Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- 12 (18.8.1932)
- Date
- 1932-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Iü-istde Nachrichten. 1ti6cn im neuen Neickstag. Jrm m-:oi! :Keidi*t.ia wirb nur nodi ein •..Hbflcorbitctcr anuebihen, Ja (nb ojien ■;:tiu 'uiJoiituin befennt, Ja fo^ialbeino- Ii .midie '.Hbgci'ibuctc v>.ui<j \vimami, Ohimluiuier mm '-iH'iiiu. •vu.ii> Viinumr sieb: ici: Jan .'vahrc I'.ino im bifentlidjcn Vebeu uiio nmrbe im gletdien »Vibic 2tabtuetörbneter Oi Groß Berlin. Tan :>uid|>v!iiij aehöit vain.inn icii da iKebi'lutitm an und hat boi! b.i* fäm’cic r'lmt bc* Haushaltnngsausschußborsitzenben imtc. '.Heben U'inib \\'iiiuiut, da Jude iit, gehören Jom Reichstag noch eine :Kcihe Abgeoibneier jnbiidier ‘.Hbiiaiuiuung an, dir mit bau ,'utbaitum gebrodten haben ititb sich als religionslos bezeidmea. Z,n ihn,», zahlt man n. a. dir '.'Uuiravhnttrn Vön>e»itcin, Tvraii 2enber. vm>, vtliabiiui, '.Hmhiinier, Ti Vbibeufteiit, V'cilutauu, jnmtlidie' mm. brr 2 PT., und brn '.'Ibgrorbuetcn Tr. Wu)UiO 2u>lper von brr 2ta.it*partci. 'Jfictu wirbrr gewählt wnrdr Inda brr '.JlbgciHbiieto Tr. Mosa von brr 2PT/ ^icstarä Millstätter SO Satire. B r i l i ii. iJTA.1, Am IO. '.Hiijlnit bollenbct brr herborraorubr librmifa laeheimrai Pr ösessor :Kid,arb 'Willüattcr irin 60. Vcbcn*iahr. 'Willitattcr bat im adbrr NN! burd) dir x'iitfftaruuri brr d'rmtidint Manititutiou de* libli'rüphull* riitr cpodKutaibeubc^ ibincnidiniilidic Vciitun.i vi'Ilbrad», bir nicht nur für bir chemische, jaiiban and) fm bir biologijdn' Wissensdiast i^o» nu'ittra(ic;.b|.ci Hkbriitiiini nur. Tvin iriur 2tnbiru über bir Pflanzen mirOr», bir zu brn brbriitriibitrn '.’lrbritru brr inoberneu (it)emic gehören, ii'iirbr Willitattcr int ,Vibrr 1015 mit bau 'Jiobclprci* aitsge srtdmrt. .'nt bat lebten .uibrat bat er grnttblcgenbc Untersuch miiiat »brr bir bri «'■arituri unb Jväulni* katalhiatorisdie Wiifitug ■■ :->uba:d n Puun:.' .ingenellt. / Pioieiioi Willstatter, brr ls72 in Marl*rubc geboren wurde, habilitierte. iidi 1 "'.•*« als Privatdozent in Müiidie», wurde später Borjiand da organiidien Abteilung am chemischen Universität-.' Vaboraioinim und ging 1005 als Trdiiiarius an bir Technische .'bodiidmlr itadi;*,uridi. \ 1012 wnrbr er Professor an ber Uitiuci* jitat U'rrlin linb Tiiektor de* dirmijdirn Instituts ber Maija Wilhelm t''.rirlliibaft in Tabin». 1015 wurde 'Willitattcr als;.'unt)ii't;ia iriur - Vehra* Adolf van Bauer nnd mittelbarer 'Rach faliirr Viebiii* auf bas Crbinariat ber 'JJiirttdientr Unii>er|ität berufen, Ir.air aber 1025 dir Prosejjur mciicu brr antifeinttifdicii •\Mltnn(i da Philosophischen Tvafultat itirbrr, obwohl. Uitibrrjttr.! nnb Brbarbm iidi dir größte '.'.Hülfe naben, ihn zum Bleiben;i> nbarrbru. Ta :>irltar brr '.'.'iintdirnrr Uniorriitäi Tr. v. Strand, riditrtr damals, zngleidi im Namen des Senats, an ihn rin 2d>rriben, in bei» es heiftt: „2rit 2ir als wiirbigftcr Rad,folge'.' obre* (lu'firn vebier* auf biritnb einftiminintu Barfchlaji* hierher berufen miiibrn, haben wir uns Ohre* Brünes erfreut, at* eine* iuHjdier* bau Berltrnf, eines beiieiiternben Vehra* nnb br* iielbrimifitrii Vrita* eines nuirrer btbrutrnbftrn ^nftimtr. .Hl* bir jirbfite .vadiidnilr des diridir* 2ir für firt);n jiriuinnrn fndne, warm Uittaiidnsvawaltnnii, Vebrfihpa nnb 2tubrittrnfd)afi rinmittiii in beut Britrrbrn, nnirrrr llitiberjität birirtt fojtbarrn Brfip in wabirn/ Tan es iirlan>i, erfüllte uns mit brr Haffnitnii. 2ir nmintrhi bnnernb jit erhalten. Bäir jähen mit iiiurrrr Airnbr nnb Brivraitiui, wir 2ic iMirr geniale Begabung nnb itbrr rijaitr Brillritslraft dein grannt 'fiele wibineint, Cibrmt Batalande i» dienen, indem 2ie nnierem Heer diemifdie 2dn:ts- U'niien idmien nnb nuferer Heimat neue Vebeitsqnellen erfchloffen unb bin di %'thre Veiitiingen beut .Hnsland .Hdnnng bar Tettlfd) lanb nnb feiner VViüeuidiai-t abpnaniien." Piafeiiar Bäillitaiia, ber 'wibuber-be* Crbeit* Pani le 'baute, Crbentlidie* 'AHitalirb ber Pie»Nische» xHfabemie ber Brifsen idiaiten, Vlivenbattai bei lluibajitat Criarb unb Oinhabcr;al)lleidirr -.Hnsieidmiingen n’iijenidiaftlidier t'iefellfdiaiteu ber gaitien Welt ift, betätigt iidi audi aftib int jüdischen Vebcn. tir gebart bei silbisch liberalen tHiditumi au und hat lu:lo auf ber Weltfau seien; de* liberalen ,'mbentunt* einen Barlrag über den reitaiajeit Viberalismus uub die Wiiieuidiajt gehalten. Prof. Pr. JTJorih 0obcrnbcim 60 ^ohrc. B erIi n i^TiH.s Am i:i. August 10:!V bbüenbet Herr Vegatiansrat Pias. Tr. Moritz 2obemheiiu sein t>0. Vebeusjahr. Tamil ballende! tidi eine titappe in ei nein beut ^ubcutunt und ber Wissenschaft geweihten Vebcn. Pros. Tr. 2obernHeiiu, der am Ui. Aiignft I>7V i» Berlin geboren ist, ist über Teutschland hinaus als! Trientalifi brlaunt. Er ift Schriftführer ber Borberajiatifd) Aeg»ptijd>en Eiefellschaft. Bor allem wandte er sich der femitischen Epigraphik zu, bereiste ». a. als Mitglied der Baalbek Etcpebition der preunifchen Regierung und im Aufträge des (Institut Francais b'archäologie orientale mehrfach Syrien und Palästina und beröffentlichte im Aitfchluft daran feine als grundlegenb bekannten Arbeiten. Seit dem Jahre 1918 wirkt Prof. Sobernheim im Äuswärtigeu Amt als Vegalionsrat und Referent für jüdifch-politifdie Angelegenheiten. Er ist eine zentrale Persönlichkeit im jubisdien Leben Teutschlands und fetzt damit die Tradition feiner mittttlic fort. Prof. Sobernheim ist seit 1921 Präsident des Teutsch ilsraelitischen Elemeindebundes, der l>72 konstituiert wurde. Al* Präsident der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hat sich Prof. Lobernheim große Berdfenste um die Wifsenschast des Judentums und um die jüdisch wisfeufchaftliche Publikatioit erworben., Professor Sobernheim ist Borstandsmitglied des Sloloiiifalionsvereins Esra und Präsibiumsmitglied des Teutfchen Sioinitees Pro-Pakäftina. Er ist and, Mitbegründer und Borfitzender der Religiösen Mittelpartei für Frieden und Freiheit in der Gemeinde, die durch ihre Berlreter in der Berliner jübifchen Gemeinde und, in anderen Grvngemeinben, sowie im Preunifchen Landesverband jübifcher Gemeinbeu einen;>bijd>en de» extremen Parteien bermittelnden Standpunkt eiunimmt. Prof. Sobernheim' studierte zunächst an der Univerfilät Berlin orientalische Sprachen unter besonderer Bevorzugung des Arabischen. Er brachte seine Studien an der Unibersilät Bonn zum Abschluß. 0» der Folgezeit wandte er sich vorzugsweise der Epigraphik und der mittelalterlichen Geschichte der islamischen Reiche zu. Zu wiederholten Malen unternahm er Studienreisen nach dem Crictit. Die Schweiz kennt keinen Kntifemitismus. Jiirich. ((ITA.) Im. Rahmen einer Beranstaltnng der Tentichen Hanbelskamnter in Jtirich sprach der Nationalsozialist Tr. Renpke über „Tas nationalsozialistische Wirtschaftsprogramm". Tr. Renpke hielt sich im allgemeinen frei von antisemitischen Ausfällen und griff nur hier und da die Tstjuden an. Nach ihm sprach Stantonsral Tr. P. Gygax, erster Bizepräsident des Großen Stadtrats voit Zürich und Handelsredakleur der „Neuen Züricher Zeitung", der dem nationalfozialistischen Wirtschastsprogramm jeden wifsenschastlichen Wert absprach, den Antisemitismus der Liationalsozialiften brandmarkte und erklärte: „Tie Schweiz hat den Antifemitismns nie gekannt und wird ihn nie kennen." Ein Siegfried Marcus-Penkmal in Wien. Wien. (ITA.) Tem jüdischen Erfinder des ersten brauchbaren Beuziuaulomobils, Siegfried Marcus, soll demnächst in Wien ein Tenkmal errichtet werden. Tie Gemeinde Wien hat beschlossen, das Teukmal aus dem Karlsplah, einem der größten und schöusteu Plätze Wiens, aufziistellen und die Funoierung ans ihre Stosien vornehmen zu lassen. Siegfried Marcus, der 18:11 in Malchin (Mecklenburg) geboren war. arbeitete von 1818 bis 1852 als Gehilfe Werner von Siemens', von 1860 an in feiner eigenen Mechanikerwerkstatt in Wien, wo er 1861 das erste mit Beuziumoloren betriebene.Fahrzeug erbaute.' Sein zweiter, im Fahre 1S7.‘> erbauter Kraftwagen, der 1882 in Teutschland zum Patent angemelbet wurde, ist heute noch im Technischen Museum iu Wien zu sehen. Tie Akademie der Wissenschaften in - Wien zeichnete Marcus für eine Reihe von Erfindungen, Thermosäule, Telegrapheiirelais, elektrischer Zünder für Unter* see-Minen, neue galvanische Elemente u. a. in., mit der Großen Goldenen Medaille aus. Tie Einführung des Automobils in die Praxis blieb anderen Vorbehalten. Eine Baron kzirfch-Kolonie in Palästina. Jerusalem. ITA.) Aus Aulast des 100. Geburtstages des gropeu jüdisihe» Philanthropen Baron Maurice de Hin h wird gegrntbärtig iu Palästina aus Mcrcu >taje»ietl)-Bvden ei c Baro» Hirsd^.Uolonie erridjtct. wissen Sie schon l Tie 16. Suuobe ber badischen Israeliten bewilligte den Ansgabeuctat für I9.'!2.'!1 mit 181 000 Mark, wovon 118 500 Mark durch Stenern auszubriugen sind. Während eine* Sponwettspiels in Krems verübten Autisemi en aus die jüdische» Teiluehmer einen Ueberjall als Racheakt für . ihren Riiß.rsolg im 'Wiener Stadion. Infolge ber Wirtschastskalastrophe herrscht eine 2elbstmord-Epibi'mic unter den Juden von Saloniki. Iu Manila, der Hauptstadt der Philippinen, werden heute über 100 jitbiidK Familien gezählt. Ter Reiaisbunb jüdischer Froutjoloaixu ridjtet au die gesan e silbische Jugend den dringenden Appell, im neuorganisierieit „Freiwilligen Arbeitsbieu,t" krcihtig mitzutun. Im Zitiammenhang mit Berfolgitugeu find 500 persische Juden nadi Slousiautinopel geflüchtet: die iu der Türkei lebende» Auslaubsjuden bemüheu sich, Auswaubernugs-Zertisikate für Palästina zu erhalten. Unter den palaitiuensijd)-jübischen Arbeitern kamen 1926 aus 3603 ledige Miiddieu 12171 ledige Männer, so daß die Mädchen drüben Ehaneen haben, nicht lauge ledig zu bleiben. Bei de» Parlamentswah'ken iu Rumänien entfielen auf die Listen der Jüdiidien Reidispartei 65 322 gültige Stimmen mit fünf Abgeordneten. Bei den Wahlen zur Jüdischen Gemeinde in Rom wurde der bisherige Regieriiugskommissar der Gemeinde, Advokat Piv Tagliacozzo, zum Borsleher gewählt. Tie litaui|dK Regierung hat zum Neubau der Slobodkaer Jeschiwa ein größeres Baugelände an den litauischen Rabbinerverbaud geschenkt. In Budapest zeichnete Reichsverweser Horthy den früheren Regimeutsarzt Tr. Andor Kun mit dem Signum laudis aus. Tic Bezalel-Kiinstschiile in Jerusalem soll im September wieder eröffnet werden.