Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 23 (15.12.1930)
- Date
- 1930-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Jüdisches Altersheim. Nach längerer Panse traten-die Mil glicdcr der Administration und des 'Berwalrungsrats am 2.7. November im Büro des Jüdischen Wohlfahrtsamtes zu einer Aussprache zusammen. Iran Auguste Michel gab einen Ucberblick über den gegenwärtigen Liatns, der die Uebcrzeugisng fcsligle, das; der Bestand des Heims zur Jeii durchaus gesichert ist, das; aber der Bcrivaltungsbctricb cs erfordere, die Gemeindemitglieder mehr als bisher zu den kosten des Wirtschafisbeiricbs heranzuziehen, tri ne Anzahl Borschläge, die dahjn zielten, der Berwaltung des Altersheims regelmäßige Monatsbeuräge zu sichern, wurden.bekannt gegeben und debattiert. Bedauerlicherweise gibt es noch viele be- K" teile Inten, die sich von Beitragsleistnngen und spenden anSließen, während cs doch Ehrenpflicht aller sein sollte, unser schönes Indisches Altersheim so viel wie möglich zu sördern. Im Interesse des Hcinrs sollen demnächst geeignete Propaganda Maßnahincn durchgeführr werden. Jwci Anträge, Jusätze zu den Labungen betreffend, gelangten zur Annahme, desgleichen der Antrag, die Personalakten künftighin im Gcmeiiidebüro anfbcwahren zu lassen. Tas Ausscheiden von zwei BerwaltnngsratS- Mitglicdcrn macht 'Neuwahlen crsorderlich. Anstelle der verstorbenen Frau Helene (Lohen wird Frau Anna Grüuberg, anstelle von Fräulein :Kita Jacobson, die auf ihren Wunsch ,i,„ :!>. Dezember ansscheidet. Iran Aenne Met,er in Borjchlag gebracht. -schenkt zu Ehanukah auch jüdische Bücher! In vielen Fa milien har sich der Brauch eingebürgert, sich gegenseitig zu de schenken und vor allem den Kindern durch traben eine Freude zu bereiten. Tics ist eine günstige (Gelegenheit, zur Berbreirnug jüdischer Literatur beizntragcn und der Forderung der Wissen fchast des Jiidcntnms zu dienen. Neuerscheinungen sind in jeder guten Buchhandlung erhältlich. tkhanukah - Jngcndgottrsdicnst. Anläßlich des Tempelweihc Festes jiudei am Labbai Ehannlah c2n. TezcmE'ri, pünktcich Uhr, Jugend - (Gottesdienst in der Lhnagoge stau. Lämtliche schulpflichtigenKinder haben an diesem Gotlesdicilst, der durch das gcmciksanic Abfinge» des„Moans zur", eine Aniprache des verrn Gemeinderabbiners und das Anzünden der Menvrah eine seitliche Note erhält, teilznnehmen. ' Fricdhosokominission. In den Monaten Tezember und Januar erfolgt der Portalschluß unseres Gemeindesriedhofcs an der Teichbrnchftraße um 17 Uhr. Lonnrags sowie am -'.7. und 2». Dezember ist der Friedhof ab 9 Uhr geöffnet, Gärtnerische Grab pflege liegt allein in Händen des Fricdhofanfsehkrs Rötsch, Fleet radc tl, Fernruf: Hansa t 4.7 2S. — Für dauernde Grabpflegc wird die Enichrung von Grabpslcge-Fonds, die;n (ehren der Berstorbcnen nach ihnen benannt werden, empfohlen. Tic Errichtung von (Grabsteinen und Einfassungen ist gebührenpflichtig: die Inschriften sowie Form und Gröue der Grabsteine unterliegen der (slcnehmignng, so daß vor Bearbeitung des Ltcins die Bancrlanvnis abznwartcn ist. Tie erforderlichen Antragsformulare sind im Gemeiiidcbüro, beim Borstand des Kranken-WohltätigkeitS Ber eins oder bei den (Grabstein-Lieferanten anzusordcrn. Im Fall bei cintrctenden Ltcrbcfällen keine reservierte Grabstelle vorhanden ist, muß der Erwerb des Nutzungsrechts an einer Grabstelle beantragt iverdc», wofü?Formnlarausgabc kostenlos im Geuieindebüro erfolgt. FricdhofSgebührcn sind, wie alle Osemcindeabgaben.' im voraus zahlbar. Tw Anmeldung von Todesfällen geschieht stets unverzüglich beim Borstand der Ehcwra Kadischa t.KWB.l, zeitiger Borsibender: -Herr Hugo Lcvh, Brückenstr. -'7. Fernruf: Roland .">074 lLtcllverlr.: Roland 1790 oder 40S1.) Außerdem ist gegen Abgabe der standesamtlichen Bescheinigung die Ausfertigung eines Leichcn-Beglcitscheines im Gemeindebüro, Garten siraßc 7, unverzüglich zu veranlassen Tie Bekanntgabe der Becrdignngszeit darf nur nach vorheriger Bereinbarnng mit i-',e nicinde und Ehcwra erfolgen. , Jtveiter Untcrhaltnugö-Nachmittag des Israelit. Fraucnverrins. An dem am 4. TczcinberXiin „Nordischen Hof" vgra» staltctcn Unterhaltungs- und Lpielnachmittag nahm wieder Line große Anzahl Tanien teil und unterhielt sich bei Lpiel und Bor trägen. Tic Trrinen des Vorstandes hatten keine Blühe gescheut, den Nachmittag wieder so gemütlich und anregend wie möglich zu gestalte». An kleinen Tischen würde in eifrigster Bridge, RoinnE nsw. gespielt. Tic glücklichen Gewinner wurden mit entzückenden Preisen ausgezeichnet. Um ihren Mitgliedern einen ganz besonderen Kuiislgciiuß zn bieten, hatte der Frauenvercin zu diesem Nachmittcig die bekannte Märchcndichtcrin Frau. Lotte Kaplan cingcladcn, die einige ihrer selbswerfaßten Gedichte in vollendeter Weise vortrua. Fräulein Ilse Plager erfreute durch ihren anmutigen Matrofentanz, in liebenswürdiger Weise von Iran Perlsiei» am Klavier begleitet. Goldene Hochzeit. Tas Ehepaar Marcus Aschcnberg ^und Frau Jcttchen, gcb. Fränkcl, wohnhaft Kleine Anncnstraßc l:t. feiert am 29. Tczcmbcr das seltene Fest der'Goldenen Hochzeit. \ Wir lvüuschen den verehrten Aubilarcn, den Tag int Kreise ihrer .Kinder und Enkel in Freude und Gcsundheil zu verleben und sich dieser Feier »och viele Jahre in ungetriibleni i'iliuf zu er inner». Das Rechnungsjahr 199» nähert sich seinen« Ende: trotzdem ist noch eine Anzahl Gemeindemitglieder mit.Jahlnng von Beiträgen im Rückstände. Wer sich.Konen und llnannelnnlichkeiicn ersparen will, zahle seine Beitragsschuld unverzüglich bei der Tarmftädter u>td Naüonälban! ein. Unterlassung der Beitragszahlung unterbindet nicht allein eine geregelte Geschäftsführung der Gemeinde, sondern schädigt auch die gerade in gegenwärtiger J,eii so nottvendige Wirkianikeii des Indischen Wohlfahrtsamtes, an dem die gemeindliche Fürsorge stark beteiligt ist. Tic immer wicdrrkchrcndcn Klage» über Unbenntzbarkeit der' Lihließsächer an den Lhnagogenplaven sollen jetzt durch eine Radikalkur abgestellt werden. Ter Genieiiidevorsiano gibt in vorliegendem (äemeindeblalt bekannt, das; lvahiend der ,'seil vom .">. bis I.">. Januar die crsorderlichen ,'nbeite» kurchgesührl iverdeu sollen und das; die Abgabe der alten Lchlüssel mir Nuncmernangabe bss 'zum :>I. Tezember 19.4» zu erfolgen hat. Wcinstubcn-Antiscinilismus. In der Nr. 49 der Bremer Wochenschrift leien ivir von folgendem Borsall: Ein jüdischer Pianist war in Liemers Weiniinben, Kiiochenhaueiiiraße, bei.liäitigt. 'Nach erfolgter Kündigung machte der Piaiclsl i>: eine»! höjlichett ' Lchreibeu Bezahlung von Ueberstuuden geltend. Frau Liemer stellte darauf den Pianisten in Gegenwart von <->asien zur :>iede und sagte ihm, er habe ei» luinnielhanes und flegelhaftes Beneh men an den Tag geleg:. Tein Briet sei eia - „dreckiges jüdisches Geschreibsel". I» einem Beieidignngsznozeß, dci> der Pianist gegen Frau Liemhr ansirengte, beitrin diese, von lümmelhaftem und slegelhajteni Beitehmen gesprochen zn haben, gab. abe> die Redeivendnttg von dein „judiicben »>eichre>biel" z:» Bei der c-'.elegec: heit sagte Fra» L., es sei schon indisch, wie der Kläger in ihr Hans gekommen sei »nd in einem Brief >>n den Pianisien schrieb sie: „Daran kann man Ihre jüdische Art erkennen". Ter Bclei digungsprozeß. endete'damit, daß Fra» Liemers Widerklage kosim pflichtig abgetvic'se», sie selbst aber wegen Beleidigung zu :’»*< Mark Geld»rase und i» die .Kosten des Berfahrens verutieili ivurde. Bcrnard-Kouzcrt. Tas bereits angeknndigte -Konzert der 'Altistin Ruth Bernard cBeujaniiln sindei am Tonnecnag, den 2-7. Tezember, im kleinen 2ii.il der „Glocke" jiui. Herr Tberkantor Tavidsolm Berlin >Bariton« hat seine Mitwirkung zugesagt. Beginn 2» Uhr. .Karten iind zn», Einheitspreise von 2.2» 'Mark im Gemeindebiiro erhältlich. Haake-Beck das deutsche Qualitätsbier