Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 16 (1937)
- Issue
- 35/36/37 (11.9.1937)
- Date
- 1937-09-11
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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35,36,37 / 11 OFFIZIELLES ORGAN DES „SCHILD", PSPORTBUfrD DES REICHSBUNDES JÜDISCHER FRONTSOLDAT Trotz Regen — ein Erfolg! Miti einer doppelten Ungewißheit, wie wird das Wetter und wer wird siegen, begannen die dritten leichtathletischen Meisterschaften des „Schild“. Wieder klang in den wenigen Stunden des Zusammenseins jener herzliche und kameradschaftliche, alle verbindende Tpn auf, der schon immer das Zusammensein unserer Leichtathleten ausgezeichnet hatte. Diese freudige Stimmung verstärkte sieh, als der Sonntag Morgen zwar etwas grau, aber doch ohne Regen sich zeigte. Vorkämpfe entscheiden I Und als dann sogar so gegen elf* Uhr die Sonne die Vorkämpfe beschien, da herrschte richtige Meisterschaftsstimmung unter unseren Besten. Schon die erste Entscheidung, das Diskuswerfen der Frauen, die am Morgen ausgetragen wurde, brachte eine Erhebliche Leistungssteigerung. Käthe L e v y - Berlin, siegte mit 30,91 m vor Qiscjla Schneider-Stuttgart mit 30,07 m und Hilde Finkenstein-Berlin, die aber als Dritte niit 29,37 m ihre Vorjahrsleistung als Meisterin weit uberbot. Die Sprünge der Männer brachten Vorkampfleistungen, die nachmittags nicht mehr erreicht werden konnten. Im Wei|tsprung siegte S a 1 m a n g - Aachen mit 6,40 m vor P- Y. Mayer-Berlin mit 6,24 m und Klaber-Fürth mit 6,19 m. Damit sind — durchschnittlich gerechnet — die Vorjahrsleistungen ebenfalls überboten worden. Der Hochsprung dagegen verlief etwas irregulär. Bei 1,57 m waren die Endkampfteilnehmer ermittelt. Klaber-Fürth erreichte 1,63 m, Preiß-Breslau 1,57 m. Auth die Frauen fanden in den Sprüngen des VorRampfes ihre Besten. Hier siegte Hannelore P e is - Essen mit 4,84 m vor Qisela Schneider-Stuttgart mit 4,83 m und Gerda Meyer-Berlin mit 4,72 m. Das Frauejn- Kugclstoßen mußte ebenfalls mit den Vorkampfergebnissen entschieden werden. Igge M e 11 o - Berlin und Gisela Schneider-Stuttgart erreichten nicht ganz ihre Trainingsleistupgen von Stößen über 11 m. 10,76 m brachten Inge Mello den Titel, mit 10,45 m war Gisela Schneider besser als im Vorjahr. Die letzten Vorkämpfe mußten dann wfcgeii starker Regenschauer abgebrochen weijden. Als dann um 14,30 Uhr der Lautsprecher) die Kampfrichter in den Innenraum rief, war dleren erste Aufgabe die Instandsetzung der Bjahn. Tiefe Ablauflöcher wurden eiligst gegrajben, Schöpfkolonnen traten in Bewegung, so [daß nach einer halben Stunde die ersten Ljäufe beginnen konnten. Aber damit waren auch die Meisterschaften in ihrem sportlichen Wert entscheidend getroffen worden. Die Innenbahn stand bis zum Abend unter Wasser, der Rasen war glatt und schlüpfrig geworden, das Programm mußte in seiner Reihenfolge umgestoßen werden, der Aufmarsch und die Gerallanenehrung fielen aus. In dieser Situation bewährte sich aber die sportliche Haltung unserer [Aktiven, die organisatorische Leistung der ^ei> antwörtlichen. Trotz erneuter Regenschauer wurde nun das Programm reibungslos apgcwickelt. Jene 2500 Zuschauer, die an diesem Tag trotz des Wetters, zum Teilt bis auf die Haut durchnäßt, zu uns stunden haben eine sportliche Gesinnung be solange vergeblich vom jüdischen kum erwartet wurde. Läufe durch Pfützen und Gruben die sich während des Gewitters geb ldet hatten, konnten nicht nur keinerlei gute Zritep ergeben, sondern verliefen meist irreg ilär. Wenn auch | in dem Doppelsieger in den Sprints, Salmang - Aachen zweifellos der iniiiHHiMiiiiHiimi Frankfurter Mädels erkämpfen den Titel Wieder, wie im Vorjahre, war eine Verlängerung notwendig, um zu entscheiden, Wer die bessere Handballelf ist: TSV.-Schiljd, Frankfurt a. M. oder JSG. 33, Berlih. Wenn es diesmal den Frankfurter Mädels gelang, den von den zahlreichen Schlachtenbummlern stürmisch umjubelten Sieg Izu erringen, so zeigt das 4:4 nach regulärem Spielablauf, wie gleichwertig die Leistungen waren. Einige energische neue Spielerinnen brachten den Schild-Mädels die notwendige Verstärkung, während die Berlinerinnen jes nicht verstanden haben, ihre Mannschaft seit ALLIGATOR doi sind gute Lederwaren UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE. Barl ln, TitMatstenstnS« 16 Hamburg, JnngfarnaUeg 43 Köli^ a. Rh., Hohaalnta 115 Eaa«n, Uabtdilni« 10 Eaaan, AmHaaptbahchoi 10 Bochum, Kortumatraia 67 Frankfurt a. M-, Roimarkt 15 Zentral«, Offanbach a. Wtppartal-Elbcrtald, Haraogatraka 56 dem Vorjahre durch Nachwuchs zu verjüngen. Denn das schien uns entscheidend: nicht allein technisches Können war in den entscheide iden Minuten ausschlaggebend, sondern Stel vermögen, körperliche Fähigkeiten, Zusam nenspiel. Dem Endspurt der Frankfurterinnen war Berlin nicht mehr gewachsen, die jünjiere, energischere Elf erkämpfte sich den Tite. Das eigentliche Spiel verlief ausgeglii hen. Frankfurts „Torfrau“, Friedei Sommer, rettete manchen scharfen Schuß von Inge Mello, die, von Pech verfolgt, fünfmal an die Latte kn illte. Linn Kann im Berliner Tor hatte aber loch mehr Glück, so daß Anny Freund und Tjrude Seligmann, die in der Frankfurter Mannsfchaft überragten, auch nicht erfolgreicher w iren. Das Spiel begann, reichlich nervös, aber gegen Ende der ersten Halbzeit gewan i es ein Niveau, das wir in einem Spiel jüdii eher Frauenhandball-Mannschaften bisher nocl nie gesehen hatten. Beide Mannschaften wuchsen an Einsatz und Können mit der Bedei tung ihrer Aufgabe, mit ihrem Gegner. Sie siehen beide heute im Jüdischen Sport in Deitschland, wohl ohne Gegner da. In Jurke I- Breslau, fanden sie einen Leiter, der das faire Spiel jederzeit in der Hand hatte. Mit TSV. Schild-Frankfurt ist unsere beste Fratjenelf verdient Meister geworden. Wassergraben im 3000 m-Hlndernislauf? Nein, 1500 m-Entsdieidung, die Meyer, der neue Mann der JSG. 35 Berlin , vor seinem Clubkameraden Fudts gewann Bild: Dzubaa , Hiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iii|j!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii|iiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiii - z- Zt. schnellste Mann des-Sportbundes zum Sieg kam, so konnte kaum ein Sprinter sich richtig entfalten. F r öli 1 i c h - Berlin, über 4q0 m int Sportbund wohl kaum zu schlagen, zeigte wieder seinen sauberen, lockeren Stil. Vergeblich wartete man auf eine neue Bestleistung über 8 0 0 m. Jede Runde mußte auf der zweiten, oft sogar der dritten Bahn zurückgelegt werden. 2,07 Sek. für 830 m muß man also sagen, wenn man die Leistung eines Georg Bergmann - Berlin richtig werten will. Rechnet man dann die schwere Bahn und jene 30 m ab, nun, dann wird man erkennen, daß Bergmann lll. ein Rennen Iler, gas uns von ihm in kürzester Zeit eine neue Bestleistung erwarten läßt. Der neue Mann der ISO- 33-Berlin, Curt Meyer, lief durch Pfützen und Schlamm die 1 5 00 m in 4,25,7— Min-, blieb also bei diesen Bahnverhältnissen ftur 6 Sekunden unter der Bestleistung. Dürfen wir da von einer solchen Begabung nicht das Gleiche wie von Georg Bergmann erhoffen? — Fuchs- Berlin scheint der ewige Zweite des Sportbundes zu.sein. Sauber und zuverlässig ist sein Lauf, aber immer wieder muß er sich der körperlichen Ueberlegenheit " eines anderen beugen. Diesmal bog er noch als Erster in die Zielgerade ein, kämpfte tapfer gegen den sich heranschiebenden Meyer und mußte ihn - dann doch passieren lassen. Wienskowitz brachte das von vielen im Stillen erwartete „Come-back.“ Leichter noch als im Vorjahr, frischer und . lebendiger als je zuvor lief er sein Rennen in der guten Zeit von 16,59.8 Min. herunter. L a $ k a u - Berlin hatte Pech. Seine Brille beschlug der Regen, beim Abnehmen geriet er in eine Grube, fiel, verletzte sich am Fuß und Wienskowitz war Ohne Gegner, denn Wir bringen in dieser Nummer einige der wichtigsten Sportereignisse des „Schild“ aus den letzten Wochen. Ein zusammenfassender Bericht — neben den aktuellen Meldungen — folgt in der nächsten Ausgabe der „Kraft“, dazu u. a. „Stuttgart zum zweiten Mal Reichsmeister“ und „das Sportfest der Schulen“. FUrther Bergbräu 5