhos. Am Z.nllus „Unsere Berufe spreche» zn uns" kamen nili'ere spezialarbeiter zn Won. Tie E. B. Berianimlnng am 27. Juli besuchte» wir mit 2.'« Frenndeu und als Abschluß j», Juli zog »>.e»d Lilienstern einen seine» stiezitaiionsabend ans.

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