Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 21 (15.11.1930)
- Date
- 1930-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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23. aiODimbir: Rich. , 26. November: 2. Tircktorowiv. LS. November: B. Zacharias. 2. Tezcnrbcr: :Hitb. Ma(j. 3. Tezcinbcr: Nathan »»d Adolf Grünberg, Max Abrahanr. I. Tezcinber: Georg Fijchbein, Marcus Player. Bö.r zu Haufe kein Wahrlich! auzündct, ha: G.'leg.nhc'i:.;i-tV» geringes Cntgelr die ftiedächtnis-Licht-Eiurichtung in der Synagoge »u b.'nuven. — Anmeldung beim Gcmeiiidediciier. - - BMr Fahrzeit hat, pflege den schonen allen Brauch, sich im «'denken an seine Lieben durch Spenden an unsere Gemeindev.'ieine sozial zu de tätigen vreu^er ilrdirctocn. Lrhrtursg für die schulentlassene äugend, äunge Lenie, die in der Berufsausbildung stehen, haben Gelegenheit, ihre Menntnisse in Rcligionslchrc, (beschichte und hebräischer Sprache }t« festigen und in eine Behandlung der Probleme des modernen äudenrums einzutrrtcn. Tic Beteiligung ist völlig kostenfrei.',Bei einer ge nilgrnden Zahl Anmeldungen, die durch Postkarte an das ändische Gcmeindcbürv, Garlenslraße 7, zu richten sind, wird mit den Kursen baldigst begonnen. Tie Bettelei an den Haustüren nimmt mit Beginn der käl reren äahrcszeit in verstärktem Mage ,». Ta es in den meisten Fällen schwer festziistcllen ist, ob es sich nin Bcrnfsbettler oder um wirkliche Hilfsbedürftige handelt, werden Gcldgabkn oft an Unwürdige gegeben, die sie in alkoholische «'tränke, Zigarren oder Zigaretten ninsepen. Tic Fürsorgcstclle der äinicren Mission hat Gu t > ch e i n e zu ä Psg. in Bogen;n zehn Stuck neu heraus gegeben, die dem Ucbcrbringer für Berpflegung und Unrerkunft in der Herberge zur Heimat angercchnct werdcn.xTic (Gutscheine werden aus telephonischen Anruf T. .'3 301 oder schriftliche Mit . teilung an das Büro der Fmieren, Mission, Gcorgslraße 22, gern zugcstellk. Für jüdische Petenten bediene man sich der WohlfahrlsSchecks, die vom Fürsorge Ausschuß sür jü dische Tnrchwandcrer gegen Zahlung eines einmaligen jährlichen Ablösungsbcitrags kostenlos verabfolgt werden. Bortrag Ludwig Hardt im Telmenhorster Goethcbund. lieber diese Bcranstaltung berichteten die „Bremer Aachrichten": „Pa gante», Schelme Und tolle Merle" nannte sich das Programm, ans dem Hardt in der Aula der Tberrealjchnle vortrug, und das (Sc dichte von Lilicucron. Meller, Peter Altenberg, Morgenstern, Rin gclnatzj Litaipe und Stücke ans Tolstois „Mojaken" und Bürgers „Münchhausen" umfaßte. Hardts großes Mönnen, seine Beherr schung der Sprache, das Aachcrlcben und 'TLiedergestalten einzel ner Tichtungen, dazu die vollendete Miniik, die das Aaivc wie das Groteske mit gleicher Schärfe hcrausarbeiiet, steht außer allem Zweifel. Trotzdem gelang cs nicht immer, den Montakt mit den Zuhörern htrzustcllcn, was zum großen Teil an der.Answahl der Stoffe lag. die man allgemein nicht gerade günstig nennen konnte. So hinge» die Gedichte von Litaipe für die »rcjsten Hörer völlig in der Lust, und die Cinzeldarbielttiigen ans Allenberg und Ringelnay, die beide den Norddeutschen im ganzen noch fremd sein dürsten, gaben wohl ein Bild des Borirags, blieben aber den mei stcn sonst wesensfremd. Cs bleibt tvohl immer ein Risiko, ein Programm verschiedenartiger Autoren an eit, und demselben Bor tragsabcud dem Publikum vorieben zn'wolleii: es ivird bestenfalls hungrig, doch nie sau davon. Hohe Beerdigungskosten. Bei eintreienden Todesfällen werden häufig Mlagcn laut über die angeblich zu hohen Berechnungen der Btcrdigungs Brüderjchasi. Tabei handelt es sich durchweg um ver auslagtk Mosten und Gebiihren. Tos; die Bremer Berechnungen nicht annähernd an das Maß auswärtiger Gebührenerhebungen .hcranreiche», bewies vor einigen Fahren ein Bozsall, der sich in Berlin ereignete und die betreffende Familie, die eine liebe»>ul> ruug der Leiche nach Bremen vorzunehmen haue, zu Ausgaben von fast unerschwinglicher Höhe ^zwang. (r in ähnlicher Fall lam in der Repräsentanten»«»» der Synagogen (Gemeinde 'Breslau am 17. September zur Sprache Tie Mnliusgemeiude in Marlsbad halte von den Angehörigen eines'dort verstorbenen Breslauer (Me meindemitgliedes, das nicht als bemillell gellen tan», zunächst -1200 Mark, dann sin Mart verlangt, bevor sie die Leiche zur Be crdignng in Breslau hrrausgab. Als die Gemeinde Breslau wegen dieser enorme« Summe, sür die nichts zu leisten war, im Interesse der Gemeindemitglicder vorstellig wurde, erhielt sie von der Israelitischen Multnsgemeinde Marlsbad einen groben 'Brief, worin diese die Einmischung in ihre Angelegenheiten ans das schärfste ziirückivies. Tie (Gemeinde Breslau bat darauf wieder holt um llebersendnnng der behördlich genehmigten Beerdigung' gebühren Trdnung, erhielt sie aber iveder von der Mullus gemeinde Marlsbad, noch von dem Bezirksamt, a» das sich Bres lau beschwerdesührcnd gewandt hat. Crst durch private Bermiil limg erhielt die Gemeinde die (Mebnhrenordining, die für Fremde enorme Gebühren vorsiehl, auch daun, wen» dieie nicht in Marls bad beerdigt, sonder» nach einem anderen Tne überfuhrt tver dem — Besuchern von ,Marlsbad diene dies jedenfalls zur Bear Luxus. Taß der verdammte^Lnxus die ganze BTelt zugrunde richtet und nur Unglück bringt, jinden wir in unserer heiligen Thora bei nuserem Crzvaier Fakob. Als Fakob in Luxus verstel und sür seinen geliebten Soli» Fofes eine» seidenen bunten Rock machen ließ, da ist aus dem bunien Rock ein Trauergeivand ge worden. Aakob sah nachher ein. wohin der Luxus geführt da», daß sein vielgeliebter Sotm äosef deshalb nach Aegnpien als Sklave verkauft tvurde. Fakob machte sich bittere Borwnrse, er zerriß seine Mleider, legte einen Sack um jeiuc' Lenden und iraneile um seinen Sobn lange Zeit. Alle, seine Sohne und Tochter kamen, um ihn zu.trösten, er aber iveigene sich, Trost anznnelmien und sprach: ,,'Aein! Fch iverde zu rneiuein Sohne trauernd in die Grus» fahren." äakob machte' sich Gewissensbisse und tvußie, daß er selbst schuld daran sei. Als in Aegnpien »Meireide feil gewesen war, da sprach Fakob zu seingn Söhnen. „Z.eigi niän.der Lr-elt. daß ihr mit Lebensmittel» verielie» seid, zieht uach'Aegstpien nnd holt Getreide sür uns." Ta rvar oalob schon erfahrener.;!» der Zeit des Propheten äejajas scheinen die jüdische» Frauen große» Auswand an Pup-nnd Schmuck getrieben zu haben. Ter große Prophet erblickte in dem «beitriebeneu Franenluxus einen Grund zun, Untergang des jüdischen Bolkes. indem er schreibt: „Tarnm, daß die Töchter Zions stolz sind und geben mit ausgerichielem Halse, geschminkte» Angejichiern, mit köstlichen Schuhen an den Füßen, so wird de» Herr ihre Scheitel kahl machen und weg nehmen ihk Geschmeide, ihre köjilicheii Schuhe, die Slugehanw', die Haarspangen, die Ringe, die Feierkleide,, die 'Bianiel nsw" äii Anbetracht der heutigen katastrophalen wirtschasiliche» Lage verdienen die feurigen Böorle des großen Propheten weitgehende Beherzigung. Z Margnlies 'Bremen '~ > '1 - idiii»: es ist besser ih's big'gei. zu Hause zu ilerben und begraben zu werden. Maust ZtLohlsahrts-Bricsinarten. -.Marten und -Heftchen >!«:!<> zugunsten der „Teuischen 'Aoihilse" Ter Crlös koinn» unsere» Fiigendsürsorge zugute. Als Heiser des äüdijchen BTohlfahris amkc's siingic'i'n diesmal Mitglieder der .Indischen Fngendver einigung. Tie Fahrest».,»ng d.s nordtvcsldentichcn Landesverbandes des R. F. F. fand kürzlich in .'ambnrg statt Aach (.'rossnnng drirch Tr. Urias sprach Prosen,' Tr Böalihe» Berendsobn über das Thema: „Beie schiitreu >oi> onsere Menschenrechle"? Ter Anssall .der Reichstag gen ziväaae dazu, dem jiär geivallig ausbrei lenden Aniijemillsmus >»>: rlleci Mitteln enlgegenznarbeite» Tr. Lndtvig Freund v lin jpracl» «bei „»ampi oder ein >agnng". innerhalb der deutschen .rndeiilieit habe iicki ein bereäi ligler Unmut über die schlechte Behandlung angesammelt. Tie Abtvehrlatigkeit müsse versiarlt nnd ivirkjam gemacht tverden Als Berichierslaiier'der Srlsgruppen sprach zuerst H Liebenwilde Bremen. Tie S rlsgrnppe h,ibe ibr zehnjähriges Fubilanm ieiern können, und aus diesem Autasz einen schinnckvollen Leuchier^sur die Sunagoge gestiftet, an denc die Falilzeil-'licti'ei >ni die Mriegs gesallenen enizundel iverdeu sollen. Tringend notig sei es, die heramvachsende Fugend zu größerer Aliivri.» l>e»a»znziehen. Tcigober' Cahn Bteinerhaveu lonnie belichten, daß die Unter weier S risgruppc nch gut loeiiereiiiiviäell habe tmd daß der RFF. mit verschiedenen Bei.iititaliungen an die Sesseniliilikeil getreten sei. .(lamerad Las! Miel gab einen' beionder-'- ciu-tahr liche» Bericht über die umia»g»e>che B'oilragMatig'eii, eine judiiclie Buchausiiellnng, Mraitignug des l>:i!eti>!ii'iina--ioiid--. Aii -biibuiig rriverbsloier Mameraden, Beteilignng >m .tlegiineui -ieiein icud eine erfolgreiche .Mleinarbeii hintitliilirh antiteniitischer. Al'welir. Tr. Facobiohn Lubecl mußte leider die ichivlerige Lage der 'Xubecker tMrnppe loustalieren. die sich g>>'ße Blühe gel-e. die Ar' beit jo»l znieuen. z'»:>>, Sctslnß. ipra.li^ .Mataecad S leiuberg Ham barg. Tie Ham'.'U'.ge» L rtse.rnvpe zahle ,evi Mitgliede, und sei diitcli drei Rc'vtcitcvttantc'it tn aer l'icineindev. m .>i:vect>e leir. Aeben einer biciihe an^gendc, Boriiaae gab die Abivelir gegen dre nailonaliozicilistitche Berlicxmng gc!cl>.:»h Srot' zu inie» izver Taiigleii. Anirhlieszeud ec'taiiele e> au äulicltchen 'Belicht über die Sibnng de- Hliuptvorsland^s in Berlin. ,',u den Aus Nihrungeir des Bceinee Telegierten m.i>; bemerkt iveiden. d,)ß o.in Boriiaud der oiraelilt'chen t'u'meinde von dc> e'.n'.rhuien tif lung bislaiig. iiicbtcbelcinnr in. r-t-'i:'.lei'> n iMedachtltiMascltt <t>e jinden sich bekanntlich -hi der F:tedhc's.liallc lind ui der S'.incigoae Bei Fall»zeiien der «Mesalleueii uard ictron seit vielen Fahren die eletriiich betriebene iScbid.tui--!itl»; m;»iitiuiii ccgclnicißig iiUVIs \ bedeuti der Mleidertanruier des ölidstchej» Beohljahrtsamtrsl ^T»' Bestände iind derart Ziisammenueign.impii, d:>z uni rar deir heranna>ier»den Böinler nicht gern'iel sind Tie c:>meindcmiiglie . der i'.iid insbesoirdere die H,i»-s»>ilren iver.-en lieizliclia >iel>elc'ii, alle enibeliilicheit .Mleidung- und Siulicjii:.tc aveclBcHeilung au Bedürftige zur Betsuguna zu »eilen Tre .',ot iinrd tcicilicli! großer!. Fc'de, hat die Pjlicht. die ",'c>t lindern zu Helsen! Schrijt sicher 'Bescheid an das öudtsche Bcohljahrisan», (Marleuslraße >>,