Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 47 (20.11.1936)
- Date
- 1936-11-20
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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^trSdriU _Hgg*U8QgBE»i BgICHSBUND JÜDISCHER gRO| | T8OL0ATEN E.V. ifetoifdie Gestalten Wischen Stammes "f.....mmmmmmmSmm.„1,." 3|onh flbrnbanel / Wie sich in etnjelfien Augenblicken der Geschichte die ^wicklung von Iahrh jnderlen zusammenballt und entlädt ) loimen sich auch IN l inzelnen Männern alle Eigenschajten iste und Entschlüsse der > Menschengemeinschaft vereinen, sie entstammen. In Zsaak Abrabanel Hai das Schicksal Mittelbar vor dem «rschütlechiden Abschluß der jahrhunoerte Geschichte der Ir den iü Spanien, der Ausweisung von Ml, noch einmal dr< matisch alles' zusammengerafft. was - ,u Ruhm und Wer kommen ließ- Wenige Juden-Aus reibuägen landen ein« Judenheit so kjlsahnend und sorglns w.ö die in Spanien, so begütert erfüllt von der eigenen Kultur und der des Wohnlands: Lien nur sind sonst noch Menschen von höchsten -teilen bet Pzierung und Hof so jäh Zu Bettlern ohne Heimat und Wenige Schläge des Schicksals hat ofunden wie diese Austreibung yluAt herabgeitürzt. Judentum so bitter . 1492. Inmitten dieses Uitergangs einer Welt bewährt sich ßjaat Abrabanel. Das Lchigsal Hit dieses Leben eines ^km/Inen — gleich bed< utend > als Staats- und Finanzmami Ider lalbolischen Majeit iten des Königreichs Spanien, wie Jak ffxl«bii«r und Führer keiner tvlaubensbrüder — mit Ileroischer kvucht geladtn, tot t ihm symbolische Bedeutung Kr tLen'rrtionen gibt, begini end mit der Reihe seiner de- Inhmten Ahnen, endend mit der Stunde, da noch nicht leinmal seinem Leichnam die Ruhe gewährt, wurde, die er I»s den vielen Wanderunger seiner Lebnsfahrt vergeblich suchen hatte. Isaak Abrabanels Leben ist schon lange vor seiner Geurt gelcnnzeichnet durch das Juden- und Marannen- Ischicksal seiner Heimat! 101 Jahre vor der Vertreibung Spanien. 1391 also, m ißte Isaaks Großvater, der Mdenträger und Mäzen Samuel Abrabanel. während des kemesels von Sevilla vom Tod bedroht, die Taufe nehmen, lrm freilich dann nach Lissabon zu entsliehen, wo «t «ini b lauben und;ur sSemntischaft der Väter zurückkehrte. Iler Ruhm des Geschlechts ging aus Jahrhunderte zurück, die Inamilie führte ihre Abstammung auf das Königshaus Iravids zurück und behauptete, schon nach der Zerstörung ßde-erten Tempels sich in Sevilla angesiedelt zu haben- 1437 erblickte Isaak Abriabanel das Licht der Welt- I)n Anerkennung seiner glänzenden Gaben berief ihn König lA'onlo von Portugal än der Hof, tao er bis zu dessen lind als Finanzagent uyd 2ö,atzmeister wirkte. Die^e glück- Miten Jahre schildert er> — d:r auch mit anderen Fürstenxrtraut und befreundet war -- selbst folgendermaßen: „friedlich labte ich inl meinen ererbten Hause in Lissabon, bieüiit halte mir Gott Segen, Reichtum und Ehren gegeben. IJh Kalle mir große Bauten u id weit« Säle angelegt. Mein Ihaur war ein Mittelpuntt [für G lehrte u id Weise. Ich war be» l'xM im Palaste Asfonso-, | eine; snächtigen und gerechten Königs, Isitrr dem auch die Juden Freiheit und Wohlstand genossen. Ich stand iljm, nah, er stützte sich aus mich. «mg ich ,n seinem Palaste aus und ein". fd)0n bewährte er sich Rot seiner Bruder, und al.; a.i; oer span etrzllla unter kriegsgetangencn Mauren auä Portugal lamen. stellte er sich an die Spitz> v bas die Losiauiung und Wiederseßhaitma hu wurzelten unter großen Opfern ermügli, ,l VaUlan wurden Freunde Abrabanels auf gunsten der Juden vorstellig- So verdiente noch segensreichen Tagen das ihm vom Lobt __ 7 »^ch'ld und Mauer, reitet die Dulde, vor Widersacher, heilt die R.sse und wehrt die arin I.l'ien ab". Regierungswechsel beendete diese Abrabanels Lauibahn. Mißgünstige unbegründete Argwohn )oaos II» pvanzen lifB er sich in Toledo nieder, nicht üniroh geichäften entzogen und so der zu seiner g. und literarischen Tätigkeit notwendigen M zu sein- Rur kurze Ruhe schien das Sch. gönnen zu wollen. Richt allein sein gelehrte: vorausgeeilt — die Gemeinde hatte ihn mu wiilloinmnet —, auch der Ruf des genial n war. zum spanischen Hof gedrungen Vertu die 'Staatsfinanzen in die Hände Abrabc Jahre verwaltete er sie zur unbestrittenen König und Volk, acht Jahre des Kriegs gn, deren Ende nicht nur ein Sieg stehe i auch — die Tragödie des spanischen Jude >t Granada war noch kein Bierteljahrhur — auf das unablässige Drängen des Torquemada hin. dem der Sieg über die nügte — von dort aus das historische ,., die Ausweisung der Juden aus Aragoni> n erging <31. März 1492). In Entsetzen Spaniens — und nicht , nur die Juden! Und doch vermochte kaum einer an glauben: jeder Jude hoffte auf den' Sieg Bruder gerechten Sach«. ■ So auch Abrabanel- Es war der A da der Mann, der sich unwillig nur hinter Herborziehen und in die Staatskanzlei ha zu geschichtlicher Grüße emporwuchs. Vor paar erscheint er mit den übr derJuden Spaniens und erhe-bt für die Bedrängten. Welche Szene eite Torquemada,- der Jahre hindurch »'! und i' lange er lebte, rundum, da Retter in der m Hafenstadt 3ä0 Juden »ach eines Komitees, ng dieser Ent e- Auch beim' dessen Wunsch zu cr schon in jenen ichter gespendete der Gewall ihrer : linsten Lowe» von Abschnitt von Verleumdung und der zur- Flucht. 1493 den Reg.erungsebten Forschung he wiedergegeben cksal Abrabanel Ruhm war ihm allen Ehren be- .i Staatsmannes uensvoll wurden nels gelegt. Acht Zufriedenheit von ind'des Kampfos sollte, sondern iums! drrt gefallen, als Groß-Jnquisators Mauren nicht gerieneralcdikl über und.Kastilien" hielten die Juden den. Atem an. , Entsetzliche zu seiner und seineij t «r. 47 — Sette 7 Eine Aufsatz-Folge z die Weltgeschichte selbst für einen Augen blick den Alem anhälr? In dies, r schicksalsschweren Stunde spricht er als 21} o r t fülltet, rls Fahrer seines Volkes. Tie Rede, die er vor and Jjadella hält, ist nicht lan,. aber jedes erschütternde Anlwort auf die Behauptungen > Ferdinand jWort eine ___ _ _ ... _... seiner tbegrer- Rur einige Sätze daraus seien angeführt: zum heiligen Krieg geschürt, auf der ar > der seine Durchführung und siegreiche Vollen mann, als Finanzmknister ermöglicht hatte der Hof das Gefolge der Majestäten und Juden- Und nun erhebt Abrabanel . Fühlt er. daß nun nicht allein die glan . Ii die Erforschung de» lebendiger Worte; Gottes verlieft, verließ ich auf Befehl meines Königs mein Erbteil, um meine Kräfie dem Dienste Spaniens zu weihen. Ich habe meinen Lohn erhalten, da- Vertrauen meines Königs, Ehre und Reichtum. Mein löniglicher Herr! Wir sind nicht Fremdlinge in einem uns fremden - Landj wir sitzd Söhne Spaniens. Einer der ersten Könige Spanien» lautet die Chronik - - bei der Zerstörung de; ersten Jerusalem eine Menge au; den T:ämm:n Juda und .. Venjamin, afich Priester und Levi.en hierher, sie halsen die Städte benannten sie mit den Rainen der Städte ihres Vaterlands. So schön fanden sie da; neue Vaterland, sa befreundet wurden sie mit seinen Bewohnern, daß s e die Rücklehr nicht verlangten, als auf das WoN de» Persertönig; ein zweiter Tempel in Jerusalem n erbaut wurde.... Und, verzeihe mein König den Worten festes Knechte;, — wir waren nicht unwürdige Bürger, dieses Köm- .reiches! Wir haben die W.ssenlchaft und Künste gepflegt, unsere Akademien blühten zu Cordooa, Toledo und'Barrelona. König Alphons der Weiie verschmähte es nicht, f ch mit unseren Weiser zu umgeben, die erhabenen Herrscher Kastilreas ZMütztcn uns gegen ingerechle Angriffe. Der Ipanrfchr Jude, mein König, verabscheute das niedrige Gewerdei des Wachrrs und das Ligennützige Str den nach kleinliche n Gewinn Im ganzen Königreich kann lein Grande auilreten, der einem Juden verschuldet ist Wo kann iii) Worte finde i, das Unglück zu lchildern. weiches uns beträfe? Hrrd und Eigentum zu verla-sen und in die lieblr.se Fremde oei stoßen zu sein, die Bande, die hier den Juden mH-,, dem Christel vereinen, zu lö'en. Mangel und E.end preisgegeden, Di« Stalle zu neiden, wo unse:e 'Väter in De i Gräbern tuhen, eine Auswanderr ng lo vieler Gedrängter, — da; königliche Her; Ferdinands und Jiabeltens, würde es diese; E.end ertragen?. . Zrrheischte das 'Vaterland Lprer, wir sind be.erl, sie zu dringen,"wir wollen Gut und Blut einjeijei. Wir dedurren Seiner Schutze? . «gerürzll ' , Eine spende von 30030 Golödukaren, die fdjrtcir -nou der Judenkckra.fi gesammelt wurden uns rur den Fall der Rücknahme des Ebiils verheißen werden, lunsigt er ani - Wird sich das Schicksal noch einmal wenden? Sind die Versoigten noch einm» gerellet? Abrabanel tritt erhobenen Haupte > zurück: er kann an brr Ilebcrleugungskran seiner Wolle jtidtt zweiieln Unschlüssig schweigt das Herrscher paar. Torquemada wittert ' die Gefahr. Soll ihm 'Abrabanel den letzten Sieg entwunden haben? Er springt'in die Milte des Saals reißt sich das Kruzilir von der Sutane und ruit. es dem K-istiq zu Füßen wertend: ,,Judas hat seinen Herrn zuerst für dreißig Silberlinge verkauft: Euer Hoheiren wollen ihn jetzt abermals kür dreißiiZkausend ipoldstücke oerine Stimme. lausen- D<i nehmt ihn und verkault ihn eilends!". Triuu" volle Umgebung phicrcnd v:rlätzt er die erschauernde Runde uqertblicf gekommen! dem Sludienault e bringen lassen, d e m K ö n i g s i gen Führern eine Stimme Auf der einen di« Begeisterung arfderen Abrabanel. düng als Staatsim Hintergrund die Vertreter der Stmllmnmarkt |Tfid)ll)Jer Verkäufer |lbe*?S fahr*, «ddier lo der Bürobedarfs- und , Papierwarenbranche ’tt fflr Frankfurt •- M. IvL0 gooocht lOfeftrn mit ß.Id und ZaugoNabudirlften ItaferP. 2. 47 «. d. B#pa-Ve.U|, Rio. W50. 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