Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 21 (15.11.1930)
- Date
- 1930-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Zionifleni Das schöpferische Werk des jüdischen Volkes in Palästina, unser Stolz und unsere Hoffnung, hat durch das neue Weißbuch der Regierung einen schweren Schlag erlitten, f ine tiefe Kluft scheidet dieses Dokument oon der historischen Baifour= Deklaration, der magna Charta des indischen Xcitiona!hei nies, der heiligen, durch den Völkerbund bekräftigten Verpflichtung Englands. Das jüdische Volk und die RedUdenkenden andereh Nationen erblicken in dem neuen Dokument einen \'ersuch der Regierung, die Baifour-Deklaration ihres Inhalts zu entkleiden, fine Erregung und Erbitterung erfüllt die Herzen non Millionen unseres Volkes so tief und leidenschaftlich, daß wieder taghell sichtbar wird, was das \ Jüdische Nationalheim für das jüdische Volk bedeutet. In diese Unruhe und Umrüstung rufen wir: Steht fest und tut fure Pflicht, die Arbeit gehl weitert Wir werden es nicht geschehen lassen, daß die historische Größe der internationalen Verpflichtung Engfands durch einseitige Kommissions*Berichte und engherzige Deutungen enfwutdigf und entwertet wird. Wir werden mit einer durch nichts zu erschütternden fnergie und Entschlossenheit den uns aufgezwungenen Kampf für unser Recht weiterführen. In diesem Kampfe gelt es keinen Unterschied zwischen sogenannten Extremen und Gemäßigten. Der Rücktritt des Präsidenten Dr. Weizmann war der erste, würdige Ausdruck unseres Protestes. Wir sind überzeugt, daß die nom gegenwärtigen Kolonialamt en lassene Interpretation des Mandates nicht der Willensausdruck des englischen Volkes ist. Nicht gegen dieses ist daher unser Kampf gerichtet, ll'/r haben den < i/<nib< n an den Gerechtigkeitssinn des britischen Volkes und der anderen Signatarmächte des.Mandates nicht net'oren. Schon ietjt haben führende Männer der englischen Politik erklärt, daß'dtp Interpretation des Wenibn lies in direktem Widerspruch stehe zu den Aufträgen des Völkerbundes und dem'Geist der Bat four- Deklaration. X Aber nicht auf andere, wie wertooll audi immer ihre llilic ist, auf i.ns selbst in erster! tnie kommt es an in unserer Arbeit. Die Entschlossenheit des Volkes, die starke (Organisation, denen (irund nur fahr* zehnten auf dem l. Zionistenkongreß gelegt worden ist, hat die Welt auf die Stimme des jüdischen \'o/kes hören lassen. Diese Organisation stark und schlagkräitig zu erhalten, ist je kt nach den neuesten .\ngriffen , auf uns notwendiger denn je. Madit sie stärker, mächtiger.’ Jeder werbe neue < ienossenDer Kongreß, den wir zusammenrufen, muß machtoofl den ungcbrodienen Willen des nerstreuten, aber in seiner Treue zu Zion geeinten Volkes zeigen. I Juntert tausende oon netten Zionisten müssen ihre Delegierten zu dieser Tagung entsenden. Tut Eure Pflicht gegenüber Eurer Organisation.’ Unbeirrt durch p.olitische Konjunkturen geht unser Werk in Ercz-Israel vorwärts. Die Tc^re seiner Nationalen Heimstätte könne n dem jüdischen I ’o/ke J nicht oersdilossen werden. Keine Unterbrechung in der Vorbereitung der Menschen, die das Wachstum des jüdischen Gemeinwesens braudien wird. Gedenket der Pflichten, die ihr gegenüber unserem I ’orposten im Lande habt, dem Jischuw, der uns ein Vorbild der Uncrschütlcrlichkcit und Treue ist. /feinde, die die Größe unserer Idee nidit kennen, mögen Euch norwerfen; daß Ihr zuviel getan habt, Ihr sc Ihst aber müßt fühlen, daß es zu wenig war. fremde mögen sagen, daß kein Kulturboden mehr im Lande vorhanden ist; mir wissen, daß jüdische Hände imstande sind, bisher unfruchtbare s Gelände in Kulturboden iimzusihaffeh. Wir weisen clie Verunglimpfung unseres Siedlungswerkes ii\ dem Weißbuch zurück, die nur geeignet ist, die Beziehungen zwischen uns und den Aiabern zu trüben, i Unser II ’erk der Vermählung oon Volk und Jane! durch Arbeit ist niemandem zum Sdiaden, dein jüdischen I ’o/ke zum I teile. Gedenket Eures Keren Kajemeth, der den Grund schallt, auf dem unsere Siedler drüben stehen. Gedenket des Keren IJajcssod, der diesci\ Boden mbar macht und besiedelt, jüdische Dorier und Städte baut, unser Schul- und Gesundheitswerk tyrhält und den befruchtenden Strom der Einwanderung leitet- Glück und Ungtiick mögen wechseln, Rc c/it aber ist iinzerslörbar. Wir kämplen für das Recht.’ Juden, wo Ihr seid, in alten /eilen der 11 ’flt, in welcher Arbeit Uw Eure Jage verbringt, welche Sorgen Euch drücken, gedenket; Eure erste Sorge gelte Jure tu I’olke. Eun tu Lande, dem großen Werk des Auf haus Ere/.* Israels.’ Die ExeKulive der ZionifAifc&en Organisation