Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 51 (17.12.1937)
- Date
- 1937-12-17
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Der nnbekaiiiife Jfldlsdie Soldat inntiiiiiimHiinniuiuwHUi«w«iiiniiniiihuiiiiHi^flii)<Miitt^ minmnniiiMmiiiiiiiiiiiiiiiiiinninifltmiiiiiiiiunnuiimiHniifflPiiniiiiiiiiimiiiimiiiiiniiiiiuiiii i inna nmunun Aus Famfliendokumenten Die! drei Brüder Max, Arthur und Moritz Neu mann standen im Weltkrieg ander Front. Max Neumann ist gefallen. Kam» Moritz Neumann ist langjährges Mitglied des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten Ortsgr. Köln. Inhaber des E.K.II und des Verwundetenabzeichens in 'schwarz. Er (war beim Trierschen Feld-Art. Regt. Nr. 44, dessen Regimentsgesch. über seine Verwundung in dem folgenden Abschnitt b< richtet: „Am 27. und 28. Sept. blieb das beiderseitige Artilleriefeuer noch sehr staric. Der Feind setzte seine Vorstöße nördlich Rancourt und östlich Bouchavesnes fort und v<rsuchte mehrfach an der Straße Rancourt-Sailly in den .IQuerriegel“ einzudringen; zeitweilig gab es dort Franzosennester, die aber bei A ischluß der Kämpfe jedesmal als beseitigt gemeldet wurden. Schließlich blieb aber tatsächl ch ein njehrere hundert Meter breiter Stellt ingsteil beiderseits der Chaussee in der Hand der Sanzosen. Immer wieder zeigte sich die große hwierigkeit, über die Lage in der vorlersten Ljnie schnell genug Klarheit zu gewinn n. Die Airtillerie-Verbindungsoffiziere hatten hi:r eine ungeheuer schwere Aufgabe, die si< aber glänzend lösten. An beiden Tagen hat en die 1.1 und 2. Battr. sehr unter feindlichem Feuer zu leiden, welches Verluste verursach e. Ein besonders schmerzlicher Tag war der 21. Sept. für die 2/44. Als dort beim Morgengrauen die Leiche des am Tage zuvor gefallene! i Kan. auf einem Wagen zurückgeschaf t ujersollte, schlug neben dem Gespa in ihn Vblltreffer ein. Die Pferde gingen dur :h lind stürzten in einen Geschützeinschnitt. \X ährtjnd die Bedienung dieses Geschützes ha f, das Otspann herauszuholen, schlug eine Granate mitten auf die Lafette. Drei Mann (Kan. Benker, Mentges, Schuh II) wurden getötet, dr|ei andere (Kan. Hilgers, Knipprat h und Neumann) verwundet.“ Kam. Arthur Neumann, der vor kurzer Zejit nach Ecuador ausgewandfft ist, ist Inhaber des E.K. II. Ueber ihn (liegt uns als Dokument das folgende Ehrenblatt \|or: 4. nf. nf. nf. nf. Bayr. Infant. Division 8 12. 17 Div- St. Qu. EHRENBLATT dei 9. Bayr. Inf. Regt. Wrede —3. u. 7. Am 22. 11. 17., 6 Uhr nachmittags ein heftiger Minen- und Artillerie-Feuer ib aller Kaliber auf einen vorspringenden Teil des Abschnitts 9 b. I. Regft. Kurz darauf drangen 1 Offizier und 3Ö zoten in unseren vorderen Graben, der n Erwartung des feindlichen Untern h geiäumt worden war. Das weitere lei Franzosen wurde verhindert durtjh sof artigen schneidigen Gegenstoß der geteilten Stoßtrupps der 3. Komp. 9 <egt. bestehend aus: 1 Jo:fz. Meisenzahl, Jos., aus Nürnberg nfj N e u m a n n , Artur, aus Kleinstejnachj Eisesser, Julius, aus Wissen Giel, Josef, aus Bamberg Hauk, Josef, aus Ebersbach Brand, Valentin, aus Versbach etfc 11 mutigem Draufgehen warfen sie dfn gec rungenen Gegner wieder hinaus, an f es dem raschen schneidigen lei Inf. N e u m a n n und Eisesser einen tosen gefangen zu nehmen. Der schöne rujg wesentlich dazu bei, in unserer las Bewußtsein unbedingter Ueberle^e ibet den Feind zu festigen. gez. Prinz Franz von Bauern. Der dritte Bruder Max Neumann ist im "ebruar 1916 beim Ringen um Fort Doua umont Jei Verdun gefallen. (Vergl, Gef. Gedenk buch). Komp. Erfolgte benall Franedoch hmens Vorbringen den bereitb. Inf. i etc. tn ein- Dal lei ge- Zu tacken FranlErfolg 1’ruppe enheit Er stand bei der 12. Komp. Inf. Regt. I|Jr. 64. Die letzte Nachricht, die seinen Vatei von dieser Truppe über den Gefallenen ernichte, hatte folgenden Wortlaut: 12. Kompagnie Infant. Regt. Nr. 64. 16. Märj) 1916 Herrn Neumann Kleinsteinach. Antwortlich Ihres Schreibens vom 7. Ö. 16 Ihnen zur Kenntnis, daß eine Ueberfü trung der Leiche Ihres Sohnes nicht möglich ist. Er ruht im Massengrab im Herblbois-W-äldchen mit seinen getreuen Kameraden zusammen, mit denen er Freud und Leid teilte und gleich ihnen den Heldentod fürs Vaterland erlitt. Dort liegen die tapferen Helden zusammen in dem schönen, mit viel Blut erkauften Wäldchen und man sollte die lieben Kameraden in der langersehnten Ruhe nicht stören. Die Gräber werden dort gepflegt und wenn dort der Kampf verstummt, wird Ihnen auch. die genaue Lage des Grabes mitgeteilt. — Der Rest der Komp. 66 M liegt jetzt in Ruhe bei Colmar und wird sicherlich dort ’■ nicht wieder eingesetzt. — A. B. gez. Signat. Wehrgesdiiditiidies ans Alf-Israel i. Erbgut der Stammväter Eine „Einführung in die jüdische Geschichte' aus der Feder von Dr. Ph. Biber Feld legt der Hermoq-Verlag, Frankfurt a. M vor. Der Ausgangspunkt des von ihm entwickelten jüdischen Geschichtsbildes ist ein absc luter, religiöser. Die Offenbarungsinhalte der Heiligen Schrift sind ihm Voraussetzung jüd scher Geschichtsforschung und -Darstellung. Wissen-: schaftliche Feststellungen vermögen fieilich, biblische Aussagen zu erhärten und zi. bestätigen. Dieser Nachweis wird vom Ver asser mit starkem Rüstzeug eines umfassenden Wissens geführt. Als kennzeichnendes Biispicl für das von ihm gewonnene Geschieh sbild greifen wir auf das 3. Kapitel, das „Zeitalter der Patriarchen“ zurück, eine Epoche also, deren biblische Darstellung oft als mehr oder minder legendär angesehen wird, der aul den Grund zu gehen aber für uns Juden schon darum wichtig ist, weil sie die Urgeschichte unserer Abstammung’ enthält. Biberfeld zeichnet mit sicheren Strichen unseren Erzvater Abraham nach, k< ineswegs legendär, sondern eine plastische le lensvolle Gestalt, der es bei ihrem hervorstechenden Zug tiefster Frömmigkeit doch auci an starken soldatischen Zügen keines* wegs mangelt. Terach, Abrahams Vater, war von Urkasdim nach Kanaan gezogen (jen. 11.31), wo er sich in Haran ansiedelte imd dort auch starb. Nach den neuesten Entdeckungen hat es den Anschein, daß er, vielleicht von Haran aus, kriegerische Züg: iit Palästina unternommen hat; Biberfeld weist auf das durch Ausgrabungen bei Rhas-Schamra an der Nordgrenze Palästinas neuerdings entdeckte phönizische Gedicht hin, in welchem der König der Sidonier gegen Feinde auszjieht, deren Führer Terach heißt; die Schlacht Fand in der Gegend von Negreb (Negeb?) im Süden Palästinas statt und endete mit Terachs S ege. Im Gegensatz zu Terach folgte Abraham bei seinem Zuge nach Kenaan (so führt Bber-- feld aus) nicht wirtschaftlichen Erwägungen sondern einer göttlichen Berufung. „Aber tuch bei ihm tritt die Wehrhaftigkeit teutlich in Erscheinung. Er zieht nicht allein, sondern offensichtlich in Begleitung einer größeren Karawane.“ Bald nach seiner Ankunft im Lande wird er durch Hungersnot gezwungen, nach Aegypten zu ziehen. Hier weist Biberfeld auf die bemerkenswerte Tatsiche hin, daß Aegypten zur Zeit 'des mittl :ren Reiches (2160—1700 v.) durch die sogenamte Fürstenmauer auf das strengste gegen die Sinai-Halbinsel abgesperrt war. Eine Truppe mit einem Offizier an der Spitze war hier postiert und auf der Mauer standen Späher, die jeden anhielten. So ist es zu erkli ren, daß Sara in ihrer Sänfte bemerkt und ihre Schönheit von den Aegyptem entdeckt wird. Nach Abrahams Rückkehr wird er in Palästina in die kriegerischen Ereignisse der damaligen Zeit verwickelt (Feldzug des Amra }hel [Hammurabi?], Oen. 14). Die Zuverlässigkeit des biblischen Berichts wird durch die Ergebnisse der Ausgrabungenallgemein anerkannt. ES-war die große weltpolitische Auseinandersetzung Babyloniens mit Aegypten, und welche Rolle Abraham innerhalb dieser, Ereignisse gespielt hat» zeigt uns die Bibel. „Er tritt uns in voller Wehrhaftigkeit als Herr eines für die damaligen Verhältnisse großen Heeres von 318 Mann entgegen“. Dem entspricht auch die Stellung, die er fortan iip Lande einnimmt./ Einen „Fürst Gottes“ nennen ihn die Hetiter. Zusammenfassend stellt Biberfeld fest, daß ’ die Patriarchen bereits bestimmte Teile Palästinas dauernd besetzt und sich zu eigen gemacht haben. Seit Abraham gehört hierzu das Gebiet von Hebron; Jakob hat sodann das Gebiet um Sichern "teils durch Kauf, teils durch Eroberungen in seinen Besitz gebracht und ihm durch die Bezeichnung Jakobei sein Gepräge verliehen. Das Gesamtbild, das sich aus den verschiedenen; Einzelangaben der Thora rekonstruieren läßt,’ findet seine Bestätigung' und überaus wertvblle Ergänzung in den Teil el Amarna-Briefen. In den darin enthaltenen Berichten, der Kleinkönige von Palästina führen diese ständig Klage über das Eindringen der „Habiri“, d. s. die Ibrim, Hebräer der Bibel. Die Habiri werden überdies auch schon zur Zeit des Rimsim, also des Ariok, König von Ellasar erwähnt, des Zeitgenossen Abrahams. Es ist von Offizieren der „Chabiru“ die- Rede, was besonders zu Abraham dem Hebräer gut paßt. Die geschichtlichen .Anfänge der Habiri sind also in jene Zeit zu verlegen. Für die militärische Größenordnung der damaligen Kämpfe ist es bezeichnend, daß div Stadtfürsten gegen ihre Bedränger immer nur 50 Feldsoldaten verlangen, mit denen sie ihre Stadt halten zu können glauben; nur einmal verlangt der König von Megiddo 100 Mann. Mit solchen Truppenstärken verteidigt man Städte gegen 200 bis 300 Mann, sodaß die 'biblische Angabe von 318 Kriegsleuten.Abrahams (Gen. 14,14) hiermit durchaus übereinstimmt. Wir dürfen dem Verfasser dieser „Einführung in die jüdische Geschichte“ dafür Dank wissen, daß er auch dieser soldatischen Seite unserer Urgeschichte in beispielhafter Zusammenstellung von biblischen Angaben und anderweitigen Forschungsergebnissen sein Augenmerk geschenkt hat. Wir jüdischen Frontsoldaten des Weltkrieges erkennen daraus, daß neben dem religiösen doch auch ein wehrhafter Charakterzug bereits - unseren ältesten Ahnen eigen war, ein Erbgut, das bewahrt zu werden verdient. Von jüdisdien Frontsoldaten im alten ösferr. Heer Der ungarische Schriftsteller Geza Herczeg hat seine Kriegseindrücke in einem Buche „Von Serajewo bis Lodz“ zusammengefaßt, das 1916 erschienen ist. An einer Stelle findet sich hierin ein kriegsgeschichtlicher Hinweis auf die jüdischen Soldaten der österreichischen Armee. Herczeg 9