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Der Schild · 1937-07-23 · 30 (23.7.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
30 (23.7.1937)
Date
1937-07-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nr. 30 / 16. Jahrg' Berlin, 23. Juli 1937 Prei« II Pfennig HERAUSGEBER: REICHS BUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCI Belblattk TLICH . MIT DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN DER KRIEGSOPFER - ABTEILUNG „DIB KR^FT", Offizielles Organ des Schild, Spottbnnd des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten 4. SdirUtIcttKnS nnd VcrUii Rddubtmd JOdUcher Frontsoldsteo E. V. Berlin W 15. Korfflnteodemm 200. Fernruf 91 85 71, Pon>check i Berlin 76143. TcleSremmenscfarlfti Scfafldkamcnd. Redaktion*, n. AineljenifnlnS Jeden Dienstes tor Erscheinen. Für unrerlsnst einsehende Manuskript* wird keine Oewstir flbernonunen. Bei NlchtlleferunS ohne Verschulden keinVsrSfltunSssnspnicfa. BeenSsprutoi RM 0.40 Uoostlich susflsVch Postbestellseld. AnzelSenprelsi Die 9 gsspsltsns MflUmetsr-Zsa* RM 0,16. Stellen an Sebote und -Oeendje, FamlUenanxelsen RM 0.10. AnseiSentsrir durch dl* AnielSenTsrweHunS j Bep* - Verlas. Ben*ki a Pskuscher. Berlin W 50. R*Sensb4s«r StrsSe 21. Fernsprecher■ 34 66 97. PostscheckI Berlin 32529. Am 15. Juli'1937 fiir Oberschlesien“). Dieser wichti Ein Rückblick auf jüdisches Kämpferfum , st das Deutsch-Polnische MinderheitenaikommenfürOber- Schlesien abgelai fen. (Vgl. auch | „Schild“ v. 9. 7. 37: „Frcntkämpfer-Bestiihmungen ist uns AnlaB zu enem Rückbli Kapitel jüdischer Geschichte, das Schlesien verknüpft ist, vom Blic datischen Einsatzes i us. Die Anfänge jüdisch Schlesien reichen we zuverlässige Nachrich überhaupt stammt einem Juden, dem Jakub, der i. J. 965 schers von Marokko Otto in Magdeburg Gebiete jenseits der E bereist hat. Späterhin dem Jahre 1126 von die „in der Castellaji führen“. Im Jahre Preußen gekommen; zu Beginn des 20. Jal nicht nur an der wirt^ der Friedensjahre, soi heits- und Einigungskr Weltkrieg ihren Antei mung am 20. März Oesenichtsereignis Oh« nur die in Oberschlesi er Geschichte t zurück. J:i, berraschenderwc ise 1 42 Palästina vor Frontsoldaten aus beliuchtet. Am 20. stand er im Oberhaus. einzugehen, falls nicht i die Unterhaus-Sitzung fe Einschnitt ick auf das mit Oberkptinkt solüber diese: Cirenzland in Ober- 'iie erste Reiche ansässigen Juden ihre Pflicht erfüllt, sondern auch die im Auslande, ja in lllebersee Weilenden eilten in ihr Geburtsland, um für die Heimatprovinz und gegen ihre Zerreißung zu stimmen. Und hiermit hat unseij Rückblick genau den Punkt in der Entwicklung erreicht, wo unsere eigentliche Betrachtung ersetzen muß: beim soldatischen; Einsatz oberschlesischer Juden gegen tjie Versuche gewaltsamer Abtrennung Oberschlesiens vom Reich. I von lelehrten Ibrahim ihn ils Gesandter dies Herrin den Hof de» Kaisers gekommen war I und die be bis Prag Und Krakau weiß eine Urkunde aus ien Juden z(i berichten, ei Beuthen den Pflug war Schlesien zu während des 19. und lirhunderts hatten Juden chaftlichen Entwicklung njlern auch an den Freiegen, insbesondere dem . Bei der Vjolksabstim- 21, dem letzten, großen Schlesiens, haben nicht en selbst und Blutzeugen iiiiiiiiiliiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiHih.-'niiiiiiiiiiiiiii iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiii die iem englischen Pari: iment ln der vorigen Numrier haben wir den englischen Teilungsplan vom Standpunkt jüdischer am 21. imlUrterhaus zur Debatte. Im Oberiaus erklärte dpr Ver treter der Regierung die Teilung als die ein d. M. zige für beide Parteiei gerechte Lösung; die sei nicht ge leigt, auf irgendwelche wesentlichen Aenderunjen des Teilungsplanes ,on Juden und Arabern auf Grund beiderseitigen Uebereinkommens Vorschläge unterbreite würden, die der Regierung annehmbar ei scheinen. Die Politik dqr Regierung bedeut :t nicht, daß England Mit Zögern gebraucht gerade der ehemalige Frontsoldat, der Zeuge sovieleh stammen, schweigenden Heldentums war, dast Wort Heroismus. Und doch: bei den Schicksalen, von denen jetzt gesprochen werden soll, ist kein anderes Wort am Platze. Wenn i andere den Ruhm ihrer Helden in Stolz und Pietät für ihr Volk, ihre Gemeinschaft in Anspruch nehmen, — haben wir Juden einen! Anlaß,, von den unbekannten Helden zu sebjweigen, die unserem Stamme entsprossen...?| Auch wir wollen sie in den Annalen unserer, der jüdischen Geschichte verzeichnen. Heroismus im echten, anspruchsvollsten Sinne des Wortes war es, der jüdische Jünglinge und Männer erfüllte, wenn | sie — ohne jeden äußeren Zwang, aus freiem Entschluß — ihr junges Leben für ihrei ober- schlesische Heimat in die Schanze schlugen und zum Opfer brachten. Wir meinen Helden, wie den 19jährigen Kriegs-Abiturienten Rudolf Wachsner aus K a r f, der bei der Verteidigung von Heim und Herd mit def Waffe in der Hand im Straßenkampf fiel. In der Nacht zum 18. August 1919 hatten Aufständische die deutschen Grenzschutimannschaften überfallen und gefangen genommen, Post und Bahnstation besetzt und gingen mm gegen die Häuser einiger Dorfbewohner vor. So überfielen sie auch von der Hofseite her das Haus des Kaufmanns Wachsner, der Wegen seiner heimattreuen Einstellung bereits ajuf der schwarzen Liste stand. Sein 19jähriger Sohn Rudolf setzte ihnen zusammen mit Seinem Bruder Franz energischen Widerstand lehtgena Oder wir denken an einen Blutzeugen wie den Gastwirt Erich Bock aus Bralin, der mit dem E. K. II. ausgezeichnet und zum E. K. i. vorgeschlagen aus dem Felde heimgekehrt war. Er und einige andere entschlossene Männer hatten sich der gegnerischen Agitation auf das Schärfste entgegengestellt. Nach der Besetzung blieb er als einer der wenigen mit seiner Familie auf der durch Generationen ererbten Scholle. Als Bralin am . 18. Januar 1920 polnisch geworden war, hielt er sich von jeder weiteren Tätigkeit zurück; gleichwohl versuchte man, ihn durch Spitzel in eine Falle zu locken. Strikt leimte er jeden Verrat ab. Kurz darauf verhaftete man ihn. Am 14. August wurde er vor ein Stand- 5e r i c h t gestellt, in der Nacht wurde das rteil gefällt und im Morgengrauen des folgenden Tages wurde er wegen „Spionage zu Gunsten Deutschlands“ erschossen. Rudolf Haase egierung aiis Palästina herausgitae. Der Beiricht über Regung noch nicht vor; "doch ist niit Bestimmtheit zu erwartep, daß der; Regierung as Vertrauen ausgesprochen und damit der reilungsplan angenotnr ien wird. en. Es kam zu hartem Kampfe. Deutsche Grenzschutztrupps eilten dem bedrängten Orte ge. Der Bericht uuer zu Hilfe.'Um sie zu unterstützen, schoß Rudolf lag uns bti Druck- Wachsner jetzt auch auf die die Straße besetzt " haltenden Insurgenten und verließ hierbei mit seinem Bruder Franz das schützende Haus. Aus seiner Pistole feuernd, fiel Rudolf runter den Salven der Uebermacht. I Aber kein jüdisches Schicksal aus Ober-' Schlesiens schwerster Zeit vermag so zu erschüttern, weil es voll reinen Heroismus' über alle Zeiten hinwegragt, wie das des _ Obersekundaners Rudolf Haase aus Rybn 1 kJ Er stand in der Pfadfinderbewegung, an leitender Stelle des jüdischen Jugendbundes „Kameraden“. Zusammen mit seinem älteren Bruder Fritz Haase hat Rudolf, der 15jährige, an der Spitze einer Schar Jungen in den Abstimmungstagen die aus dem Reich eintreffenden heimattreuen Oberschlesier in Rybnik empfangen, sie in die Quartiere geleitet und ihnen zur Verfügung gestanden. Man kannte den hochaufgeschossenen blonden Jungen in seiner Heimatstadt gut; jede Gelegenheit erspähte er, wenn es zu helfen galt. Er fuhr mit hinaus auf die Dörfer und verteilte,, voller Zuversicht,; die Abstimmungszettel. So hatte ihm seine begeisterte Tätigkeit schon längst den Haß der Gegner zugezogen. An dem historischen Dattui der Abstimmung wird er mit einem Aufgebot von 40 Schwerbewaffneten verhaftet. Schon hierbei wurden ihm die Gewehre auf die Brust gesetzt und nur seiner weit über sein Alter hinausgehenden Besonnen- '~ heit verdankte er, daß er diesmal' mit dem {Leben davonkam. Mit 5000 Mark löste ihn sein Vater aüs! Nachdem er sich zwei Wochen lang verborgen gehalten, sollte er endlich zusammen mit seinem Bruder, auf das Drängen der besorgten Eltern, in einem Flüchtlingszug in das unbesetzte Gebiet gebracht werden. Mehrmals wurde der Zug von Bewaffneten angehatteu

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