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Jüdisches Gemeindeblatt · 1930-10-15 · 19 (15.10.1930) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1930)
Issue
19 (15.10.1930)
Date
1930-10-15
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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JÜDISCHES GEMEINDEBIATT MITTEILUNGSBLATT DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE AMTLICHES ORGAN DER GEMEINDEVERWALTUNG Da« Jüdiidia Gamaindablatt wird dan Mltgliadarn dar liraaiitisdian Gamainda Braman unantgaltlldi zu'gaitallt Nachdruck nur mH Qutllrntngib« und mH Genehmigung des VtHanin gestattet VerlagsoH Hassel BREMEN Verantwortlich für den lokalen Teil: M. Markreich T Nr. 19 Bremen, den 15. Oktober 1930 2. Jahrgang Unsere flkaüemie. v Von Tr. Joachim Prinz-Berlin. Ter Ruf Iran; R o s c n z w e i fl s. daß es /seit fei, an die Heranbildung niiv Erhaltung einer wissenden jüdischen ttcneration zu denken, traf das Thr Hermann Eohens. Tas war »litten im Mricflc 1017. Lchon 101S ivitibe — nachdem Eohcn einen »reis gleichgesinnter Männer für de» Rosenzweig schen (Gedanken geworben hatte — der „Verein zur (Gründung nnd Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Jndeirtnins" lTtgründct. Und feit dieser /seit ist diesem Verein rin Jorschnngsinstitnt angcgliedert, die „Akademie", unsere Akademie mit sechs Lektionen: je einer talmndischen, sprachwissenschaftlichen, literarhistorischen. philosophischen, historischen nnd wirtschaftlich-statittisä>e». Ei„ pillir Männer leiten nnd leisten die Arbeit: Professor I u l i li s u t t in a n n als wisscnschastlichcr Direktor, Tr. .isracl Auerbach als Leiter der Organisation, Professor Lew in als der Verbindungsmann zwischen Alriratorinm und den Mitgliedern. Aber der allergrößte Teil unserer Inden weiß nichts davon. Nichts von der Absicht. Nichts von der geleisteten Arbeit. Nichts. Teshalb so» einmal von der Akademie berichtet ivcrdcn. „Ans dem Atem der Tchulkinder" steht bekanntlich die jüdische Welt nur deshalb, weil es der Atem von Lernenden ist. Von lebendige» Trägern jüdischen Wissens. Besser als Bibliotheken und Joliantcn. Nn». dieser Atem der jüdischen Lchulkinder ist nicht mehr. Unsere Engend ist lebendig, gut. inteNigcnt, jüdisch interessiert - alles, nur nicht Träger der jüdischen Wissenschaft. Ter deutsche Nabbinrrsland ist cs aber auch nicht mehr: Rabbiner. sein — das war in alte» Tagen ein geruhianies -Amt. Tas >st es heute nicht mehr. Tic Rabbiner, die in ihrem Amt clivas leisten wolle», sind Praktiker, mehr — weniger gute „praktische Aerzte". Aber die jüdische Wisscnschast wird von ihnen nicht getragen. > " Tie Befreiung der Wissenschaft von der Theologie macht cs nötig, daß auch innerhalb unserer Kcmcinschaft der Thp der jiidi scheu (Wlehrtrn entsteht. Ter Tnp des Mannes, dem jüdische Wissenschaft z»»i Berns, zum a»clnigen Beruf geworden ist. Und das Anwachsen des schon an sich gewaltigen Stoffes (man denke nur an die jüdische (beschichte!) macht cs immer nötiger, daß ans .der jüdischen Wissenschaft als-einer Lache für Miißestnnden eine Lache des Hauptberufes gemacht wird. Es ist keine Phrase, wenn wir sage», daß lnit. der Lchifsnng eines solchen LtandeS der jüdischen Wissenschaftler das Juden tum steht »nd fällt. Tie Erhaltung nnd Erneiiernng der jüdische» Wissenschaft ist in jedem Betracht eine K a r d i n a l f r a g c des heutigen I n d i\„ t u in S. Und des deut s ch c n Judentums besonders. Tchon heute sind die Rabbinerbildiingsanstalten nicht mehr in der Lage, ihre Tvzcnten ans Tcntschland zn erhalte». Man sehe sich die Tvzcndcnkollcgien an das Resnltgt ist nieder schmetternd. .Meiner der Talinnddozenlen in Tenlschland ist dein scher Abstanininng! Nun wäre es ja - von der Wissenschaft her gesehen gleichgültig, wer es ist, der das Wissen übermittelt, ob es ein deutscher oder' ein anderer Jude ist. nnd alle drei Rab biner Bildiiiigsanstalte» sind nicht schlecht bei ihrer Wahl gefahren. Aber für das Prestige einer (Merzpmischast ist das nicht gleich. Und es geht hier nicht in» das Prestige nach außen! Ländern es geht »in die ilioralische straft/ in» die Verantwortung nach iiMen. Hat ein Indent»», noch eine Tascinsbercchtig» n g. wenn es nicht mehr seine eigene Wissen schaft pflegt'? Tie'Jrage ist nicht schwer;» beantworten. Tic Tchassnng einer jüdische» Eielehrten EVeneration in Tenlschland ist zwar eine wichtige Angelegenheit der deutschen Inden und besonders der deutschen Inden, aber es ist auch eine wesentliche alljndiiche Jrage. Tie großen Reservoirs jüditcher Oielchrsanikeit sind vernichtet oder gehen der Vernichtung mt gegen Rußland wird ans lange /seit. wen» aiichi für immer, für uns verloren sein und i» Polen wütet die Assimilation. Ans uns , also liegt ganz einfach die jüdische Verantwortung. Ans uns ganz allein. Tie Tchassnng einer Akademie für die Wisjenschast des In dentniiis ist also eine jüdische o t iv e n d i g k e i I. Tas soll man allen Jude» sagen. Allen, die mit den Beiiand »es In dentums'zittern. Allen, denen es noch ehrlich und klar getagt werden kann, worum cs gehr. Es geht nicht um einen r beliebigen Verein. Es geht nicht darnm, daß man „wieder einmal" für e ne jüdische Lache interessiert werden so». Tonder» es gebt um etwas ganz und gar einmaliges nnd großes: Uni unser inneres R e ch t,; u b c st e h c n. Teshetlb schreibe ich diese /seilen. Tie sollen dem Inden, de, außerhalb des wissenschaftliche» Betriebes sieht, sagen, d,ß er.hier mitzntn» hat. Mitliin als absolute Pflicht. W a s hat die A k a d e »i de b i s l> e r g e i a n? Erst i»n liches, wenn man bebeuft, daß ihr Etat etwa die Haliie testen ans macht, was B. die Breslauer t^c,»einte für Wohltat,rtsziverle braucht. lEtiva I-Ktliitii Mark.) Abgeiehen von eigenen Arbeiten hat Ehanoch Ahlbeck das große '.Nidranlnoeik elieodors herausgegeben. Eine (Gruppe von Wiiienschaitlern gibt iev! die herrliche, große Mendelssohn Ausgabe heraus. Tiei Bände sind erschienen, ausgezeichnete Editionen, sehr ,'orMltig dnrchgeschen mit.Einleitungen und ansinhrlichen Anmerkungen versehen. <Sie inerten noch gesondert besprochen werden., T.'lnia | cb)iß Taaa^a '\m I I fwflHt' \iatß 1 ctfiwiSJ.25741 | L I e r^n , die hervorragende ^Hiiiorikc'rin, ha: »>»>» vo> länae-.ei /seil die groß angelegte Verossenilichnng: „Tei p>eni-.:nl>e Jude nnd der Ttaat" begonnen. Tie seht das Weil je»: ion. t-cichni »ns aber ztoischendurch ei» glänzendes »geil »bei I n d T ii ß Jrih Beer hat »ns durch die Akademie eine de, »inberiien »nd kleißigsten historischen Arbeiten, »der di' .zn.den :» cnin'ni be schert. Leo T t r a » ß. gibt jetn eine eingehende'und ineseniliclie Tarsiellnng. der Religionskrilik ^.Tpinozas. L e n s ä> i » >' k.: be reitet Ttalistil'ch wirtschaftliches vor Irin Ba mbe rge r, de, auch an der Mendelssohn Arbeit maßgeblich beteilig! ist, wird jeht in Bälde eine givsze Maimonides Arbeit veioiseniliclien. « Tas ist ein kleiner Ausschnitt. Honenilich erkenn! r. ihm eilt einziges: Es wird gearbeitet' Und es ivird Wichtige nnd Wesentliches gearbeitet! Aber: es konnte mehr noch getan werde», würde das deutsche Inden!»,» endlich erkennen: Tie A k.a d r »i i c m n s; T a ch e. A u s g a b e d e r b reit e >'l e n j ü d i s d) f ii T e f f c ik t l i ch l e i > in c r d e n. Tenn es ist unsere Akadcinic!

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