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Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-04-06 · 7 (6.4.1932) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
7 (6.4.1932)
Date
1932-04-06
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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JÜDISCHES GEMEINDEBIATT MITTEILUNGSBLATT DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE AMTLICHES ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG > Das Jüdische Gemeindeblatt wird den Mitgliedern der WUI WN israelitischen Gemeinde Bremen unentgeltlich »»gestellt | N«<Mrvd nur mit Quullunengab« und mit Genehmigung des Verteilers gtstiHtl v g^lfiggofl Haiscl Verantwortlich für den lokalen Teil: M. hrrVu d Nr. 7 Bremen, den 6. April 1932 4. Jahrgang Wohin nach der Schule? '•Ih'u s Vl&lcv :Uu&fi. 5.v Termin bei Zclmlcutliiijuufl nabt wieder Hera», tu we nitzen Wochen ivcrdcn Tausende junger Menschen die Schule verlaiicn, um d » Weg iue- Erwerbsleben aiizutreten, Tie Enlickiei düng über die Berufswahl der >lindcr wird in diesem Zaln icknve rer denn je 'ein, Tenn jeder Bersnch rin,i Bernfss.'vahl siel» heute »nicr dem Tckiailen des Millionenhecres der r'lrbciisloieii, aller Berufe, Bor jedem Beruf lvrrden di« Anwärter gewarnt. Die Unuvalzungen in der Wirtschaft, die Entwicklung der Technik, die Wandlung von c il und hleidmuuf haben eine grosze Z,ahl einst sehr begehrter und sicherer Berufe überflüssig gemacht, Zn der selben e>eir, in der ganze Wirtschaftszweige zum Unurgang ver urteilt werden, entstehe» lrovdem neue Bcruse, entwickeln sich neue Industrie», die den jungen Menschen heute noch eher zugänglich sind als jenen, die durch jahrelange Arbeitslosigkeit die Zähigkeit verloren haben, sich aus einen anderen Berns nmzusiellen, Tas Aiifsinden dieser neuen Berufe, dieser neuen Möglich feiten in der Wirlschas, ist für den einzelnen fast »niuöelicki, Be sangen in den Boxstellungen früherer wirtschaftlicher Berhaltnisse unter dem Truck der eigenen Avt kann er unmöglich Entwicklung und Umgestaltung verschiedener Berufe beobachten, Tie Enge der, persönlichen Berhältnissc, die häufig vorkommende Ucberschähung des Einkommens und der Bcrufslage verwdndter oder benachbarter Bersoneu iiild allzu sehr geeignet, die Beurteilung zu li'eintrach tigen und aus Berufe Versalien zu lassen, die nur vorül>ergehende oder 'cheinkoujunkturelle Bete» ung habe», a>> Erleiintuis der besonderen Bedeutung der Berufs,vahl versucht der Ttagt der iis seit längerer;{dt auf dem B-e e der Bernfsberaluug die Bernfsenischcidnng der hcranwachieude» Zn gend und ihre Einordnungin die Wirlschasi beratend und lenkend zu beeinflussen. T,n nach dem .Eriege geschassenc» öffentlichen Berufsberaiungssicllrn obliegt es, die Berbindung zwi'ch n Tchnle und zleben herznstellen, die der Tckiulc entwachsenen .Uinder *,u be ra en und dein Erwerbsleben sinnvoll einzngliedern. Bei dies r Tätigkeit >Vr Berufsberatung müssen sowohl die Znlereijen des einzelnen als auch die Interessen der Allgemeinheit Beriickiiui tigung linden, die Interessen des einzelnen in dem Tin», dag er einem Berns zugesührl wird, der seinen Aeignngen und sein» An lagen eiilfprick» uiid dabei eine getvisse l^ioaln für wirlick'aiiliche Ticherheil bietet, die Interessen der h'n'samthei dadurch, das; reck» zeitig Boriorge Liegen die Ueberbesehnug bes>in»n:er Berufe ge troffen wird, dag die -',al»l der ins Berufsleben tretenden jungen Menschen gleichmaizig auf jene Sparten der Wirtschaft verteilt wird, die aufnahmefähig sind, Tic Berufsberatung kann diese Arbeit nur in engster Zusammenarbeit mit Schule, angendivohlsahri und Wirtschaft erfüllen, Tie ,Tange der Berufs ent'cheiduug kann und darf nick» mehr von Zufällen oder beruf licher Tradition im Zaniilienhans abhängig gemacht werden, <v*c vab.' hier hat das Elternhaus die Bilielii, sich vor einer Entschei düng znrirckznhalten, die 'nur das Ergelmis einer einteiligen Be trachtnng fein kann. Bei der Bern'sivahl minien znan eriienmai im Leben des jungen Menichen feine eigene Zniiiaav,, iy;b ein eigener Wille entscheidend beachtet werden. Ist die Berufswahl schon in normalen ^Teilen eine'besonders bedentsame Aufgabe, so steigern ijrfv. diese Afrgen norb lveseni lickt in einer Zeit wie der unseren. in der die Wirtschaft >a>t anarchisch ist, in der dH' Arbeitslosigkeit einen derartigen llnnnng angenommen hat so sehr, das: jeder junge Mensch schon von vorn herein geneigt ist, mit BessimiSinnS tind Berztvei'lnng an seine Berufswahl heranzutreten, Akk diese Erschwernisse, die i» den gegebenen Berliältiiiiie» bei der Berufswahl zutage treten, gewinne» eine besondere Verschärfung, ivenn nur sie vom Ttandpunkt der jüdischen In gend. die vor dieser Zrage stellt, betrachten, Tie durch die, historische Entwicklung bedingte BerniSschichtung der Juden in Deutschland, die mehr als die 8>äl»te aller jüdischen E'rtverbsläli g>n in lau.inän.iiick en'B»rnl, n znianilfiend angt, I'ai im indiübeiL Bülgerlnm 'eine bet'vnd.r, An>ia>in»g vom loziale' Weit Ver i«i ttd.n bi m-n' Bei nie gez> itigi Tieie fand ilii,:: 'Aii--din,I m d> r in den lüdililrn TamUnn g>v>legien Bernisliadliion die ieil leher von dem Bestreben der Eltern getragen ivar de-, indei nv den Weg iimi sozialen Anisiiea v» ebne» An> di.iem Boden >> ivnck.se» die Boinrieile gegen bestimmte Beenie,d:e »,indri t'. w-> lnng der handtverllichen Arlnii, die im vandiveiter und gelveib lichiii Arbeiter einen gei'eliickiaitlickl »»ln vollive,inien "i, unlen iahen Tie Mol niiseiee Zeit l-ai anel> hierin bereu-- erli,blicke» Wandel gelckaisen- Tie B>rarmnng des >ndii>I>eii Min, lnande--- hat innetha.b - desselben ieuhere soziale >e<gediane nns-negtiil,-n und mit veralteien Bornrieilen nnigernumi Tie ick a'iende maiinelle Arbr,l jefu liilt dnick, und erlangt aml) im dni'ck',» Zndenlu», jene Ackiinug und Werlichüfuing, die ilir in de:' nul'l jüdifcklen llmgebnng sck>o» längst enigeg,ngebiaelu n>i>d T>i Wandel der sozialen Berlniliniii, lnl'l im Zndeiiium eine innere lliustellnng in der 'Beiveriung der Arbeit l>era»>e»'en, dii!,l> die die Bernlseiiljckieidnng de, l>eranu>acknend>ni Jugend i:-i», be>inilnnl ivird Tic ioirtichailliel e B,-a zd> rlnit de, ,z»dc» le» ifu e, l>. >oadere B>rvilickunnge» bei der Bernisivalil i ner ni idei a:- Tie-e ergeben iul: zum Teil n» - der rcli i'ien oinnellnng eo,-- benimni e! >leder liiki-de i Zu icnd, der l>e: >ei t,v '.»ei» inain dnraiil^Beert Iez>, iirh ini > inen 'Bernz i e„i»,I:ei'e i bei die Möglichkeit bietet, am Sabbat nicht zu .nlvito», ivodnrch die Möglichkeit der Bernsswahl wesentlich eingeengt in, ,iiid der >,reis der no l> in Trage stellende i Bernie «ivr lienide- - n Brüin'ig bedari Aber a ich da l n»' Tubbau- „,,ti: mil r entscheid,nd snr die Walil eine- Berne'- ri in ,;>>,»>- Ta g falt erioraelsicki Znnäckin innn nm-'-i,n-i ,i>e>de> n>en>>ii d-e in ,Tinge lvmnikiidrn Bernie, nne-z N' die laninia i•:t■ ,1'eii. iii.lu bei eil-.' in >ii',n Main' von Zndei nberbe-e u >> na oa>: eine Ableaknng ani a'idere B»ra'e er-'o derlick, nnrd ä - m.i'i weitei. sengenelll lveieea. in Ivel den Bcr»>'e > ii,h a iii a ni,ln Tenden zen schon ie.n so >'ta>Bnn >n>irk» da: iie >, uli >,il,ig, mt> ani ansaebildel,n Minichen leine nfögli lilei> tneien, eine T'-Ilnng zu erlangen Tile B>r iie nini-en hot noi'i.lni re B- > ai ainilil ausscheiden, Tie '.'-eialnilg und 'Ausbildung ' lang, i ' ln» fit, da-- Eriverboleben in ,h>nie -cknuzeii ie-' denn ,e Al>ee gerade l,e itin es nüchliger denn ic. a:t die B> rn> -tiNtltl Mt! be-ondeer Boriirl't heran zügelten keim est-andeli 'uh :e,i nicht mell, da, um, einen na-f, nhoa l*l|t lind eine -title il a- -bildn'ig > illni zn sjndea. -onde,» vi Iino;-v tun»' daran' i gele-,l n eden, dar, die Beruisan-bildnng in d,ra,lige in da>: -i de n^lnngen Meüsel'eii eilte getois-e Wr,idi fteii verl-'il,i damit er ui!: t>, i Aendernnge» des Berni - oline be-o»de,e rcknoi,, logeit--i »ri: steifen kann, Ties bedingt eine ><i-> in:- eiitzel e geh»-„d, Prüfung der gegeben,» b, oguelgeue-i, eine tüä.ilnlin »t ii Tcktulansbildnug und n»ähtL'ita der 'B'rn' a-i -bild»n-i -in it, 1 Leute» »nd Erwerb, n eon 'ii'»i'ti:i-ii 11 r-i,. inenn >io ,n,b itirl'l dtieli tnii dem B r»> in, iitiamutiiMi.»ui >i-»e . - eine «'»»tidlaae fnr ein, u loaiein, 1 tot.Iii noin>>' :dj ,e:r B> z,!>- >o ,>",1 bilde» lönneit B deniet demnail' die Be,»> »»!» l-.,*:;iein b> >onde>o fck'U'ierig,'-'- Broblrm, -o in dal'- i iiickn zu i'eitennen, t,n: ,iu die»» Tll'tvi-, i-ilito» .-uiili geivit',, a r!e>Niiean-zee inn"ern gegeb-'n -i»d. alda - i.nlnr üblich-' "gedint- >:It»>'e r li.-eai:- >' uarb leicknem Uttd -ch» lleni Berdieuü - ian a>i':',!i h ,i:t<!-i'ri. da e - kauni na,l'- Mogti.ltte,!-» gil» in den ernen zal ren e: Be»s--tel'r in uennensioerlen: llniiange >>en Eli-in n» v-an d r n>>>'tiihafittrl'.oii Tor;e zn - > leicht,,» 'fie> ulten T.lnoi.a i >b iien rer g, gel>enen l'.-iz,:-l'-i't di:: »irl't nberselien »>rrden, - n: e-'-;or.t melir bei,» i, da-ani nn lonimi, der lirrannn^hiendeii Zngend eine »>!> >!:->'» viel'euige lmd möglirlisr griiiidlick'O Ber»>sail-bildiin-z zu g-,still denn >,»- dann tvird ite fick: >m Leb-n belninvi-'n and aa> die 7-lnva,' lnngen >»!t Belli' »nd Wiri'ck'a't :ns>-'llrn köi'n»u

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