Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 2 (1930)
- Issue
- 2 (1.2.1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Ter Präsident der Internationalen Studiengesellichast für Betriebsführung in Warenhäuser» überbrachte deren Gliickwüiiscke. Tie Wirtschasts- und sozialwissciischaftlichc Fakultät der Universität Köln hat die Promotion des Herrn Alfred Tictz zum Tr. h. c. vorgenommcn. Tie Firma Leonhard Tictz, die heute als große Aktiengesellschaft in der Hauptsache im westlichen Teutschland domiziliert, ist 1878 in Stralsund von Leonhard Tistz mit einer Berkänserin und einem Lehrling als Rurz-, Weiß- und Wollivarcngeschäst begründet worden. Leonhard Tietz stammtc aus Birnbaum, einem kleinen Städtchen an der Warthe. Fm Fahre 1888 verlegte die Firma ihr Hanpttätigkeitsgebict ins Rheinland. Aus dem Rurz-, Wciß- und Wollwarengcschäst entwickelte sich dann langsam das Warenhaus, 1905 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. 1914 starb Leonhard Tietz. Tie Firma Lonhard Tietz hat stets nicht nur nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit gehandelt, sondein auch eine soziale und geistige Arbeit und eine großzügige oziale Fürsorge für das Personal geleistet. Kus öer Gemeinde Bremen Tic nächste Ausgabe des Jüdischen Gcineindeblattes erscheint» am 15. Februar. Redakrionsschliiß 10. Februar 1930. Beiträge für den lokalen Teil sind „an die Zchriftleitiing des Jüdischen Geineindeblgtts, Breme», Gartciislraßc 7", zu senden. I i i l l m Gebetz« Ge SetCMC 1930 kiten der Israelitischen meinde Bremen. e*iM« soso 7“ 17'» 31.1 5t. 2 8* 17 17» 1 <5a. 3 TLaöta >2. Mol. 5-—8") Solls Lmk. 28“—28=' 7 “ 17 r 6o. 4 7“ 17 3 Mo 5 7“ 17 4 Dl. 8 7“ 17 5 Ml. 7 Tu 17 « Do. 8 7“ 17» 7 St. 8 8» IG“ 18"' SuflenMS'bltnU 8 6a. 10 Bo,2. Mol. 10'— 13" i rsuoenb. 17» «8'blenlt 15» Soll.- 3tt«m.46*-‘—■» 7 17» 8 So. 11 7 17» 10 Mo. 12 7 17» 11 M. 13 7 17» 12 Mi 14 7 17» 13 Do. ,5 15. Schwa« (9leuiabi 14 5t. 15 Lhamtlchoh-allat b'Sch'wai 7 17» der Bäumet 8“ 17“ 18» 15 Sa. 17 B'Lcholach. kabbal Kchlcah >7. Mol. 13"—17,Hi tgoll.: Dchiec 4 —5" Zamilten-Nachrichten. Barmizwah. 8. Februar: Hermann Grünbcrg, Lohn des Herrn Herm. Grünoerg und Frau Elisabeth, geb. Gerten, Wiesbadener Straße 30. 70. Geburtstag. 2. Februar: Eduard Ries, Hutsiltcrsir. 1. Gestorben. 15 Fanuar: Facob Rupserstei», 85 Fahre alt (überführt nach Lüneburg). — 21. Fanuar: Gallsried Fsaac, Tonaustr. 71, 09 Jahre alt. Jahrzeit, am Vorabend des angegebenen Tages beginnend: 2. Februar: Harris Eohcn, Ful. Fränkel, Fs. Hirschfcld. 3. Februar: Adolf Orbach. 4. Februar: M. Bottwin, G. Wolken. 0. Februar: Marcus Rlcin. 7. Februar: Max Eohn. 10. Februar: Alfred Schcrbel. 12. Februar: Wolf, Hermann und Ad. Grimberg. 13. Februar: Fra»; Foscph. 14. Februar: Levy Körbchen, Bernhard Anspacher. Wer. zu Hause kein Jahrzeitlicht anzündet, hat Gelegenheit, gegen geringes Entgelt \bic Gcdächtnis-Licht-Einrichtung in der Synagoge zu benutzen. — Anmeldung beim Gemeindediener. — Wer Jahrzeit hat. Pflege: den schönen alten Brauch, sich im Gedenken an seine Lieben durch Spenden an unsere^Gemeindevereine sozial zu betätigen.! Gemeindesteuern. Unter Bezugnahme aus die Bekaniltmachung des Gemeindevorslandes vom 1* ' eiember 1929 erinnern nur die verchrlichcn Mitglieder daranFdaß die Faünar Rate am 10. Fa nuar fällig war und daß die Februar Rate bis mm ln. Februar auf Postscheckkonto 8083 Hamburg oder an die Tarmslädter uild Nationalbank zu überweisen ist. Nach Ablauf des Februar-Termins fertigt das Büro kostenpflichtige Mahnzettel aiis. Jivccks Bcrmeidung von Weiterungen wird dringend gebeten,' die Fab lungsfrist' genau inncznhalten. Seelsorge. Herr Gcmcinderabbincr Tr. Aber ist vom 24. Fa nuar bis zum '2. Februar nach Breslau beurlaubt. Juaendgottesdienst. Tic Ellern der schnlpflichligen Rinder werden daraus aufmerksam gemacht, daß Sabbatnachmittag Gottes dienst für sämtliche Schüler und Schülerinnen der Religions schule am 8. Februar nm 10.30 Uhr stattfindct. ErziehungSsraaen lautet das Thema, das sich Herr I. Mar aulics für seinen Bortrag gestellt hat, den er am 2. Februar, 17.30 Uhr, im Lehrsaal vor der Agudas Fisroel-Gruppe zu halte» bcab Üchtlgt. Borstrhrrbund der Jüdischen Gemeinden Nordwestdrutschland». Am 19. Fanuar hielt der Bund seine überaus guibejnMte Tagung in Tidenburg ab. Einen ausführlichen Bericht sinden unirre Leser an anderer Stelle dieses Blattes. Rurse für Mütter der Rinder der Rrligionoschule. t>s ist oi, beobachtet worden, daß in vielen Hausern erfreulicher Weise der ernste Wille besteht, die 'Arbeiten der Rinder für die Religions schule zu beausjichligen, aber die dazu erforderlichen Renntnisje nicht vorhanden sind. Ties gilt namentlich hinsichtlich liirscrer schönen -Ansangcrjibel, die ganz andere, moderne Wege geht als die Fibeln von dazumal. Tie Religionsschule richtet daher jnr die Mütter und Erziehnngsberechligleir -der Rinder, die gegen wärtig die Anfangerklasse besuchen bziv. znm kommenden Schuljahr an ge meldet werden, einen Rursus ein, in dem methodische Winke zur Beanssichlignng der häuslichen 'Arbei reu gegeben werden. Für den Rnrfns ist eine Stunde in der Woche, Tiensiag l 5 Uhr nachmittags in der Tomschnle bdgin nend am ll. Februar 1930 bis znm Schluß des Schuljahres vor gesehen. Meldung der Teilnehmer wird bis Freitag, de» 7. 2. cntgegengenvmmen. Tic Agudas-Ffroel-Gruppc Breme» Hane m» dem am Sonntag, den 12. Fanuar, im Olemeindehans durch Herrn Lehrer Boley tWeeiierl abgehallenen Bonrag einen lu'ionderen Erfolg. Tas Thema hieß „Was will Agudas Firoel?" Fn iniereiianie» 'Aussührungcn wurde von der Wichtigkeit der Heilighalinng des Schabbes, der Notwendigkeit des Tkoraiindinms unserer Sohne und der jüdischen Erziehung unierer rochier gesprochen, den Hauptzielen der 'Agudas Fsroel. Fn ivnnderbaren Farben wußte Herr B. die 'Weihe des Sabbais zu schildern, wie seine Elle»» nnd.Großeltern und auch er selbst ihre -'»nsriedenhe» in der Ans Übung dieses göttlichen «Gebotes fanden. Es ist unmöglich, ans alle Einzelheiten hier näher einzugehen, der Beifall de> Juliorer bewies, wie sehr sie mit den begeisternden Worten des Redners einverstanden waren. Tie Jüdisch« Fugendvereinigung haue ihre Mitglieder und Förderer am Sonntag, den 19. Fanuar, nachmittags, zu einem Bortrag des Herrn A l f r e d B o n »in. Bielefeld, eingelaven. Ter Referent sprach unter dem Thema: „Ten Sohne» zu» Wa> nnng" über Emil Ludwigs Buch „Fnli l >". ''.»nächst iliz zierte der Redner die weltpolitische Situation vor dem Schuß von Scrajewo, »»> dann anssuhrlich ans die Ereignisse des Fnli 191t einzugehen. Tie Tarstellnng der poltiischr»xFehle» und diploma tischen Tummheiten und der Wühlarbeit der Milriars und Staatsmänner, die zu dem großen Morden sühnen, ließ die junge Generation, die ans eigener Erinnerung tiichis mehr von Bor kritgsereignijsrn weiß, erkennen, ivie leichtsinnige Berliepupg zu Ratastrophen iiihrl. Tas hohe 'Niveau der Tariiellung mart'ie den Bortrag zu einer eindrucksvolle» Rnndgebnng gegen den >tricg. 'Man haue den, Redner einen größeren :',»>»>>erlreis gewünscht. Israelitischer Fraurnvcrei». Auch im neuen :>iechnnngsjahr bleibt der Franenverein seinem Borhaben, den. jiidischen Frauen Bremens allmonatlich einmal'eine besondere Berausialinng zu biete», Iren. Tiesmal ist-es gelungen, den F>.i:ic't:a>zi Heit» Walther Eohen Bremcii als Redner zu gewinnen. Unter Hin weis ans die heutige Anzeige werden die Mitglieder des Fsraeliii scheu Francnvereins ans die am Tiensiag. ll. Februar, in den Ratssinben sialtfindenden Abendvorirag e ausuierksam gemacht, dessen lehrreicher Fnhalt fiu jede Frau von Nutze» ist Aftuiians-Hilsc. Fn der vergangenen Woctie toeilie He»> Rabbiner «grnnseld ans Neuvork, Rabbiner' ziveiei orlhodo>er ungarischer Synagogen in 'Bremen. Seine Reite nach Ungarn galt dem Ftveckc, einer Fron mit nenn Rinder», d,e von ilmiii Manne verlassen war, beizustehen, in ihrer Heimat die behord lichen Beurkundungen zu sammelu, um mit Hilie der amerila nischen Behörden den Mann zur Unierhalinngspslnltt her.inzn ziehen und ihti a» der 'igiedeiverlieiiainna;ii hinDi’in. Fn Ungarn nnd Polen kommt es nänilich nicht selten daß jndij>I>e Ehen nnr reiigionsgesevlich, aber »irlit iiandes.amtliclt geiihloisen. werden und die Männer ihre Familien ins Stiche lasset, nnd nach Amerika answandern, wo ihr Berbleib oit nicht mehr nachznweiie» ist. Solche arme Frauen nennt man Aaanans. Sie können rcligivnsgesetzlich nicht eher lieiraien, als bis es gelingt, de» Mann tvieder ausfindig Zti machen und ihn zur llebergabe des Scheidebrieses, iR'is. zu veranlassen. Fn Anbetracht der Titsarlie, daß es gegen »ooiiO Agnnans von d>m im Rriege verschollene'» Männern abgesehen, giht, ist diFHilse tnr diese verlassenen Frauen eine dringliche Ausgabe'der Fudenbeii. Fn Neuuork widnret sich ein Rabbinerkreis, der Tegel Harabbanin, in dem 9ia>v «grnnseld eine führende Stellung einninimi, dieser Ansgabe. Tieie.Frage ist atich im Rreise der jüdischen' Franenorganisaiione» inl Teutsch land in jiingster F.eit osiers behandelt ivvrden >t»d hai lin Frau Rabbiner Eschelbacher ». a. ivarmherzige Fürsprecherinnen ge sundr't 'chjähriges Jubiläum der Wandrrarmrn-Hilse. Ter Fürsorge ansschnß s>t> jstdiiche Turchivanderer beginnt in diesen Tagen da mit, die Ablösnngsbeiitäge znannite» der Hilfsbedüriiigen erheben z» lallen. Ter Rassierer ist peauitraat, gegen Fahlnna des Ab lösnngsbeiirages einen Block >Wohlsahrls Schecks auszuhändigen. - Es steht zu erwarte», daß isich, wie in srnheren Fahren, kein Ftlde von dieser Fursorgepslictii ausichlirßt. Ter Fürsorge Ansschnß tri» mit dem jetzigen Rechnungsjahr in das 5«>. Fahr seines 'Bestehens ein tind rechnet auch ans diesen, «gründe ani Werkes »ende Unlersiütznng aus allen Rreise» unserer «gemeinde