Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 37 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I jeden Fr»iti| Mit der illustrierten Beilage ,,DIE KRAFT " für Spcrt und Jugendertüchtigung ng und Verlag: Berlin W 15, Kurfürstendamm 200 (Rcichsbund jüdischer jldjten F. V.). Samm.-Nr. J 1 —85 11. PusfechcJc; Berlin 70 1la. Telegramm' Jirift:i Schildkamerad. Redaktionswrhlull: jeden Dienstag vor l'rvTiciiicn. Fur jhmf und Rücksendung unverlangt eingehender Manuskripte «ird keine Oer übernommen. Bei Nichtlieferung ohne Verschulden kein Vergtitungsjuspruch. r.37 15. Jahrgang 1 fnglanft macht kraft m >i i-‘«a rniqcflenflemtrn weroen. tte ^sroinberungsbispofitionen de l irutfiilQnbs in Rechnung gesetzt Ter, Brief des Äolomalmrnifh rn Preis 20 Pfennig Bezugipreh : RM 6,55 im Monat /uzügl. I’osthestellgeld. Anzeigenpreis: Die 12 gespaltene Ilimeter-Zeüe R.M 0,16 Stellen.ingcltotc u. -Ciesti.’he, Familienan/eigen RM O.lüj »nzeigenschluß: jeden Dienstag vor erscheinen. Man verlange genauen An/eigenta if! Anzeigenverw.: Bepa-Verlag Ben^ki & Rai usclter, Berlin Vi 50, Regensburger' Straße 21. Femspr.: B 4. Bavaria 6097. — Ihjstscheck: Berlin 52 5-») Berlin. 11. Sept. 1936 an dieser sie»«, vor 14 Tagen. ein Tamtbild der Situation in Palästina ge -et ^urde »„Schüsse aus dem Hinterhalt". l 35».!i*t eine Wendung einaetreten. die ^Keackinng verdient. Wir sprachen da voi der diplomatischen Einschaltung der!änb«en Araberstaaten und deuteten da .ant I bic Bermiitiungsaltion des Au Ken rittijbes Irak, Nur» Pascha, in Jerusalem . TieBeoirchtungen, die sichcharan knupsen km. da>; „t den arabischen Bedingungen _ eine! Beritändigung mit der Mandalsre DMt7.ng idie Ei II wanderungsein st elt,r Juden gehörte, haben den Anlah Meinem^ schreiben des englischen K o I o n i a Ian den Präsidenten der Iewish tz H aber die Stellung der englischen Nx'gte^ 0 iM^t iu der Bermittlungsaktion Nur, Paschas » ■■fjert.l Hierin wird klar gesagt, dah det HM->? Kommissar von Palästina dem ÄuKen^ Jdes Irak keinerlei Zusicherung t dtf Mahnahmen gemacht hat, die nach sbtfltmg der Unruhen ergriffen werden m, insbesondere nicht über die Suspen»?AS ' der jüdischen Einwanderung. „Der Kommissar oder S. M. Negierung .Nun Pascha keine Zusicherungen weder usnq der Sperre der Einwanderung noch i /jü*?nc. Stellung als Vermittler in den trälltnenfilchen Angelegenheiten gemacht". |tit — endlich ein klares und oev >!>ltch^s Wort. Bei der Bedeutung Palästi i tm, indischen Leben, bei dem vitalen 3n» pre. |bas besonders wir Juden in Deutsch« M ,eder ernsthaften Auswanderungsmöggegenbringen müssen, haben wir eine El,che Aeuherung von dtesers Tragweite ge u» ui d unvoreingenommen auf ihren Inhalt 1MA uo, rprüsen, festzustellen. was sie enthält Wts sie nicht enthält. Alsdann ergibt A sollendes: Der Brief des Kolonialministers r'W. dah er bzw. die Mandatsregierung 4> ke neswegs den Arabern gegenüber auf me Einwanderungssperre festgelegt habe. Er ^ta«t i.doch nicht, dah eine Einwanderungsober -Minderung ausgeschlossen *>• legt sich in dieser Beziehung über» wipr | nicht fest, die für uns entscheidende «tage i bleibt offen, die Gefcnzr besteht nad) ** fpr. ihr muh ins Auge gesehen, ihr •pt« rntgegengrwirkt werden. Sie muh in den »Aswltnderunasdisnoiitinnen der Juden t werden.« . ..olonialmtnisters besagt Eter, dah England überhaupt keine Bin- "angen in der Frage der tüdischen Einwan «tung einzugehen wünscht, solange es von »tabocher Sette durch Genercjlstreik und Ans- I WAdr Unter Druck gesetzt wird. Die «ngbsche Politik ist entschlossen, v o r e r st Ruhe »nb Sicherheit im Lande wieder herzustellen, kas steht zwar so nicht wörtlich in dem "tiefe, ergibt sich aber aus seinem Sinn» Walt. Und wird durch die anschliehenden Ete>,misse bestätigt. Der englische Verteidigungsminister hat sich klar und deUt- V> geäuhert. England werde die mit der Verwaltung des Mandats verbundenen Pflichten erfüllen; dazu sei es notwendig, Ruhe »ttb Ordnung wieder herzustellen: die Ent- WTbuhg von Truppenverltärkungen sei im Interesse des britischen Ansehens erforoerach. Zuverlässige Informationen aus London bestätigen. dah die Regierung entschlossen ist, die Unruhen niederzuschlagen. er,orderlichenmll» auch das Knegsrecht zu verkünden. Erst wenn die Ruhe wieder hergestellt ist. sei die Vorbedingung für die Entsendung der Königlichen Untersuchungskommission geschaffen. die für den kommenden Monat in Aussicht genommen sei. „Morning Post" bemerkt dazu in einem Leitartikel, dah die Einwanderung nach Palästina nur dann eingestellt werden solle, wenn diese Königliche Kommission zu der Entscheidung gelangen werde, dah dies im Interesse des Landes liege. 4hm. wenn die Kommission das richtig verstandene Interesse Palästinas, frei von ugeNdwelchen Sondereinflüssen, beurteilen wird, durste kaum ein Zweifel über ihre Entscheidung obwalten.___ 2-« nächst» Ausgab» des Sdtild" erfiheint frOHar, ndmlleh tarn Beginn der Neujahrstage Ruf ttttfc ättftwtü ..Jahrtausende lang war dar Ertönen 1er W:dderhorn; ein Posaunenrus zum Dienst: auch wir »ollen auf diesen Ruf antworte»". Wir finden diesen Satz in einer Aeuhen ng des Gouverneurs des Staates New P>rk Herbert H. Lehmann, die durch die i Ui* dische Telegraphen-Agentur neben anderen i>e merkenswerten Reujahrsbotschaften zu den bevorstehenden Hohen Feiertagen wiedergegeden wird. Diese Tage im Monat Ellul stehen lim Zeichen des Schofarruks. und eine tiefere Sinngebung als die des oben zitierten können wir uns in der Gegenwart in uns jüdischen Gegenwart schwerlich vorstellen. Der Ruf zum Dienst: Dah der dische Mansch stets „im Dienst" steht, Dienst der (Semeinschaft, in die er gehoben und deren besondere Stellung in der L eil dieses stets wache Pflichtgefühl fürs Ecnze erheischt, ist eine Wahrheit, die oft und d utlich an dieser Stelle und auch sonst rom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ge vre »igt worden ist. Aber der Posaunenruf des T >l> derhorns, der an unser Gewissen rührt, soll das Bewuhtsein in uns zu erhöhter Lebendigkeit bringen, das Bewuhtsein. im Dienst zu stehen, das in dem Angehör gen des Judentums nie einschlafen darf. Gewib: Es treten an jeden einzelnen von uns von Woche zu Woche, von Tag zu lag Tatsachen. Erlebnisse, Eindrücke heran, die uns >es rer |u- IM das Iudesein in seiner Schwere bewuht machen:'aber dah uns auch seine »n r ö he-bewuht bleibe und die Pflicht zum Diemt.- die aus ihr erwächst, dazu ruft un^ dbr Schofar au', der uns gemahnl an Pie gewaltige Bindung von Jahrtausenden, in der wir Juden durch Stamm und Glauben stehen. G e w i h : Es gib diesen und jenbn, es gibt so manchen untei uns, der sich der: klaren und aufrichtigen An wort auf die stummen Fragen, die seine täglichen'Sorgen und Rote und Erschütterungen an ihn ^richten, zu enb ziehen versucht. Er z ibt weiter manchen anderen. an den persönlich diese Fragen vielleicht nicht, oder noch nicht, herangetreten sind und der sich der Er enntnis vertagt, dah si.' dennoch auch ihn angehen. Der Ruf des Wid terhorns jedoch spricht zu jedem Juden und fordert von jedem, dah er antworte- Der Ruf zum Dienst an seiner Gemeinschaft, der d: ich den Schofar in die Gewissen dringt, läzt keine Befreiung von diesem Dienst zu, er« artet von jedem ernzelnen, ausnahmslos, die jüdische Antwort. Es liegt an uns. wie wir diese Antwort geben. Sie kann »nt darf nur ein Bekenntnis zu voller Dienltbere tschaft. zu tapferem Einsatzwillen, zu bedin inngsfoser Schicksalskameradschaft sein. Deittl cher denn je sehen, spüren wir. dah wir auf uns selbst, auf unsere eigene Kraft, auf unseren eigenen- Lebens wic es Lebensgeietz gestellt > e s e tz. — wir sprachen zust in diesen Blättern >>eietz. Wir empfangen verantworten es vor tu bleiben und einander diese 'Worte iaht es f. hat der rtzuihren sich tfgani-- Wie reagiert man aus der arabischen Seite auf diese Wendung in der .Gefamt läge? Das Oberste arabische Komitee den Beschluh gefaht. den Streik unte, Losung „Verteidigung *bes Landes" setzen. Daneben nehmen die Terrorakte Fortgang. Eine Konferenz der Bandenführer ha mit einer straffer zusammenhängenden O sation dieses Kleinkrieges besaht. Der neue Oberbefehlshaber der aralaschen Banden, der Syrer Kaukadyi. soll iim Gebirge ein Hauptquartier ausgeschlagen f ade», von dem aus die Operationen der Re eilen zentral geleitet werden. Er hat auch schon mit der Veröffentlichung eigener Eomnuniques. richtiger „Meldungen vom Kriegsschauplatz". begonnen. Das soeben ausgez ebene Eommuniauö Nr. 3 teilt mit, dah in tinem siegreichen (befecht bei Bala 80 Sol »alen, 3 Drusen. 3 Araber aus dem Irak. 9 4 raber aus Transjordanien und 4 palästin« nsische Araber gefallen sind. „Die arabischen Tru >pen", so heiht es in dem Eommunique. „behiupten die befestigten Stellungen". Die ar »bische Jugend wird in dem Eommumaue »usgefordert, sich den Streitkrüsten Kaukadqs anzuschliegen. Viele Araber aus Jaffa hätten dies bereits getan. Im Hadafsa-Krankenhaus in Tel Api.v ist inzwischen das zweiundachtzigste iudifche Todesopfer seinen Wunden ,liegen. Auf den stellvertretenden ilhef» lekretärder Palästina-Regierung, der Jude ist. wurden fünf Reoolversch» ife abgegeben. die allerdings fehlgingen. Serade diese» Attentat, aber auch andere : lämpfe und GewaMaten beweisen, mit »velch, r Entschlossenheit und welcher fanatischen Leidenschaft bei den palästinensischen Ärabjrn zu rechnen ist. * Und nun macht England Ernst. In ütondon wurde amtlich bekanntgegeben, dah zar Verstärkung der Truppen in Palästiira einet volle Division dorthin abgeht. Sie besteht aus 3 Infanterie-Brigaden mit Insgesamt f 12 Bataillonen; gegenwärtig ist die Garnison Palästina 11 Bataillone stark. Das Oberkommando über sämtliche Streitkräfto wurde dem Generalleutnant I. G. Dill übertragen. In amtlichen Kreisen scheint jetzt allgemein willen auf unser eige sind. Dieses innere davon erst am 28. A, — ist unser höchstes es aus uns selbst, uns selbst. ..Sich treu treu zu bleiben": in Dr. Leo Baeck. Wir sehen rund »m uns die wirbelnde '.Hielt, wie das Inder mm feit Jahrtausende» den ruhelosen Wechsel des 'Werdens und Per gelien» in Krieg und Frieden erlebt und überlebt hat. Wieder erleben wir Zeiten der Gärung, d<r ilnücher! eit. des iahen Wandels, wieder ist viel Dunkelheit um uns. und mit der Fragwürdigkeit, der Ungewihbeit des Ein zeldafeins hat uns ujiier Schicksal bekannt ge macht: aber die W> ndlung der au Heren Bedingungen, die Wendung, die sich rings um uns in der Weit vollzieht, sie coeist uns auf die unveränderl chen inneren Gesetze, djie Normen jüdischer Religion und Ethik bin. Aut ihre Stimme n üfien wir umso bereiter I »ufchen. um uns Eig nwert jtnb Selbstachtung z» wahren^ je beiticer unser enger Lebens lezirk von anderen Stimmen umbrandet ist. > ie uns-in unserem! Eigen-Bewuhtiein nicht terwirren dürfen. „Jahrtausende lane war das Ortönen des Widderhorns ein P.-iaunenruf um Dienst: auch w^r wollen auf diesen Ruf herrschen, dah die Berndrechts nur noch eine fein kann und fpätestens beim Eintreffen dtr Verstärkungen angekundigt werden wifd. * Wie die Jüdisch Telegraphen-Agentur erfährt. sind alle Pc rbereitungen für. die Proklamierung de» Belagerungszustandes getroffen. Die Poläs inaoerwallung hat gemeinsam mit den Bsse! lshabern der in Palästina stationierten Strei kräfte einy - Beratung abgehalten. um die Abgrenzung der «lebietc vorzunehmen. über die der Belaaerungszu stand zunächst yerhängt werden soll. Gleichzeitig wurde auch die Einsxtzung von Standgerichten und anl eren beim Belagerungszustand erforderliche i Dienststellen erörtert. ' die Auffassung Iu Hängung des Sna Frage von Tagsen intworten... Iiawu. üdische Schutz sein ilolonisationswerkes ion jeder Angriffen vorbeugt 2800 uniformierte der das Schicksal des beifeindlichen Angriffen Abhängigkeit freistellt, ja. solchen 'Wenn setzt immerhin >>nd bewaffnete jüdische Hilfspolizister und weitere 1200 Schonttim t'Wächter. Selbs ingestellt worden vielleicht den Keimzelle für eine Schutzwehr, eine n macht des Iudentu England macht begriffen, was es lonialmacht in dsr einem Land, für der Unordnung, d -- kann. Es ist eine schntrlenle der Siedlungen» lind, so darf man hierin erfrpulichen A n f a n g. di« künftige legale jüdische, ilitürisch« Berieidigungsns in Palästina erblicken. also wirklich Ernst. Es hat für sein Ansehen als Kolo- Welt bedeutet, wenn in dessen Verwaltung es die Verantwortung tilgt, monatelang ein Zustand offenen Aufruhrs herrschen e alte Erfahrung, dah in Englanb der Ents hluh zu starkem militärischem Emsatz stets lang Zeit braucht; ist er einmal gefallen, so pfleit ganzer Ernst gemacht zu werden. Auch in Palästina hat man lange gezögert, viel w rtvolles Gut in Trümmer gehen und kostba es Blut fliehen lassen. Nun scheint der lang erwartete Augenblick gekommen. da Orl nung, Gesetz und Sicherheit -wiederhergestellt wird: man darf dies auf jüdischer Seite mit Genugtuung feststellen. Aber bei vielen jüdischen Menschen wird sich in diese Genügt, ung dennoch ein Empfinden dafür mischen. d<b gerade in diesem Lanoe erst die Bajonel e einer europäischen Grohmacht erforberlio sind, um jüdisches Leben und Eigentum i lieber zu sichern. Das soll nicht» weniger c I» ein Vorwurf gegen das palästinensische I udentum sein, das ja in biesen schweren Monaten, ohne auf die ara bischen Angriffe und sie mit gl mit Waffengewalt erwidern icher Münze heimzahlen zu können, eine vc rbildliche und . were Selbftbel errschung bewiesen Wenn England ich nun also stark macht, den Aufruhr niebi rzuzwingen,' Gewalt mit stärkerer Gewalt z» brechen, so wissen wir. dah die Juden Palästinas vor schweren, vor harten Wochen^steh m. Eines Tages aber wird Sicherheit und O dnung im Lande wieder hergestellt sein. W »s dann geschieht, ist frei^_ lich noch unklar. England wird dann, dessen sind wir überzeugt. Eruil auck, damit machen, für Palästina und in Palästina eine durch greifende Löspng des Bevölierungs- und Lerwaltungsv:oblems berbeizuiuhren, die den jetzigen militirischen Einsatz im Sinne der britischen Belange verlohnt. In einer Verlautbarung des Kolonialmiui steriums. die uns bei Redaktionsfchluh vorliegt. heiht es: „England hat das Palästina Mandat auf Grun>-von Bestimmungen angenommen, die Beriütwortung für die Wohlfahrt aller Tei e der palästinensischen Be völkerung in sich schlichen. Sie erachtet diese Verantwortung as eine Vertrauensaufgabt. die sie ohne and:re 'Wahl zu erfüllen hat. In diesem Zusammenhang ist es passend, daran zu erinnern, dah Mission in ihrem erstatteten Bericht Ansicht durch di die ständige Mandatskom- 1930 dem Völkerbundsrat erklärt hat. dah nach ihrer folgenden beiden geststelaber lehren die jetzigen Erfahrungen dah jüdischerseit» schon in der A n l a, Aufbauwerks in Palästina der Gedanke bet Wehrhaftigkeit. Entgegen manchen Warnungen allzu sehr hinta »gestellt worden ist. Will mai eine nationale jüdische Heimstätte aufbauen so mutzte GrunI bedingung dafür der national: mimuuitiimiiiiimiiiiiiuimimuMumiuiuiimmumiimmmiuinmiiiiHtmiiiimumiuum 1S6. rr ncuhsmcister im rranenJlandbäll Das i{ro0csporfiesf mnflndiei Wcllcnc Dcrldilc i» SporOdl