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Jüdisches Gemeindeblatt · 1930-06-01 · 10 (1.6.1930) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
2 (1930)
Issue
10 (1.6.1930)
Date
1930-06-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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N. Grünberg, Tr. Aber, Levh, Ostro, Singer; in da- Jüdische Wohlfahrtsamt: Mat Markreich als Borsitzender, M. Reifcnberg al« Telcgicrtcr: i» die Inspektion des Gemcindebüros: E. Meyer: in die Synagogen Banfonds Montmifiioii: Teisenberg, E. Meyer, 2. Meyer: in die Mommiiiion für das Answandererivesc»: Mark reich, Tr. Roscnak, Tr. Abraham, H. Levy: in den Verfaisungs Ansichnß: Tr. Abraham. Markrcich, Grnnbcrg, Tr. Hes, Tr. Roscnak, M. Abraham, ". Müller, E. Benjamin, 2. Zacharias: »> die Veiwalinng der Ritual Badeanstalt: (3r>i»bcrg. ^stro, Jo irph: in die siener Einschätzunqs Kommission: Reifcnberg, W. Goldschinidi, Jos. Lehman», M. ^o»a», ". Brandt, A. Roscnthal, I. Player: in de» Berband der-sind. Gemeinden Schleswig Hol Neins nnt> der Hansestädte: Markreich. Reisenbcrg, Lev», Tr. Hcs, B. Zacharias: i» die Kominiiiion wegen Acndcrnng des Steuer Systems: siegfr. Meyer, Tr. Abraham, J»l. Bamberger, Jac. Michel, L. Brandt, E. Benjanii», A. Eßlinger, s. Zacharias, H. Jifchbci», Ad. Hcrzberg, M. Anerbach, «sin dieser Aufstellung sind der besseren Ucbrriichtlichket halber die 'Namcit der Mitglieder der>"'eiiiesnde .gouimissi'oueii mit anigesillirt worden.. Unter den c :»e» schristslücken erregte der Bericht nbcr die seitens einer r.'o»do»cr Jirma angebotene Weinberg schächizelle besonderes Jnicrcsse: die enorm hohe Forderung wird eine Eiiifnhrnng schwerlich möglich mache». - Betreffs Wieder rrrichtniig einer koscheren spciscwirtschaft teilte der Berci» zur Jördernng ritueller speischänser mit, daß die allgemeine Wirt schasislage »ch ans das Gasiwirtsgcwcrbc äußerst »»günstig ans wirkt, so das; zur Zeit kam» eine Tendenz zur Gründung solcher Betriebe vorherrscht. Tic Niederländisch »israelitische Haupt innagoge in Amslerdam trat mit dem eigenartige» Ersuchen a» die >3emeiiide Hera», ihr zirka hundert (Bulben Bccrdignngskostc»;» vergüten: derartige Jorderniigen sind bislang niemals üblich gewesen, da Bcerdignngc» »»bcmiticltcr auswärtiger Personeid i» jeder (Gemeinde fortwährend vorkoininc» und ciilslchciide Kosten netS von der jiidischeii Jürsorgc getragen werde». '»lach Erledigung einiger vertraulicher Angelegenheiten tvnrdc beschlossen, mit Lesung des »eiicn Pcrfassiings Entwurfs in der nächste» Genieinderats Sitzung zu beginnen. Wohnräume werde» demnächst im Hanse schuoor 7 frei. Ge »leindeangehörige, die sich für Ermietung interessiere», können näheres im Grmcindebüro erfahren. Moscs-Zchragenheim-Ztiftung iMarpci Ehauliml für Kran kenpflege. Tein Bericht der Bcrwaltung ist zu entnehme», daß der Bermvgeiisbesland Ende 1929: 2lI1,ö7 Mk. betrug. Es entsprach einem Wunsche des sei. Herrn Bi. schragenheim, die Stiftung erst dann in Wirksamkeit trete» zu lassen, wenn das Kapital ans Mark angewachsen in. Tie Jreuudc der Stiftung mögen cs sich daher angelegen sein lassen, für baldige Ausfüllung des Bcr mvgeiisbesiandes sorge;» tragen. Jriedhofskommiffion. J»i Monat J»ni erfolgt der Portal i ch l » ß unseres Gemeindesriedhofs a» der Teichbriichstraßc um 19 Ukr. sonntags in der Friedhof ab 9 Uhr geöffnet. — Gärt tierische Grabpslege liegt allein in den Händen unseres Jriedhossanssebers :»i o i i ch . Jleerrade >!. Trcntrnt: Hansa 324(1. Jür dauernde olrabvilege wird die Einrichtung von Grabpslege Jonds, die zu Ehren der Verstorbenen »ach ihnen benannt werden, cmp fohlen. Tie Errichtung von Grabsteine» und Einfassungen ist gebuhrciipslichtig: insbesondere unterliege» die Inschriften, sowie iu'nn iiiid »3röße der (Grabsteine der (Genehmigung, so daß es ratsam i'l. vor Bearbeitung des sicins die Erteilung der Ban erlanbiiis abzuwarlcn. Aniragssoriiiiilarc sind im Gcmcindebüro, beim Borstand des Kranke» Wohltätigkeitsvercins oder bei de» (Grabstein Lieferanten anzufordcr». - Jeder s t c r befall muß dem jüdische» Gemcindcbitro ohne Vcrzögcrnng gemeldet werden: ii'i das Büro geschlossen, so nimmt der Vorsitzende des Kranke» Wohltätigkeitsvereins tzur Zeit Herr Hugo Lcvy, Brinkennrane 27. Tvcrnruf: Roland ö»74> oder die übrige» Bor standsmiiglieder der Ebeivra kadischa Meldung entgegen. - - Im Tvall keine reservierte Graduelle vorhanden ist, ist der Erwerb des Nutzungsrechts an einer Grabftellc auf Jormular i» beantragen, das int Getueindeburo erhältlich ist. — Jriedhofsgcbühre» sind, wie alle übrige» Gemcindeabgabcn, im ßvrans zahlbar. Herr Rabbiner Tr. Bäck, Großpräsideul der Loge» des deut scheu Tinrikis U'TBB., kehrte am 21. Mas mit Tampscr „Karls rilhe" vom 'Trdensiage in Einciiinati hciNi »»d verweilte einige stunden i» »nferer Gcmcindc, »in der Kaiser Friedrich Loge eine» Besuch abziistatte». Monatsbeiträge lasse ma» nicht aiisammcln, sonder» zahle seine Monatsrate» allmonatlich durch Ueberweifung auf Post scheekkouto Hamburg oder an die Tarmstädtcr und Nativ »albank. \ Ins Jüdische Altersheim aiisgciiommen wurde Iran Anna Tavis, gcb. Tavis, aus Tldcitburg. i Lernen der Ehewra kadischa. J,t der erste» schownansnacht wird das traditionelle fernen des Kranke» Wohltätigkeit» Per eins am Montag, de» 2. J»»i, »m 23 Uhr, im Haufe Am Tob bei, I2l bei Herr» Rabbiner Tr. Aber veranstaltet. Hierzu sind alle Genieindeiniiglieder eitigelade». Tas Thema des Lehrvor trag» lautet: „.Israel und die Böller". Nationalsozialisten vor der bremischen Berufungsinstanz, Große Ltraskammcr, Bremen. I» der Strafsache gegen de» »a tionalsozialistischen Gruppensiihrer Nothdurft wegen Beleidigung, Hansfriedciisbruch, Sachbeschädigung und gefährlicher Körpervcr lehung — er hatte bekanntlich am Karfreitag 1929 die Ehefrau des Kaufmanns C. beleidigt, sowie deren dreizehnjährigen Sobn roh mißhandelt, war in das Hans cingedrnngen und mißhandelte auch dort die Insassen —, war der Angeklagte, nachdem auf An- , trag von Herrn Rechtsanwalt Tr. Roscnak der Generalstaatsanwalt in Hamburg die Erhebung der öffentliche» strafklage angeordnet hatte, vom Schöffengericht Breme» zu insgesamt drei Monaten Gesängüis und zur'Tragung der Kosten verurteilt wor den. Ucbcr dir gegen dieses Urteil .vom Angeklagte» und von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung stand am 23. Mai die Hanptvcrhandlniig vor der Großen Strafkammer Bremen an. Tic Vertretung der Nebenkläger lag wiederum i» de» Händen von Rechtsanwalt Tr. Roscnak, während Rechtsanwalt Tr. Hcnsche» die Bcrtcidignng des Angeklagte» führte. Nach kurzer Beranrng bestätigte die Strafkammer das Urteil der ersten Instanz. Tie Begründung ließ an Teütlichkeit nichts zu wünschen übrig und stellte eine Bernririliing des Angeklagten in rechtlicher »nd »io ralischcr Hinsicht dar. Jüdische Jugendvereinigung Bremen. Am Mittwoch, 14. Mai spo.ich Herr Rabbiner Tr. Aber über „Tie 'Anschauungen spenglors über das ^udentnm in seinem Werke: Ter Untergang des Abendlandes". Ter Bortrageude wies eingangs seiner Aussührnugen ans de» bevorstehenden öl». Geburtstag dcs,Tenkers hin, Ser erneut die Aufmerksamkeit aüf ei» Wert richte, das vor etwa 10 Jahren die Gemüter, wie kaum ein zweites erregt hatte, durch eine fast unglaubliche Kraft, des Zusammengehens von Kulturznsaulmenhäugcu unter Zertrümmerung der schranken der Fachgelrhrsamkeir. Er ging zunächst, auf die biologische Gcschichtsaufsassung Spenglers ein, der Knlturcu als Orgauismeu behandele, die ihre Wachslumgcschichrc hätte» und die Altersstufen des einzelne» 'Mciischcns durchlaufen würden. Er sprach dann von der der antike», der arabischen und der moderne» Kultur zugrunde liegenden sccle, die spengler als apollinisch, magisch und faustisch ktaratlerisüre/ Te» Zugang zum Perst.induis des Judentums habe sich spenglci^ dadurch verbaut, daß er es als Tcilcrschcinung einer von ihm konstruierte».„Arabischen Kultur" magischen Cha^ rakrcrs betrachte, deren Beginn er »nt de», J-ahrc ö«>0 vor d. ü. Z. bereits anscyc. Gerade das Judentum widerlege seine Anschauung von de» Jahreszeiten der Kultnre», da cs immer wieder nach tiefsiem Niedergang zu neuer Blüte gelaugt sei. Jür spengler hätte allerdings die jüdische Kultur in der talmudiscl^c» Epoche sich erschöpft, i» der cs den Eonsensus, die Ueberciiillimmung in religi- 'öjen Gebote» als für sein Wesen konstituierend hcrauSgcarbeitet hätte, seil de» Tagen Inda halevis aber sei cs „Fcllachenreligion" geworden. Als Greis sei eS daun den jungen europäischen Bölkcru im Mittelalter begegnet und der AutiscinitiSinus habe seine letzte Wurzel in dem „Mangel a» Gleichzeitigkeit." Im zweiten Teile seiner Ansführuugen wies Herr Rabbiner Tr. Aber darazif hin, daß cs für das Werk Spenglers bezeichnend sei, daß er die Bibel als Kultursaktor nicht würdige, ja sie fast ganz ignoriere. Ter Pcssimismns, in den sein Buch münde, zeige, d-.rß eine Kulturdcutuiig ohne sic »eg.rtiv ende» müsse, so ist spengler in seinem Untergang des Abendlandes der »nfreiwillige Kronzeuge des satzcS der Weise» „Wenn nicht die Thora ist, kehrt die Welt in ihr Ehaos zutü.k." Verband der Jüdischen Gemeinden Tchleswig-Holsteins und der Hansestädte. Am >3. Mai fand eine sihuug des geschäftsführende» Ausschusses i» Hamburg statt, in der mitgeteilt wurde, daß Rabbiner Tr. Eoh» (Jriedrichttadl» sein Amt »u Ausschuß aus religiöse» Bedenke» »iedcrgelcgt hat. Auch die Angelegenheit Oldenburg kam zur spv-achc; eine direkte Einwirkung kann der Verband leider nicht durchführen, weil Kompctcnzstrcitigkeite» mit dem Haunvverschcii ikaudesverband befürchtet werden, doch hat»' der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden die sachc inzwischen in die Hand genommen. Hosscnllich beschleunigt der Preußenverband die Jnaugriffnahme der Hilfeleistung derart, daß die Hilfe für die uollcidcudc jüdische Laudesgemeiudr Tldeuburg nicht Zu spät kommt. Tas „Sanatorium Emscr Heilquelle", ei» Heim mit ritueller Verpflegung für iniuderbemitteltc jüdische Patienten (täglicher Pensionspreis ö Alt.. Äai und septeuiber l.'»!> Mk i wurde Milte Mai wieder, eröffnet. Möglichst frühzeitige Aumcldungen a» de» Vorsitzende» 2au.-Rgl Tr. Nehab, Bad Ems. Sesthästliches. Wir weise» auch an dieser stelle auf das i» der heutige» Nnmmer erschienene Inserat des P c» s i o n s h a u se S Villa Rosa im Nordseebad Wangerooge lBcs.: Moritz Levy) hi». Tas Haus ist erstklassig eingerichtet urld kan» jedem Erholung suchende» sehr empföhle» werden. Sprechsaal. In Nnmmer 9 des Jüd. Gemeindeblatts vom 45. Mai erschien eine Mitteilung des C. B. über eine Jirma, die sich in Zeitnngsinscrate» als „christliches Spezialgeschäft" empsichlt. In diesem Znsainmciihang dürste cs auch angebracht fein, ans eine andere Jirma, die G c b r. Lesters A. - G., hinznwcife», die vor ihrer Etablierung i» Bremen im Herbst 1923 im Anzeigenteil einer hiesige» Tagcszcitniig Personal „christlicher Konsession" suchte. Man dürfte annchmc», daß diese Jirma auch auf jüdische Kundschaft keinen Wert legt. Jedenfalls sollte man sich bei der heutigen 'Notlage gerade uns jüdischer Angestellte» sehr über lege», ob man Geschäfte nntcrstützc» will, die jüdisches Personal ganz offen a b l c h »c n. . Julius Grün.

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