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Der Schild · 1937-11-12 · 46 (12.11.1937) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
46 (12.11.1937)
Date
1937-11-12
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Jüdische Gefallenen - Ehrung in London Kriegsminister Höre- 3elisha, defiliert an der Spitze von 7000 jüdischen Frontk« meradei i vor dem Londoner Ehrenmal; Tausende jüdische Frontsoldaten aus.ganz England versammelten sichj am 7. November in London zu ihrer jährlichen Waffens illstands- und Gefallenengedenkfeier.! Auf dem Horse Guards Paradefeld fand ein Feldgo :tesdienst unter der Leitung des Oberrabbiner les Britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz, und d<s Militäroberrabbiners, Dajan M. Oollop, statt. Die Abteilungen des jüdischen Kriegste lnehmerverbandes (Jewish Ex-Serricemen’s Legion) waren mit ihren Fahnen aufmarscli ifrt und bildeten ein Karree. Abordnungen des allgemeinen englischen Kriegst tilnenmeryejrbanaes (British Legion) und Vertr rter der Britischen Armee wohnten der Feier b:i. Die Abteilungen wurden von dem früheren Generalgouvemetir von Südafrika, Earl of A t h 1 o n e (früher Prinz Alexander von Teck) inspiziert. Nach dem Oottesdienst! marschierten die mehrere tausend Mann starken Abteilungen unter Vorantritt einer Kapelle der Schottischen irabmal dts Unbezwei Inhabern des Keysor und Jack Garde geschlossen zum Of kannten Soldaten, wo von Victoria-Kreuzes, Leonard _______ _ _ White, Kränze niedergelegt wurden. Beim Cenotaph fand nochmals eir Vorbeimarsch vor dem Earl of Äthlone statt. Hierbei marschierte Kriegsminister H o r e - B e 1 |i s h a, sei ist ehern. Frontoffizier an der Spitze des Zuges der ca. 7000 jüdischen Frontkameraden. Nach diesen ernsten Feiern fand in der Albert Hall in London unter dem Vorsitz von Lord Bearsted ein eindrucksvolles Kameradschaftstreffen statt. Der Earl of Athlone, der die Parade über die jüdische^ Frontkämpfer abgenommen hatte, nahm an dieser Veranstaltung, als Ehrengast teil. Den Toast auf den Earl of Athlone brachte Lord Bearsted aus. Die jüdischen Frontkämpfer, so sagte er, empfänden mit tiefer Dankbarkeit die Ehre, die ihnen der Earl dadurch erwiesen habe, daß sr die Parade abgenommen und zu dieser Veranstaltung erschienen sei. Schon oft hätten sie bei solcher Gelegenheit hervorragende Soldaten bei sich zu Gast'gesehen, aber zum ersten Mal widerfahre ihnen die Ehre den Besuches eines Mannes, der dem König so nahe steht. Die Wiedersehensfeier, so Fuhr Lord Bearsted fort, sei dem Gedenken nicht nur der Juden gewidmet, die im Weltkrieg ihr Leben hingeopfert haben, sondern dem aller Gefallenen. pie Feier sei unpolitischen Charakters. weil die jüdischen von den Reihen fernhalten wollten, getan haben und bereit sind, wenn' Sie werde nicht veranstaltet, Kriegsteilnehmer sich etwa der übrigen Kriegsteilnehmei sondern weil sie das Bedürfnis hätten! gerade in dieser Zeit, in der ihre Treue und Vaterlandliebe von manchen fälsphlich angtzweifelt werde, zu zeigen, was sie was sie in Zukunft zu tun der Dienst sie ruft. Der Earl of Athlone, dem,die Versammlung eine stürmische Ovation J bereitete, dankte für den ihm bereitsten Empfang und sprach sich mit hohem Lot über denTuottesdienst und die Parade aus. Die jüdischen Frontsoldaten täten recht daran, auch weiterhin einen Tag dem Andenken an ihre gefallenen Kameraden zu widmen. Dieses große Gefühl der Kameradschaft sei für alle im Kriege ein wundeibarer Gewinn gewesen, an dem man festhalten solle. Es habe tiefen Eindruck auf ih;i gemacht, Männer aus Schottland, Wales und Irland fier mit ihren Kameraden vereint zu sehen. Sei« dessen eingedenk, so schloß der R sdner, daß wir alle Söhne des gleichen Vaterlandes sind, welchem Bekenntnis wir auch angeliören mög«n. Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz wies auf die besondere Bedeutung der Feier im Kr Snungsjahr hin. Die Krönung sei mehr as eine glanzvolle Schau gewesen; sie sei di< Kundgebung der Entschlossenheit, die tradil ioneilen britischen Ideale aufrecht zu erhalten und das fesellschaftliche und nationale Lebten auch in ukunft auf den Grundlagen der Liebe, des Fair Play und der Ablehnung vön Zurücksetzung irgendwelcher Art aufzubaiien. Der Schatzmeister der British Legion, Major J. B. Brunei Cohen, sprach! die Hoffnung aus, daß die jüdischen Kriegsteilnehmer sich in die British L e g i o n!e i n g 1 i e - d e r n werden. Es sei nicht gut für die jüdischen Kriegsteilnehmer, sich abzuSondern. Es sei richtig, diese jüdisgfre Gedenkfeier abzuhalten, aber das solle der „einzige jüdische Tag“ in ihrem Leben als Kriegsteilnehmer sein. Zum Schluß hob noch Abgi Oberst H. L. Nathan die Notwendigkeit der Wehrbereitschaft hervor. Der König dankt für ein Huldigungi tetögramm. Lord Bearsted verlas den Wortlaut eines Huldigungstelegramms, das an König Georg VI. abgesandt worden war, und die darauf von dem König eingetroffene Antwort, in der er seinen Dank für die Treuel^undgebung der jüdischen Kriegsteilnehmer ausspricht und versichert, daß er ihre Olückwünsche hoch schätze. * | Eine Feier in Sheffielji Im Rahmen einer eindrucksvollen Feier fand ’ dieser Tage die Eingliederung der Ortsgruppe Sheffield des Verbandes der Jüdischen Kriegsteilnehmer (Jewish Ex-Servicemert’s Legion) in die British Legion statt. { Siebzehn Abteilungen der British Legion marschierten gemeinsam mit der Abteilung der jüdischen Kriegsteilnehmer vor dem Kriegerdenkmal im Barker’s Pool auf, w(o Geiferalmajor B. C. Freyberg, Inhaber des Victoria- Kreuzes, den Vorbeimarsch abnahtn. Im‘ Anschluß daran fand die Weihe der neuen Fahne, die die Ortsgruppe der jüdischen Teilnehmer als Abteilung der British Legion j erhielt, in der Wilson Road-Synagoge statt. Sämtliche nichtjüdischen Abteilungen der Legion waren durch Abteilungen mit ihren Fahnen vertreten. Der Fahnenweihe wohnten Generalmajor Freyberg, der Bürgermeister von 'Doncaster, S. Morris, die Mitglieder des Unterhauses Louis W. Smith, W. W. Boulton, upd George Lathan, der Polizeikommandeur F. i F. James, der Stadtverordnete F. Thraves, der | Vikar von Carbrook, Rev. A. Bums, Major EJ G. Whittaker, Hauptmann Matt. Sheppard und andere' führende Persönlichkeiten der British Legion bei. Rabbi B. I. Cohen betonte , in seiner Weihe an Sprache, daß diese Feier nicht dazu bestimmt sei, den Krieg zu verherrlichen, sondern friedlich für die hohen Grundsätze einzutreten, Jür die die Gefallenen Ides Weltkrieges ihr Leben geopfert haben! für die" Förderung der Vaterlandsliebe, deri Einigkeit und Brüderlichkeit unter allen Teilejn der Bevölkerung des Britischen Reiches. Brüderlichkeit sei die eigentliche Grundlage qer British Legion, in die der Verband der , jüdischen Kriegsteilnehmer von Cheffield jetzt] eingegliedert sei. Die Anwesenheit so vieler Nichtjuden bei dieser Feier in einer Synagoge bekräftige diese Wahrheit. Kennzeichnend für qen in der British Legion herrschenden Geist sei es, daß vor kurzem ein Jude gemeinsam üiit einem hervorragend christlichen Geistlichen ausersehen worden sei, ein christliches Gefallenen- Denkmal einzuweihen. Hätte der Krieg nichts anderes gelehrt als diesen Grundsatz göttlicher Brüderlichkeit, so wäre er dadurch allein gerechtfertigt worden. I Zum Schluß sangen die Teilnehmer unter den Klängen der Kapelle der Britisjh Legion die „Last Post“ ünd unmittelbar darauf die „Reveille“. Die Fahnen sämtlicher Abteilungen der British Legion senkten sich während dieses Gedenkens an die jüdischen Toten ^es Weltkrieges. Am Aberid vereinigte ein Tee die jüdischen und nichtjüdischen Kameraden der British Legion. Ansprachen hielten Oeneralmajor Freyberg, die {Abgeordneten Louis Smith und W. Boulton, Major James und Alderman Thraves. General Monash’s Besuch in Deutschland Der General Sir John M o n a s h , Komman- deur der australischen Streitkräfte im Weltkriege, stanjmte bekanntlich von der jüdischen ' Bucndruckerfamilie Monffch aus.Krotoschin ab und war ein Neffe des jüdischen Historikers Heinrich G r a e t z ., Interessant ist, was über das Verhältnis des General Monash zu seinem Onkel in der November-Nummer der Blätter des! Verbandes jüdischer Heimatvereine von Dr. A. Czellitzer mitgeteilt wird. Monash hai seinen Onkel Heinrich Graetz gekannt, wenn auch nicht persönlich, und verehrt. AIsj er 1911 mit Gattin und Tochter Deutschland! besuchte, war er in Breslau der Gast seines Vetters Benno Graetz und suchte auch die Gräber in Krotoschin auf; der. berühmte Historiker war freilich damals schön tot. Von Breslau fuhr Monash nach London, wo er vom K ö n i g empfangen wurde, da er als Erbauer des elektrischen Kraftwerks in Jelorm in Victoria und der ersten großen Eisenbetonbrücke in Australien bereits als ^Ingenieur“ damals schon so bekannt geworden war, daß ihm seine dankbaren Mitbürger ln dieser seiner Eigenschaft ein Denkmal gesetzt haben. JQdlscke' Wehrpaß-Inhaber Die unseren Landesverbänden und- Ortsgruppen im .Mitteilungsblatt vom 19. Oktober 1937 — 9/1937 — bekannt gegebene Anordnung des Reichskriegsministeriums über den Gebrauci| des Wehrpasses ist nunmehr in der Tagespresse veröffentlicht worden. , Wehrpässe dürfen künftighin nicht mit ins Ausland genommen werden. Wehrpflichtige deutsche Staatsangehörige mit dauerndem Aufenthalt im Ausland haben den Paß vor ihrer Ausreise in das Ausland an das Wehrbezirkskommando Ausland in Berlin W35, Herkules-Ufer 11, abzugeben/ Von den übrigen Wehrpflichtigen, die sich in das Ausland begeben, haben die in Wehrüberwachung Stehenden bei Reisen bis zu— 60 Tagen den Wehrpaß gesichert aufzubewahren, bei Reisen über 60 Tagen den Wehrpaß bei ihrer zuständigen Wehrersatzdienststelle abzugeben; die nicht in Wehrüberwachung Stehenden haben bei jeder Reise den Wehrpaß gesichert aufzubewahren. Da die jüdischen Wehrpaß-Inhaber sämtlich zur Ersatzre$erve II bzw. Landwehr II überwiesen sind,;also nicht mehr unter Wehrüberwachung stehenr haben sie bei vorübergehenden Reisen itf das Ausland ohne Rücksicht auf die Dauer deti Wehrpaß lediglich gesichert aufzubewahren, aber nicht abzbgeben. Die Abgabe ist nur im Falle der Auswanderung erforderlich. Kam. EM. Die. Neoregelnng des WettrdlenstTfrliaifnlsses Im Reichsgesetzblatt S. 1162 Wird die Verordnung vom, 22. Oktober 1937 über die Regelung des .Wehrdienstverhältnisses der noch nicht erfaßten Wehrpflichtigen der Ueburtsiahrgänge 1893 bis 1900 veröffentlicht. Danach haben sich Wehrpflichtige dieser Gebulrtsjahrgänge (in Ostpreußen 1883 bis 1900) mit dauerndem Aufenthalt im Deutschen Reich, soweit sie durch die Wehrersatzdienststelle noch nicht untersucht sind oder noch keine Wehrstammkarte für sie angelegt ist, zur Untersuchung und zur Anlegung der Wehrstammkarten zu stellen, wenn sie von den polizeilichen Meldebehörden oder von den Wehrersatzdienststellen hierzu aufgefordert werden. Die 1 Aufforderung kann auch durch öffentliche Bekanntmachung erfolgen. Zuwiderhandlungen sind strafbar. Kam. Dr. Die. 3

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