Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 4 (1932)
- Issue
- 2 (15.1.1932)
- Date
- 1932-01-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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brauch getrieben worden. Tic Bezugsscheine haben daher mir noch Gültigkeit, sofern sic de» vorgesehenen 2ici»pelaiisdrnck tragen. israelitischer srrauenverein. Ter Boriiaitd des svranevvereins legt Wert ans die Aesistellnng, daß das so schon verlansene >!in derfcst iin Nordischen Hof die Bcreinskasse in keiner Weise be lastet hat. Jviii' bicjc Ehannkahseier waren alle .»osten in, voraus durch freiwillige spenden gedeckt worden. 2g.-.l,niele il'l überhaupt nicht in Betracht gekommen: anderslautende E>ernck»e sind „logen haste Bcrtelsels". Tic Beteiligung an dem Ehanukah .»inderfejt des israelitischen srraiienvereins, daealle minder unserer t-kmcindc ausnahmslos vereinigen wollte, war über Erivarleir groß: es waren mindestens 1 ^0 jtindcr und l.’d Erwachsene erschienen, so daß der srcsl>aa1 sich als viel zu klein erwies. Bei weiteren Bcranstaltnngcn des israelitischen svranenvereins wird der freu ansschnß bemüh» sein, für Bereitstellung geräumiger Lokalitäten 2orgc;n trage». Pfundsprndc. Bon Monat;u Monat vermehrt sich die .',ahl der Hilscsnchcnden. -Leider ninnnt die 'sah! der 2pender nicht in gleichem Maße zu; schließen sich doch noch viele, die über Ein komnicn vcrsügen, von der Psundspende ans. Auch die Psnnd spende ist Maaßcr. Wer zur Bsnndspcnde beisteuert, ersiillt einen Teil seiner Maaßcrpslichl. Alle Lebensnziltel wie Erbsen, Bohnen, Mehl, Mucker, Linsen, »Graupen, Reis, Alafsee, Aiakao, Tvmor, Balmin, Aionferven »sw. sind ivillkommen. Lieferschein mit inhaltsangabc nicht vergessen! Aniiahmesielle» sind nach wie vor: Nordstraßc A>7!> «Uran .7. Planer», 2chtvachhauser Heer ltraße l «srran Emil Posnanskv». fralkenstraße >:! «svrgri Ed. Alexander», Tsierslraße.">f> .">7 «serau 2. Rothschildl, Hauswart des t-iciuciudchauses Eartensiraße »>. Tauerauflräge an die Lieferan tcn gewährleisten die notwendigen regelmäßigen Liefcrnugeri ambesten. Tie Jüdische Iugcndvercinigung hielt am Mittwoch, >!. ,7a nuar, unter dem Bvrsib von Tr. Hermann Lehmann eine außer ordentliche Mitgliederversammlung ab, die durch den vorzeitigen Rücktritt des provisorischen ersten Borjibendeu, Alfred Eolien, »totwendig geworden war. Nach Erstattnng des Arbeitsberichtes durch Ruth Adler an 2tclle des verhinderten Rolf Noischild er klärte der Bersaniinlungsleitcr zürn Punkt: Neuwahl des Bor slandcs, der alte Borstand lehne eine Wiederwahl ab, »volle viel mehr, soweit er der ehemaligen ,7unggruppe angehöre, ^nieder >» cincin jüngeren Zug der >7ttgc»dvercinign»g arbeiten, ^a die linsanimenarbeit mit den Aelteren nicht.zweckmäßig geivesen sei. Ter Sprecher des zurückgctretenen Borstandes begründete dl?' Wiedererrichtung einer ,7>inggrnppe damit, daß die Aelteren wenig an der eigentlichen Arbeit interessiert seien, die arbeitswilligen jüngeren aber am besten unter sich arbeiteten. Ter 2lamm von regelmäßig kommenden Mitgliedern, der der ,7ugendvereiui gung sehlc, könne nur in einer ,7»ge»dgr»ppe sich entwickeln. Als nach längeren Beniühnngen ein Borsland nicht zusammen kam,,wurde einstiminig ein Borschlag von Stark Neißrr ange nvinnicn: Tie ^»gciidverciniguiig besieht weiter. Nur der ,7»ng gruppenzug der Bereinigung arbeitet aktiv, jeder kann in ihr niitarbcitcn. ,7n der ,7ahrcsmilte wird die .7ugcridvereinignng ihre Arbeit wieder voll anfnehinrn. Warnung vor dem Austritt aus den jüdischen Eiemcinden. Einem Artikel des „Ehemniher Ek-nieindeblalt" entnehmen wir folgende beinerkenstverte Ansführiingen, die für alle jüdischen Elenieinde» Interesse haben: „Heute müssen »vir vor Ansiriilen warnen! Ter eine Eirund dafür ist die Zugehörigkeit mancher Hilden znin Sionnnunismns, der sich allerdings in vielen Punkten schwer mit der jüdischen Religion in Einklang bringen läßt . . Anstrelen bedeutet ja, seine Elter» und die Ahnenreihe der Jahrtausende Lügen strafen, ja fast verhöhnen! Es bedentei, die Berbindnng mit der jüdischen tR'iueinschaft abbreche» und sich atomisicren, - was jrüher oder später innerlich und schließlich auch äußerlich sich rächen muß! Es bedeutet, nicht ans dem jü dischen Friedhof bestattet zu werden »nd sich schäme»! müssen, eine 2li»agoge zu sehen, die Märtyrer als Tnuiniköpfc und die Eltern als Narren seinen Siindern hinsiellen zu snrissen! Es bedeutet, die Eicnieinjchgsl, der man ein gut Teil seiner Annenbildung verdankt, in einer <seit höchster (Gefahr tut 2>ickie lasse» ivas überall als ehrlos gilt! Es bedentei schließlich, den sreinden sei »er-,bisherigen Eicnteinschast eine tvillkomniene Waffe in die Hand gebckn, da sie jeden Austritt als Beweis für die angebliche Bei werslichkeit des .7»de»tnins ansühren können! 2o ist der Ans tritt heute ebenso schlimm, -wie srühcr die Taufe ohne lieber zengnng. Tie >7»denheit ist eben nick» bloß Religionsgeineins jchaft, sonder» auch 2tan»nesgemei»schafi, eine große uralte Adelssamilie in der einem wohl manches »nißsallen kann, die man aber nicht so ohne weiteres abjchüttelt, ohne ein gut Teil und nick» den schlechtesten Teil, seines eigenen Wesens zu ertöten' All dies gilt in noch stärkeren» Eirade für eine ztvrile «-irnpp-, die in lebtet ^eii mit dem «Gedanken des Austritts »»anckimal spielt: Leute, die E>enlciiideslruern sparen wollen! 2ie begehen all die genannten Dehler cbensalls, aber noch dazu ohne idealen Eirund, sonder» ans eingeslandenem puren Egoismus.. Als Zeichen der -Zugehörigkeit;»r ,7»denl»eit sollte gern gegeben iberden, selbst wenn die t-iemeinde dasür weiter gar nichts leistete. Tie Eienieinde leistet aber in Wahrheit »ick» wellig: 2ie stellt täglich 2hnagoge und Eiottesdiensl, Religioiisnnierrichi, 2chechita. Ritnalbad »yd Friedhof zur Bersugung samt den dazu gehörigen Beamten, Eiiirichlnngen nnd >7n»alidhali»ngsko»en iBarmizivah. sann r-ieschenk, .7ngendgoliesdiensi, Lanblnitie, Leliriadl 7ind r-ie ineindebnro, Beiialiung nnd Trauung»: sie unterhalt die 7v»i sorge fitv jüdische Tnrcknr-anderet nnd eine unisaugieickie gemeind lickie Fürsorge, als deren Zentrale das .indische Wolrlsährisanii tagtäglich wilkl: sie inbvenlionieri Ainltns und .»»liiilvereiiie in der «Gemeinde nnd außerhalb > ,7»ge»dpslege. Tn-.uen »nd 2-poil nüv.>, ebenso das .indische «-'-enieindeblall 2ie in Trägerin des .indischen Allersheini->i ihre Beamten Hallen Teeliorge an Brr vaien, in t-iejangninetr »nd Branlenausialten Tie hilft bei der Berieidignng des .indeninms und arbeitet mit an de» grdßen jüdischen -T rganisaiionen. lind dabei i»> noch nick» -einmal das reickieniwickelie Bereinsleben innerhalb der «-lemeinde genannt, der durch die «-ieineiiide seinen starken Rnckbali Hai. Taß ejeinanden gibt, der diese Tinge für sichsämtlich ablelmi, der behaupten durste, nichts von alle dein-hatte inr ihn Bedenlniig, das ist einfach nick»;n glauben: Wer ,iude ist, dem nnvl auch die t-iemeinde irgendwie! Wer von der «-ieineiiide nichts-wissen ivill, muß sich gefallen lassen, daß mau ihm lagt: dann willst du in Wahrheit a»lck> von der jüdischen <-»e>neinick>asi nichts iviüen' Tenn die «-ieineiiide ist lebten Endes das -Trgan der .iudenlieit' Tas sind die lleberlegnngen. die sich jeder machen mnßie, der mit dem Eiedanken des Ansnins spielt! Es wäre eine Tckiande, wollte inan nur in diesem -Notjahr die E,e»iei»de verlasse» mit. dem E-edanken: wenn es mir nieder beiier gel», werde »l> ivieder einlreien. .indeninm ist kein Bereiii, in de» man ein und.ans tritt nach Belieben. Tie »Gemeinde kann ihre Pslichien nick» ersullen, ivenn ihre Angehörigen sie iin Tiickie lassen, »nd das fällt lebten Endes auf de» einzelnen zurück. Ter Ansireieiide schadigi das .iudentni»: als ein 2ck»adliiig am .indenium käme er wieder, ivenn er nberhanpi diesen Tckirin nachher nock» tut' Er ist undankbar.den Bätern, die für ilnr die Emanzipatto» er kämpft haben: undankbar der »-leine»nscki-isi. der er das Befie jeiner Multuv verdankt! Ter karge »->en>ii»i, deit sein-Abfall ein bringt, entschädigt nick» fnr das, was er verliert: di?7i-ren»ds>l»asi seiner Bekannten, die Ehre vor sich selbst »nd die Ackitung der Edel»' Tie sireiheil seiner Wellanjckiannng ivird ihm einnial schwer anj die 2eelc fallen, ivenn er siel», »vie andere Tedei und Elianukah, ,io»i Slippur nnd si-reilagabend »eiern »nd »addisck» -sagen nnd ihre >!inder segnen nnd ihre >ii»der ihnen ,-iaddisck» nachfagen! Tara» möge jeder denken' Tann ivird inan die richiige Einsielliing zn deri Tingeii behalten nnd mit Betvußljeiu das oft hingesagie Wort beten: ,,»->elobl sei daß er »iick» zum osraeliie» gemacht Hai'" ", Wer »leidnrigsstücke für die »lciderkainmer stistct, inack.e »ick» noch die Muhe, das Paket mit einem >i»halisver zeiehnis z>» ve> sehen. Ter'Bedarf an Anzügen, Mänteln nliv. ist anßerordenllick» groß. Hanshaltnnge», die g»i erhaltene >!leidung entbehren lo» nen, tragen;»»> Winterliilse »veientlich bei. wenn sie ihre Bckrraie der .»leiderkainmer des .indischen Wolilsahrisainis, »-larlenslr. «> 7. znsielle». lücmcindcbcilrag. Bielsack» herrscht die -Ansicht, daß nt11 Ein reichnng eine» Einlprurlrserhebuna keine Berpslicknung zur lieber Weisung der t->eilieindebr-ilräge b.-siel». Tieie -Annahme ist irria. Ter E>emeindebeilrag ist am erste»» Tage jedes -T.narials für das angesangene Bierteljal» sallig. Tenjenige» Mitglieder», die ivah reud der lebten .iahre ihren Beitrag pttiilllicki niouaisiveise ent richtet haben, siel» es frei, die Moiiatsxate muh weiterhin bis znin Ili. jeden Monat-- z» nberiveiien ' Tie Hobe der lieber tvriiung darf jedoch leine willlnrliche sein, richtet sich vielmehr nach de», zugesiellte» 'Beiiragsbejckreid Eine etgejimackitige Aenderung des lebiere» fi:lnt z» Weiiernngen. denen jedes Mitglied durch ordnungsmäßige pünktliche Erledigung der Beiiragspslickit ans dem Wege gehen kann. Tic .Tunggruppe in der .Tudischen .7ugei>dvcrcinig»ug hii i ihre erste :',ttiau»nenlu»si nach längerer llnierbreckrung am 7 .cauuar l'.rlL ab. Nach Besprechung der organisatorische» si-rag.-n wurde Rolf Rotschild das AioMcu-nitt »vertragen »nd dem i->>m> pensnhrer t-'>elege»heil geboten, den, ansscheidenden Heinz Roger fitv die llrnsick» nnd Exaktheit seiner »iastenfnlnnng de» Ta»! "der t->rnppe ausznsprechen. T.r - Progranim der »-'»»ivpe »'insaszi Regelmäßige kurze lleberblicke »bei die die .iuden tu aller Well br-irenenden Ereignisse an Haiid der .iT'-'l. Nachiichien, Arbeil genieinschasien, i» deneit ,7-ragen de-.- täglichen Lebens »»nd j>» disckie serageir besprochen tverden. lrteraiisrlie Al'ende. an denen »iii verseilten Rollen ein 'Buch gelesen ivird -als eriie-.- ,7ere mias von Tiesan -',weig>, außerdem sollen Tiegreis Reierale »>!>--» Themen,>. die die >->ruppe Nelli, gehalten iverden. -l-o»» /seit z>-^ z»eil iverden ossenllickie Abende veranstaltet, zu denen >ede-.- >-s meindeniilglied ivillkonimen iii. Tie -Belannimackniug der Be gniialiungen erfolgt lausend irn t-ienieindebralt. Trrs deutsche Judentum mack» eine»» augenblirklick» i.iii »>> aujhalibar scheinenden Prozeß des wirtschaiillchen Niedergängedurch. 7>n .»reisen, irr denen jruher eine gNiburgerliche 2tul-tltM: vorhanden war, fehle» heule zum Teil die minimalsten Tirlre: heilen snr das tägliche Leben Menschen, diei>nlie> «-lebende d, - jüdischen «-ienieindeit'waren, sitrd Herne Nehmeude geworden. Tertatjgchliche Uiniang der Not ivird gsl erst durch eine» . Tode -i r!l in einer Familie ganz deutlich. Tie Möglichkeit, su» de» Todes fall eine ausreichende Tichcrnng dr» feanrilie durch die irulr-r ublicheit hohen Lebensveijicherungen zu schassen, iil aus iiiraii