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Jüdisches Gemeindeblatt · 1930-06-18 · 11 (18.6.1930) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1930)
Issue
11 (18.6.1930)
Date
1930-06-18
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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der 2pioiuiflC jede moralische Haltung untcrgrabl. Lehe», ivic die Militärs sich in ihre eigenen fein angelegten Schlingen verfange». Merken mit Entsetze», ivie die Volksmenge ininier gern herrit ifi, liegen ihr eigenes Interesse, den Gewallherreit der Reaktion;» iiijubel». Erlebe» es mit, wie der ,',nöc;>, jeder ^eit gerade ga, genug ist, als Prügelknabe verjahrener Sitnationen uenvandt;;i werden. 'Dtait hat dein Stück nachgesagt, es habe keinen starken liier.' rischen Wert. Es bringe keine neuen Fdee» »tid .'.ietsetzunaen. Es begnüge sich mit einer historischen Reportage. Run. die Abbild knnst, die hier getrieben wird, hat doch einen lieferen Lin». Mi, dieser Assärc wird doch gleichzeitig der heutigen -seit, „ich, zuletzt auch dem heutigen Teilt,chland, ein Spiegel vorgehalien. der seine Werte hat. Zudem erhebt sich der Dialog os, zu einer beachten-- werte» Höhe, gan; davon zu schweigen, das; die Handlung selbst mit konncrischcr Hand. d. h. dramatisch gestaltet in.. , ' ' | ^ü-tfibe Nachrichten. J Zivnistenkvngreß im September? Mit Zuslimninng von Professor Weidmann wird Kongreß voraussichtlich im Sepicmber d F. it.it- 1 , treins -er Deutschen Iu-en ■I*?. ‘ 1» yeersthau jüöischer Jugend. Die achte ordentliche delegiertentagung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine deutjchlanüs. Von Dr. Alfred Hirschbcrg, Berlin. Auftakt. Von Dresden bis München — fast ein S y m b o l. 1928 trafen sich die Vertreter des Verbandes in Dresden, um den „Weg in die Wirklichkeit" anzutreten. Dresden, diese fast iüd lich wirkende Stadt, Labsal für die Augen, aber still, beschaulich nicht nur im Schein, sondern auch im Lein. Nun München, in vielen! Schönen Dresden verwandt, überlegen. Aber gegen satzreich, zu radikalen Entscheidungen neigend, fast Schnittpunkt zweier Welten. Von Dresden bis München: das besagt, der Verband ging in die Wirklichkeit hinaus, ricl\ sich, sperrte sich, entzündete sich an der Wirklichkeit, schnf in sich selbst Spannungen voll (Gefahr und dennoch Segen — und blieb s e l b st Wirklichkeit, trotz aller Krisengerüchte von innen und außen. Stärkere Wirklichkeit denn je, wen er sich aus sich selbst zum Werk erneute. Menschen und Probleme. Dreihundertztvanzig Delegierte, Vorstandsmitglieder, Beiräte, überwiegend jugendliche (Gestalten. Belebend in ihrer farbigen „Kluft" — aber nicht nur d u r ch sic — die 3 n n g g r n p penl cutc. Das £pr hört Dialekte aller deutschen Waue. Spannung liegt über allem und allen.,noch bevor die Sitzung beginnt. Im Verbände gibt es. man wußte es schon aus veil Veröffentlichungen im Verbandsblatt, eine „Opposition", die dich Führung ergreifen und aus dem „neutralen" Verbände eine radi kale politische Organisation machen will, 'lim Tagungshefte liest man, zum xstcn Male, die zahlreichen Anträge ans allen Bezirks verbände». Man bereitete sich überall gut für München vor, um zu siegen/ Wird man für sich siegen und gegen den Verband, oder ist der eigene Erfolg zum Wohle des Verbandes'? Tas ift die Frage, mit der die Uebcrzahl der Menschen an die Arbeit geht, um nach hartem geistigen, mitunter auch stimmliche'» Ringen durch ein fBotum die Entscheidung festznstcllen. „I u g e n d h i l f t der Ingen d", war das Tagnngsmotto. W i e dies geschieht, geschehen kann, geschehen soll, schon daran spalten sich die Meinungcit. Sicherlich ist auch der Fugend ge halfen, wenn man die Menschheit und die menschliche Gesellschaft ändert, aber ebenso sicher ist die Unabschbarkeit dieser Hilfe. Hilft man der Jugend durch Förderung im geistigen, sittlichen, moralischen, hilft man ihr durch ivirtschastliche Unterstützung bei- Berufswahl, Berufsvermittlung? Hilft man ihr, wenn man sie sich bewußt werden läßt? Biele Fragen, zu viel für ztvei Tage, zu schwer für die Erörterung vor einem vielhundertkopfigen Fo rum. Und darum formt sich anch bald die Frage: Wie kann der Verband seinen eigenen Menschen und aller Jugend ans eigener Kraft helfen. Der äußere Verlauf. Eröffnung. Beim Gottesdienste trafen sich die Vcrbandsfreunde zuerst. Freitag abend und Sonnabends. Am Abend verband sie srob lichc (Geselligkeit, aber nicht lange. Tie Telegieg'ten wollten für die schweren Sitzungstagc frisch sein. - Hunderte von (kästen fülltcil neben den Telegierten den großen Saal und die (Valerien der Tonhalle, als der Sprechchor der Düsseldorfer Gruppe die Anfangssätze des I. Buches Moiis vortrug, die Schöpfungsgeschichte. Aus Ehaos schafft der Wille Gottes Ordnung' lind Werke. Und sein Segen liegt auch heule noch über seinem Werke. Sv begann die Sitzung. Rabbiner Tr. Hahn, der Vorsitzende des Verbandes, cröfsncte sie mit Tankworteil an die Förderer der Veranstaltung, in erster Linie die bäurische, vor allem die Miinchener Geineinde und die Münchener Verbandssrennde sowie an die zahlreichen Stellen, die Begrüßungsschreiben gesandt halten, wie die bäurische Regie rnng, die Stadl München «deren Beureier anwesend >var>, der. preußische Landesverband jüdischer «Kenieinden und andere «Ke nieindeverbände, der Eeniral Verein dentscher Staatsbürger judischeti t'ilänbens, die Indische Volkspauei, um nur einige zu nenne». Tie Tagung grüßte durch Ansprachen L berlandesgerichtsrat Rennieuer München, Rabbiner Tr. Veerivald Mnnchen, Rechts anwalt Benno Walter Berl-in, Prediger Risif Tetmold, Lber lehret Keßler München. Für den Reichsansschnß der jiidischen Jngendvcrbände Tenischlands brachte Tr. Alfred Hirschberg «zu Beginn seiner Tisknssionsrede am zweiten VerkandlUngstaget herzliche Wünsche. / Martin Buber spricht. Stürmisch begrüßt nahm Martin Bube, das Wort;» sei nein Vortrag „W i e k a n » >'> e in e i il s ch a s l >v e r d e »?" Hier, ivie später beim Schlußworte, stand die Vetsaminlnng im Banne dieses großen Mannes, des liefen Denkers und sprachgewaliigen Sprechers. Sie dankte ihm für das (beschenk seines «Geistes her; 1 iii) und betvegl durch Erhebe«« von de«i Platzen Unter den« Eindruck der Feierstunde-die der Referent gepiagt, vertagte T> Hahn die Anssprache ans de«, Rachniitiag, >vo sie in Fvrin einer Arbeitsgenieinschaft unter Bnbers Leitung ji«1> abwickelie. In ‘ | %twfaUnH' Ui I s ' | I | iHmynlieiyffnn | I | der Bcillagspause fand sich die vorgesehene Arbeitsgemeinschaft. zusamine». „Berus und Litzen" in der Unterteilung „Schule und Berits", „Bernssnoi «>t«d Bernfsivahl", „Ter junge Mensch im Berus" wtlrden belwndelt. Daneben liefen unter den« Tberbegriff „L e b e n s g e ii alt«« » g" .1 r b e i I s g e > n e i n j ch a s I e n über „Individuelle Lebensgeitaltung" tiud „Kollektive Lebens gestaliutig". Diese letzteren tvntde»' mit der Aussprache über Bnbers Reserai vz'rbuilden. Es splithl «lithi gegen die geistige .Klast der Tiskussions redtier, wenn. sie, bis aus Tr. Loessler, üd)- mtt Buber ausein anderzusetzen, nicht ve»zichle» Abkr manch kluger Gedanke, manch V

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