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Der Schild · 1937-06-04 · 23 (4.6.1937) · p. [Seite]

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Journal
Der Schild
Volume
16 (1937)
Issue
23 (4.6.1937)
Date
1937-06-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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rScliilil Nr. 23 / 16. Jahrg. Berlin, 4. Juni 1937 Preis li Pfennig HERAUSGEBER: REICHSBUND JÜDISCHER FRONTSOLDATEN E.V. WÖCHENTLICH ♦ MIT DEN Beiblatt! „DIB KRAFT“, Oifi OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN Jelies Organ dea Schild, Sportbund DER KRIEGSOPFER-ABTEILUNG dea Reidisbundes jüdischer Frontsoldaten Sdirlftloitua» and Verlag, Raldul Redaktion», n. Anxeigensciilnfe Jaden Bemdepreiei RM 0,40 monatlich Ansaifoatarif darth dla Jfldi»dwr Frontaoldatai vor Erarheinen. FOi [Hdi PoubttteUgald. ältest t Bepa . Verleit, B. V. Berlin W IS, KorfOrstendamm 300. Fernruf 91 89 anrerlanft eingehende Manuskripte wird keine Oewihr fl! dntei<rnpr«lai Die 9 geepakene Mintaataf-Zafla R> Bens kl a Palraichar. Berlin W SO, Regensburger 71, Poattdüdi Berlin 76142. Telegremmenschrtft■ Schildksmered. ibc^nonunen. Bel NlAtllegetnng otmeVerscfaqlden kein Vergfltnngsensprnch. 0,16. Stellenangebote and . Oeencbe, Familiananaalgen RM 0,10. ytrske 21. Farnapn<*ari 24 66 97. Poatschadt, Badta 32529. Die Honash ürtippe der Driflsdien Legion Innerhalb der Britischen Legion, der umfassenden Vereinigung der enemaligen Frontkämpfer in der Wehrmacht des britischen Weltreichs, gibt es seit 10 Monaten eine Gruppe, die sien „Monash Branch“ nennt. Wie dieser Name besagt, gibt der Beitritt zur Monash-üruppe jedem ehemaligen Frontkämpfer, gleichviel, zu welchem Glauben er sich bekennt oder welcher Rasse er augehört, die Möglichkeit, das Andenken des grooen jüdischen Heerführers und Kommandeurs der australischen Streitkräfte im Weltkrieg, Sir John Monash, zu ehren. Auch so mancher nichtjüdisJie Veteran, der unter General Monash Ruhm und Ehren erstritten hat, wird sich zu dieser Gruppe hingezogen fühlen. Anläüiich der Krönung des englischen Königs gab nun die Monash-Gruppe eine Festschrift heraus, die ein Spiegelbild jüdischen Frontkämpfergeistes, eine Ehrentafel jüdischen Heldentums Lt. Genugtuung und Stotz erfüllt auch uns vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten beim Lesen dieses Heftes. Der Vorsitzende vom Gau London der Britischen Legion, Captain Wilfred K i n g d o n widmet der Schrift ein Vorwort. Man erfährt daraus die beachtliche Tatsache, daß die Monash-Gruppe in 10 Monaten bereits 300 Mitglieder gewonnen hat. Kingdon schreibt über das Verhältnis der Britischen Legion zu ihrer Monash-Gruppe wörtlich: „ln einer Organisation, in der weder politische Meinungen noch Glaubensbekenntnis oder Rasse Schranken errichten, wo wir alle zusammenstehen, um die Aufgaben zu erfüllen, die uns in unserem Kgl. Charter gestellt sind, zu verewigen das Gedächtnis derer, die im Dienst für ihr Vaterland gefallen sind, das Gefühl der Einigkeit unter all denen zu verbreiten, die in der bewaffneten Macht der Krone gedient haben, in uns die Hingabe für den König, das Gemeinwohl, den Staat zu stärken dem Recht die Herrschaft über die Mach zu verhelfen, Frieden und Wohlgefallen au: Erden zu sichern, die Kameradschaft, die ge genseitige Hilfsbereitschaft zu pflegen, — di wird die Monash-Gruppe immer das auf sic fallende Gewicht tragen1 und ihren vollen An > teil an Verantwortlichkeit übernehmen“. Captain Kingdon macht dann einige Angaben über die Britische Legion. Sie hat 4100 Gruppen mit insgesamt einer halben Million Mitglieder. Von der freigebigen britischen Öffentlichkeit hat die Legion an ihren „Mohn-Tags Appellen“ seit 1921 ungefähr 6y* Millionen Pfund erhalten. Dieses Gell ist verwendet worden zur Unterstützung ehemaliger Frontkämpfer, die sich in Not bifanden, gleichgültig, ob sie Mitglieder der Eine inhaltreiche Festschrift Legion waren oder nicht, zur Unterstüt tung der Witwen und Hinterbliebenen. Die Legion hat Heimstätten für die Invaliden ih verschiedenen Gegenden des Landes errichtet. Sie unterhält ein Sanatorium und eine lörfliche Siedlung für Tuberkulöse, zwei Einrichtungen, denen sich im ganzen Lande r ichts so Vollendetes an die Seite stellen l:ann. Körperbehinderte werden in mehreren Fabriken und Gesellschaften der Legion bes:häftigt Eine eigene Stiftung zahlt Pensionei an vorzeitig gealterte Kämpfer. Viele Hun ierte von Erwerbslosen sind untergebracht oder umgeschichtet worden, „ln dieser Br iderschaft des Dienens und der hohen Idrale“, so schließt Kingdon, „hat die Monash-Gi uppe ihren Platz eingenommen“. Das erste Wort der Fest-Schrift ist dem Könige gewidmet. „Our Patron“, inser Schutztierr, ist es überschrieben und sc «ließt mit der Feststellung, daß die Krönung eine einzige Gelegenheit gibt, den Mitglieder 1 die Leistungen der jüdischen Kameradschaf vor Augen zu stellen. Eine Würdigung des Mannes, der der Gruppe den Namen gegeben hat, folgt. O >erstleutnant J. H. Levey hat sie verfaßt, er rennt ihn von allen Lebenden vielleicht am bisten; denn er war im Feld einer seiner vertr mten Kameraden. „General Monash, der Bürge , der Soldat des Reiches, das strategische und taktische Genie“, so ist diese Abhandlung.über-. schrieben. Wir brauchen auf den Inhair nicht einzugehen, der ,.Schild“ hat ja in i einer Reihe „Heroische Gestalten jüdischen Stammes“ der Persönlichkeit Monash ein Kapitel gewidmet. Darin findet sich u. a. der Brief, m dem der General selbst berichtet, vie er mit Levey, dem Kommandeur der G >rdon Highlanders, bekannt geworden ist Nur nnige ‘ Feststellungen seien aus dem Monas li-Abschnitt der Festschrift herangezogen: Sein großer Sieg am 8. August 1918 den Ludendorff als den schwatzen Tag des deutschen Heeres im Weltkriege bezei:hnet, war einer der größten Siege Englands in der Geschichte. In seinem Buch „Die austral sehen Siege in Frankreich im Jahre 1918“ erklärt Sir lohn bis ins Einzelne die Methode i. die er für den Schlachtplan ausgearbeitet hatte und die den Sieg vom 8. August geiichert haben. Seine Schlußbemerkungen übe die Psychologie des australischen Soldaten und über die Mittel, Disziplin mH Intelligeiz zu verbinden, die für das heutige Wanei bandwerk wichtiger sind als je zuvor, sind ein klassisches Werk für die Studenten der 1 Kriegsgeschichte. Als ganz junger Mensch ist A/ onash m die Freiwilligen-Tmppe Australiens eingetreten, ist dort von Stufe zu Stufe gestiegen und hat in ihr im ganzen 27 Jahre gedient. Als er Mai 1918 das Kommando über das australische Korps erhielt, war dies das größte der 20 in Frankreich stehenden Korps und galt als das Beste in der gesamten britischen Armee. Es war 166000 Mann stark. Dem Staatsbegräbnis des toten Heerführers im Jahre 1931 folgte eine Menge von 300 000 Menschen. a Welche Schätzung die Monash-Gruppe innerhalb der Britischen Legion genießt, mag nach dem stolzen Wort bemessen werden, das der Präsident der Legion, General-Major Sir Frederick Maurice in die Festschrift hineingeschrieben hat. „Es wird allgemein gesagt, daß nun, da die Kolonien Schwesternationen geworden sind, die Krone das Band ist, das das Reich zusammenbindet. Aber der Name Ihrer Gruppe“, so fährt der Präsident fort, „und der Blick auf Ihre australischen Kameraden sollte uns daran erinnern, daß es noch ein anderes Band gibt, nicht weniger stark: gemeinsamer Dienst für die gemeinsame Sache“. Major F. W. C. Fetherstone-Godley, der Nätional-Vorsitzende der Britischen Legion, schreibt folgende Worte in das Heft: „Die britische Legion ist einzigartig unter den Frontkämpfer-Organsiationen 'der Weit, insofern, -als sie völlig unpolitisch und unkonfessionell ist. Der große Unterschied, den ich zwischen uns und anderen »ehe, liegt darin, daß bei uns ein Platz und lein Willkommen für jeden ehemaligen britischen Krieger ist, der sein Land liebt. Toleranz ist einekonkrete Tatsache innerhalb unserer Bewegung“. Was nun in der Festschrift folgt, das ist eine Ehrenliste jüdischer Namen aus dem Weltkriege, jüdischer Leistungen und Heldentaten.' Sie ist eindrucksvoll selbst für uns, die wir ja vieles daraus schon kannten. In General Monash stellte Australien den Mann, der nach dem Urteil von Lloyd George der glänzendste Soldat im Kriege war. Tn Sir Harry Chauvel, der übrigens das australische Kontingent im Krönungszuge geführt hat, schenkte der Erdteil Australien einen der größten kavalleristischen Führer. Er war Kommandeur der Wüsten-Reiter in Palästina. Der heute Zweiundsiebzigjährige ist der führende Vorkämpfer für ein starkes Australien und Leiter der Kadettenbewegung in den australischen Schulen. -> Aus dem Ehrenbuch der britischen Juden, dessen Angaben bekanntlich auf den offiziellen Berichten und Listen, beruhen, werden in der Festschrift einige Tatsachen mitgeteilt:

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