Der Schild
- Journal
- Der Schild
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 17 (24.4.1936)
- Date
- 1936-04-24
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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V I Ein Briefwechseli .iniaer Zeit feierte Man in Kam- ®0IK ' SOidhrue Beitehen der Woermann. LL"dilcil 1842 mit Segelschiffen seit 1885 N Damrsi-Hisien den Afnka^D.enst betreibt L, erwarb 'Avals Woermann Ramerun und fr« als Schutzgebiet dem Deutschen W zu dessen Rolonialbesitz e» bis zum 1919 ,obltc. Unter den ersten Pionieren. ^Ermann na» Gaboon schiL. war taimnm Hainebach ausSengenstadt am «Ilein Pater viele Monate keine öridit vH. schrieb er direkt an Carl Aoeim ' n 1 nd erhielt folgend« Antwort: C. \\'0!k‘M.\NN 11.> 'len 3. Octobcr 1884 WOERMANN Kolonlalarbett oor 50 Zaiiren Tel. - I>.:. - h.i!' lalle boon VcrMi. i »uilu ■ ii .. •: :e>:e da 13 Sic A:. mein" de» 3i. ■•Ihre :. l'aacht- - dm in meinem Gaboon-Gc- , -tcl|i ist, würde in diesem V!n;sse „Emil Schulze, Ga i Afrika)“ richtig sein. Die - v.n Gaboon nach dem ■>.,. langsame und höchst uni. so daü cs leicht möglich, ■iirete Monate vergehen, ehe ■ \.>n Ihrem Sohn bekom- Lh bemerke noch, daß •.. 'tUne am letzten eines jemiii liier abgehen und sind .un besten „per deutschen Mamburg'' zu adressieren. Hochachtend Carl Woermann I>cr bt: 'r . Pater wendet sich erneut an Wvc.me.mi und bittet höflichst „inncck. Brief an meinen Sohn du ich Ihren t.imoier zu übernehmen. Ich würde Lie nicht darum ersuchen, allein der bi«ii-.l« Poilbc machte mich, als er den Brief tramica mailte, aufmerksäm, dah fron kierte die durch den Bereut» des Welii'5 ercms gehen, sehr unsicher antomn'e mas auch mein Sohn schon früher jmirUici t welchem mehrere francirte Briese gar nai .Händen kämest..." Endlich a>n 25. Oktober trifft ein Briet au, „ÄttutA' oder Majombe am Quiloflutz" ein. iKeichrt'l'-'n wurde er am 13. Juli 1884 und untia’- etwa 15 Seiten. Er enthält somit iaiere ite Einzelheiten, die uns heute tarnt mehr r teilbar erscheinen, datz wir im tagenden, i ü.uie Teile dieses Briefes oeröfinttiichcn. T r Schreiber. Hermann Hainedach, ging einiitbre später nach Amerika und nt dort oe. '--.len. >l. Poriutur'en, Engländer und Deutsche. Herzlich: .liebte Eltern und Geschwister! Endlich n.:> ' i i achtmonatlichem Warten bin it so gluck.':, wieder Nachricht von Euch belarnmen . aben: leider bin ich aber nicht m Besitze re, ersten Schreibens und kann Euch des! nur auf Eure Briefe vom 26. lezemder ick und vom 21. Januar 1884 antworten Remc ' bricht aus Tschibebe am Ouilo «om 'März werdet Ihr erhalten haben. Aus gelchäklitckf ".rüitden und um Euch gleich pniiige P chie geben zu können, habe ich m beule; weiteren Nachrichten gewartet, »n kann ' Euch Mitteilen, dag ich vor funk Ronalen . Teilung in dem grotzen Haintarger Han - Earl Woermann gefunden habe. Ihr werde: mir mein „Wechseln" vorwerfen vollen, aba ich habe es jetzt sehr viel besser. «Is vorher meiner Unkenntnis des Portu gtestlchen. s ie Gehässigkeit ist hier, wo so wenia« Europäer sind, dennoch groß: namentlich sind dir Portugiesen, die zahlreich wie di« Spatzen hier sind und die leben können. P°. s?'? .andererMensch durch kommt, ein niederträchtiges Volk — natürlich kommen lobens- «rte Ausnahmen vor. — dem kein Mittel schmutzig genug ist, um seine Zwecke durchzuführen. Ich habe zwei zu Nachbarn, die mich im Handel beeinträchtigen wollen, indem sie die Rarawanen durch allerlei Dinge wegzuziehen beabsichtigen, -allein mein reich assortiertes Lager macht ihnen einen Strich durch die Rechnung, da die Schwarzen recht wohl wisien, dah die Portugiesen nur arme Schlucker sind: käst die Hälfte waren ursprünglich nach Ambritz und Loanda verbannte Sträflinge. Das Nationalgefühl ist an der Rüste Afrikas stark ausgeprägt. Engländer, Franzosen. Deutsche und Holländer engagieren alle nur ihre eigenen Landsleute, selten sind Ausnahmen zu bemerken. Nur die Portugiesen werden der Sprache halber von allen Häusern verwendet. Mein Gehalt im deutschen Hause ist doppelt fo hoch als das, welches jch vorher bezog. Da» spricht schon für sich, über hinzu kommt vor allem das angenehme Gefühl der Beruhigung mit feinen Landsleuten in Verbindung zu sein und für ein heimisches theschäft arbeiten zu können, deutsche Sprache und Sitten anzuwenden. In so fernen Gegenden weih man das doppelt zu würdigen. Schillers Spruch: ,,Anr Vaterland, ans theure schlieh dich an.. ist doch kein leerer Wahn... Apropos! An der Ruhte lernte ich den berühmten deutschen Reisenden Leutnant Witzmann kennen. in. Feiertage am Quito. Den schon lange begonnenen Brief sende ich erst heute ab. weil ich den Dampfer des Hasses abwarten wollte, der. obwohl er nur 400 Miles zu fahren hat. so spät angekommen ist. Jetzt bin ich sicher, dah der Brief wenigstens aus dem Ouilo Flusse herauskommt. Hätte ich ihn nach Loango zu einer anderen Faktorei gesandt, so bliebe er dort vielleicht fünft Monate lang in einem vergessenen Winkes liegen, ehe der englische Postdampfer ihn bekommt. Ia. liebe Eltern und Geschwistez, so werden wir. bis diese Zeilen Euch erreick^n, im Begriffe sein, den Beginif eines neuen Jahres zu feiern. Ich läge wjr! Und Ihr denkt vielleicht, ich feiere Rofch haschanna nicht oder kann ihn nicht feiern. Und doch, erwidere ich, datz ich auch hier in halbes Wildnis dieses heiligen Tage» sowohl, als de» noch höheren folgenden gedenken und sie beide halten werde. Natürlich kann ich es nicht so tun wie zu Hause, allein mein Geist wird hier mit nicht germgerer Andacht in diesen Tag«n erfüllt sein, als wenn ich in unserem Gotteshaus stände. Ia. ich kann sagen: mit noch: mehr Andacht. Die grobe Ferne, die mich vom meiner Heimat trennt, meine Erlebnisse geben1 mir noch > mehr Gefühle und Gedanken am Beatmt des Jahres und lasten mich demselben inniger feiern denn irgend Jemand, d»e daheim in der Snnagoge steht. Und so habe ich auch amj 1. Juli meinen Jahrzeittag gehalten. Ob ich genau den Tag getroffen habe, weih ich nichtz doch habe ich ihn nicht vergessen. Wie soll ich Euch nun alle meine Wünsche ousdrücken?..[. ■ iv. ..Stadt" im Urwald. Nun wollt Ihr aber endlich von meinem Leben und meiner Arbeit wisien. Gegenwärtig bin ich am Ouilo-Fluh an einer Stelle, die man Mutuca oder auch Mayomba nennt, für da» Haus Woermann stationiert. Ich glaube ziemlich bestimmt sagen zu können, dah ich die Faktorei in wenigen Tagen übernehmen werde, o. h.. datz ich erster Agent der Station für Gummi, Elfenbein und Palmkerne werde. Sobald der nächste Rüstendampfer vom Doot Gaboon kömmt, werde ich! installiert, und hoffe ich zu reüssieren. Seit zwei Monaten bin ich schon aut dem Platze mit einem, der schon ein Jahr hier ist und jetzt weggeht. Mutuca ist gewih kein Pari», auch kein Seligenstadt und doch lieht man. und erlebt mau Dinge hier, um die mich sicherlich ein Pariser beneiden würde. Die „Stadt" besteht au» vier Faktoreien? d. h. vier Häusern aus Planken und Schilfrohr errichtet, in Form - ähnlich dem Gelnhäuler Bahnhok und so auch in der Grütze, nur mit dem Unterschied, dah am ganzen Schuppen kein einziger Stein zu fmden „i. Die Umgebung beschränkt sich auf Wald, und Wasser und zur Abwech lung aus Wasser und Wald. 45 Längemeilen von den Ratarakten des Quilofluffes bi» zu seiner Mün düng in den Ocean nichts als dunkler Forst. Hier ist der Quilo ungefähr so breit wie der Main'an seiner Mündung in den Rhein, an anderen Stellen zeigt er dje doppelte, ja dreifache Breite. Im Busch Hauken tausende von Affen, Wildkatzen, Antilopen etc. Das Leben hier ist abscheulich langweilig. Reine Bälle, kein Theater, kein Concert. auher dem Affenconcert, nichts weniges als künstlerisch. da» aber hört man die ganze Nacht. Wegen RIeidern kommt man mcht in Verlegenheit. Drei billige europäische Anzüge, die man an Bord der englischen Dampfer kaufen kann, halten drei Jahre. Im übrigen läuft man in kattunen Beinkleidern, Unterhemden und Jacken herum. Die Loangoneger' wissen sie geschickt, fast nach europäischem Stil, anzusertigen. Man verletzt hier keinen Takt in Bezug auf die Rleidung. Für drei Mark hat man einen Anzug fir und fertig, ob «r „griwwelgrün" oder rot ist, das ist kein Unterschied. Zu essen und zu trinken hat man auch immer mehr oder — weniger! Der Dampfer bringt „Provisionen" in Blechbüchsen wie Butter, Fleisch. Gemüse. Früchte, Mehl u'w. Einheimische Lebensmittel gibt es wenige, da die Neger zu faul' find, solche zu kultivieren. Dagegen hat man Schafe, Ziegen. Antiloven. Fasanen. Fische. Wenn die europäi'che Nahrung zuend« geht, dann hat man allerdings oft Schmalhans im Hause, da diese Schafe etc. auch nicht zu häufig einkommen. Jedem Angestellten ist für den Monat 25. Flaschen portugiesischer Wein erlaubt. Deul'che -erhalten auch Bier und deutschen Flaschenwein als Zusatz. Oft genug bleibt auch der aus. Ich schreie nicht darüber und habe auch immer mein Teil, weil ich höchstens zwei bis drei Glas pro Tag nehme. ' „ v. Hygiene in b(n Tropen. Allein es sind hier Leute, die trinken ihre gan^ Ration in einer Woche. Ueberhaupt herrscht an der Rüste häufig grotze Unmäjzigfeit in vielerlei Dingen. Ueber die Hälfte aller Europäer sind dem Trünke in erich.eaenoeut Matze ergeben und kürzen in Verbindung mit anderen Lastern ihr Dasein. Gewöhnlich sagt man. Erzesse an der Rüste sind für die-Ge sundheit besonders gefährlich. Ich sage, sie sind überall nachteilig. Wer hier mätzig lebt, fühlt sich hier gerade so wohl wie zu hau e. Man hat manchmal ein bitzchen Fieber, viel leicht sechs Stunden, oder einen Tag lang, allein deswegen braucht man sich nicht nie derzulegen. Es ist nicht» Andere» als was man zu Hause Wechsel- oder Heufieber nennt, da» ja sogar in den sumpfigen Ge«nden'Hollands und im dithmarschen Holstein vorkömmt. Hier erscheint es in der kalten Saison. Glaubt nur nicht, dah hier ein Backöfen sei. Morgen» und Abends ist es gegenwärtig so kühl, dah man die schwersten Burkinkleider tragen kann und während der Nacht sich in zwei schwere wollene Decken einwickelt. Diele Jahreszeit endet Mitte August, dann kommt die kleine Regenzeit, da ilt'r wärmer. Disienterrigiebt es hier überhaupt nicht, da alle Orte hoch gelegen sind und krystallklares'^ eiskaltes Wasser haben. Biele europäischen Rrankheiten eiiilie- Rundblick Generaloberst von Seeckt 70 Jahr«. Leit dem Januar 1945, der siegreichen Schlacht von Soisson», trat der Rame von Seeckt in den Vordergrund. Der Siegeszug durch Galizien und Serbien bi» Rumänien unter Mackensen ist mit ihm, dem ibeneralstabsches die'er Hee:esgruppe, auf da» engste verknüpft. So durfte Ludendorjj ihn „eine der am ftärlsten hervorire:enden Erschei-, nungen de» Rrieges" nennen. Auch wir jüdischen Frontsoldaten der alten Armee erinnern un» zu seinem 70. Geburtstag, am 22. April 1935, diese» bedeutenden Soldaten, decken „Erinnerungen eine» Soldaten" viele von uns mit regstem Interesse gelesen haben. Für den Mann, für sein Wirken in und nach dem Rriege ist vielleicht' diese» Wort besonder» kennzeichnend, da» in der. „Deutschen Zukunst" ziliert wird: „Drei Dinge' gibt e», worin der meuschliche Geist vergeben» ankämpst: die Dummheit, die Bürokratie und da» Schlagwort. Bielleicht sind alle drei auch darin gleich, dah sie notwendig sind. — Da» Schtagwort können jene nicht missen, die der eigenen Gedanken entbehren". unmmtiiiuHiuititiimumi)Hiiiittiitinmjximniiiim)tiimHiimjiiRimiutnitititit!<uutir;iii! ren hier nicht. Schwindsucht gibt es keine. Ich habe von vielen gehört, die mit dieser s Rr«nkheit behaftet von Europa kamen und ' gebessert oder ganz geheilt wurden. Wieweit sich dies bestätigt weih ich nicht, nur ist sicher, , datz .dieses Uebel von den Negern 'nicht gekannt wird. vi. Wirtschaftsdris« vor SO Jahren. Mit meiner Stellung bin ich zufrieden. In den zwei ersten Jahren, seit denen ich von, zu Hause weg bin, war es mir nicht ermög- , licht, so viel zu: ersparen, wie ich das im deut- ' schen Hause in funk Monaten tun konnte. Verpflegung, Wäsche. Wohnung und andere, kleine Ausgaben werdern vom Geschäft gelra; gen. andere Ausgaben Zu machen ist hier-«in möglich. Hier gibt es keine tivirtshäuser, keine! Raufläden und kein Geld, „kä Pftrff un ächj kä Äollezei" wie Stolze sagt. Doch, die Po-> lizei wird hier von den Franzoien erekutiert„ die den Flutz in Besitz genommen und Sta tionen mit Turkos pnd Zuaven errichtet haben? Gut, so ist wenigitens ein Herr im Hauie^ Meine Arbeit ist verantwortlich und in g«! wisier Beziehung auch an-tren tend. nainentlich wenn die Rarawanen mit Gummi und E.fendein aus dem Bu'ch kommen. Die'e Produlto. werden mit verschiedenen europäi-chen Arti, kein bezahlt. Die Hauptrolle spielen Salzs Pulver. Rattun.- Feuer-leinwerle und Rum. Die Einheit, auf die man rechnet, ist eine Länge Rattun. ungefähr zwei Meter. Ein Gewehr gibt sechs Längen. Gummi und Elfenbein werden gewogen und dann in Bausch - und Bogen bezahlt. Gummi wird zur Zeit nicht viel gewonnen, der Preis iit sehr heruntcrgegangcn. Viele kleine Häuser mu! en deswegen hier zur Zeit ihre Faktoreien sch.ietzen. Eoncurrenz und die vielen ckH-amoferverbindun--- gen mit Europa machen auch diesen Teil der Welt für den Handel zw«r zugänglicher, die^ Geschäfte aber ungünstiger. Das Haus Woer mann aber kann^s auskalten. wenn kein anderes dies kann. Eines der ersten Handlungs Häuser Deutschlands! Or. | latlze ALLIGATOR!^ UNSERE VERKAUPSGESCHAPrE' \ Berlin. Taocatsttutrik 16 Hambarg, jungferarbeg 43 Kftla » Rh . Hohcstnb« 1,13 E a . Limstrafe« 10 Es sta. Am Haaptbahabof 10 Hochom, Kortomstrtfe« 67 Praokfart « Rnfemirkt 1$ Zentral«. Offenbich «. M Wuppertal-Elberfeld Hcrrogerrafe« 36 ,Jm Abintil um Spinoza' Jereji.;, t kulturellen Veranstaltungen bei nta» I; .1. fand ein „Abend um Spinoza" ^üan I:. Lutz Weltmann aber da» ein Jude im Europa de» 17- -proch. Er zeichnete Leben und zakim Anschtutz an da» geistige e poche, da» um eine Aüseinander- > Glauben und Wissen, zwischen ck'-ernunst kreiste und eine neue Grundckigiösen Gesühl» erstrebte. Unter dem ^fee.i der Renaissance und de» Aus» v«;ei>s Ucii e.. war da» mittetatlertich-scholastische «Wen ungebrochen, Männer wie Galilei, -no, Roperniku» hatten neue Er- )tt. für ihre lleberzeugung gelitten >un, Teil für sie gestorben, ein Desten Zweijet zum Ausgangspunkt der genommen, ein Spencer da» Wilsen . itwben. In diese Welt der geistigen un .-nifltd'e Freiheit und freier aujgeriSk „.’HStritt de: Jude Spinoza, maran- "dn.immung, besser Mutter möglicherweise t Zwangsgeraufte Maurin, ebenso wie is, ij,“10" '1 Zwangrgetaufte Juden waren) war. » . -tiede.-Zander, d,e sich soeben unter dem Ein- , .4'-aberschen und Eakvinschen Lehren von m lpan,,ch>-n Tyrannei und -von der blutigen ä«lu>Nt,on befreit hatten, gewährten grotzmülig trnheiltich den vertriebenen spanischen Juden p'n Judentum zurück.ehrenden Marannen freie Religionsausübung und eine gewhse «e>n«»lcha,l»rechilich, Autonomie. Ein Ghetto gab tbcht, doch schloss«» shh hj, spanisch-marannischen tretonlifl zuasmmen. Spinoza fühlt sich wohl ■ «ieJ; >?k*r der Zusammenhang mit der Jü^ Tradition ist bei ihm durch da» fterere » 'Etn:r marannischen Vorfahren gelockert. Er ° kur da« biblische JudeMum, aber nicht lheaia oehtdunl c. *ijtn bi - ^>ng je»;' Ue.tgion u lejuti« betznlluim tziordano taintjiiie ■ •nb wäre,, «Utes ha: : dhiofops! M R.chi für diese Tradition. Er huldigt der Marime, datz Nachdenken bester al» Nachdeleä sei. Er lehnt, ein Rind der kritischeren neueren Philosophie, theotogische Argumente in der Philosophie ab und ist bereit, wie jene Denker, die Folgen seiner Lehre, die ihm zum Leben wird, zu tragen. Al» er darum mit der jüdischen Gemeinde Amsterdams, die ja ihrerseits den neugewonnenen Zusammenhalt und die Tradition verteidigen will, in Ron still gerät, akr er ihr Angebot, ein Amt bei ihr anzunehmen und dafür seine Schriften wenigsten» nicht öffentlich zu verbreiten, i ablehnt, trifft ihn ihr mittelalterlicher Bannspruch, ganz ähnlich, wie er eine Generation vorher Urtel Acosta trat. Mit der Erkommunizierung ist die Erpropriierung verbunden: Spinoza, .der sonst die Sprache der Wissenschaft, alteinisch. schreibt. legt jetzt in spa nischer Sprache Verwahrung gegen den Bann ein. E» gelingt ihm auch, seine Güter zu retten: doch al, er sich sein Recht erstritten, verrichtet er auf sie und behält sich nur da» väterliche Bett. Der grotze Philosoph, au, der Gemeinschaft seiner Glaubensgenossen aurgeftohen, tröstet sich im Verkehr mit niederländischen Gelehrten und Politikern: au» einem Baruch Spinoza wird ein Benedikt ^Äeämann bemüht sich aber, nachzuweisen, datz dieser grotze Sohn de» Judentum» iym im Grunde nicht untreu wurde. Er zeigt, datz stch rationale Strebungen schon bei Maiiuonide» finden, von dem einige kritische Stellen zeitweise verboten waren. Auch andere Schristgelehrte hatten zuzeiten schon eine fteiere Sprache gesprochen, sodatz eine Art von rationaler Tradition vorhanden war, auf die Spinoza, besten rationalistische Form einen mystischen Inhalt umschlietzt, sich hätte ftützea können. Legen die Grundlagen de» Judentum, verftohe Spinoza nicht. Die strenge Linhett seiner Lehre, die Au,- schllehung aller dualkstischen Tendenzen, gemahne an den jüdischen Mofiotheimnu». In der Lehre Spinoza», niedere Leidenschaften .zu überwinden, nach Dollkommenheit und dergestalt nach Glück keligkeit zu streben, sieht Weltmann ei» neue» Aus leben der jüdischen Sehnsucht nach meslianifche» Zuständen, die allerding» bei . Spinoza eine allge meine, weltgültige Form erhielt. Auch dah das Böse von Gott komme zum Heil de» Menschen, findet sich bei Spinoza in der von Descaries übernommen, viel angegriffenen und dock, so überwältigenden Gleichfetzung von Natur und Gott, die also auch da» Böse einschkietzt. Innerhalb der jüdischen Ablehnung eine» Bildes von Gott bewege sich auch die Antwort Spinoza» auf die Frage, wie er sich Gott vorste'.Ie: sie lautete, datz Spinoza sich Gott nicht oorstetkey, sondern ihn nur begreifen könne. Hinzuweifen sei auch daraus, datz Spinoza eine Uebersetzung der Bibel in» Höltändische de gönnen habe: gleichfall» ein Zeugnis für fein Judentum sei es, wenn ein Andersgläubiger, der spanische Dichter und Philosoph U n a m u n o, in Spinoza» Werk viel Alttestamentarische» finde. Vollend» der Vergleich mit Uriei Arosta mache Spinoza» Schicksal zu einem. jüdischen: er sei Io etwa» wie ein jüdischer Protestant gewesen. Dem anregenden und überqu» -fleigig vorbereiteten Vortrag Weltmann» war ein Hauskonzert oorau»gegangen, in dem Heinrich Kein mit schönem Tenor, feinfühlig begleitet von dem Pianisten Taubmann, feierliche und anmutige italienische und franzbsilche Musik de» 17. Jahrhundert» vortrug. r Rani. L. R Prof. Lori Flesch. Die Freude, Pros. Rar! FI e s ch, der in einem Sonderkonzert de» Rulturbund» austrat, einmal wieder zu hören, war umso grttzer, al» der Altmeister schon oor mehreren Jahren offiziell Abschied oom Berliner Publikum genommen hatte, um sich, auf der Höhe seine» Ruhme», vom öffentlichen Musikleben zurück, uziehen. Die Zeit, die instvilchen verstrichen ist, hat seiner Runst steinerlei Abd.ruch getan: un verändert, wie von früher her in Erinnerung, ist sein bestrickend sützer Ton, seine souveräne Technil geblieben, und der Ausbru> sei >es Stils ist höchste Reife seelischer Ralur und künstlerischer Weisheit. So wurde die Wiedergabe des A-dur-Xonzeris von Mozart imir de: schonen Begleitung v»n Rudolf Schwarz» ein Genuh seltene: Art. 2 tat! der verschiedenartigen und ve:>ch edeawertige.i bei rieten Stücke, die da» Programm ve:voltitandiist»n. hätte man von dem" dzrufenen Interpreten der Rlast'ik «liebet noch ein zweites Werk der arützen Literatur gehört: aber das Pudti.um zeigtet «ich dankbar für jede Gabe »nd huldigte dem fWi mit enthusiastischen Beifallskundgebungen ,- Zu einem grotzen Erfolg wurde auch das.fioü zert, da» Rain. Wilhelm G u t i in a n n geifrein »am mit Paula Salomon »Lindberg» im Beck, fleinsaal gab. Wech'elgesänge au» den ..Spanische» Liederbuch" öon Hugo Wolf, drei jüdische Dact.e.. von denen „Die Waicherin", bearbeitet von Herbert Fromm al» wertvoll zu erwähnen, und eine durch Zugaben vermehrte Reibe humorvoller, mit sprühender Laune vorgelragener Ranon» von Robert Rahn zeigten beide Rünstier aus t’izcr vollen Höhe 'und in geistiger Einheit leben- und geilt vollen Musizieren». Zwischen den Zwiegesängen gab e» zwei rykiische Solo-Darbietungen: Paula Saiomon brachte mit ihrer oft gerühmten Bor iragskunft Schumann»' „Frauenliede un6~ -Leben" zu Gehör und Wilhelm Guttmann fetzte sich mit der ganzen Fülle seine» Temperaments da»len». werterweise für sechs wenig bekannte Gesänge . von Bernhard 2 ch I e * („Bostlspoeslen aus ~4em Rumänischen") ein, gehaltvolle, echt empfundene Stücke, »on denen besonder» starken Eindruck das da» dritte „Der Liebsten Hau»", hinierlietz. Kam. L. M KLAUBER-WÄSCHE IN ALLEN FÜHRENDEN WASC H E - G E S C H A FTE N W»8CHCPABRIK;R08A KLAUBER / MÖNCHEN KLAUBER-WÄSCHE