Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 3 (1931)
- Issue
- 20 (15.10.1931)
- Date
- 1931-10-15
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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»IN Kiidiidu aui ha? eigene unpewiije 2rbirfial hie innere Au? rehe pebiaudit, beiietterniieben »nhha? ist >» oiolen jVällen md.t perednienipt '.'eehan brr nbenoicpeiihrn i'.'iniic brr liihiidh'n iSriitenieu tu Teutidilaiih, Me pegenwäriip gesäyrhei ober sogar ruiniert »nh, aibt e.v nur, ivrnn aud> hüitne 2d)idtt non 'uibnt. h.'ieif mtrtidiaitlid.e vape nnh bereu '•l'rriiuuirnjvirlnillniiir and) in heu pepenioauipctt '>icrlialtiniieii gar md»t unpünitip ünh. i'Ve rahe hirir 2dndit eridwert hie 2ape her liibiidjeii i'tei|amtlveit in poltttidier .vtiiiidu auuerorheutlid) Wenn hie Provaganha v»>i antiieinitijdiar -rite hei her grasten Malst' her uiduiühiidKu VMiuilferuuii io rnid) ivirle» tonnte, io ist e? uidtt zuletzt harauf ',nriiifuitiiliren, hast hie nntiieniitiidteu Apiiatoren ein paar liihiidie '.liaineu nennen tonnte», von heuen Tantjdüaith uuh hie puiue Welt mtiieii, hast sie trotz Krise, Bankenkradi nnh Wall rnnpsinwialt »odi inimer io giinstip gestellt ü»h, hat; jir im itanhe lodreii, allein in ieltr vielen galten hie fnrdstvarsten Eridiejnnnpen her lühiidirn .>,'ot zu mit her» ltnh e> »inst an? pejprodie» wei hen: N ur i r ti r in e n i p e a n? j r n e n K r e i je» einpjinheii ihre in e » i di 11 d> e »n,h jiihiidie 'l1 i 1» di t,; n ti e I s e » 1111h i ti r e r B e r a n t >v o r 111 n p g e p e n st b r r h e r i\i c in r i n j di a f t p r r c d> t \ u in r r h e li. wäre niiiripe S'offiiunp, anzimeliinen, hast man hurd) periöu lid'.e ijiil.tuiipnalnne mit einzelnen inobtliahenhen uuh rcid>c» '"iitptirhern nnjerev i'n'ineniidmit imiranhe irin ivirh, hie he tnifeuhou beijoueii au ihre jo\tali‘n nnh lühijrix'i! Pjliditen jo überyupoub z» tnatjueu, hast sie htrjen 'l?ihrt>ien and) nadtfom men. li? ptht einen anhrrru Wep, her mehr lirfolp nrrjpriri)t aIher Wep von Man» yi Mann, her natnrlid) and) pepanprn weihen iotl, aber al? einypo Met hohe ersalirnnpspemäst per innen wirb Ti ei er rioeite Wcp i st hie Schaff mip einer b j j e u 111 di e n i ii h i i di e u M c i u u n p. li? hat io um? vor;jeiten in her iiihijdien (''eineiujdiait pepeben. Ter Trud her liihiidten Meinnnp war hamal? so stark, hast kein ^ube iidi ihm entliehen tonnte, e? sei heim, er loste jid) vollstänhisz von her tühifdieit i'iemeinidiait. li? ist uuioaliridx'iutidt, hast c? nodi prlinpen tonnte, hieje jühiidte „opinio" in ihrer alten -tiirle nueher lier.yifieKe». Tidi r aber ist, hast mau sie pstep Iidi behauhehi kann nnh harnt jiihiidie Menidien, hie jid) ton tepnent von her lirinllnnp itirrr Pfliditen iernbatte», imchrr in heu Bann her jiihiidie» Berbnnhenlwlt zu .imiupeu nermap. nii hiejer Bezieliunp inilfiteii hie Crpaue her öffentlidien liihiidien Meinnnp, niimlidi hie iiihiidtcu ^eiinnpr» aller Partei viditunpen, ihre?luipabe erteunen nnh gemäst hiefer lirfeuntni? hanhelu. 'oniner nneher miiftte man haraui hiniiH'ijen, wie sehr hie iühiidie» „ W i r t i di a i t?} ii b r e r" hie jiihiidie ('Vernein idjait politiidi belasten nnh in loeldKin Maste hieje Männer hie Perantwortnnp haiiiv trapen, wenn kleine jiihijd).' Eristenze» hnrdi hie 2dunere her Seiten uuh hurd) hen pepen hie Jnhe» periditeteu Berhränpnnpspro.zesi her jiihenseinhlidien ‘iv'If? idiiditeit inpruuhe pelieu. Wo die filr Wodje miiftte man harauf hmineiien, uuh allmählid; konnte jid) vielleicht and» in per itodteu i'iemüteru uuh harten Serien eine Wanhlnup voll stehen. Mstplidierweiie weihen jene Kreise erkennen, hast nidp nur pepen hie wirtidiaitlidi 2d>iväd»iien her Kampf her jnhenseinhlidien llnmelt peiiilirt ivirh, ionheru hast hieje idnvadien Eristenzen nur hie Bonve te iinh uuh hast her Kampf pepen hie Festung her jiihiidien „i'Veiniriin" pelst. HeHeimrat SertH. Timenöorfer gestorben. N Ciu her 'Jiadit ytm 5. Cftober verstarb in Berlin Geheimer Jnstizrat Bertliolh Timenhorser im Älter von 7« stahren. iPeheiiiirai Berlholh Tiinenhorfer wnr.he Isr>8 in Roshzin i Cberidileiieu) peboreu uuh lebte seil IH8'_’ als Rechtsanwalt in Berlin. Bon |s«ts bi? Ib-l war er ('lrostpräsihent he? henlsche» Tisirikte? he? lluabhänpipeu Crhen? Bnei BrilH. Wahrenh seiner Än»?;eit wnd>? her i^rhe» in Tenlschlanh an Fahl her t!opcu unh '.Uiitplieher ansterorhentlich (von .'H! tjopeu mit 3800 Mitplie her» im »tahre liflts auf 07 Vopeu mit 14 000 Mitpliehern im Satire 10-31. .{'ierm trup nicht;»i» toeuipfteu hie tnerbeuhe Kraft Berlholh Jimeuhorfer? bei, her seine Ä»spähe hariu sah, hen Crhen Bnei Britst i» einem führenhen sraktor im lseben he? hentidien v4iihentnm? i» machen. Bei her Rieherlepnnp. seines Ämte? im stahre I0.'4 äußerte sich hie Berehmnp nnh Tankbar keil her lsopen für ihren laiiptähripe» (stroßpräsihenten harin, haß vi« Kiers ->«, bremischen Brauereien , sind in bezug auf t^ehatf und Bekömmlichkeit unübertroffen sie ihn;nin lfhren Großpräsihenten des heutfchen Distriktes hes U. C.B. B. erwählten. Berlholh Timet,borfer nahm auch sonst an fiihrenher Stelle an her Wcitaltmip hes jiihijdjen Lebens in Tentschlanh teil: er war von lOOä bis ION Milplieh hes Borstanhes her Jühifchen hsemeinhe Berlin, von l'.xB bis I02l stellvertretender Borfitzenher des Hilfsvereins her deutschen bilden, von 1910 an auch kurze rfeit Borsivenher des dentschen Zweipes der Alliance Jsraälite Universelle, seil lOI7 erer Borsivenher der ZentralwoHlsaHrtsstelle der deutschen sluheu und seit 1013 Borstanhsmitplied des „Ber ein? zur (Kriinbnnp und ErHaltunp einer Akademie für die Wissen {dürft he? Judentums". Das Ableben Geheimrat Timendorfers hat in den Kreisen des UB. B. und in weiten Kreisen des deutschen studenlnm? tiefe Trauer Hervvrperufen. das Schicksal der Rothschilüs. Auszug auS Oesterreich? — Verluste: 48 Millionen Mark. — Wie sie nach Wien kamen. — Ein Jahrhundert Finanzaristokratie. Das Wiener Haus Rothschild, Oesterreichs größter Steuerzahler, soll auspelöst werden. Nach den großen Berlusten bei der Kreditanstalt und der Amsteldank wird der verbliebene Besitz wahrscheinlich in eine Bermöpeiisverwattuup überführt. Es wird den Wiener Rothschilds nicht leicht sein, den Vorschlägen ihrer Londoner und Pariser Verwandten zu folgen und Cefterteidt, wo sie so lies verwurzelt sind, nach einem Jahrhundert erfolgreicher Tätigkeit zu verlassen. Doch die Angriffe gegen Baron Rothschild sind in der letzten Zeit so heftig geworden, d,iß ihm der Aufenthalt in Wien etwas verleidet sein mag. Außerdem hat mau jetzt znsammengerechnet. daß das Rothschild Vermögen Verluste in Höhe von 80 Millionen Schilling oder 48 Millionen Mark erlitten hat. Das ist ein schwerer Schlag für die alte Finanzmacht, die längst ans ihrer Sturm- und Trangzeit herausgewachsen ist. eine ruhige Entwicklung liebt und mit dein ihr verbliebenen Kapital gewiß keine gewagten Geschäfte machen will, »in die entschwundenen Millionen wieder heran zubringen. Fm enggewordenen Oesterreich würde das auch bei größerer Aktivität übrigens sehr schwer fallen. Die fünf Frankfurter. Fm Anfang des vorigen Jahrhunderts siel es dem Hause Rothsdiild sehr schwer, in Wien Fuß zu fassen. Tie fünf Frank furlcr, hie in London, Paris, Neapel, Wie» und Frankfurt saßen, dies fünf liiditigeu Brüder arbeitetest eng zusammen und schufen eipentlid) mit ihrem Faniilienunternehinen das erste internationale Bankspstei». das in der beginnenden weltwirtschaftlichen Verflechtung eine große Ausgabe zu erfüllen hatte. Am tüchtigsten war wohl der Londoner Rothschild, der i» den Freiheitskriege» schon großen Einfluß in englische» Regierungskreise» besaß und die englische Tiploniatie benutzte, um seinen Brüder» aus dem Kontinent sortznhelsen. Welche Macht damals schon in de» Händen dieser Fürstenbankiers angehäust war, geht besser als aus einer langatmige» T-arstellung aus einer kurzen Anekdote hervor. Wieder einmal schwirrten Kriegsgerüchte durch Europa. Auch die Wihwe Mayer Amschel Rotbsdiilds. die noch immer in ihrem bescheidene» Frankfurter Häuschen letzte, wurde gefragt, was sie davon hielte: „Es gibt keinen Krieg", sagte die alte Frau Rothschild, „meine Söhne haben gesagt, sie geben kein Geld". Solomon Rothschild kommt nach Wien. Salomo» Rothsdiild. der während der napoleonische» Kriege nach Wien pefdiidt wurde, »>» sich aus diesem wichtigen Finanzplatz sestznsetzen. konnte dort lange Zeit nidit Fuß lasse». Schließ Iidi gelang es ihm, die Unterstützung des Publizisten von sKentz zu gewinnen, der ein enger Mitarbeiter des Fürsten Metternid, war nnh bei Rothsdiild gern spekulierte, ohne etwas zu riskieren, mit anderen Worten: er erhielt regelmäßig Gewinne aus Spekulationen auSgeiahlt, die überhaupt nicht stattgesnude» hatten. Friedridi von Gentz war der geeignete Mann, um Rothsdiild die gewiinsditen Beziehungen zur vsterreidiisdien Regierung herzu stellen. Er tat das mit großem Erfolg, und da Rothschild dann der österreidiisdie» Regierüng wirklich bebentenbe Dienste leistete, konnte sid, Gentz sogar noch damit rühmen, dem Staat diesen ge eigneten Finanzmann zugesührl zu haben. Das Freiherrnpatent. Am ‘20. September 1822 wurde de» Rothschilds das öfter reidiisdie Freiherrnp>,tent verliehe», was wieder ihren geschästliche» Kredit sehr hob. Aber noch immer wohnte Salomo» Rothschild in Wien in einem Gasthaus. Ef war der Gasthvs „Zum römisdien Kaiser" in der Renngasse Rr. ii. Tie Rothschilds durste» nämlid) als Juden keinen Grundbesitz Erwerben, und daran hielt man and) nadi her Verleihung des Adels fest. So mietete der neugebackene Freiherr de» ganzen Maftbof. und dies wurde das -Hauptguartier für die großen finanziellen Operationeu. die nun begannen. Tort erhielt Cefterreid! Anleihen, dort wurde Fürst Esterhazy saniert, dorthin kam (steiw. von dem Rothsdiild in einem Privatbries an das Frankfurter Stammhaus sagte: „Gentz fdirieb nur ans einen Zettel, was er haben wollte, und id> gab e§ ihm gleich." Glück und — Ende? Im Laufe der Jahre haben fidt die Rothschilds in Oesterreich uuh besonders in Wien so eingelebt, daß eine Trennung schwierig ist. I» hen Paläste» hängen Kunstschätze, sie besitzen Waldungen