Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 46 (12.11.1937)
- Date
- 1937-11-12
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Kriegsgeschichtlichel Erinnerungen 1813/14/15 Simon Krem: ln dem Leitartikel „Ein I riegsstatis^n Ueberblick“ (Nr. 44) wurde auch kurz Teilnahme von Juden an den Befreit kriegen gestreift. Heute ioll an l< Stelle von einem Manne ges »rochen wiei dessen Name in den al liner Sprachgebrauch Qberge gemeinen rangen ist der uns Frontsoldaten insbesondere essiert, weil ihm seine Mann das Eiserne Kreuz der Befre laftigkeit dirch den Orden Pour le m£rite i bestätigt ungskriege iestätigt w Jedem Berliner ist die Bezei ser für jene Art Ausflugstragen gelä ifig, an die sich auch für jeden inserer Btriner Kameraden mancherlei schön innerungen knüpfen werden. \ Weniger bejkinnt ist, daß sie . ihren Namen d jm preußjsi hen „Hofagenten“ Simon Kremier verdanken, der. Anfang des 19. Jahrhunders eine beka inte jüdische Persönlichkeit der Kgl. preußischen Hof- und Residenzstadt Berli viele nach ihm, war er hierfür von B'eslau gekommen, wo er am 15. 9. der Welt erblickt hatte. Berei er als „königlich preußischer sarius“ im persönlichen Dienst des Feld schalls Blücher, dem er erl lebliche D|i< geleistet haben mag. Welches der Marschall Vorwärts entg hellt daraus, daß er ihm den „königlich-preußischen Kriegsl jasse“ überl Kremser rettete diese Kasse mit Lebensgefahr Kit dafür licht eher die ngsdieser den, Ber- und ifiterhnung K r und ijrde. e Vorkri« ser war. Wi« 1775 das 1806 fupgiert Kriegskom Vertrauen igenbrachte Transport iiner trug. sondern. Orden und des vom Braiidenlie Leitung l icht misnarqnste ihm erauch Pour aus Feindeshänden und erh nur schriftliche Gunst beweise das Eiserne Kreuz und der le mtrite' Während der ganzen Befreiungskriege £teht Kremser im Dienste des Feljjraarschalls ihm wird die Ehre zu Teil, Transports der Siegesgöttin burger Tor übertragen zu erhalten, als diese aus Paris wieder auf ihren alten Platz zurückkehrte. Nach den Kriegsjahren zieht! sich der Kitiegs kommissarius ins Privatleben feurück, kaijft in Zossen ein Gut, das er jed och schon wenigen Jahren mit großen > ’erlusten w eder verkaufen muß. Mit einem Bruchteil s :ines Vermögens, das immerhin no:h die stat liehe Summe von 50 000 Rthlr. re| iräsentierh Kremier nach Berlin zurück i nd bewirbt um eine Wagenkonzession. Auf Crund seiner früheren Verdienste er lält Kremser im Jahre 1822 von Friedrich V Alheim III. Privilegium „ganz alleine“ sogenannte iC'mnibusse“ am Brandenburger Tore „aufzuste len“ Er selbst nannte diese Wagen deren er (leien eine stattliche Anzahl aufst :llte, „Knei wagen“, und im Volksmunde bürgerte geht sich tnsersich der Name bald ein. Ungleii h schwerer als der Name konnte, wie es si heint, da; Verkehrsmittel selbst Wurzel fassen. S Kremsers Geschäft bereits in Jahre 1 andere Hände über und eij selbst v als 54jähriger, ziemlich mittelloser Mp Rußland aus. Dort kehrt er zu seinem 1 Berufe zurück, wird erst B:amter und als solcher Transporteur russischer Kror eng :lder, und avanciert dann nach und nach L ~ - zuri /täni ' ht^l M a jo in riger seine l Dien itzeit Range eines russischen Noch auf dem Sterbebette, hin sich Kremser nach 22jä! ztjrückgezogen hatte, um dort »nd ausgesetzte Pension zu hielt er zwei hohe russische C__ Nikolaus I. Im Jahre 1851 starb Kre wurde auf dem israelitische?» Friejdhof|e Breslau beigesetzt. Jüdische Kriegsfreiwillig« > in der hanseatischen J Das Jahrbuch der jüdisch« fchleswig-Holsteins für das . 1938), das zu Rausch Hast I enthält auch eine Mitteilum Dr. David Winter- Lübeck bis rs. eslaiu von verzeiren rden vpm Kaiser und in rnsei aus Ijegion en ahr dhonoh von über neue Keht n in pndert nach früheren Lübsck i 1813 5t 98 en «li zum wo- Rußerinden (1937/ i hien, eiB« R:h|biner dif jüdie atischen men aut: sehen Kriegsfreiwilligen in der Hans Legion 1813. Sie führt folgende Na 1. Levin Cohen, Freiwilliger zc Pferde aus Lübeck. Reiter der 5. Eskadron djer Han-, seatischen Kavallerie. Fuß.;tafel in 2. Moses Jacob, Freiwilliger; (Sein Name steht auf der Gedenk Lübeck). 3. Samuel Israel aus Fürstenberg in Mecklenburg, Freiwilliger zu Fuß im II. Batl. der Hanseatischen Infanterie, I. Füsilief-Komp. Nr. 63. 4. Israel Levy, Freiwilliger zu 5. David Halberstadt aus S in Meckl., 3. Füsilier-Komp. 6. Moses Daniel Danie Unteroffizier, freiwilliger Jäger bei d< Heren. 7. Joseph Raphael Luhe B 8. Nathan, Sohn, von Abraham fiel als Freiwilliger der Hanseatischen im Felde. Fuß^ , Schwerin' 1s ohn, n Füsirges. Nathan, Legion g Heroische Gestalten lü en. Monash). Umso mehr hoffen wir, daß Oberstlt. Levey von der handwerklichen Ausbildung jüdischer Jugend durch den „ORT“ in Berlin recht! befriedigei nimmt. friedigende Eindrücke mit- Aktuelles aus der jüdischen Welt Besuch bei der Oes. „fl DT“ Die Gesellschaft ORT zur Förden mg des Handwerks und der Landwirtschaft dnter den uden begegnet mit ihren Bestrebur gen im teichsbund jüdischer Frontsoldaten hbhaftem Interesse. Dies tritt schon darin in Erscheinung,« daß Unter den leitenden Persönlichkeiten der Abteilung Deutschland d s ORT zahlreiche Bundeskameraden zu find :n sind; so ist der Vorsitzende der Abteilung Deutschland unser Kam. Wilhelm Graetz der Schatzmeister ist Kam. Wilhelm Marcus, i uch die Kameraden Walter Callmann, der Vo sitzende des Landesverbandes Berlin und M. irk, Dr. Moritz Garbaty und Louis Wolff gehören dem Vorstande an. Und ebenso verfolgt der „Schild“ mit reger Aufmerksamkeit < en Aufbau und die erfreuliche Entwicklung der von der ORT-Gesellschaft geschaffenen .Privaten jüdischen Lehranstalt für handwerkli :he und Jewerbliche Ausbildung auswanderun^ swilliger uden“ der ORT-Berlin. Hierübei berichteten wir aus eigenem Augenschein w einiger Zeit anläßlich einer Besichtigunj;. Heute weisen wir auf eine sehr instruktive V f erbebroschüre der Gesellschaft ORT hin, die durch Beiträge nebst guten Illustrationen die große praktische Bedeutung der OFT-Arbeit für die jüdische Jugend erhärtet. Ka n. Will». Graetz erinnert in einem Geleitwoit an die Arbeit des ORT seit seiner Gründung i. J. 1880, eine Arbeit, die in verstärkte n Maße seit 1933 den Juden aus (Deutschland zugute gekommen sei. Die in Berlin einf erichtete ORT-Schule soll einst eine Mustersc »ule werden, wie es die ORT-Schulen in anderen Ländern sind. Die Schüler der Lehranste It haben als Symbol einen „Schlüssel zur Zu! unft der jüdischen Jugend“ geschaffen, der d is Motto „Durch ORT-Fachschulen zur Qualiti tsarbeit“ trägt und im ORT-Pavillon der Pariser Weltausstellung ausgestellt ist. Im übrigen konnte die Ges. ORT zwei goldene lVedail- 1 e n der Weltausstellung erringen. Diesen einen Besuch abzustatten, gab in diesen Tagen die Anwesenheit d s engl., Oberstleutnants Levey in Berlin Veranlassung. Er ist Präsident der Abt. England der Ges. ORT, welche in großzügiger Weise das Patronat über die Berliner L rhrwerkstätten übernommen und damit ihren Aufbau erst ermöglicht hat. Oberstlt. Levej ist ein warmherziger Förderer einer gesur den Berufsumschichtung unter1 den Juden und hathierin das entscheidende Problem eri annt. Im Weltkrieg stand er an der Front bei den Gordon Highlanders und genoß in < er britischen Armee einen besonderen Ruf für die Ausbildung des jungen Ersatzes. General Monash hat dies in seinen Kriegsbrefen erwähnt und Kam. Dr. Alfr. Peyser hat in seiner Monash-Studie auf diese Stelle hin] gewiesen. Bei den in New York durchgeführten Wahlen ist der Rechtsanwalt Stanley M. Isaacs, Präsident der Jüdischen Erziehungsgesellschaft, zum Bezirksbüitgermeister von Manhattan gewählt worden. Richter Irving Lehman, ein Bruder des Staatsgouvemeurs Herbert H. Lehman, ist für weitere vierzehn Jahre zum Mitglied des Appellationsgerichtshofes, des höchsten Gerichtes im Staate New York, gewählt worden, dem er seit' 1924 angehört. Richter Aaron J. Levy und Richter Algernon I. Nova sind in« den Obersten Gerichtshof der Stadt New York wiedergewählt worden. In Amerika ist auf einer von 350 Vertretern^ jüdischer Landwirte abgehaltenen Konferenz beschlossen worden, einen Bruder-Verein der jüdischen Landwirte zu gründen. Es gibt schätzungsweise zurzeit in den vereinigten Staaten etwa 100000 jüdische Farmer. Bei der Konferenz wies der Direktor der Jüdischen Landwirtschaftsgesellschaft, Gabriel Davidson, darauf hin, daß es den jüdischen Landwirten gelungen sei, über die Wirtschaftskrise hinwegzukommen. , « Der arabische Terror vollbringt in Palästina auch weiterhin nicht nur Akte der Zerstörung und Sabotage, sondern fordert blutige Opfer. So wurjden in der Altstadt von Jerusalem zwei britische Soldaten angeschossen: der eine tot, Ider andere tödlich verwundet. Bei einem Feuerüberfall auf | eine Gruppe junger Juden,, die sich auf dtm Wege zu ihrer Feldarbeit befanden, wurden fünf von den Landarbeitern und ein jüdischer Hilfspolizist tödlich getroffen! Der Leiter der Refierungsabteilung für öffentliche Arbeiten in iberias, ein, Araber, wurde im Schlaf überfallen und schwer verletzt; sein Verdacht ist auf drei Araber gefallen, die er aus dem- Dienst entlassen mußte. So wächst die Zahl der Ermordeten immer werter! Am 3. 11. verschied plötzlich und unerwartet im Alter von 53 Jahren der Vorsitzende der Berliner RepräSentanten-Versammlung, Rechtsanwalt Abraham Löb, der sich weit über den Kreis seiner Fraktion hinaus allgemeiner Wertschätzung erfreute. Bei seiner Beisetzung, die unter stärkster Beteiligung stattfand, waT der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten durch führende Kameraden, die Mitglieder der-Repräsentantenversammlung sind, vertreten. Am gestrigen Donnerstag fand im Leon-Saal in Bernn ein festlicher Tee-Abend aus Anlaß der 20. Wiederkehr des Tages des Erlasses der Balfour-Deklaration statt, bei dem neben dem Präsidenten der Reichsvertretung Rabbiner Dr. Baeck auch andere führende Persönlichkeiten des jüdischen Lebens das Wort ergriffen. Morgen, Sonnabend, ist ein Gemeindeabend in der' Synagoge Prinzregentenstraße dem gleichen Thema gewidmet; am Sonntag, deji 14. d. M. findet eine Konferenz des Beirats der Jewish Agency für Deutschland statt. (Wir behalten uns vor, auf die Veranstaltungen und ihren geschichtlichen Anlaß zurückzukommen D. Red.) Die naturgemäße TTI Jussbehletdung Zu haben la den guten Fachgeschäften 7