Jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 19 (23.12.1929)
- Date
- 1929-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/4916913-5966047-5966081--188-4917079- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Werbt für. üas jüdische Wohlfahrtsamt Postscheckkonto: 55698 Hamburg Bankkonto: Oarmstäüter und Nationalbank .Man sollte nun annehmcn, daß das Ministerium über die Tatsache, daß sich die Juden völlig einig geworden sind, und zwar in durchaus mäßigen Borschlägen und. in strenger Anpassung an .die Reichsversajjung und an die analogen Verhältnisse bei den anderen Uonsesjionen, seine Zufriedenheit znnr Ausdruck bringen und die Verabschiedung des Geictzes durch den Landtag beschleunigen würde. Tas ist aber, trotzdem viele kostbare Monate verstricheli sind, während welcher der unhaltbare Ezlex-Zustand der jüdischen Gemeinden andauert und »sehr vielen von ihnen die Möglichkeit benimmt, Statutenänderungen vorzunchmen, weil sie naturgemäß diese Statuten dem neuen Judengefetz anzupasscn das Bedürfnis haben und luqü die Aufsichtsbehörden ihnen den Rat gegeben haben, die Gesctzwcrdung des Entwurfs abzuwarlen, nicht der Fall gewesen. Hingegen hat das Ministerium in einer Interims-Verordnung^ die der gesamten Praxis des Ministeriums in dieser Frage wider>pricht, seine Meinung dahin zum Ausdruck gebracht, daß die auf Grund des Paragraphen 137 der Reichsver» fafiuug erlangte Autonomie der jüdischen Gemeinden diese berechtigt, das Fraucnwahlrecht einzuführen. Außerdem aber, und zwar in einem absolut undurchsichlbaren Zusammenbang mit der Bestimmung über das Frauenwahlrccht ließ das Ministerium wissen, daß die einzelnen Gemeinden aus Grund ihrer Autonomie das Recht haben, Ausländer in ihrem passiven Wahlrecht zu beschränken. Tiefe Bestimmung greift jedoch der generellen Regelung dieser Frage durch das vom Landesverband vorgclcgte und vom Landtag zu beschließende Judengcjetz voraus. Aus diese Weise vermehrt die Verordnung dcsi Ministeriums die Unklarheiten in der geiamtcu Rechtslage der jüdischen Gemeinden, die nun wahrlich nicht wissen, woran sie sich zu halten haben: An die Reichsversaßung, an das Judengefetz von 18-17 (das keinen Unterschied zwi-. scheu Zn- und Ausländern macht) oder an die letzte Verordnung des Ministeriums. Es ist die höchste Zeit, daß das preußische Kultusministerium bzw. die preußische Staatsregierung aus die berechtigten Interessen und Wünsche der preußischen Iudenheit mehr Rücksicht nehmen als ^ü-isthe Nachrichten. Ergebnis -er Wahlen zum Delegiertentag -er ö. f. D. v in Berlin. Berlin. (ITA.) Tie am 14. bis 16. TejeiNbcr in Berlin stattgefundcneu Wahlen zum Telegiertentag der Zionistischen Ber» «C 2* V Gummi Walter Langenstraße 108 NORD DEUTSCHER LLOYD BREMEN-NEWYORK mit unseren Riesenschnelldampfem »B R E M E N««ooob.-h.-t. »E U R O P A««ooob.-r-t. »COLUMBUS«32SOOB.-«.-T. ♦ * Regelmäßige Abfahrten nach NORD-, MITTEL-, SOd- AMERIKA Ostasien, Afrika,Australien Direkter Dienst nach C A N A D A ♦ Nord Seebäderverkehr u während der Saison : Eisenbahnfahrkarten n zu amtlichen Preisen : »Flugscheine:: Reisegepäckversicherung größeres gnng finden als die Forderungen der Juden. Preußen ist zweifcb los ein Rechtsstaat, und im allgemeinemuß man zugeben, daß die seikmehr als zehn Jahren im Amte befindliche preußische Regierung durchaus fortschrittlich und entgegenkommend gegenüber allen berechtigten Ansprüchen der Bevölkerung ist. Umsomehr muß einen diese Ansnahmebchandlung der Juden in einer so vitalen An» ' gelcgcnhcit, wie in der gesetzlichen Ordnung ihrer Rechtsverhältnisse, stutzig machen. Leider muß man die Schuld an der Verzögerung dcrGcsctzwerdung desEntwnrss des vrenßischcnLandesverbandes fast Acstlos der Staatsrcgicrnng ausvürden. Unseres Wissens hat es seitens des Bcrbandesratcs und der jüdischen Faktoren nicht an ernsten Bemühungen gefehlt, die preußische Staatsregicrung an ihre Pflicht zu mahnen. Unbegreifliche Widerstände innerhalb der einzelnen Ressorts sind aber bisher stärker gewesen als die berechtigten Wünsche der Juden und vicllcichr auch die guten Absichten der berantwortlichcn Minister. Vielleicht ist es notwendig, zum Schmied und nicht zum Schmiedel zu gehen, d. h. die Be Ichwcrdc, daß das preußische Judcngcsctz noch immer nicht perfekt ist, bei den leitenden Ministern vorznvringcn, damit diesem unhaltbaren Zustande eines unerträgliche» Exlcx^Zustandcs ein Ende . gemacht werde? Streng rituelle Küche unter Aufsicht des Bremer Rabbinats auf den Fahrgast-Dampfern nachNord-, Mittel- und Südamerika. » Auf allen weiteren Linien auf Verlangen ^koschere :: Konserven :: Auskunft und Drucksachen durch uusere Vertretungen Norddeutscher Lloyd Bremen cinigung für Tcutschland hätten da? folgende Ergebnis: Gewählt wurden vom linken Zentrum (Gruppe Blumcuscld) acht Tclegierte, von den Unabhängigen Allgemeinen Zionisten («gruppe Kvllenscher) acht Telcgierte, von der «gruppe Arbeitendes Palästina (Frist Raphtali) vier Tclegierie. Tamil ist das Ergebnis der Berliner Wahlen nicht erschöpft. In Sonderverbänden wählten Misrachi Revisionisten l, Hitachdnth :! und Radikale Zlo- »istcn 3 Telcgierte. lieber die Wahlen im Reiche liegen vorläufig nur spärliche Resultate vor. Borkum röpublikanisch. Berlin. (ITA.1 Tas Ergebnis der Kommünalwahlen ans der bisher jndenreinen Rordsecinscl Borkum, dem früheren Wirkungsbereich des Erpaslors Münchmeyer, zeigt, wie die Zeitungen melden, einen durchgreifenden «gcsiniinngsumschwung in der dortigen Bevölkerung. Während bei de» letzte» Reichstags- und Provinziallandlagswahlen im Jahre l'.L’.'v ca. 1100 rechtsradikale Stimmen abgegeben ivnrdcn, sind diese Stimmen letzt auf 30 zurückgegangen. Sozialdemokraten und Temokralen haben V im «genieinderal die Mehrheit. Auch die Teutschc Bolkspartei hat rund i>00 Stimmen erhallen. Bei einer Revision, die das preußische . Innenmiilistcriuin wegen Turchführung dtzr Flaggcnverordnung vvrgcnommcn hat, zeigte cs sich, daß Borkum das einzige Nordsecbad ist, in dem die Reichsfarbe» ganz ordnungsmäßig gehißt lvordeir sind. ^ü-ischcs Lehrgut No-ges bei §ul-a. Tas jüdische Lchrgnt Rodges «Kreis Fuldal wurde yvr einigen Jahren zum Zlvcckc der Ausbildung gescstestrcuer Chalnzim eingerichtet. Es umfaßt 1.*>o Rtorgen Ackerland und Wiesen und einen' große» Cl'it ttiio «Vmiisegarlen, außerdem wird Milch- 1929 DEZEMBER 1929 SONNTAG 29a SONNTAG ' \ Chanukah-Kinderfest vom Isriivlitisdii'n I rduvin vrvin lirvmcn im (1 r o ftv n (> 1 o<Lv n sd a 1 lO.Uhr