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Jüdisches Gemeindeblatt · 1929-06-01 · 5 (1.6.1929) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt
Volume
1 (1929)
Issue
5 (1.6.1929)
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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\ Iahrzelt , am Borabend des angegebenen Tages beginnend: 2. v^uni: Elias Lchragcnheim. 6. ^inii: Aron Mutt. ’>• 'umi: 'JUfvcD '.Uuncije liotH'ii.!t. ^uni: Düu; rtvuucv. 10: \\aui: '-tn.uo Zoftker. 14. 'Juni: Einil Moopmniiit. Hi. 'umi: Julius Tavid. 16. Fnni: -Earl Marlin Weiß. Wer zu Hause' kein Fahrzcitlicht anzündet, Hai Gelegenheit, die Gedächtnis-Licht Einriditnng in der Shnagogc gegen gcringes Entgelt zu bcnntze» (21nincld»ng beim Gemein'' dienert. 26er Fahrzeit hat, pflege de» schönen alten Brauch. ,»ch im Gedenke» ui» seine Lieben durch Spende» au unsere Gemcindcvcreine sozial zu betätige». Eine Bitte an all«. Beim Erscheine» »nscrcs Indischen Wc mcindcblattes haben wir die Mitgliedschaft gebeten/ mitznarbeiteu. Tem ist nur in wcnigrn Tvällrtj entsprochen worden. Selbst die Borstände der im Gemcindcbezirk arbeitende» Bercine, denen das Gcmeindcblatt seine Llnzeigcn Spalte regelmäßig zur Bcrsnguug stellt, habe» mit wenigen Ausnahmen versagt und die regelmäßige Uebcrscndung ihrer Bcrcinsbcrichtc unterlassen. Wir bitten hier mit nochmals, zur Bcrösscntlichnng geeignete Mitteilungen uns ständig zngchcn zu lassen und dabei zu berücksichtigen, daß a.ir ln gelegcnhcitcn lokalen Kolorits zur Bcrwertung erwünscht sind. Abhandlungen allgemeinen Inhalts sind überreichlich vorhanden. Bremen, 61. Mai 1020. Tic Schriftlritung. - Zamilien-Nachrichten. Bremen. Eheschließung: Bernhard Stahl, Reucnjtr. 6.7, und Erna, gcb. Roscnbanm laus Hamburg), am!>. Fnni. Bremen. Geboren: Ein Lohn Max Auerbach und Frau, Anna, geb. Margnlics, Ellhörnstr. 21, am 22. Mai. Bremer Nachrichten. Straßenüberfälle. Tic Bcrufungsvcrhandlnng gegen acht jugendliche Antisemiten, die wegen der im vorige» Fahre ver übten Straßcnübcrsällc ans jüdische und vermeintlich jüdische Per sonen verurteilt worden waren, beginnt am 6l. Mai im Land gericht. Tie Verhandlungen dauern voraussichtlich zwei bis drei Tage. Als Bcrtcidigek' fungieren die bremischen Rechtsanwälte Tr. Mahlstaedt und Tr. Lemke und der als Hitler 'Verteidiger bekanntgewordcnc Rechtsanwalt Tr. Frank II ans München. Schülerbesuch aus Kiel. Am 27. Mai traf eine Gruppe Schüler und Schülerinnen der Rcligionsschulc in Kiel unter Füh rnng von Herrn Rabbiner Tr. P o sni e r oiuf um die 'Bremer Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Ticse von Herr» Tr. Posncr eingcführten Fcricnfahrtcn erfreuen sich in deü Kreisen der jüdi scheu Fugend großer Beliebtheit, io daß sie Fahr für Fahr ver anstaltct werden können. Ueber die diesjährige Fahrt ''nach Lü beck und Breinep folgt noch näherer Bericht. Wohnungsändcrungen. Eine regelmäßige Fnslellnng des Ge meindcblattcs ist nur dann möglich, wenn die Gemeiiidcmil glicdcr jede Wohnungsändcrung sofort im Gcmeindebnro anmel den. Es sei nur aus die heutige Bekanntmachung über die Bcrändcrnngen im Mitglicdervcrzcichnis hingciviescn, »in das drin gendc Ersuchen an alle zu richten, durch sofortige Bekanntgabe vorkonlincndcr Wohnungsäicdernngen eine geregelte Arbeit im Gcmcindcbüro durchzuführen. Lehr»Bibliothek. Mit Beröffentlichung des Buchbestandes wird demnächst begonnen werden. Ausgclicycne Bücher sind spä tcstcnS bis zum 16. Fnni im lgcnicindebürv ivieder abzuliefern. Sitzungen. Tas Füdische Wohlfahrtsamt tajzte am lli. Mai, Borsland und Gem^indrrat am 27-. Mai, die Synagoge» Mont missio» ani 26. Mai. Sitzungen der Schulkoiumission fanden am 21. und 60. Mai statt. ' 11. Delegiertentagung des Jüdischen Frauenbundes. Mit glicdcr des Fsraclitischcn Fraucnvercins, welche den vom 0. bis 12. Fnni in Berlin, Klciftftraße 10, ftattfindendeir 'Bcranslaltnn gen beiwohnen wollen, werden ausgesorderl, sich umgehend im Gcmcindebüro anzuincldcn. Neu« Heldcntaten in Sicht'? Unsere diesbezügliche Bitte um Aufklärung beantwortet Herr Rechtsanwalt Tr. Rvsriiak wie folgt: ,>Auf Fhrc Anfrage vom 21. d. Mts. erwidere ich Fhnen, daß es richtig ist, daß ein Mandant, ein Mitglied der Füdiiche» Ge »leinde Breme», in seiner eigenen Wohiinng von einem jungen Mann, der mit Gewalt dort einzudringen versuchte, schwer be droht »nd beleidigt worden ist. Ta periönliche Tifserenzr» nicht bestanden, mein Mandant den Angreifer überhaupt nicht weiter kannte, muß angenommen werden, daß antisemitische Tendenzen zugrunde liegen. Nur durch das Eingreifen von dritter Seite und durch Fnaiijpruchnahme der Polizei ist ernsihafles Unheil ab gewendet worden. Es ist von mir dicscrhalb Anzeige bei der WienetBSdierel und Konditorei Berthold Gröger Bremen,Oslerlorsslelnwe# 77, Telephon Domsheide 2642S Iiii mache hrtflichst darauf aufmerksam, dah ich zur llcrslcllun» der Waren nur die beste Molkerei-Butler verwende Staatsanwaltschaft erstattet worden, und die Staatsanwaltschaft Hat die Ermittlungen ausgenommen. FrgendwelcHe iveilercn Mil itilnngcn kann ich FHnen während des schwebenden Berfahreus nicht machen. gez. Tr :>i o > e » a k" Zefira»Gedanken. lieber dieses Thema sprach Herr Max Rnda, Lehrer der Fndischen Gemeinde 'Wilhelmshaven, auf Einladung der hiesigen Agndas Fisroel täriippe am Sonntag. 26. Mai, abends, im Lehriaal. Fedide Flmim. Mitglieder des Bereins „Fiennde der raub slninmen", die beim Fnkasso des 'Beitrags nicht angeirosie» .»vor den sind, iverdcn gebeten, ihren Fahresbeiirag direkt an den Rendanten,^Herrn Tr. Albrechl Koebler, Fernjamet Sir. 10 2», Berlin SW. 10 iFsraelitische Tanbsluiunienansiali snr Tenisch land zu Berlin Weitzenseei einzujenden. Sedcrabend in Levys Hotel. 'Ans Gemeindelrerjen wird uns geschrieben: „Unter der Notiz „'Tefjenllidie Sederfeier" i» Nr. i des „Füdische» Gemeindeblattes" vom 1.7 Mai 1020 winde daraus hingewiesen, daß im Genieindesaal bei zivedenlsprechender A»s schmnckung cs eher möglich sein wurde, den traditionellen Seder in moderner Fori»' zu feiern. ' Ter Schreiber war bei der in diesem Fahre veraiistalteie» öffentlichen Sederfeier selbst zugegen. 'Er ka>u> erklären, daß es auch in den Räuine», in welchen diese Feier in diesem Fahre begangen wurde, an Feslesslimninng nicht gefehlt hat. ^Wir meinen, daß eine Sederfeier durch sich selber wirke» »tnjf und es einer ganz besonderen Ansschinn-knng nicht bedarf. Wir meinen aber auch weiter, daß es ein Widerspruch in sich ist,, wenn man verlangt, daß eine Sederfeier, d. h, die Feier der Er innerung an Ereignisse, die Fahrtansende znrückliege», ein nio dernes Gepräge tragen soll. Obwohl die Teilnehmer an der Sederfeier mit der '.'lnssiaii n»g und 'Berpflegung voll n»d ganz befriedigt sich erklären, sind mir der Meinung, daß bei einer Sederfeier auch das Eisen nicht die Hauptrolle spielt. Nach der vorerwähnten Notiz erweckt es den Anschein, als ob es bei einer Sederfeier nur auf „vorirejilichss Festessen" und ans „kösllichtz Paläsiinaweinc" anlomme. Ganz nebenbei möchten ivir aber noch bemerken, daß das Essen und die Weine nicht eine Frage derRaifnilichleil iind, jon der» nur eine solche des Geldbetrages, den die Gemeinde für die Beransialtung solcher Feiern zur Beringung stellt." * PS. Film Schlußsatz des vorslehenden „Eingesandt" werde» ivir vom Grineindevvrsland um Ansnahine der Miiieilnng ersucht, daß mit der Geschästsleitnng von Lepvs Hotel j>ir das am zwei len Pessachabend zu liefernde Gedeck n»d eine halbe Flasche Wein ein Preis von .7,-70 Mark zuzüglich lo Prozent vereinbart wor den war. Die jüdische Ehenot der Gegenwart. 'Bvrtrag von Professor Tr. Ha n a n e r. Ueber das P r o b > c m d e r j ü d i j ch e » E b e d e r tO e g e » wart sprach am II. April int Rahmen der Boriragsveransial tnngeii der. Fsraelitischen Gemeinde Herr Universitäisprojeijor Sanitätsrat'Tr. Hanauer tFranksnri a. M.>. Herr Professor Hanauer ist Gründer und Leiter der „Gemeinnützigen jüdischen Eheanbahnnngsstelle", kurz „E. 21." genannt, einer Fnsiiiniion, die - ans einem dringenden 'Bedürfnis entstanden das größte Fnteresse aller am jüdischen Gemeinwohl Fnteressierlen gesnn denVhat. Kein Problem, so führte der 'Bortragende etwa ans, ist heute in so hohem Maße Gegenstand össenilichen .Interesses, wie das der Ehe. Tie zahlreich erscheinenden Eliebncher. die immer er Heute '.'lufrollnng der Frage in Feilsdirisl and F>eilung, die nicht abbrechende Tisknssiv» zeigen deutlich, das; besondere Schwierig leiten äußerer und innerer Natur Eheschliesznng and Ehegesial lnng i» ihren herkömmlichen Formen heute beeinflussen und ge sährden iind so das Eheproblem der Gegenwart lchaksen. Es liegt auf der Hand, daß dieses Eheproblem >>be> die 2lngelege»heit des Einzelnen hinaus in, hodiflen 'Maße Gemei»schasisprohle>» ist. Es gibt keine» zuverlässigeren Olradinesser jnr die Lebens kraft einer Gemeinschaft als -fahl und Kinderreichtunr ihrer Ehen. Ten anfmerksamen Beobachter der jüdischen 'Bevölkernngs betvegnng nun ,n»s; in dieser 'Beziehung größte Sorge ersiiklen Tie allgemeinen Eheschwierigkeiien werden snr die jüdische >0e meinschafi noch erhöht durch harten Eristenzkauipf iind veriirenles Wohnen, so das; die F,ahl der jüdische» Ehen in den letzten Fahre» soivohl absolut lote auch relativ im steten 2lbnelunen begriffe» ist Man bedenke, lvie sehr im Fndeninm von jeher Ehe als nnbe dingte P i l i ch i und M i >t d e r als g r o ß i e r S e g e » gälte», ui» iid) zu vergegeuivariige», wie sehr die Eheproblematik der Feit ans uns'übergegrifsen hat. Teutlid, zeigte» dies die iialisti sdren Fahlen, die Herr Pros. Hanauer antnhrte Tie F,alil der rein jfidisdien Eheschlieszungen sank von :i<so j„, Fahre lOln aus 20.'id im Fahre 1026. lind ei» noch klareres 'Bild al-'- diese abso lute» Folgen geben die Bergleidrszahlen de» Ehejd»liejz»»gen de, täesamibevölkeriing »nd der der Fnden. Olesaintbevölkernng Fnden lOOä l6,2ll l",z I02.7 1.7,1''» 12,7' \ v Bei der Gejamtbeoölkeruug sank also die F»alil der Ehesdilie ßungen nur um 0,* Pro'^ni, bei den Fnden dagegen »m l,l Prozent. Eine besondere Leite des jndisd>en Eheproblems bildet

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