Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 18 (1.10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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^üöisthe Nachrichten. Gebt unseren sü-ischenk)an-werköbrüäern flrbeitomöglichkcit Ein Rausch-Haschonoh-Aufruf dis Zrntralvrrbandis jüdischer Handwerker Deutschlands. Berlin, lü. September (ITA.) Ter Zcntralvcrbrnd jüdischer Handwerker Tcntfchlands c. V., Zitz Berlin (Vorsitzender Wilhelm Marcus) erläßt de» solgendcn Aufruf: „Furchtbar und verheerend sind die Auswirkungen der Wirtschaftsnot in jüdischen Kreisen, vor allem im gewerbliche» Mittelstand, verursacht durch die allgemeine schlecht« wirtschaftliche Lage, besonders aber durch einen sich täglich steigernden Antisemitismus. Unzählige selbständige Existenzen sind nicht nur erschüttert, sondern zum Teil zum Erliegen gebracht worden. Menschen, die früher in geordneten Vcrhälrniiicn gelebt haben, sehen keine Möglichkeit mehr, den Taseinskamps ansznnchmcn, wen» in diesem Augenblick höchster Rot der Eri»t der Stunde von denen nicht erkannt wird, die in der glücklicheren Lage sind, von der ganzen Wucht des Wirtschastskampfcs nicht betroffen zu sein. Tas bevorstehende Rausch Hafchonoh-Fcst, das uns zur Einkehr und Rachdenklichkeit mahnt, soll und iirnß allen Wlanbensbrühcrn und gchweslcrn ganz besonders Veranlassung sein, derer zu gedenken, die unter der Last der täglichen Sorge» zn zerbrechen drohen. Tarn,» appellieren wir an das Solidaritätsgesühl eines jede» und wenden nns mit besonderer Eindringlichkeit an nnserc Wlaubensbrüder mit der Bitte: Webt nnserc» jüdischen Handwcrksbrndern Arbcitsmöqlichkcit! Entlohnt sic aber auch nach ihren Leistungen! Keiner nütze die Arbeitskraft seiner Mitmenschen infolge der nngehenrcn Rot ans!" Präsident Hoovers Nosch-6aschanat).Lotschaft an die amerikanische ^udensieit. Washington I J. A. Anläsidick» des bevorstehenden Roset, .Hajchanah Festes hat Präsident Ha ave. durch die I^A nachstehende Botschast aa die anieritanis he ^nte ilieit erlai'en: Ick> sende der tonalen nnd dem Staate «.'gebeneo jüdischen Bevö'.lernng, die in den nächsten Tagen da« Roich Haichanah »fest ieiern wird, meine Herzlik« > rtzlü liviinickte Tao jüdische Volt hat durch zahllose unschätzbare Werke znm menschlichen ^Fortschritt beigetragen, unter diesen Werten ist ihr Beitrag .zum geistigen Leben der Me liohlteit der bedeutendste. .'Ute Mit bürge: ohne Unterschied von Ttrmmes nnd rtzlanle lozneebörig teil vereinigen iich, um den I»de > anläs.iich des jüdischen Renjahrssesie-s ihre srenndickaitiiche v esinnnng nnd i ne Wliiil. wünsche znm Ansdrncl zn bringen. Gründung einer überparteilichen Vereinigung für die Gesamtinteressen und die Einheit des Judentums. . Berlin , I T. A Aachde.n schon seit Monaten Besire. billige» zur Telia s ing eine-o übervarteilnkien ^nianiinenichluij.'o im Wange iva.c i, bat sich ivie der mitgeieili iv.rd am l~>. Levte.über sür Berlin nnd ganz Tentjchland die lieber parteilik.e Bereinigung sür die Weianilint.'r^ie» iind die Einheit des endentnms tonslitnierl. Tie tritt mit dein iolgend n Pr.» grannn an die jüdische Teisentlichkeii „Tie iibcrpalteiliche Bereinigung sür die i'ieiamtiutcreifen und die Einlicit de-o ^ndentnni-o beziveck« den ^»iamni.'nschlns; aller'dcrjenigen, die. ans ivelchei» Tt.rndpnnlt iniiner sie veriön lich sleben möge», das lleberhandnel aien de-o Bart,iiveien-o in nnseiem öifentliche.i jüdische» Leben al-o ein ltnglück eaipsind.'n, Iveil sie in der dadurch bedingten Berichärsnng der »iegrniätze eine ttzeialir für den Bestchid de^t eiemeinden >ind, .hi einer;(i'it höchster ivirtieliastlicher nnd politischer Rot, eine selbst mörderisck e llntergrabitng unserer Widersia'nd-olrast erblick.'». Tie erstrebt eine Entgiilnng de-o öjsentlichen lüdischen Le ben-o durch Brrivirtlichung de-o Wrnndsatzes, das, in der jüdischen Arbeit nicht da« Tonderinieresje der Parteien, sondern da-o Wollt de-o Wanzen den Matz,stab der Tinge zn bilden habe »itd nicht durch Heraii-oarbkitiing de-o Trennenden die Wegensätze ver schärst, sondern durch Betonung »nd Pflege de-o Wemeiniainen dir Wrnndlage» sür eine Verständigung geschafien werde» niüiir». Tie ivill dieses;tiel dadnreh erreichen, das, sie in die Ver tretnng der Wemeinden und Verbände Periönlichteiten ent sendet, die nnbeschadet ihrer eigenen Einstellung, in ihrer offent liehen iiibiidten Tätigkeit iich n»r al-o Vertreter der Wesami heit fühlen nnd von der »eberzeugnng leiten lassen, das; nicht durch Raditalismns nnd ertrcme Forderungen von 'der einen oder der anderen Seite, sondern itnr durch eine Politik, die ritte Verständigung sucht, der Frieden nnd die Einheit der Wemeiiideii und de-o endctitnms erhalten werde» tönnen. Tie will dadurch gleichzeitig ivertvolle Persönlichl.iteli der Eibischen Arbeit getvinnen, die. abgestosten von der "östtrivildtrniH der Title» und nicht geivillt, sich' von einem Parteidiktat Rorm und Wegziel weisen zn lassen, bisher von ihr serngel,alten haben, »nd sie erwartet davon eine gerade in der owgentvart doppelt notwendige Bereicherung unseres össentlick>en jüdischen Lebens." Theodor Herzl's Sohn erschiesit sich. T«r einzig« Sohn Dr. Theodor Herzls hat, wie das „Berliner Tageblatt" meldet, m Bordeaux Selbstmord begangen. Er war i dort eingctroffen, um an der Beisetzung seiner dicker Tage dort verstorbenen Schwester leilzunehmen. Kurz vor der Begräbnis seier entleibte er sich durch einen Rcvolverschns; lieber den Be wcggrnnd zu der Tat ist bisher nichts bekannt geworden. Bor einigen oahren war -Hans Herz! zun, Katholizismus nbergelretdii, später trat er wieder znm ondeniitm über. Wi'dcrsprcchcnäc Meldungen über eine Lcgnadigung fzalsmanno. Wien. I T A Ans - oisiziöier "T.uelle tviid die /am le Teptembel vom österreicktiichen Pressebüro gebrarl'te Ra>1>i i»1>t von der Begnadigung Pbilipp o.'al-omann-o dementiert Tie Regierungsstellen verweigern tede An-olnnit iiber die>en Pnnli Tas österreichische Pressebüro ltäll teilweise an der Ri»!»igl>ii seiner Mitteilung sesl nnd behauptet, die Begnadigung iet l-eieits grnndiätzlich ieslitehend. die o'sizielle Belantttmachnng .n-er .'ist nächste Woche zu erwarten. Bevorstehende Einigung zwischen ^udcn und Arabern im Magemauerkonflikt. Jerusalem F T A lieber de» T iand d> i von Regierung angeregten Berltandlnngeti zwischen ^Aigl'.rn nnd Inden i>> der »lageinanerirage, itt denen "7beistaat--.iiiiv.itli Rorman Benttvich eine bedeiitiame Rolle spielt, tvud der IT k ans absolut verlästlickier T.neile Rachsleltende-o »»igeteilt: Ter ttzronmntti ltat iickt bereiteellärt. das'Recht der Iadev zur otlagemaner einzeln oder in -">:i>ppen -,» pilgern ntid d»!t ,e>ebete zn verrichten, so»mell anznelenneii. tveiiii die Belti,t,i der enden eine Erllärntig unter'zeichnen, motiailt sie ti>It aller E'igenlilni-oaiiiprüilte ani die Mauer begehen und ihre ,u>! de Hing!an der Mauer regelrechte W>ottesdienne»i>t nttle», Inbrltor abzuhallen, fallen liegen. Beide Parteien ntüszleu ii.tt ver vslichlen. den Platz, vor der Matter reinzultalten die '"n"lem-- antzerdetn. die iiiditelen Beter niel» z» störe», die-, >etd> n. den nioltammedanitchen w-oltesdieust >m >'-ebiete der "7iii.ii moichee zn reipeltiere» Tas Haupthindernis der ekidgnltigen einig,ng. an> deien ^nstandetoinmen die Regiernng gräsilen Wen legi, i.t die ktzeigerung der Moilems. den g regelten inditch.-n i"'>»ite--diei'N znznlasseti. ivobei iich die '"lvbgminedan.'r ani das T-.ltanilt isesetz betnien. tv.leli.-.- den '"'-otteodienn Ander--gl.iii'.'iger ,,u> Walsboden und heiligen Ttiiten verbietet .äni dev soll Vergleich-o in der oilagemauert age nned die ''legt,>nng >i; nahmen trej'en. nm den end.n den ttngelnndeiie» ing.,"g ',»> »lagemaner zn iieltern.. Es in tedoäi nnn'.tItrnl'ein11,h. dotz. u, in der Lage sein wird, den enden iiber die >i aoiglev .log, ständniiie ltinans Jvieilieiien zn itel" rn. a:iel> lontii die >t!ag> tnanertonimiision die Berechtigung d.ilnng ltenoe, An>i' intte .i:u kenne» sollte It der Mischen Einwanäcrttng günstig. A.) Aiiszenminister Hendel'vn litt beki.pn e-o Völkei bniid-ora'.s zn l">ens et klar:, das; die . Besitze des Belickns ilne-o 'peziellen 'Beins i. Tir eahii Hope Timpson. ist und das; üe ' Aii'm.'ikiamteir zntvendei. Tie Londoner .1 ..E.ii:" >ölie eetvt'lt ein.,a - et! zit haben, das; Ti> eohn Timp'otis 'Bericht dcrnng in Palästina e:ne an:e Prognoje ttellt. l naät dieser "T.nelle die Tchlnsisolgernng zu ni Eiitwicklnngsbedingnnaen Palästina :U mm ndernng von tveiteren :’><*mm ,ndi>chen Land a-atnilien biere:. ivobei es iiät von selbst o vergröherte jndiiäte Koloni'asioa auch die bedeutende Berg'.os;eiiina der Handel und endnsirie treibetiden jndi'äten itädtistben Bevollernng b:e:ei das neue Mcibrzeichen Lerlins ein Merk Erich Mcnäe sobno. Berlin. teTA.) Tas von dem benihnuen Alchitekte» Erich Mendelsohn in de> Alle» eacobstras;e zn Beliin erbinte Vertvallnngshans des Tentichen Metallatb.iteiveibatides er>'gl wegen seiner Monutnentalitäi nnd Tliginalität in Tv.nhfreifen t iid im Publikum Aussehen. Tie Presse widmet dem Bau viel Ans mrrksantleit nnd nennt ihn ein neues Wahrzeichen Berlins, ein „Berliner Tageblatt" schreibt Adolph Tvnath 11. -i : „Tic architektonische Wirkung des Hauses' ist anszetoidenllickt. Es ist ein langgestrecktes, fünfgeschossiges «"lebäude mit einem sieben geschoi'sigen Tnrntban an der Ttirnt'eite . . . Man betritt die Vorhalle. Wer nicht iveisz, dast Erich Mendelsolni der Erbauer it't, erkennt an der Eigenart des Raumes soiort die Haied des!s>lei slers. Plan hat in die'em stohlskelettierlen. eisenbeton'erten <">\e bände, dessen Kosten mit L' 1- Millionett 'JJi.nf veranschlagt ivaren nnd diese Tnmme wurde -nicht überschritten . unstreitig das l^rfnhl, als wäre alles wie selbstverständlich geplant, zwcckgemäsz bearbeitet nnd zweckmäßig gelost. Einzigartig sind die langgesireck ten Hellen Kotridorc, so wie überhaupt das Licht einen der Haupt Vorzüge des Hauses darstcllt. Tic geniale Konstruktion des Bauwerks lägt sich übrigens von der Trnckerei des Hauses, deren eeiister nach de>n Hoi gehe», genau stndieren ''»wischen den Kuben mit den schnceweiszcn Wandbändern, welche die ^enslerreihen abiiecken. schwingt der halb »tetallene, halb gläserne hohe .Kegel ans, in dessen Mitte sich die Treppe emporwindct. Berlin hat mit diesem Bauwerk Erich Mendelsohns wahrhaftig ein neues, originelles Wahrzeichen erhalten."