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Jüdisches Gemeindeblatt · 1932-03-21 · 6 (21.3.1932) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
4 (1932)
Issue
6 (21.3.1932)
Date
1932-03-21
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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r ^Julius ^Jfor mitz .1 ent* ^Hormih ' tfrft. i/oiM» - s'Dprniähffo \ Jln'mrn Jhiishm,/ Kitur-Kaschenpldlt 5 Niekarstrjlu- 50 Trauung in Dulsburgt Millwcxh. den 30. Mar/ |J32 , r -fliliHS Jf(<>{/(>/• [J. J/fr jor, '.JtiiiftiiT ((h'rmäliUo Jtrmm'n IÜßrui/urs/rtifir i.’tj, im O/itir: l't.i'J I rauung: .Sniiulay. di-n 3. April. IJ1, l lir. Ix-i /mhariii». MalliililenvIMlIr ‘Hi J Meyers BuGhdrucKerei Seemannstr.-Telefon: Domsheide 251 03 Anfertigung sämtl. Drucksachen Uir Handel, Gewerhe, Industrie und Privat Werkstätie für Grabmalkunst Keiehhnltiires Lair^r moderner Denkmäler in allen Gesteinsarten Louif Eggert Bremen Paitorinweg 22, am Waller Friedhof - Tei.i Weser 812-ZS Bisher diverse irröliere Denkmäler auf dem Kriedhnl der Isrnelitisehen Gemeinde zur Aulstelluna aebraeht Nach der Neichspräflöentenwahl. Das li'viH'bnio der :>icicl)-öpiäftDou;chumf) 1 hat gezeigt, dost die besonnenen (iicnicntc in X.entidiliinö ttocl) immer die Mehrlieit bil den nnd die nationalsozialistische Slnrinfliit noch keineswegs das ganze Volk überschwemmt Hai. Die Erregiiiig Halle sich nt de» lebten Tagen vor der Wahl so gesteigert, die »a.ionalsozialisiische Propaganda Hai durch ihr Arismaß »nd ihre SlimmkraN so lehr das syeld Ix? herrscht, daß viele bereits das Augenmaß für die wah ren Proportionen verloren hatten, -jivar glaubte man nicht an den sofortige» Lieg Hitlers, wohl aber.waren die Schößlingen des Stimmverhältnisses, die man in manchen Alreifen hören konnte, für Hitler relativ günstiger, als es nun das laisachliclie Ergebnis war. Durch die Wiederwahl Hindeiiburgs ist eine Möglichkeit der allmähliche» ruhigen lintioirrnnii der schwierige» Probleme Deutschlands und der Weltpolitik gegeben. Tie schwere Pen» ruhigiing der Welt, die ei» nationalsozialistischer Lieg gebracht hätte, ist zunächst abgewendet. Das deutsche Polk wußte, daß die (Gefahr eines furchtbare» Bürgerkriegs über Dentjchland schwebt. Die Besonnenheit der Wähler, voran die politische Reife der dem säten Arbeiterschaft, hat diese Gefahr abg,wehrt. Wenn die de»! sä)eil Hilden dieses Resultat begrüßen, dann Inn sie es gewiß nicht nur ans egoistische» bäründe», nicht »nr. weil bei de» verliebte» Instinkten der Masse sie unter de» Hauptleidtragenden eines Bür gerkrieges und jeder politisch-hysterischen Erplvswn wären, sonder» weil wir ans unserer tausendjährigen Veidensgeschich e ein besou ders waches »nd voransseheitdes Empfinden für den Kammer »nd das Elend mitbringen, die ei» solches Ehaos über die ganze Be völkernng brin,aen müßte. Die Nationalsozialisten habe» ihr -siel nicht erreicht. Die Siegesfanfaren, mit denen sie in der lebte» Woche das Polk zu betäuben versuchlt», habe» vergeblich geschmettert. Ei» so schneller, so beispiellos steifer Ausstieg, wie ihn Hitler für sich erwartet halte, ist ihm nicht gelungen. Dennoch könne» wir nicht der Mei n»ng derer zustimine», die glauben, daß der Rationaliozialismns fehl aufü Haupt geschlagen ist und ziisammenbreche» muß. Man wird gut tun, die weitere Entwicklung adzuwarte». Wenn man von den übermäßige» Erwartungen, die die Ralionalsozialisien ge hegt haben, oder die sie doch der öffentlichen Meinung aufzwingen wollten, absieht, so muß man sagen, daß die Ziffer von II:’(Niiiiiii Stimmen, die für Hitler abgegeben wurde», immerhin ganz be trächtlich ist. Die Nationalsozialisten haben im Berlans von au derthalb Iahreil ihre schon im September llUü überraschend große Slimmenzahs ungefähr »m roi Prozent erhöht, am lebten Sou» tag haben etwa W Prozent der Wähler sich zu einem Programm bekannt, daS bei ruhiger Betrachtung und nüchterner Analyse ganz A^M">»s.kkk' rrr;rrT > >>. UL rrrrrr “ Ül In diesem modernen Hause finden Sie alles für den Umzug in hervorragenden Qualitäten zu niedrigen Preisen! Unverbindliche Beratung in unseren Spezialabteilungen KARSTADT Das Grofjwarenhaus Nordwestdeulschlands absurd erscheine» muß. Die Nationalsozialisten ünd eine Miiid.r heit »nd half» keine» Anspruch aus die Regier»».» T:e> :ii »an unumstößlich bewi.se».' Aber jeuieiis des Poliiidien gibt es eine pvchologiiche nnd soziologische Realität, und mit können an der Tatsache, daß diese Bewegung so groß werden konnte, »:.bt genug schäbig vorulfrgehe». Ilm die weitere bmiindlnmi und die wei t.re» Ehaneen des Naiiolialiozialismus zu beurteilen, mußte man mit de» inneren Berhalinissen der Partei genauer vertrant letn als wir es Und. Manche erwarten, daß jidi nach der Eniianichnng der Reiäispr. iidenienwahl Ierjebnngs.t'che>»nnge» im na imial sozialistische» Lager zeigen werden. Dies ist plausibel, wenn man bedenkt, daß der täroßteil der national>o;ial>si>»ben 'l-.Mhle, in |» gendlichem Alter sieht »nd ii’.ibtiitie;t,lul) in oolitijiliet Raiv.tat die tgroszsprecherei der ,T»h>er für bare '.>.>!» uze gehallen Hai, ,10 daß jeb> eine Ernüchteruug einlreien liinßte. Andererieiis isi die uatioualiozialisiische .Ideologie in dieier ,l»ae»d teil. emgewUrzel.. Wir Hilden haben keinen Anlaß, hier Boraiissagn»>f» za ma che», nnd wir habe» auch leinen Anlaß, beiondere Tnnwpligesaiige anznsiimmeii: Man dars doch nicht vergesse», daß ei» Man» e.- iit, der im wesentlichen dieses Reiniiai sein herbeigenibr: bat. e:»e fraglos ungewöhnliche Persönlichkeit. Denischlands >>>rand DId Man, ein Man» von.<> ,fahren. Und wer die Schwierigkeiten der politischen und wirtschaftlichen Vage sieht, wer die -ülippe» der bevorstehenden gnßenpoliiischen Entscheidungen »nd die Notwendigkeit neuer unpopulärer sinanzpolitisäier Rsaßnalwien voraussieht, wird nicht mit Sicherheit sagen dnrsen, daß die BRR.- des Radi kalismns bergits endgültig gebroebe» iit bäir können nur mit (Nnnginung wsinelle», daß die Erschiiiternng der ge-amten >!»! »irposilion Detitschlaiids v.rhiiiei wurde und die Staatsmacht fest in den Händen der verfassnngstreuen ('»ruppeit bleibi, drß die bürgerliche Drdnung nitd die menschlichen Freiheiten in -Derniäli land nicht vernichtet werden können. Wir können nur hoffen, daß auch die Wahle» z»m Preußische» Vandiag, die eine der prak tisch bedeutsauine» Enlscheidnngen zu bringe» habe», an dieser Vage nichts ändern werden. Die politische Atmosphäre Deutschlands nnd Europas iit van einem momentane» Albdruck befreit. Es iit eine Aiempanse ge wonnen, die in der großen Politik zur Anbahtiitug der bevor sieheitdew Entscheidungen und zur Borbereitung der ans der t'ozio logische» Uniwattdliing des Bolkskorpers sich ergebenden Berände rnitgen genubt werden muß, die aber »ns Hilden da;» diene» kan», durch intensivste Arbeit, durch 'Analyse nnierer eigenen Vage »nd Eniivicklnngsiendenzen, durch ansrechtes Bekenne» »>td or ganisierte Selbsthilse. durch fruchtbare A»seinaudersev»>tg mit den wirkenden Mröften »nd .Ideen unserer Umwelt an der Herbei führnng eines di»l>y»des zu .rrln-iten, der würdiger und für alle Teile besriedigender sei» wird als der gegenwärtige.

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