Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 13 (18.7.1930)
- Date
- 1930-07-18
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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wird also zwilchen Kapital und Arbeit zerrieben, er wird einerseits »ofii Kapital denn nictu mehr anjgenominen, andererseits bezahl: er die Ausnahme in die Arbeiierscliai! sehr teuer. Tie An :eilsteiaernng .nt' Handel nnd Verkehr bedeutet iticlit ein Tteigen der Telbiiand.gen, 'ondern nnr der jndiscticn Angestelltenschaft. Ter veun:::el»de und verivalieude Hhacak:er des deutschen Hilden :nnrs har itdi so netl: iiarter ausgeprägt. Tie indischen Ehescklie sz.ingeii iind 'parligi Hin viertel der Fudcu heiraten nicht, ein B^eicel bleib: kinderlos verheiraie:, ein Bier:el hat ein Kind, nur ein B:e>:e. nieln als ein aiind. Tie Tpatebe ist.mpi'ch bei Hilden. H:wa ’1 •'» Brozen: der Fndinnen bleiben unverheirale:. Tie Kurve der «Geburten in dauernd gesmilen. K.’i bis l"»i betrug die /.iiier I pio >>«-!. I'.tin'i nur l'i pro Im«! (selbst Frankreich, halte N> bis ril pro Iimiiii. IHane das preußische Jndenniin nur I I >«»»> i v.tlu noch 1 > pro >>»»». Aoiivendig wären zur A>:eihal:ung mindestens I l.ü pro Himi. Berlin ha: lroh seiner jung.n F.ilugäng.' pro. Faln ein Bevöl'ernngsdcfizil von l5,00 jüdische» Teeieir. Hier duii:e die «»ebnnenzifferilur 5» bis 6 pro Tämend benagen. iBalastina ha: dagegen :lä pro Tausend bei der: Buden., Auch die jnd'.'ch.e Tierblichter: beginn: zu sfkrgcn, weil die Ueberaüeruug ungiinnüz nur!:. Einige 'fei: hindurch lag sie sehr günstig.. I'.«-" bis l'.'-7 ivurden in Preußen U> U<Mi Ariden geboren und l.'.'Uo. ii.nbeii. Airs jede jüdische Ehe koininen l'.ö Kinder. -Koralnik schlag: als Abhittsniaßnahine eine Senkung'der Trerblichter: durch Tallierung.des Tiliadenguariiers bei uns vor. Tie Tante ipiel: heute leine große :>io»e, mehr der Austritt (zu de» Tiiiiden:en>. 'Au: ein Bierrel der Kinder aus den Mischehen bleib: Truden. Hin Bienet aller jiidischen Hheschließungen waren Mischehen )-'">!»,! in den lebten 1 <> BahrenI'.Il’1.) karncii auf JT'i» rein judncbe Hlreu lwm Mischehen. Tie verschiedenen bcvolkern»gspoli:ischen Borschläge, die inan all dein gegenüber niachie, haben nur begrenzie Bedeutung Tic Wichtigkeit von Wanderung und Ansiedluug erlang: daher auch unter diesem Gejichispuiiki erhöhtes Gewichl Rudolf Schilükraut. ,'\ii Hollmoood ift am Tienslag der Tchauspiclcr Rudolf Tchildkra»:, der lauge Bahre hindurch in Berlin und Wien einer der stärksten Tarneller ivar, nach einem Herzschlvächcanfall inr Filmaielier im Heim seines Tohn.s, des Filmschanspielcrs Bo'es Tchildkrä»:, geiiviben. . > Tchildkrani. der i», Hebensjahre stand, ist i» Konstantinopel geboren, nnd kam nach Tiebenbnrgen, wo er Teulsch lernte. \K uii einem Wanderleben an kleinen österreichischen nnd »nga ri'chen Tchniiere» kam er Ian das Wiener Raimund Theater, ipaier an das .Karl Tdeaier. von >vo ihn Baron von Bergen an das Temi'äie Tchanspiellians in Hamburg ~iu'vpflici)tcti'. Hier ba::e Tchildkrani 'eine ersten großen Hrsolge. Aus der Höhe seines Ruhms aber inlnio ihn erii seine.Berbinditng mit Reinhardt. A r nie niid We'en dieses Täiaiiipieler's sind aber Vox allem verbunden rui: seinen großen Figuren des TlMlock, Lear, Arno- Iikiis iWinrerniarcheni n. a. Hine urwüchsige Kraft, eine tiefe Hr lebulssähigkeil des Tchnierzes nnd der ivilden Hmpörnng, eine starke pailieiistbe Wildbeir s»lk:en die Biilnre. weit» er auftrat. Tpäter guig e> an das Badische Theater nach Renhork, an dem e> in be!ann:en Bargonslircken anfira:. Tie lehten Bahre lebte er von der Buhne zurückgezogen bei seinein Lohn in Hollywood. Professor de. tubirig Stein Ser berühmte berliner Soziologe und steeausgebee Set Mvnat»l<heist »Noet und Süt", ist ln Salzburg lm Aller oon 71 Jahren gestorben. ^üöifihe Nachrichten. fintijüSischc Note bei den Ausschreitungen im Nbeinlanü. B orli li (I. T. A.) , Tie befreiten Gebiete im Rheinland sind sofort »ach dem Abzug der feindliche» Besaitung Tchauolal. von Ansschreiilliigeil 'meist rechtsradikaler .greife gegen Teparatist-u und angebliche' Teparalineu geworden. Ter ,,Jüdr schoil Rnndi'chan" wird imlgeieill, das; sich unter den Geschädigten viele jüdische Firme» befinden. obwohl sich die Jude» nach übereinstimmender Ansicht aller »reise im besetzten Gebiete, >vie es nnr selbstverständlich ist, außerordenllich tonal nnd taktvoll ver halten liaben. Rach der Räninnng veranstalteten alle jüdischen c>>eineiiideii im besenie» Gebiete besondere Feiern, in denen die Inden ihrer Freude über die Beendigung der Besehung Änsdrnrk gaben. Trohdem beiinden sich ivie der „I. rli." lveiter mit geteilt ivird unter den vom „Bolts.zvrn" der Rechtsradikalen „Bestrasleu" viele jüdische Familien. Tie „I. R." schließt: „HS ist mm einmal so, das; sich jede llnrnhe. einerlei >vo der Ansgaugspmilt iür sie lag. säst automatisch gegen Inden richtet. H's mm; ieftgeskellt werden, daß in der rheintändischen Presse die Hmvörmig darüber groß ist. daß die Rechtsradikalen ihre gegen wärtige Atkion inrmer stärker ins antisemilische F-ahnvasser drän ge», denn ivalirend der Beiannngszeit haben sich gerade die Juden ängstlich davor gehütet, irgendwelche Beziehungen zur Bejahungs armee zu miterhalte» " Zrick will -en Entscheid -es Staatsgerichtsbofs unberück. sichtigt lassen. 'Berlin. >F. T.A Ans einer Bertrelerversammlmig des lliüringer <e>auiags der Raiionalsozialisie» erklärte Frick zu der Frage der Tchulgebete, es sei lächerlich, daß solche »leinigkeitei: dem Tlaaisgerichlshoj znr Entscheidung übergehen ivürde». Mit den cSrh.grm seien keinerlei. Angrisse gegen Inden oder Mar» riüen he.U'jichligt, sonder» lediglich die sittliche Erneuerung des Bolkes. Trog der Ablehnmig tämen die vkedete freiivillig lveit über Thüringen hinaus zur Aiuvendung. Wie der „Bölkifche Beobachter" ans Weimar meldet, stehe Minister Frick ans den: Tlandvmiti, daß der Entscheid des Ltaatsgerichtshoses in Taclren der lhüringischen Lchulgebete verfassungswidrig sei. Deshalb gedenke Frick nicht, de» Borschlag der F-reiheitsgebete mntlich zurückzu ziehen, sondern werde sich daraus deschränken, den Entscheid im Gcseßblatt hekanntzugeben. Ge-enkfeier für die toten Zlieger. Berlin. (I. T. A.) Ans dem Flngplah Johannisthal fand eine Traiiertnndgebmig für die in der Friedens- und Kriegszeit lödlich verunglückten Flngpilvten statt. Rach der »Ansprache des evangelischen Pfarrers Wiüig und des katholischen. Geistlichen Tr. Esser sprach Rabbiner Tr. Bacck. Er wieS auf di« großen Leistungen der beutfefwu ikriegsflieger hin. Tie Flugpiloten seien die lvghren Verkünder einer neuen Zeit, die wahr-