Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- 3 (1.2.1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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’WW^W K WWMI/WWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWI Was leistet die Jüd. Wohlfahrtspflege? Allgemein« soziale Fürsorge Allersfürsorge Auskunft und Rat Darlehen gegen Bürgschaften Erholungstürsorge Gefangenen-Fürsorge ' Jugend-Fürsorge Kinder-! erien-Kolonien Kleiderkammer Krankenhaus-Fürsorge Lebensmittel-Ausgabe Pflegestellenwesen Tuberkulose-Fürsorge Wanderfüi sorge £ Wirtschaftliche Beihilfen l JüdischesWohlfahrtsamtBremen Gartenstraf)e 6? » Ruf Domsheide 28588 ♦ Bank-Konto: ) Darmstädter und Nationalbank ♦ Postscheck: SS698 Hamburg i i L r r i « i i i ( v> ) Z ( ( ( J daktion beit Willen, den sie knndgegeben bat, in Zukunft auch ehrlich i» die Tat umsctzc» wird. A. W. Di» Bertrilung der Pfundspendr findet am Ticustag, 2. gc« bruar, statt, woran alle Interessenten hiermit erinnert seien, spenden für die Pfundsammlung werden jederzeit an den bekannten Annahmestelle» und beim Hauswart des Gemeindehauses, Gartenstraße 6, entgegrngcnonimcn. Der Kranken-Wohltätigkritsvereiu hält seine Generalversammlung am Mittwoch, :i. Februar, im Lehrsaal des Jüdische» (Gemeindehauses ab. Da er keine besonderen Einladungen ergehe» läßt, werden die Bcrcinsmitglieder hiermit auf die bevorstehende Versammlung aufmcrksam gemacht. Zugelassen ist nur dasjenige vMitglied/das seinen Bereinsbcitrag ordnungsmäßig bczahkt hat. fBgl. auch die öffentliche Einladung in vorliegendem Gemeinde blatt.) Ueber den Wert des Turnens nsiv. braucht nicht viel gesagt zu werden, da gerade in den letzten Jahren hierüber derartig viel geschrieben und geredet wurde, das, die Bedeutung alle» schichten der Bevölkerung in Fleisch und Blut übergcgangcn ist. Trotzdem »ins! man leider seststcllen, daß cs »och immer einen großen Teil der Bevölkerung — bes-ondcrs Franc» — gibt, die diese Erkenntnis noch nicht in die Tat »msetzle». Diese Feststellung gilt leider im besonderen Maße für nnserc Glaubensgenossen, die cs gerade im Hinblick aus den veränderten - in de» letzten Fahren leider wesentlich verschärften — Existenzkampf nvlwcndig haben, ihren Kör per zu stählen, in» sich draußen in der Welt durchsetzen zu können. Nur in einem gesunden Körper kan» ein gesunder Geig wohnen. Anch im Hinblick ans die sich leider ständig häufenden Angriffe von antisemitischer Leite ist cs notwendig, diese» alten Wahrspruch durch entsprechende Betätigung in die Tat umzusetzcn. Diesen Aufgaben widmet sich seit Fahren der in B r c m e n bestehende Füd > schc Turn« und Sportverein, dem sich auch vor einiger Zeit eine Dame» Abteilung angeglicdcrt hat. Leider aber müssen wir seststcllen, daß viel zu ivenig Mitglieder^unserer israc litische» Gemeinde die dort sich bietende Möglichkeit der turnerischen und sportlichen Betätigung ausnutzcn. ' Deshalb ergeht dieser Weckruf an alt und jung, an Damen und Herren: Kommt in nnscrenTnrnverein! BrtätigtEuch! LtähltEurcn Körper und damit auch Euren Ge i st! Wir wolle» mit unserem Turnverein keiner anderen — besonders interkonfessionellen Bereinigung — irgendlvelche Konkurrenz mache». Wir empfehlen sogar unseren Mitgliedern, sich in anderen Turn- und Tportvereinen »ach wie vor zu betätige». Wir wollen unseren Glaubensgenossen nur eine weitere Möglichkeit der turnerischen und sportlichen Betätigung geben, die es Ihnen ermöglichen soll, l>e sonders gut in den anderen Bereinigungen ihren Man» zu stellen. Tie Leitung des Bercins liegt i» Händen eines erfahrenen Turn lehrcrs.-' Es wird somit auch ältere» »ich uugeüblefr Personen die Möglichkeit geboten, sich an den Uebungen »u beteiligen und daS in bezug auf die Ausbildung ihres Körpers seither Bersäumtc durch langsame Steigerung und sachgemäßes Trainieren in kür zester Zeit nachzuholeu. Tie Uebungsabende sind bis auf weiteres: Jede» Montag für Jugendliche von 10 20.30 Uhr, fürHcrren von 20.80—22 Uhr. Jeden Dienstag für Damen von 20.80—22 Uhr in der Turnhalle d e S a l t e n Gymnasiums (Dechanatstraße). n Razzoth-Versorgung. Während in den letzte» Jahren nach Kräften dafür gesorgt worden ist, die Juden in Rußland mit Mazzoth zu versehen, liegen in viele» deutschen Gemeinde» die Verhältnisse heut« so, daß eine Ticherstellung des Mazzoth Be» darft für den notleidende»'jüdischen Mittelstand dringend erforderlich ist. Um «S jedem verarmten jüdischen Mitbürger zu ermögliche«, den Vorschriften des Ehomez-Berbots am Pessa^Geilüge zu leisten, hat der Borsteherbund der jüdischen Gemeinden Rordwestdeutschlands jedem der vier Bundcsbczirke (Oldenburg, Dstfriesland, stade und Bremen) einen größere» Betrag zur Per fügnng gestellt und die Borortgcmeinden ermächtigt, die Perlet lnng plairmäßig zur Du.rchsührnng zu bringen. Der Große Ausschuß drS Verbandes der jüdischen Gemeinden Lchleswig-Holsteinü und der Hansestädte tritt am Tonnlag, :!l. Fa ,iuar, vormittags 10.30 Uhr, im Haus« der Dentsch-Fsraclilischen Gemeinde zu Hamburg zu einer Tagung zujammen. Zu gfeickicr Zeit tagt in Berlin die Reichsarbeilsgemeinschasi der jüdische» Landesverbände, die in einer umfangreichen Tagesordnung wicdcrnm ein Projekt zur Tchaffung einer jüdischen Gesamtorgani sation;n beraten hat. Eine Zeit der Rot ist niemals eins Zeit de« Buche». Fm Hamburger Fjracliiische» Familienblatl beschäftigt sich Tr. P. Goldring mit der Frage: Wieviel jiidische Bacher werden heule eigentlich gekauft'? und kommt z» der Feststellung, daß Gebetbücher all jährlich in Masjenanslagc» von 20 000 Exemplaren, hebräische Bibeln jährlich in 8000 Exemplare» Unr Zeit in 102. Auflage) nnb Hagadas in I.IOiil) Exemplaren erscheinen, während alle dem synagogalen Bezirk entfernt liegende» Werke nbcr eine bescheidene Auflage nicht hinanskvmmen Als drastischen Beweis für die Er- 'chiilternug des jüdische» Buches führt Dr. Goldring die beiden Bücher an: Klatzkin: „Krisis und Entscheidung" und Kasteln: ..Eine Geschichte der Fnden". und sährt dann wörtlich sort: Kaum ei» anderes Buch bat in den letzte» Fahren in alle» jüdische» und nichtjüdijchen Kreisen so lcidenschastliches Aussehen erregt wie paö von Klatzkin. Aber das Kauspnblifnm schrill teilnabmslos dar über hinweg, als wäre kein Wort gefallen. Auch Kajteins „Eine Geschichte der Fnden". ein im tiefsten Liane einzigartiges, mit Glut und Gedanken und künstlerisch gestaltetes Buch, da» Alfred Döbli» mit zu den zwei besten Büchern des Jahres zählt, wird vom jüdischen Publikum kaum beachtet und steht vor einen, 'Mißerfolg. Tie Krise des jüdischen Buches ist mehr als das: sie ist eine Krise.des jüdischen Geistes" Das Fannarhesi der „Jüdischen Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" ist einig.» bedeutsamen Fragen der Gesnndhcitsfiiriorge und Gesundheilsbedrohung gewidmet: auch die jüdische Wohlfahrtspflege verschließt sich den Ausgaben der Zeit nicht. Die Themata zu diesen Fragen belresse» die Gebnnenrcgelnng. schwe iternberns, Erbolnngssiirsorge, Tuberkulose und Krebsgesahr. Eine ln:so»derc -lbbandlnng gilt'der „'Bedeutung der :>tanichgifte für die Fnden und der Bekämpsnng der suchten durch die Fürsorge". Erholung», und Altersheim für jiidische Lehrer und Kantoren. Der Kreis de» Anfznnchmende» ist dahin cnvciiert worden) daß auch Gcmcindebenmte aller Kategorien und sozialbeamie hebst Ehefrauen sowie deren Witwen als Mitglieder »nd als Fnsässen ausgenommen werden. Für Mitglieder beträgt der Tagespreis im Erholungsheim I äO Mark, am' Pcssach .">.',0 Mark In den sommerfcrien haben Lehrer de» Vorzug. Seinen Zyklus über den jüdischen Gottesdienst setzte Herr Landesrabbiner Dr. de Haas am sonntag, 10. Fannar, mit einem vierten Bortrag über die „Psalmen im Morgengebel" fort. Einleitend behandelte der Vortragende die Frage »ach dem sinn und der Bedeutung dieses Teils des tägliche» Morgengebets. Der Ztveck aller Loblieder ist cs, gleich Abraham „den Rainen Gottes zu verkünden", d. h. sich und anderrir alle» Gewaltige und Große immer wieder zum Bewußtsein;» bringen, was Gott ist »nd was fein große, Raine bedeutet. Darum enthält die Eingang« B'rochvh