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Der Schild · 1937-07-16 · 29 (16.7.1937) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
29 (16.7.1937)
Date
1937-07-16
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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l liitho i ALLIGATOR J o i sind q u I o lfdcrwarrn UNSERE VERKA1 Berll«, Taniotikaitni« 16 Hamborg, Jongfcnutleg 43 Köln a. Ml, Hohes trab« 115 Kssea, Limbecfcstrab« 10 Wapp^tad-BbatMli 1JFSOESCHÄFTE. Essen. Am Haaptbahnhof 10 Bocham, Kortnmstrabe 67 Frankfurt a. M, Robmarkt 15 Zentrale, Offenbach a. M. Hsrsogstrabe 56 Der allbekannte jfldisdic Soldat iiOMiiiiiratMnniiniinnii Truppentransporte du xh Flugzeuge. In letzter Zeit hat sich die militärische Fachpresse verschiedener Länder eingehene nit der Frage beschäftigt, ob und inwiewei Jas Flugzeug als Trans jortmittel für ganze Fruppenverbände im Kriege in Frage kommt, )ie Anregung dazu ging , on der Tatsache aus laß die im vergangen:n fahrevollendet : Neubearbeitung der englischen Felddienst - dnung zum ersten Ma e diese Transportart arsieht. Man ist sich allgemein darüber einig», aß das Flugzeug für dis Truppentransports vesen nicht annähernd die gleiche Umwälzung gebracht hat oder in absehbarer Zeit bringe«! wird, wie seinerzeit die Eisenbahn, aber sicher ist, daß es in be;onderen Fällen eine wesentliche Rolle gespi :1t hat und in der Zukunft noch mehr spie en wird. In aller Erinnerung ist loch der abessinische "Feldzug, dessen Ausgar g man allenthalben Is einen fast ausschlief liehen Sieg der italienischen Luftwaffe be rächtet. Und zwar trat hier das Flugzeug nicht nur als Waffe in Erscheinung, sondern fast noch mehr gerade als Transportmittel sei es für Lebensmittel, Material und Munition, sei es aber auch für die Truppe sei ist. Aus den Kriegsberichten konnte man oftmals ersehen, daß der plötzliche Einsatz \ on Einheiten, besonders von Spezialtruppen, die durch Flugzeuge nach vom gebracht worden waren, an einer gefährdeten Stelle der it ilienischen Front den Ausgäng' des Kampfes entschied. Daneben wurden einzelne Person n, vor allen Ordonnanzoffiziere oftmals d irch Flugzeuge bis über die vorderen Lini :n gebracht, wo sie mit Fallschirmen absprangen. Aber schon wesentlich früher hat sicfi das Flugzeug als Transport nittel bewährt; zum ersten Male wohl im Jahre 1929, als die Araber in Palästina rebelliertem Damals entsandte die '-nglische Heeresleitung ein Detachement aus \egypten zur Unterdrückung des Aufstandes, and mehrere Züge Infaitene wurden bereits mit Flugzeugen voraus jeschickt, um einen möglichst schnellen Erfolg zu gewährleisten. Das gleiche Verfahren wurde noch einmal im :at>re 1936 bei derselb :n Gelegenheit angewandt. 1931 wurde eine Kompagnie Infanterie vonj Kairo nach Cyperi beordert und ebenfalls’ iin Flugzeugen befördert. Auch hier blieb r Erfolg des schnellen Eingreifens nicht >s. i Der erste großtre Truppentransport irch jdie Luft erfolgte im Jahre 1932. Hier arde tin geschlossenes Bataillon mit leichten d Schweren Maschine! igewehren von Ismaila -n Suezkanal nach de n Irak gebracht und ach einiger Zeit auf demselben Wege wieder rücktransportiert. Bei all diesen Erfahrungen handelt es sich diglich um Sonderfälle, und in nächster eit dürfte ein Massentransport im Flugzeug uch kaum in Frage kommen. Denn dazu edarf es einer guten I lodenorganisation und nger Vorbereitungen, < ie bei den zahlreichen echselfällen leines modernen Krieges selbst ter günstigsten Umst inden in den meisten Fill«n nicht mehr getroffen werden können. Beim Gasangriff Bei unseren geschichtlichen Forschungen über jüdische Kriegsbeteiligung und Kriigsverluste sind wir schon öfter auf ül >erraschende Ergebnisse gestoßen, wenn wir uns bei unserer planmäßigen Arbeit den jüdischen Kleingemeinden zugewandt haben. So berichtet uns unser Kam. Samuel Jacobs aus Werlte b Cloppenburg, der selbst ein langjähriger und verdienter Frontkämpfer daß in der kleinen Synagogen meinde Sögel acht jüdische Kan . <#den gefallen sind. Unter ihnen befind sich sein Vetter Josef Jacobs aus Esterwe|;en, geboren in Haselünne, der auf dem Fi lde der Ehre fiel, als er seinem Bataillonskomn an deur das Leben rettete- Der gefallene Kam. Josef Jacobs Gefreiter in der 1. Komp. J. R. 455. 24. November 1917 ereilte ihn bei seti; mutigen Tat das Schicksal. Vier Tage später fand er seine Ruhe im Soldatengrab. Hierüber berichtet ein Brief des Hilfsgeistlii hen Friedrich Rulf (A. O. K. 7) vom 28. November 1917 an die Eltern: „In herzlicher Teilnahme schreibe ich Ihnen diese Zeilen. Sie werden schon von der K om- Eagnie Ihres lieben Sohnes Joseph erfahren aben, welch schweres Unglück über Sie eingebrochen ist. Ihr lieber Joseph fand ff den 24. 11. durch einen Gasangriff Tod, har, e - e - war Am ner iter heram äh- IWM T rend er seinem Bataillonskommandeur das Leben rettete. Ich kann mir denken, wie tief diese Nachricht Sie erschüttert hat. Seien Sie gewiß, daß ich von ganzem Herzen mit Ihnen Fühle! j Heute Vormittag um 9,30 Uhr haben wir Ihren lieben' Sohn zur Ruhe gebettet. Er Schlummert auf dem Soldatenfriedhof in „La Malmaison“, einem Dorfe etwa 30 km östlich von Laon, in einem Einzelgrab. Der Kompagniefeldwebel und eine Abordnung jüdischer Kameraden -der Kompagn i e hatten sich eingefunden, um ihrem lieben toten Kameraden einen letzten herzlichen ■ Freundesgruß nachzurufen. Der Feldwebel und die Kameraden konnten nicht Worte genug finden, um die Beliebtheit, Pflichttreue und Tapferkeit Ihres lieben Joseph zu rühmen. Sie alle bedauern aus ganzer Seele sein tragisches Ende und bewundern seinen Mut, mit dem er, die Gefahr gering achtend, sein Leben für das seines Hauptmanns einsetzte. Mit einem Psalm wurde die Trauerfeier eingeleitet. Dann brachte ich in meiner Gedenkrede all’;die Empfindungen der Kompagnie zum Ausdruck. Besonders einige Abschiedsgrüße und Worte der Liebe rief ich Ihrem lieben Joseph in Ihrem Namen nach und dankte ihm für all die Liebe, die er ihnen in seinem Leben geschenkt hat. Ich sagte, daß Ihre Liebe und Treue auch über das Grab hinaus bei ihm sei und ihn auch in fremdem Lande zu finden wissen werde“. Erwähnt seien bei dieser Gelegenheit die besonders in Sowjetrußland und Frankreich aufgestellten Fallschirmtruppen, über die; an dieser Stelle bereits Näheres berichtet wo den ist. Immerhin bezeichnet die englische f elddienstordnung den Truppentransport dtreh Flugzeuge als ein „völlig normales Verfah en“ und gibt genaue Anweisungen für die verschiedenen Möglichkeiten. So wird vorgeschrieben, daß in dem Falle, daß die Truppen voraussichtlich unmittelbar nach der Lanc ung in den Kampf eingesetzt werden, der 1 ommandeur seine Mannschaften so auf die einzelnen Maschinen zu verteilen hat, daß die Gruppen unbedingt zusammenbleiben, während cs im anderen Falle vor allen Dingen darauf ankommt, den vorhandenen Nutzraum hach Möglichkeit auszunutzen, wobei das Mis:hen der Einheiten nicht von Bedeutung ist. W< Iche dem ’g i Wichtigkeit die englische Heeresleitung Lufttransport beimißt, erhellt am besten aus, daß schon jetzt der Austausch von bänden zwischen den einzelnen Teilen Reiches,'wie er in gewissen Abständen regelmäßig stattfindet, grundsätzlich durch Flugzeuge bewerkstelligt wird, sodaß sich die Truppe schon in Friedenszeiten an die leue Transportart gewöhnt. H dar- Verdes Jk/U TionUoldabeH sind dcilfUUtUHQ' *.. Jüdische Vergangenheit ist bisher im Wesentlichen vom geistes-, kulturuhd religionsgeschichtlichen Standpunkt her durchforscht worden. Die systematische Behandlung von der s o I d a t i s c h e n und k r i e g s ■ geschichtlichen Seite hat de« Reichsbund jüdischer Frontsoldaten zu seiner besonderen Aufgabe gemacht, deren Ergebnisse ihren Niederschlag laufend im „Schild“ finden. Jüdische Geschichte, die ja seit fast jzwei Jahrtausenden nicht die Geschichte einer in einem Staatsverband zusammengefaßten! Gemeinschaft ist, ist ganz wesentlich Familien geschichte. Das sehen auch wir bet unserer Spezialarbeit immer von neuem, bei der familiengeschichtliche und kriegsgeschichtliche Forschung einander unlöslich durchdringen und ergänzen; aus Familienförschung ergibt' sich rm allgemeinen das geschichtliche Bild der Kriegsbeteiligung und Kriegsleistung der Juden. Die charakteristische Bedeutung der Familienforschung bei der Erkenntnis der Zusammenhänge wurde soeben erst wieder recht deutlich an .der Isaac-Abrabanell-Ausstellung im Berliner‘Jüdischen Museum, wo die Begegnung mit in Deutschland lebenden Nachfahren dieser großen spanischen Persönlichkeit die Fäden aufzeigt, durch die eine jüdische Kulturepoche mit. der anderen, eine jü- . dische Geschichtstragödie mit der nächsten verbunden ist — Wieder hat eine große jüdische Wanderungswelle eingesetzt, die unser Geschichtsbewußtsein stärkt und den Wunsch »Magister- Kirsch belebt, die Kenntnis des Vergangenen nicht v<Jn ihr einfach wegspülen zu lassen. Man darf daher hier auf die von Dr Czellitzer geleitete Gesellschaft für jüdische Familienforschung, die vorzügliche Arbeit leistet, immer wieder hin weisen; man muß das Gesamtarchiv der Juden in Deutschland unter der Leitung Dr- Jacobsohns nennen und die Bedeutung und Unterstützungswürdigkeit seiner Tätigkeit unterstreichen. Das Gemeindeblatt des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden hat kürzlich dankenswerterweise in einem Leitartikel diese Dinge hervorgehoben, in welchem wir folgendem Hinweis begegnen: „Der bekannte jüdische Schriftsteller Heinrich Kurtzig hat mit zweien seiner Bücher („Kaufmann Frank“ und „Ostdeutsches Judentum”) den Beweis geliefert, daß er aus ihm übergebenen Materialien kul’.urgeschichtlich ungemein instruktive, menschlich lebendige, mit einem Wort: literarisch wertvolle Familienchroniken zu schreiben versteht“. Auch unsererseits glauben wir, Interessenten aus Kameradenkreisen hierauf aufmerksam machen zu sollen. Denn in dieser Form können jüdische Familien sich Werte schaffen, die, unabhängig vom Wohnsitz künftiger Generationen dauernden Bestand haben. 1 I 7

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